Raucherfeindliche Umgebung - anpassen oder weitermachen wie bisher?

Guten Morgen alle miteinander,

ich schreibe einmal anonym, weil mir die ganze Sache etwas unangehm ist. Wie ihr am Titel sicher schon ablesen könnt, habe ich eine Frage bzgl. Rauchen. Ich muss gestehen, dass ich schon seit meiner Jugend Raucherin bin. Eine sch**ß Angewohnheit, ich weiß wohl! Ich habe mir auch immer geschworen, auf lange Sicht davon loszukommen, aber bisher hat es irgendwie noch nicht funktioniert. Meine Sucht ist mittlerweile einfach zu ausgeprägt. Bin aber am Kämpfen, was das angeht...Täglich rauche ich so zwischen 5 und 10 Kippen über den ganzen Tag verteilt.

Zum Hintergrund ist folgendes zu sagen:
Ich wohne seit mittlerweile 2 Jahren in England, da mein Mann ist Brite ist. Wir hatten uns ursprünglich über eine internationale Singelbörse kennengelernt und er ist wirklich die Liebe meines Lebens! Nach 3 Jahren Fernbeziehung, hatten wir uns schließlich verlobt und dann vor etwas über 2 Jahren in Deutschland geheiratet. Anschließend sind wir zusammen nach England gezogen, auch weil mein Mann hier einfach einen guten und festen Job hat. Ich habe mich hier relativ gut eingelebt und habe mittlerweile sogar eine Halbtagsstelle in einem kleinen Betrieb gefunden; ich bin gelernte Bürokauffrau.

Nun zu meinem Problemchen:
Leider ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Engländer mentalitätstechnisch etwas anders als die Deutschen zu ticken scheinen. Vor allem was das öffentliche Rauchen angeht: In England gilt es allgemein als sehr verpönt in der Öffentlichkeit zu rauchen. Gerade bei Frauen! Es ist zwar nicht gesetzlich verboten, scheint aber im Allgemeinen nicht gerne gesehen zu werden.

Diese Einschätzung fußt auf folgenden Erfahrungen:
Schon mehrfach, als ich mir in der Öffentlichkeit eine Zigarette angesteckt hatte, habe ich von völlig fremden Menschen beim Vorübergehen ganz schiefe Blicke geerntet. Vorgestern jetzt gab es dann folgende Situation an der Bushaltestelle: Ich habe auf den Bus gewartet und wollte solange noch schnell eine Rauchen. Da saß auch so eine ältere Dame und als die gesehen hatte, dass ich mir eine Kippe anzünde, hat die mich erst ganz strafend angeschaut und sagte dann in etwa folgendes zu mir: "A young woman smoking in public? Tell me, are not you ashamed?" [bedeutet soviel wie: Sag mal, schämst du dich nicht öffentlich zu rauchen? Gerade als Frau?] Ich war kurz davor im Erdboden zu versinken, ich dachte nur: Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt mausetot! Ich wurde ganz kleinlaut und sagte dann zu ihr auf Englisch: "Entschuldigung, ich komme eigentlich aus Deutschland. Da sieht man das alles nicht so eng und ich bin es noch nicht anders gewohnt." Hat sie offenbar nicht sonderlich beeindruckt, denn daraufhin meinte sie so: "Spielt keine Rolle! Du bist jetzt hier und nicht mehr in Deutschland. Das heißt, dass du dich hier gefälligst an die üblichen Gepflogenheiten anzupassen hast! Eine Frau, die raucht, ist unterstes Niveau. Wenn du Kinder hast, könnten die einem fast Leid tun." Ich war so baff und eingeschüchtert, sodass ich darauf gar nichts mehr richtig zu erwidern wusste. Ich habe mich nur noch einmal kleinlaut entschuldigt und war froh, dass der Bus dann kam und ich einsteigen konnte.

Zuhause habe ich meinen Mann mal auf diese für mich befremdliche Situation angesprochen und der hat mir bestätigt, dass viele Engländer das in der Tat nicht gerne sehen und für asozial halten, wenn jemand öffentlich raucht. Gerade in der älteren Generation. Er hat mir empfohlen, es in der Öffentlichkeit zu unterlassen und es nach Möglichkeit nur Zuhause zu machen.
Nur: Ich weiß nicht, ob ich das so einfach schaffen würde. Die Sache ist ja auch, dass ich meine Sucht bisher noch nicht weit genug im Griff habe. Was nützt es mir, wenn ich in der Öffentlichkeit unterwegs bin, ich dann wieder das Verlangen nach einer Kippe verspüre und ich dann evtl. aggressiv und unruhig werde, weil ich zwangsläufig auf sie verzichten muss??

Was meint ihr zu der ganzen Sache? Denkt ihr, dass mein Mann und diese fremde Frau Recht haben und ich mich hier in England einfach etwas den Gepflogenheiten anpassen sollte, obwohl ich es aus Deutschland ganz anders gewohnt bin? Oder haltet ihr so etwas nicht für notwendig? Würdet ihr persönlich so etwas nicht machen und die Leute einfach reden und Kopfschütteln lassen?

Bin gespannt auf eure Meinungen. Vielen lieben Dank im Vorfeld!

Liebe Grüße aus Birmingham,

Raucherin90

Für mich ist es normal, dass man sich den Gepflogenheiten des Gastlandes anpasst.

Ob du das bezogen aufs Rauchen tun willst ist deine Entscheidung. Tust du es nicht, dann musst du mit den Reaktionen leben können. Deshalb erschliesst sich mir der lange Text nicht so ganz.

Mir wäre es unangenehm und ich würde mich anpassen.

Ich bin selbst Raucher, aber ich habe absolut kein Verständnis, dass man sich nicht mal ein paar Stunden zusammen reißen kann.

Entweder stehst du dazu und rauchst, oder eben nicht. Ich verstehe nicht, was du für Antworten möchtest. Du musst doch wissen wie du am besten Leben kannst.

Ich verstehe dieses: obwohl ich aus Deutschland bin Sache jetzt nicht so wirklich. Echt? Es ist hier angesehen? Das stimmt doch nicht wirklich! Ich stehe auch auf, wenn sich jemand eine Zigarette neben mir ansteckt. Im Bekanntenkreis gibt es nur noch zwei Raucher, und die werden auch immer angesprochen. Aus welchem Zeitalter kommst du, dass du das so betonen musst? 70er 80er Jahre? Da war es wohl tatsächlich mal cool und angesehen.

Hey,

ich kann dir nur von meinem Stiefvater berichten. Er war starker Raucher. Kettenraucher um genau zu sein. Kaum war eine Zigarette aus, war die nächste wieder an. Er sagte auch immer wieder: "Ich kann nicht aufhören, ich mache das schon seit meinem 14. Lebensjahr!" Er wusste jedoch immer, dass er damit aufhören sollte. Und dann passierte es von einem Tag auf den anderen. Er warf alle Zigaretten weg und hörte einfach auf. Er brauchte kein Training, keine Anleitung und auch niemanden der ihm rein redete. Er war auch mal starker Alkoholiker und in unserer Gaststätte sein bester Kunde. Auch damit hat er vor 13 Jahren aufgehört, von einem Tag auf den anderen.

Was die ältere Frau an der Bushaltestelle angeht.... Sie kennt es nicht und es wird dort nicht gern gesehen. Du kennst es von den Deutschen ganz anders. Vielleicht schaffst du dir für die Sucht die dann in der Öffentlichkeit plötzlich kommt Nikotinkaugummis an. Ich weiß aber nicht wie die sind und wie diese schmecken. Aber dann kommt es vielleicht zu keinem Zwischenfall, den du hinterher bereuen würdest.

Wenn du bereit bist aufzuhören, dann schaffst du das auch! Du musst nur wirklich bereit sein. Versuche es auf eure vier Wände einzuschränken oder dort wo es halt erlaubt ist. So würde ich es jedenfalls probieren. Aber ich muss sagen, dass ich Nicht-Raucherin bin und auch nie damit angefangen habe. Klar probiert schon, aber ich habe sofort Kopfschmerzen bekommen.

Dir alles Gute und gutes Gelingen.

Du musst selber wissen, mit was du leben kannst oder eben nicht.
Ich persönlich finde es auch nicht schön Frauen auf der Straße rauchen zu sehen - keine Ahnung warum... Hat irgendwie etwas asoziales an sich ( für mich ).

Bei Männern wirkt es aber auch nicht attraktiver.

Hallo,

ich persönlich finde, man sollte grundsätzlich Rücksicht nehmen aufeinander.

Ich bin selbst Nichtraucher und möchte nicht, dass ich nach Rauch stinke wenn ich an der Bushaltestelle sitze. Von daher finde ich, Du solltest Dich mindestens von anderen entfernen beim Rauchen.

Ansonsten musst Du selbst abwägen, ob Du in der Öffentlichkeit nicht rauchen MÖCHTEST. Letztendlich leben wir ja in einem Zeitalter von Nikotin-Spray und Kaugummis, die eigentlich helfen müssten die schlimmste Zeit im Bus zu überbrücken.... Zumindest für den Fall, dass Du Dich Deiner neuen Heimat anpassen möchtest.

Viel Glück!

Möglichkeit 1: du passt dich den Gepflogenheiten deiner Wahlheimat an und nimmst es als Anlass, an deiner Sucht zu arbeiten. In Zeiten, in denen von Zugezogenen immer gefordert, dass sie sich anzupassen haben, durchaus keine unberechtigte Überlegung.

Möglichkeit 2: du machst weiter wie bisher. Dann solltest du aber lernen, auf Durchzug zu schalten.

So oder so: rechtfertigen würde ich mich nicht (und das sage ich als Nichtraucher) Meine Antwort für die Dame wäre gewesen: "No Mam, I'm not. Have a nice day."
Militant werde ich nur, wenn Kinder betroffen sind, z.B. rauchen im Auto mit Kindern.

Hm, ich lebe in Deutschland und empfinde Rauchen auch als „assi“, obwohl ich selbst als Jugendliche geraucht habe. Ich bewege mich auch weg, wenn jemand raucht und würde mich z.b. an einer Bushaltestelle nie neben einen Raucher setzen. Was ich aber niemals machen eürde, wäre jemanden diesbezüglich anzusprechen, gar zu beleidigen. Das ist schon unverschämt. Entweder zu stehst darüber, gehst zum Beispiel einfach weg, wenn dich jemand blöd anredet, oder sagst erst noch - es geht dich nichts an, oder du nimmst es zum Anlass und tust endlich etwas gegen deine Sicht (hypnose vielleicht?) ansonsten würde mir noch Snus als Ersatz einfallen, da weiß ich aber noch, ob man den in England bekommt.

Hallo,

hhhmmmm...ich musste jetzt erst mal überlegen, was ich als angebracht und als unangebracht empfinde...

Ich habe (leider) viele Jahre lang geraucht. Wenn ich mir auf der Staße im Gehen, oder auf jemanden wartend, eine Zigarette angezündet hatte, kam ich mir immer etwas "asozial" vor. Auch hier in Deutschland.

Es war etwas anderes wenn ich z.B. in einem Cafè (draußen) saß, und zum Kaffee eine geraucht habe. Das war für mich (gefühlt) ok.

Ich finde, es kommt grundsätzlich immer auf die Umgebung an, in der man sich gerade befindet. Egal, in welchem Land. Raucher-Pub: OK, auf der Staße im Stehen: Grenzwertig.

Das hat vermutlich etwas damit zu tun, dass Menschen (egal ob Mann oder Frau) im Sitzen, in einem Café oder Pub, eher als "Genussraucher" empfunden werden, wohingegen eine schnell gerauchte Zigarette auf der Straße eher den Eindruck vermittelt: "Ich bin so süchtig, dass ichs echt an jedem Ort nötig habe!"

Dennoch musst nur du allein dich in deiner Haut wohl fühlen.
Da es dir aber, allem Anschein nach, unangenehm ist, würde ich an deiner Stelle nicht mehr auf der Straße rauchen.

Das bekommst du schon hin.😉

Ich verstehe dich sehr gut. Ich finde die Briten sind sehr altmodisch.
Hier in Deutschland ist es ja normal und man kennt es halt nicht anders.
Aber andersrum gesehen,die Menschen die nach Deutschland kommen sollen sich hier ja auch anpassen.
Raucht deon Mann eigentlich?

Ja, das habe ich mir auch schon ein paar Mal gedacht, dass die Engländer da echt altmodische Ansichten haben. Gerade die ältere Generation scheint da sehr konserativ zu sein und zu glauben, dass sie die vorbildlichste und zivilisierteste Nation der Welt seien. Mein Mann sagt auch, dass die Älteren oftmals noch etwas dem alten Ruhm des mittlerweile verblichenen "British Empire" nachtrauern und deshalb oftmals eher unzufrieden und angesäuert im Alltag wirken. Ob diese Dame evtl. auch so ein Fall war, ich kann es leider icht genau sagen....

Und nein, mein Mann raucht nicht. Aber er sagt auch nichts zu meiner schlechten Angewohnheit. Wir haben halt die Abmachung, dass ich Zuhause nur draußen und nicht in der Wohnung rauche. Da halte ich mich auch zu 100% dran!

Irgendwie scheinst du altmodisch zu sein. Da gehen die Briten was das Rauchen angeht eher mit der Zeit als du.

Von dir wirkt das so, als würdest du dich lustig machen darüber...altmodisch oder hinterwäldlich bist da eher du.

Aber wenn dir das „gut reden“ und Ausrede suchen hilft, ist es ja toll!

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Letztendlich musst du wissen, was du "aushältst" ;-)

Du musst wissen, ob du damit zurecht kommst, wenn dich andere deswegen "anmachen". Aus deinem Post lese ich heraus, dass dich das sehr wohl "wurmt", beschämt bzw. trifft.

Ich persönlich finde, dass die Zeit der Raucher vorbei ist ;-) In meinem Alter (Mitte 30) kenne ich keine einzige Person mehr in meinem Freundeskreis, die raucht.

Auch ist rauchen bei der jüngeren Generation nicht mehr "in". Deswegen finde ich es auch hier in Deutschland "komisch", wenn sich jemand sowas noch freiwillig antut ;-) Aber es sei ihm überlassen.

Tatsächlich (und hier spreche ich nur von mir und meinen "komischen" Assoziationen") finde ich, dass man einen gewissen Bildungsstand/ein gewisses Alter etc. erwartet, wenn man eine rauchende Person sieht. Ist wie mit gewissen Namen, die bestimmte Bildungsschichten bevorzugt nutzen ;-)

Da würdest Du Dich in meinem Verein aber gehörig wundern, welche Berufe unsere Raucher haben#cool Vorsicht mit neuen Vorurteilen bzw. schau mal, wer alles in der Raucherecke bei Krankenhäusern - oder hinter Deiner Bank steht. Ist interessant.
Raucher = Assi passt genauso wenig wie Übergewicht = Assi.
Was bei RTL2 präsentiert wird, ist nicht unbedingt Realität. :-p
LG Moni

Das wird an der Generation liegen. Du bist schon in der Oma-Generation und wir sprechen wahrscheinlich von Mitte 30 nach unten...und ja, ich glaube, dass die meisten Leute Mitte 30 nach unten das so sehen. Ich merke das täglich in Freundeskreis, Büro (junge Abteilung, bedingt an die Tätigkeit) und unter anderen Eltern aus dem entsprechenden Bildungsstand.

In der Schule meines Kindes (Privatschule) sehe ich nie nie rauchende Eltern vor der Schule oder am Spielplatz oder oder oder...im KiGa (im Stadtteil und bildungstechnisch sehr durchmischt) sah es deutlich anders aus. Ich zB bin in gewissen Spielplätzen mit meinen Kind nicht mehr gegangen, weil die von der unmittelbare Nachbarschaft selbstverständlich besucht werden (ist vollkommen normal!) und die eben gerne gleich neben die Kinder geraucht Haus ein paar Straßenzüge weiter wäre das ein No-Go und keiner würde in den Sinn kommen. So ja, ich glaube schon, dass rauchen unter einen gewissen Alter in Deutschland in Verruf ist und oft als Assi betitelt wird.

Und das sage ich, die mit rauchender Oma und Stiefvater aufgewachsen bin.

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Ach wie goldig. Ich bin schon oft in Uk gewesen. Allerdings als Non Smoker und die Familie auch. Daher keine Erfahrung. Aber die Briten ticken anders. Ich glaub dort sind Zigaretten auch wesentlich teurer.

Hm. Ich bin ja eh gegen Rauchen, würde mir aber nie anmaßen andere zu maßregeln. Ich denke die ältere Dame hat den ganzen Tag nur zu meckern, bei egal was.

Daher, Schwamm drüber.

Aber wenn es allgemein verpönt ist, würd ich mich auch ungern "nackt" in die Mitte stellen. Dh versuch die Öffentlichkeit zu vermeiden.

Irgendwie scheinst Du nicht mit der Zeit zu gehen.

Auch in Deutschland wird Rauchen inzwischen als ziemlich asozial angesehen.
So richtig ewig gestrige Dinosaurier.

Gerade bei Leuten, die sehr progressiv sind, sich gesund, ökologisch und regional ernähren und insgesamt sehr bewusst und achtsam leben, fällt Rauchen als Relikt vergangener Zeiten komplett durchs Raster.

Gerade an Bushaltestellen oder ÖPNV stelle ich mich zum Beispiel ganz weit weg von Rauchern, erst recht mit Baby oder Kleinkind. Woanders trifft man ja keine Raucher mehr - worüber ich nicht unglücklich bin.

Sei froh, dass Du nicht in den USA lebst 😉 Da sind öffentliche Raucherinnen quasi Aussätzige... da hat es sogar meine Schwester geschafft, einfach so aufzuhören. Spaß beiseite:
Du musst für Dich selbst entscheiden, ob Du mit den Blicken und Kommentaren leben kannst oder nicht. Die Engländer wirst Du nicht ändern und es bleibt natürlich Dir selbst überlassen, ob Du Dich in dem Punkt versuchst anzupassen oder nicht.

Simple like that 🚬

Wow, mir gingen spontan zwei Sachen durch den Kopf, die total konträr sind:
1. Ich hätte große Lust gegen die Unterdrückung der Frau anzurauchen. Warum bitte soll es für Frauen asozialer sein als für Männer? Gleiches Recht für alle!

2. Ich bin zum Leidwesen meines rauchenden Mannes militante Nichtraucherin: es stinkt, es ist auch für andere Menschen in der Umgebung giftig, man hat noch nicht mal einen schönen Rausch, es macht Dreck... Daher bete und hoffe ich, dass Rauchen bald überall stigmatisiert wird. Kein Mensch sollte rauchen.

Und, ganz davon ab:

3. Ich finde es wichtig und richtig, sich den Gepflogenheiten eines anderen Landes anzupassen. Wenn es aber an die Rechte der Frau geht, eieiei, da schlagen zwei Herzen in meiner Brust, wobei ich z.B. einen westlichen Erziehungsauftrag in arabischen Ländern ablehne, weil solche Entwicklungen aus dem Land selbst kommen müssen oder eben nicht...

Schwierig. Vielleicht kaufst du dir Schokozigaretten und Kämpfst symbolisch rauchend für die Rechte der Frau?;-)

Ich stimme dir im ersten Punkt total zu, mit solchen Doppelstandards habe ich riesen Probleme.

Weiterhin kann ich nur von meinen Erfahrungen in London berichten, aber hier wird man als rauchende Frau nicht unterdrueckt und es gibt auch keine besonderen Regeln zum Rauchen in der Oeffentlichkeit (abgesehen von Gesetzen). In Deutschland ist es doch auch so, dass rauchen von manchen Gruppen mehr akzeptiert wird als von anderen. So ist das hier auch.

Keine Ahung wo die TE lebt, auf dem Land ist es wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht konservativer als in der Stadt. Diese Erfahrung habe ich in Deutschland auch gemacht.

Während der Busfahrt kommst du auch ohne Zigarette aus. Stell dir doch vor, es ist verboten in der Öffentlichkeit zu rauchen.
Wenn dich das Rauchen stört, dann lass es! Zur Not hol dir Unterstützung, wenn du glaubst es nicht alleine zu schaffen.
Ansonsten steh drüber und schalte auf Durchzug. Man muss sich doch nicht rechtfertigen, wenn man etwas erlaubtes tut.
Übrigens mag ich die englische Mentalität sehr gerne. Wir machen mindestens 3 mal im Jahr dort Urlaub und ich finde es toll, wie höflich die Engländer sind und vor allem sind sie meiner Erfahrung nach viel herzlicher zu kleinen Kindern.

Danke für deinen Beitrag. Ja, ihr habt alle absolut Recht! Ich werde mich mal verstärkt nach Alternativen umschauen, sodass ich zumindest in der Öffentlichkeit nicht mehr rauche. Evtl. sind ja diese Kaugummis eine gute Alternative.

Und zur englischen Mentalität:
Da hast du ebenfalls total Recht mit! Eigentlich mag ich die britische Herzlichkeit auch sehr gerne. Ich habe z.b. ganz liebe Schwiegereltern hier (Eltern meines Mannes) und ich glaube auch, dass die später mal ganz liebevolle und tolle Großeltern für unsere (geplanten) Kids sein werden!#verliebt

" "Entschuldigung, ich komme eigentlich aus Deutschland. Da sieht man das alles nicht so eng und ich bin es noch nicht anders gewohnt."

Na ja, sagen wir mal so ... auch in Deutschland ist Rauchen in der Öffentlichkeit in bestimmten Kreisen ziemlich verpönt ...

... und wenn man sich so umsieht, sind es doch eher bestimmte Menschengruppen, die auf der Straße, an Bushaltestellen etc. rauchen ...

... ich rauche selbst, aber finde Rauchen in der Öffentlichkeit auch ziemlich asi ... und ich kenne auch einige Raucher aus oben genannten Kreisen ... die würden sich lieber eine Hand abhacken, als mit Kippe durch die Gegend zu laufen ...

... insofern bin ich ganz bei den Engländern (wobei mir egal ist, ob Männer oder Frauen in der Öffentlichkeit rauchen), die ja so einiges unfein finden, und finde, dass Du auch Deine Wahrnehmung hierzulande mal überprüfen solltest.

Ich lebe ebenfalls in England (London) und bin Gelegenheitsraucherin, man koennte auch occasional social smoker sagen.

Ich habe diese Erfahrung an sich nicht gemacht, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich wenn in der Oeffentlichkeit dann mal vor einem Pub rauche, wo auch andere Raucher*innen stehen.

Allgemein finde ich allerdings, dass man hier viel weniger Leute auf der Strasse rauchen sieht, als in Deutschland. Aber ich sehe durchaus Frauen rauchen und finde es nicht ungewoehlich. Also generell weniger Raucher ja, aber das Frauen besonders behandelt werden, kann ich nicht bestaetigen.

Ich rauche auch.
Aber wo nicht geraucht wird, muss ich auch nicht rauchen.
Gut in England gilt vielleicht kein Rauchverbot in der Öffentlichkeit, aber ich würde mich so gut es geht daran halten. Andere Länder andere Sitten. Wenn du es gar nicht aushältst, dann gibt's bestimmt in England auch ein paar Winkel in die du dich zum Rauchen verziehen kannst.

Hmmmm, also ich isoliere mal dieses Mann Frau Ding etwas, weil ich prinzipiell finde, dass es befremdlich ist, dass eine Frau gewisse Dinge zu machen oder zu lassen hat, die bei Männern völlig normal sind... ich empfinde eine Zigarette im Mund oder gelbe Nikotin Finger sowohl bei Männern, wie auch bei Frauen nicht schön! Also, wenn man sich schämen sollte, dann alle Geschlechter, nicht nur die Frau.

Und zum anpassen... nun ja, ich finde schon, dass man sich an den Gepflogenheiten eines Landes anpassen sollte, wenn man dorthin verreist oder sich dazu entschließt dort zu leben.
Wir finden es in Deutschland ja auch nicht toll, wenn sich andere nicht an unsere Mentalität/Gepflogenheiten anpassen oder? Wir kämpfen hier doch auch im Grunde darum nicht überrannt zu werden, weil andere ihre Gepflogenheiten hier durchziehen und im Umkehrschluss sogar fordern, dass wir uns ihnen anpassen.
Auch, wenn man es eben anders kennt und gewohnt ist, andere Länder, andere Sitten. Wir können ja nicht immer fordern, dass sich hier alle anpassen, aber uns auswärts auch nicht anpassen...
In England ist es die Zigarette in der Öffentlichkeit, in Indien küsst man sich nicht in der Öffentlichkeit usw.... dass weiß man und hat es zu respektieren. Wenn man das nicht möchte, muss man halt daheim bleiben.

Tut mir leid gewiss nicht, was du hören möchtest, aber gleiches Recht für alle!

Also ich lebe zwar in Deutschland und habe jahrelang extrem viel geraucht, aber ich fand es schon immer abstoßend irgendwo auf der Straße zu rauchen. Also ja ich verstehe die alte Frau und auch deinen Mann, weil ich selbst auch finde dass das ganze irgendwie nicht so toll aussieht. Ich hab auch nie in meiner Wohnung geraucht, weil der kalte Rauch total abartig ist. Wir sind auf den Balkon gegangen. Seit ich Kinder habe rauche ich nicht mehr.

Allein deiner Gesundheit zuliebe solltest du auf andere methoden zurückgreifen. z.b. einen stressball, oder zur not einen zug an einer e-zigarette ohne nikotin. wenn du die gewohnheit zurücklässt, wirst du ganz schnell rauchfrei werden. du brauchst nur eine gute ablenkung.

Also modern ist es vielerorts in Deutschland nicht zu rauchen.

Als ich Kind war, gab es in Zügen Raucherabteile, Raucherwagen.

Heute gibt es nur noch Nichtraucherzüge. Wer es gar nicht aushält, kann bei längeren Zugfahrten an den Bahnhöfen rauchen. Manchmal!
Es ist an vielen Bahnhöfen komplett verboten oder auf kleine Raucherbereiche eingeschränkt. Wer außerhalb raucht, kann eine Strafe bekommen.
Viele Lokale haben striktes Rauchverbot. Wenige ein Raucherzimmer und dort, wo geraucht werden darf, ist der Zutritt ab 18 Jahren.


Freunde rauchen auch. Sie wissen, dass sie der Sucht erliegen und hin und wieder eine brauchen. Entsprechend planen sie vor. Sie kennen ihre Zeitabstände, informieren sich, an welchen Bahnhöfen es erlaubt ist.
Wenn sie zu Besuch sind, gehen sie von sich aus raus.
Wenn sie Besuch bekommen, informieren sie Gäste vorher.
Bei Ausflügen rauchen sie zwar auch, aber nicht ständig, nicht überall
und wenn es mal wo nicht geht, passen sie sich an. D.h. sie schieben die Zeit auch mal auf.
Ganz ohne können sie nicht.

Ja, sie passen sich auch trotz der Sucht an und schieben die Sucht nicht vor, um rücksichtslos zu sein.
Sie kennen ihre Sucht und versuchen selbst damit zu leben.

Wie sie auf andere wirken, ist ihnen weitgehend egal. Sie achten jedoch von sich aus darauf, dass ihre eigene Sucht, anderen nicht zu Lasten fällt; rauchen dort, wo es erlaubt ist und halten gesellschaftliche Regeln ein.

Dass es vielerorts verboten ist, finden sie zwar lästig (Umwege), sehen es aber auch als Chance, sich ihrer Sucht nicht nur hinzugeben, sondern immer wieder selbst auf den Zahn zu fühlen; es der Sucht nicht so einfach zu machen, sehen sie durchaus als Vorteil.

Ich habe als Raucherin einige Zeit in England gelebt. Das war Anfang der 2000er. Da ist es mir nie aufgefallen. Aber da war Nichtraucherschutz hier auch noch kein Thema.

Wenn jemand nach Deutschland kommt, dann wird immer die Erwartung kundgetan es soll sich angepasst werden. Ich bin schon der Meinung man solle das im Ausland möglichst auch versuchen. Oder mit den Reaktionen leben.

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