Wie lernt man sich besser kennen??

Hallo ihr Lieben,

ich bin am Überlegen, ob ich ein Selbstfindungs-Coaching machen soll.

Die Beziehung ist am kippen und ich fühle irgendwie gar nichts mehr. Ausser, das Hamsterrad.

Ich weiß, dass es so vielen so geht. Aber das ändert leider für mich nichts.

Vorallem weiß ich nicht, was ich will.
Irgendwie macht mich nichts glücklich.

Wie habt ihr mehr über euch erfahren bzw euer Leben wieder zurecht gerückt??

Ich habe mir Zeit für mich genommen, bin mit Meditation und Atemübungen in die Stille gegangen und habe mich dasselbe gefragt. Es sind erstaunliche Antworten gekommen und kommen noch...

Ich rate auch zu Meditation, weil ich den folgenden Text sehr wahr finde:
Eines Tages kamen zu einem einsamen Mönch einige Menschen. Sie fragten ihn:

„Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille und Meditation?“

Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern:

„Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!“
Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Leute erneut auf:

„Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“

Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selber!“

Der Mönch sprach:

„Nun, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch eine Weile.“

Nach einer Weile sagte der Mönch erneut: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“

Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

Ich habe zum Einstieg einen so genannten MBSR-Kurs gemacht. Eine der gewinnbringenensten Übungen dort war das Ausfüllen einer Liste, wo man unterscheiden sollte, welche Tätigkeiten nähren, zerren oder blähen (also “satt“ machen, ohne gut zu tun). Ich weiß seither, dass Daddeln im Internet für mich eher bläht, das Lesen eines Romans mich hingegen nährt. Überhaupt ist mir dabei klar geworden, dass ich viel Zeit meines Tages mit “leerem“ Kram fülle. Auch den Freundes- und Bekanntenskreis nach den drei Kriterien durchzugehen, war für mich erkennntisreich. Typische Energiefresser erkennt man ja schnell, aber ich hatte nie den Fokus für die Dinge, die ich einfach nur mache, damit die Zeit eingeht oder Menschen, die ich halt so “naja“ finde, die ich aber trotzdem oft sehe...

Erkenntnisbringend finde ich auch, Neues auszuprobieren, sich in neue Situationen zu begeben: wie fühle ich mich, wenn ich alleine ins Cafe gehe, ohne Handy und Buch? Was passiert in meinen Kopf, wenn ich mir vornehme, jeden Tag eine halbe Stunde Sport zu machen? Welche Geschichten erzählt mir der Schweinehund, um mich abzuhalten? Wie fühle ich mich, wenn ich ohne Makeup rausgehe (für mich der Endgegner, habe ich mich noch nicht getraut)...

Ansonsten hilft es, so oft es geht innezuhalten und sich zu fragen, wie man sich gerade fühlt, ob man die Dinge, die man gerade tut, gerne und aus Überzeugung macht....

Wenn du richtig einsteigen willst und tatsächlich etwas Richtung Selbsterfahrung machen willst, stöbere doch mal durch das Programm vom Benediktushof:

https://www.benediktushof-holzkirchen.de/kursangebot/

Das ist ein toller Ort, um wieder zu sich zu kommen mit sehr besonderen, netten Menschen.

Danke für die Antworten. Vielleicht probiere ich es mal aus.

Irgendwie ist grad alles blöd und mit fast 40 frag ich mich, ob das alles war oder ob ich nochmal in irgendeine Seitenstraße einbiegen soll, weil jetzt so quasi letzte Möglichkeit (zB im Job).

Du hast ja schon einige tolle Tipps bekommen. Achtsamkeit und Meditation sind gute Wege zur Selbsterkenntnis, allerdings erfordern sie auch erwas Übung.

Du klingst gerade sehr ungeduldig. Vlt würde es dir helfen, etwas zu machen, was mehr Impact in kürzerer Zeit hat, z.B. alleine verreisen. Klassiker wie Jakobsweg gehen immer, aber vlt wäre auch Backpacken durch Südostasien oder Südamerika etwas für dich. Im kleineren Rahmen könnte auch eine Schweigewochenende im Kloster oder eine "Heldenreise" (aus der Gestalttherapie) etwas für dich sein.

Tipps für zuhause: Raus aus der Komfortzone! Mach was anders! Such dir ein neues Hobby. Fang an zu singen, geh zum Debattierklub, melde dich zum Halbmarathon an und leg los! Sei aktiv! Gestalte dein Leben selbst! Nimm dir auch in der Partnerschaft Zeit für dich und deine Projekte. Gestalte ein Zimmer neu. Kauf im Supermarkt nur Sachen ein, die du eigentlich nicht kaufst. Geh im strömenden Regen raus. Geh generell mehr in die Natur und schalte dad Handy ab. Mach was mit Tieren. Laufe barfuß...

Ein Coaching kann auch toll sein, allerdings auch teuer. Da lohnt es sich einen guten zu suchen.

Vlt wäre auch das 5 bzw. 6-Minuten-Tagebuch was für dich. Darin stehen jeden Tag ein paar Fragen, die zum Nachdenken anregen.

Mach dir ne Pro- und Contraliste für den Job. Lohnt es sich dranzubleiben oder bist du schon lange unglücklich damit? Was würdest du lieber machen? Wie kommst du dahin?

Fange an, Fragen zu stellen...

Wandern in der Natur kann ich auch empfehlen. Am besten ohne erreichbar zu sein, voll auf sich und die Ungebung konzentrieren.

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