Helm für Reit- und Radsport? Kenner hier?

Guten Morgen.

Ich lasse meine Töchter (5 und 3) derzeit an der Longe bzw nur geführt mit Standardfahrradhelm reiten. Mir ist bewusst, dass immer gesagt wird, die Helme seien speziell für ihre Sparte ausgelegt und nur diese Sicherheit ausgelegt. Aber ehrlich gesagt erschließt sich mir das nicht. Über unterschiedlich Geschwindigkeit kann ich mir noch nachvollziehbare Gedanken machen, aber spätestens wenn's ans MTB gehen würde, bin ich mir überhaupt nicht mehr sicher, wo denn eindeutig die höheren Kräfte bei einem Sturz wirken sollen? Im Zweifel würde ich eher mit einem Reithelm radfahren, es sei denn es gibt spezielle Radhelme für extremen Radsport. Letztendlich unterscheiden sie sich doch eher in der Optik, ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wo da so unterschiedlich gearbeitet wird, Stürze sind doch in beiden Sparten sehr variabel möglich.

Nun bin ich auf ein Modell gestoßen namens ride and cycle, also scheint der Sicherheitsaspekt ja doch auch offiziell verknüpfbar zu sein? Ich bin seit einigen Jahren aus dem Reitsport raus und ehrlich gesagt auch lange ihne Helm geritten. Daher bin ich nicht sicher im Thema.

Sind diese kombinierten Helme neu? Oder bereits bewährt? Hat Jemand Rat oder Erfahrung? Oder auch weitere Helmfirmen? Mehr als die eine Firma könnte ich bisher nicht finden.

Danke und einen schönen Tag

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Fahrradhelme haben halt einen deutlich mehr Belüftungsschlitze und sitzen dadurch oft nicht so fest. Die Fallhöhe ist ja auch geringer.
Weiteres Problem: wenn man im Wald z.B. auf Steine oder Äste fällt, könnten durch die Schlitze diese theoretisch durchpiksen.
Ich habe einen ergonomischen Reithelm, der sitzt deutlich fester als ein (angepasster) Fahrradhelm. Dazu kommt dass man wegen der Materialermüdung sowieso regelmäßig (alle 5 Jahre und nach jedem festeren Sturz) den Helm austauschen sollte, wobei bei Kindern ja eh der Kopf wächst und dadurch neue Helme erforderlich sind.
Meine Tochter (und ich auch), haben ordentliche Reithelme. Bevor ich am Helm spare, würde ich lieber das Reiten aufgeben.

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Das ist deine Laienmeinung, wie bei mir, oder?

Ein gut sitzender Radhelm sollte theoretisch genauso fest sitzen und da man auch MTB im Wald fahren darf, ist das Astargument ja eigentlich hinfällig. Auch die Fallhöhe stelle ich mir problematisch vor, zumal ein Kinderfahrradhelm ja auch im Falle eines Verkehrsunfalls Rad gegen Pkw (entweder in geringer Kopfhöhe weil das Kind allein unterwegs ist, was besonders gefährlich ist bzw in hoher Höhe, weil das Kind im Fahrradsitz auf dem Elternfahrrad mitfährt). Einen VU stelle ich mir auch gefährlicher vor, als einen Sturz vom Pferd. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Radhelme daher weniger sicher sein sollen, wenn man auch hier die erheblichen Gefahren bedenkt.

Nichtsdestotrotz ist meine subjektive Beurteilung wie deine, dass Reithelme sicherer scheinen, als ein Radhelm. Wenn das so ist, wieso nicht mit Reithelm Radfahren? Da würden bestimmt die professionellen Radfahrer wieder etliche Argumente bringen.

Naja, daher fragte, ob es hier fundierte Erfahrungen zu diesen Kombihelmen gibt. Und natürlich werde ich der Tochter, wenn sie denn dabei bleibt und bald ggf ohne Longe reitet auch einen noch sichereren (?) Helm kaufen. Da spare ich nicht am falschen Ende.

LG

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Ja, allerdings bin ich Ingenieurin und kenne mich grundsätzlich mit Materialen und Sicherheitsanforderungen einigermaßen aus.
Ich glaube nicht dass du in einem Familienforum zufällig jemanden findest der genau in dieser Sparte arbeitet. Schreib doch eine Mail an die Hersteller.
Radfahren mit Reithelm wird aufgrund der mangelnden Belüftung kein Spaß, ich denke dass da ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit eingegangen wurde.

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Es wird immer ein Kompromiss sein.
Die Helme unterscheiden sich ja nicht nur in der Belüftung, sondern auch in der Form. Man fällt von Rad einfach anders als vom Pferd.

Wenn das der KED-Helm ist (und das ist der einzige Rad/Reithelm, den ich kenne) dann hat er sicherlich alle nötigen Pfüfsiegel und du kannst ihn deinen Kindern sicher aufsetzen.
Aber es gibt doch inzwischen schon richtig gute, und preiswerte Radhelme und so günstig ist der KED ja auch wieder nicht. Warum dann nicht einen passenden Helm für jede Sportart?

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Hallo.

Das ist ja meine Frage, wie unterscheidet man da wohl, wie man im welcher Sportart fällt? Ist doch gerade beim Rad im Alltag und Straßenverkehr kaum einzuschränken? Und erst neulich habe ich total raduntypische Helme bei Kindern gesehen. Es waren einfach Halbschalen ihne Schlitze, wie man sie auch bei Motorradfahrern sieht. Sehr stylisch sahen sie aus. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob sie von uvex waren...

Also wenn die Kombihelme gut und sicher sind, komme ich damit nicht nur günstiger weg, als wenn ich gute Helme für unterschiedliche Sportarten kaufe, ich habe auch weniger Kram. Da mir leider Garage und Keller fehlen, bin ich über jedes Teil weniger tatsächlich froh. Zumal ja wie gesagt ein Reithelm für mich subjektiv sicherer anmutet als die meisten Radhelme. Also würde meine Tochter auch im Straßenverkehr den besseren Helm tragen.

LG

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Der Hauptunterschied ist, dass man anders fällt.

Beim Radln fällt man zB sehr oft auf den vorderen Kopfbereich, deshalb gehen Fahrradhelme so weit nach vorn und sind dort verstärkt, Reithelme nicht.
Beim Reiten fällt man eher seitlich, deshalb ist der Helm hier stärker.

Generell sind Reithelme fester und robuster, weil sie mehr aushalten müssen. Ein Fahrradhelm hält keinen Tritt aus. dazu kommt noch, dass Reithelme weniger belüftet sind, man schwitzt also schneller. Zu viele Belüftungsschlitze sind beim Reiten unpraktisch, gefährlich (und nicht so schön) , aber das schränkt dann wieder die Bequemlichkeit ein. Allerdings hat man einen Reithelm in der Regel auch nicht stundenlang auf, was beim Radfahren ja schnell mal der Fall ist.

Wenn der Helm für beide Sportarten zugelassen ist, dann wird er wohl auch für beides sicher genug sein. Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass es eben sicher auch immer ein Kompromiss sein wird. 2 Helme sind sicherlich die bessere (und nicht zwingend teuerere) Lösung. Aber natürlich, dann hat man zwei Helme mehr herumliegen.

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Wir haben für jede Sparte einen eigenen Helm. Vom Rad fällt man anders als vom Pferd. Beim Rad fahren finden häufig Stürze über den Lenker nach vorne statt, vom Pferd fällt man häufig seitlich oder nach hinten.

https://www.adfc.de/artikel/spezifischer-schutz/