Ich habe Angst vorm Stillen :( Achtung lang!

Hallo ihr lieben,

Ich muss mich mal mit einer großen angst an euch wenden, da mir das thema einfach zu persönlich ist, um es mit bekannten zu besprechen.

Ich bin derzeit in der 16. woche schwanger und so langsam kommen bei mir ängste hoch, aber nicht vor der geburt, sondern vorm stillen :(
Die angst ist irgendwie diffus, nicht genau auf eine ursache bezogen, sondern besteht aus mehreren dingen.
Zum einen natürlich die angst vor den schmerzen, das ist meine schlimmste angst. Ich hab wirklich empfindliche brustwarzen und allein die vorstellung, dass das baby da mal reinkneift oder gar beißt, lässt mir das blut in den adern gefrieren. Ich mag es einfach nicht dort berührt zu werden, aufgrund der hohen empfindlichkeit. Wie soll ich jemals in der lage sein, die brustwarzen dem baby in den mund zu stecken? :( Oder wenn sie wund werden?
Ich bewundere wirklich jede frau, die blutige brustwarzen hat und dennoch die zähne zusammenbeißt und weiter stillt. Mein tiefster respekt, ich glaube ich müsste schon lange vorher abstillen.

Der nächste punkt ist noch viel schwieriger zu erklären.

Bisher waren brüste für mich immer nur ein zeichen von weiblicher schönheit. Und natürlich ein ganz privater teil meines körpers. Dass sie nun diese "aufgabe" bekommen sollen, was eventuell auch dazu führt, dass ich meine brüste vor anderen entblößen muss, und sei es nur eine stillberaterin, fühlt sich für mich schrecklich an. Irgendwie sogar unnatürlich, falls das sinn ergibt. Meine brüste gehörten bisher nur mir ganz allein. :(
Ich bin nicht prüde oder so, ich mag mich nur einfach nicht gern vor fast fremden zeigen, das ist bestimmt verständlich.

Und all das führt dazu, dass ich wahnsinnige angst vorm stillen habe, und ein furchtbar schlechtes gewissen habe, weil ich aus diesen Gründen vielleicht nicht stillen kann, also mich nicht dazu überwinden kann. Ich will natürlich das beste für mein baby, aber ich weiß einfach nicht ob ich mich jemals an den gedanken zu stillen gewöhnen kann.

Kennt das irgend jemand? Und was ist dann passiert, als das baby da war? Habt ihr gestillt oder fläschchen gegeben? Wie schlimm waren die schmerzen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir vielleicht jemand berichten kann, der ähnliche ängste hatte. Und es müssen nicht nur positive regenbogen-berichte sein, berichtet einfach, sofern ich mit meiner seltsamen angst nicht allein bin ;)

Liebe Grüße

Melrose mit mini 15+4 :)

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Was das entblößen betrifft, habe ich mir früher auch immer gedacht, dass ich hier mehr Scham hätte. Wenn es drauf ankam, war mir das aber vollkommen egal.

Die Hebamme und die Ärztin haben bei bei Geburt ganz andere Dinge von mir gesehen (was mir in dem Moment vollkommen egal war), da kam es nun auf eine Brustwarze echt nicht an.
Und auch die Nachsorgehebamme hat Wochenfluss und die Naht kontrolliert, also ist de Brust wieder der weniger intime Teil.

In dem Moment ist das aber für mich überhaupt nicht mehr schlimm, denn es gehört dazu und das ist ihr Job.

Ansonsten werde ich auch nicht gerne direkt an den Brustwarzen berührt, wobei das stillen jetzt keine unangenehmen Gefühle auslöst. Anfassen fühlt sich komplett anders an.
Was das wund werden betrifft. Beim ersten Kind waren sie bei mir auch wund (mit Lasern würde es aber schnell besser), weil ich falsch anlegte. Jetzt beim zweiten war gar nichts. Nichts tut weh...

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Hallöli :)

Bei meinem Sohn der jetzt fast 7 Jahre alt ist hab ich aus ähnlichen Gründen auch nicht gestillt. Ich war grade 19 und fand es unvorstellbar zu stillen. Also gab es die Flasche. Mein Sohn ist kerngesund hat keine Allergien oder sonst irgendwas. Habe auch keinerlei schlechtes Gewissen. Bei meiner Tochter die jetzt 12 wochen alt ist, wollte ich unbedingt stillen. Nun bin ich 26 und sehe alles ganz anders. Es hat wirklich die ersten 2 wochen sehr wehgetan. Aber immer nur kurz beim Anlegen. Danach wars ok. Auch hatte ich wunde Brustwarzen aber meine Hebamme meinte nachm stillen noch was milch rausdrücken und auf die Brustwarze schmieren und viel luft dran lassen. Also zuhause wenn ich allein war hab ich meine Brüste einfach oft an der Luft gelassen :D hat sooo gut getan. Nach den 2 Wochen war alles gut. Das stillen war soo toll. Man ist so voller Glücksgefühle und ich hab es einfach geliebt. Nach 6 Wochen hat ich leider nicht mehr genügend milch und ich hab zugefüttert und dann hat meine kleine sich selbst abgestillt. Nun ist sie flaschenkind was auch okay ist. Aber das stillen war eine so tolle erfahrung für mich :)

Wenn du es probieren magst probier es und webb es nichts für dich ist dann ist das halt so :)

Liebe Grüße

3

Hallo!

Du machst dir Gedanken und würdest für das Kind wohl schon gerne stillen.

Abstillen kann man immer, aber leider auch nur einmal.

An deiner Stelle würde ich es wenigstens versuchen. Und wenn es nur die ersten paar Tage sind, das Kolostrum enthält so wertvolle Abwehrstoffe, die du deinem Baby mitgeben kannst, auch wenn du hinterher zur Flasche greifst.

Ich habe zwei Kinder und die Erfahrung gemacht, dass Stillen überhaupt nicht weh tun bzw. schon ganz schön ziepen kann. Bei mir war es glücklicherweise Nr. 2, die mich wund gelutscht hat. Aber nach zwei Wochen war das auch vorbei und mittlerweile stillt sie zwei Jahre und ich frage mich wie ich sie wieder los werde. (Noch bin ich nicht bereit, sie abzustillen, weil ich nachts mein Bett nicht verlassen will.)

Der große Vorteil des Stillens liegt darin, dass die Nahrung IMMER und IMMER in der richtigen Temperatur vorrätig ist, man keinen Abwasch hat, nichts sterilisieren muss, man niemals einen Milch-Engpass hat (okay, Clusterstillen, wenn sich der Bedarf ändert, aber nach ein paar Tagen hat sich das auch wieder eingespielt).

Es gibt Stillkleidung, bei der nicht mehr als 10 Quadratzentimeter Haut zu sehen ist. Das Bisschen lässt sich mit einem Tuch auch noch verstecken.

Baby findet Stillen bestimmt klasse: Man hält das Kind nämlich abwechselnd links und rechts. Die Flaschenmama möchte ich sehen, die das konsequent berücksichtigt. Ich halte dies aber für bedeutsam, was die körperliche und geistige Entwicklung angeht.

Ich drücke die Daumen, dass du dich zu einem Versuch durchringen kannst, der bestimmt positiv verläuft.

Gruß
Fox

4

Ich rate dir es wenigstens zu versuchen. Es ist so toll einen kleinen Minimenschen an der Brust zu haben und zu kuscheln und zu beruhigen. Ja, die ersten Wochen können schmerzhaft sein, aber es lohnt sich.

Die Brust der Hebamme zu zeigen stört dich nach der Geburt ganz bestimmt nicht mehr.

5

Liebe Melrose,

ich würde Dir raten, alles auf Dich zukommen zu lassen. Ich finde, dass man bei dem Thema Geburt, Wochenbett und Stillen viele Vorstellungen hat, es dann aber doch immer anders ist/kommt, als man denkt.

Ich hatte gar keine wunden Brustwarzen und sie waren auch gar nicht empfindlich, obwohl ich sonst dort schon empfindlich bin. Das Stillen hat mit ein paar Tipps meiner Nachsorgehebamme auch problemlos geklappt. Ich hatte von Freundinnen und im GVK gehört, dass es oft 3-4 Wochen dauert, bis es sich einpendelt. Es hat vielleicht solange gedauert, bis ich in der Öffentlichkeit nicht nervös wurde beim Anlegen, aber zu Hause war es von Anfang an ok.

Ich dachte auch, dass es unangenehm ist, die Brust zu entblösen, aber dem war nicht so. Es hat sich von Anfang an natürlich angefühlt.

Du kannst ja einfach schauen, wie es für Dich ist. Ich stille gerne, aber ich sehe auch durchaus Vorteile, wenn man die Flasche gibt (bessere Aufteilung der Aufgaben mit dem Papa etc.). Du kannst es ja versuchen, abstillen geht ja dann trotzdem noch.

Mein Sohn hat im Krankenhaus die Fläschchen beim Zufüttern übrigens verweigert. Er war immer "das Kind, das kein Fläschchen nimmt" und bei allen Schwestern bekannt.

Lass es doch einfach auf Dich zukommen.
LG

6

lass es einfach auf dich zukommen und entscheide dann. Du musst ja nichts und es ist wichtig, dass es DIR gut geht.

Ich wollte bei meiner ersten unbedingt stillen und es war schlimm. Ich hatte aber auch in Krankenhaus keinerlei unterstützung und war psychisch sehr angeschlagen. Meine Brustwarzen wurden sehr wund und es war echt schlimm, einfach alles. Ich begann dann abzupumpen und nach 8 Wochen habe ich abgestillt und das war auch gut so.

Bei meiner zweiten war ich besser vorbereitet, hatte creme im KH dabei und Multimam Kompressen und es klappt jetzt wunderbar und wir genießen es beide. Meine

Hebamme war mir eine große Hilfe.

Das Schamgefühl habe ich nach de Geburt auch irgendwie komplett abgelegt, ausserdem sehe ich die Schwestern im KH nie wieder und die machen das jeden Tag, genau wie die Hebamme. Mir hat es geholfen, gerade was das Anlegen angeht.

Ich würde Dir raten - probier es aus, aber zwinge Dich zu nichts, denn es ist wichtiger, dass es der Mama psychisch gut geht - ob mit Stillen oder Fläschchen ist eben ganz individuell.

Alles Gute #winke

7

Hi,
ich kann mich den Vorschreiberinnen nur anschließen!!
Vor, während und nach der Geburt zeigst du Körperteile wildfremden Ärzten und Hebammen - aber irgendwie war mir das egal. Ich war auf so einem Höhenflug: ich glaub die hätten alles mit mir machen können. Direkt nach der Geburt - ca. 15 Minuten (nach abnabeln und U1) habe ich meine Tochter das erste Mal angelegt. Das ist so ein tolles Gefühl. Sie hatte da natürlich noch nicht den Zug drauf, den sie dann später entwickelt hat - aber es war einfach genial!! Sorry, aber dieses Gefühl ist einfach der Hammer: Du hast gerade ein Wunder erschaffen, aus eigener Kraft und jetzt ernährst du es auch noch, ganz alleine. Das ist doch super!!
Am nächsten Tag sah ich die Welt dann schon nicht mehr so rosarot. Ich habe geheult beim Anlegen. Mein Mann konnte das gar nicht verstehen und ich wusste gar nicht wie ich ihm das erklären soll, bis er seinen kleinen Finger ins Mündchen steckte und selbst merkte wie kräftig die Kleine daran saugen kann. Dann zeigte ich ihm meine Textmarker pinken Brustwarzen ... dann hat ers kapiert. ;-)
Ich hatte Brüste wie Dolly Buster! Eigentlich sollte ich nach 2 Nächten schon nach Hause, aber mit diesen Brüsten wollte ich nicht gehen und holte mir die Stillberaterin im KH zur Hilfe. Sie meinte, dass ich sehr schöne Brüste hätte - das hat mir noch nie eine fremde Frau gesagt. Und, dass ich gern zwischendurch mal abpumpen kann um den Druck wegzunehmen. Hab dann tatsächlich 120 ml gepumpt und es war alles wieder gut. Zu Hause habe ich bei Schmerzen Quarkumschläge gemacht (war im Hochsommer, da hat das sehr gut getan) und wenn ich wund war, bin ich oben ohne daheim rumgeflitzt und habe entweder etwas ausgestrichene Milch auf die Warze oder Brustwarzensalbe. Auch Salbeitee-Umschläge soll helfen.

Ich war auch erst skeptisch fremden Frauen meine Brüste zu zeigen, aber die sehen das wirklich täglich. Genauso wie ein Frauenarzt täglich Mumus sieht. :-p da brauchst du dich nicht dafür schämen!!

Vorsichtshalber hatte ich eine Packung PRE-Nahrung zu Hause. Für mich war es sehr angenehm zu wissen, dass ich nicht 100% geben muss, sondern wenn ich am Ende bin und nicht mehr Milch oder Energie habe, dann kann ich auf ein Fläschchen zurückgreifen.
Und natürlich die Packung Quark im Kühlschrank. :-)

Meine Nachsorgehebamme empfahl mir eine Milchpumpe zu holen. Rezept gibts beim FA. Das war zwischendurch auch sehr angenehm, einfach mal ALLES abzupumpen und mal so richtig "leer" zu sein.

Ich habe 4 Monate fast voll gestillt (bis auf ca. eine Mahlzeit pro Tag) und mit 8 Monaten habe ich auch die letzte Stillmahlzeit ersetzt und abgestillt.

Ich wünsche dir mit deiner Entscheidung alles Gute und viel Glück!! Und dennoch will ich dir mit auf dem Weg geben, dass es so ein wundervolles Gefühl ist, das Baby zu stillen und zu ernähren, da ist das "zeigen deiner Brust" nebensächlich. Keiner muss in der Öffentlichkeit stillen oder vor Bekannten. Ich bin immer in ein anderes Zimmer, wenn wir Besuch hatten oder zu Besuch waren. Und habe immer im Auto oder in Stillecken gestillt - mit Spucktuch über der Schulter und dem Köpfchen - da sieht keiner was.
Und noch ein kleiner Tipp: es gibt Still-BH's (z.B. von Anita) die nur das nötigste freilegen. Und ich hatte immer ein Top drunter und dann einen normalen Pulli/Shirt drüber. Das Shirt hab ich hochgezogen und das Top nach unten und so kann man ganz dezent und unauffällig stillen. Es gibt bei Dawanda Stillschals (es geht aber auch ein ganz normaler Schlauchschal) die sind auch sehr praktisch.

ALLES GUTE!

8

Huhu!

Na du machst dir aber wirklich schon viele Gedanken so am Anfang deiner Schwangerschaft.

Was die Schmerzen angeht...man muss keine Schmerzen haben!! Mein Sohn hat zu Beginn die BW, weil sie flach sind, nicht zu fassen bekommen und das falsche "Zippeln" tat weh. Da konnte ich mir ganz schnell mit Stillhütchen weiterhelfen und später hat er dann auch ohne Hütchen gestillt. Wund waren die BW zu Beginn etwas...ja, aber nicht schmerzhaft in dem Sinne. Ich habe Wollfett nach dem Stillen drauf gemacht und Luft dran gelassen. So war auch das schnell Geschichte.

Öffentlich stillen konnte ich auch nie - allerding weil mein Sohnemann davon immer abgelenkt war, wenn andere um uns herum waren. Also hab ich immer drauf geachtet, einen ruhigen Raum zu haben. Und wenns die Behindertentoilette im Restaurant war ;-) Irgendeinen Ort hab ich immer für uns allein gefunden. Kommt ja auch drauf an wie groß die Abstände sein werden. Meiner wollte ziemlich schnell nur noch alle 4 Stunden trinken. Da konnte man locker was erledigen und war dann wieder zu Hause.

Alternativ könntest du auch abpumpen und Flasche für unterwegs mitnehmen oder tagsüber generell Pre geben und nur früh, abends und nachts stillen. Geht ja alles...

Und was den Anblick deiner Brüste vor Fremden generell angeht. Du wirst zur Geburt viel mehr von dir preisgeben - und dir wird es piepegal sein :-p !!! Du verlierst ganz schnell die Hemmungen, deine Brust da offen hinzulegen. Ganz im Gegenteil, wenn dein Zwerg da ist, wirst du ihn liebend gern auf deine nackte Haut legen und alles um dich herum wird dir echt am Ar... vorbei gehen. So jedenfalls ging mir es #schein Und aus Erzählungen meiner Freundinnen erging es ihnen auch so.

Mach dir nicht so einen Stress. Lass es auf dich zukommen. Und wenn du merkst, dass das Stillen nichts für dich ist - so what! Dann bist du eine Flaschenmama! Auch gut und völlig in Ordnung!

Genieß die Schwangerschaft und alles andere wird sich ergeben #liebdrueck

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