Ich habe Angst...

Hallo zusammen,

Ich habe mich extra hier angemeldet, um mir mein Problem mal von der Seele zu schreiben...

Mein Mann und ich haben eine Tochter, die Ende August ein Jahr alt wird. Für uns war immer klar, dass wir ein zweites Kind bekommen wollen... Aber es ging jetzt viel schneller als geplant. Am Wochenende hielt ich einen positiven Test in der Hand. So schnell war das eigentlich nicht gedacht. Ich weiß, dass wir selber Schuld sind. Hätten wir eben ordentlich verhütet... aber jetzt ist es nun mal passiert.

Und ich habe riesige Angst. Zum einen vor einer Frühgeburt: Ich habe gelesen, dass Babys, die innerhalb eines Jahres seit der Geburt eines Kindes gezeugt wurden, oft früher kommen. Ich habe wirklich Angst, durch die schnelle Schwangerschaft eine Frühgeburt zu "provozieren" und meinem Kind so den besten Start ins Leben zu verwehren.

Außerdem habe ich in dem Zyklus, in dem ich schwanger wurde, meine zweite Impfung gegen Corona gekriegt. Eigentlich wird doch gesagt, man soll bei Kinderwunsch besser in dem Zyklus der Impfung pausieren und erst nach der Impfung weitermachen.

Und noch dazu kommt, dass es mir eine heiden Angst macht, dann zwei Kinder unter zwei Jahren zu haben. Ich bin schon mit meinem ersten Kind manchmal am Limit.

Eigentlich sollte ich mich freuen - beim ersten Kind standen wir mit einem Fuß in der Kinderwunschklinik, als ich unverhofft schwanger wurde. Aber ich kann mich nicht richtig freuen, weil ich solche Angst habe.

Ich weiß auch gar nicht, was ich mir von diesem Post erhoffe. Vielleicht musste ich mir das hier einfach mal von der Seele schreiben...

Danke.

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Hallo Antonia,
ich kann dich nur allzugut verstehen.
Auch ich sollte in die Kinderwunschbehandlung starten als ich mit meiner Tochter ebdlich nach 1,5 Jahren schwanger wurde. Meinem Mann und mir wurden unabhängig voneinander unfruchtbarkeit Diagnostiziert( er Oat Syndrom, ich verschlossene Eileiter).
Was soll ich sagen? Meine Tochter war 5 Monate alt als ich schwanger wurde, 14 Monate war sie alt als mein Sohn geboren wurde.
2 Wochen vor der Geburt hat sie erst laufen gelernt. Ich habe die ganze Scgwangerschaft über ein Kleinkind getragen und wir sind in der Zeit umgezogen. Keine Spur von verfrühten Vorwehen oder sonstiges. Das einzig auffällige war das er recht leicht war( 2880g).
Es wird stressig werden aber du wirst das schaffen und wächst da rein. Und so ist man mit allem später schneller fertig: schneller dauerhaft windelfrei, nur einen beruflichen Neustart aus der Elternzeit usw.
Jetzt sind meine beiden 2 und 3 und spielen sehr schön miteinander, natürlich gibts auch oft streit aber auch das wird besser.
Das einzige was ich schade finde, ist das ich oft so wenig Zeit für den einzelnen habe 1:1. Aber auch das lässt sich planen wenn der Papa gut mitmacht.
Wegen der Coronaimpfung: Da habe ich keine Erfahrung aber in der Regel nisten sich die Eier nur ein wenn sie gesund sind. Ich denke da hast du genau so ein hohes oder niedriges Fehlgeburtsrisiko wie alle.
Ich wünsche dir alles gute.
lg Lovebeat

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Hallo liebe Antonia,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft 💐

Dass Du es noch verdauen musst und jetzt etwas Angst hast, ist ganz normal. Ich wurde mit unserem zweiten Kind (ungeplant sehr schnell) schwanger, als unser Sohn 6 Monate alt war (Kaiserschnitt). Unsere Tochter kam überhaupt nicht früh auf die Welt und ich konnte sogar normal entbinden.

Es wird natürlich nicht einfach mit zwei Kindern unter 2, aber man schafft alles💪 Mach Dir keine Gedanken und versuche es positiv zu sehen❤️ Ich wünsche Euch alles Gute🐞

3

Liebe Antonia,

ich kann meinen beiden "Vorrednerinnen" nur zustimmen:

Auch ich wurde völlig ungeplant mit dem 2. Kind schwanger, als mein erstes gerade 1 Jahr alt geworden ist. Auch ich hatte damals viele Sorgen und Ängste: Ich wollte gerade wieder arbeiten gehen (nur noch TZ, nicht mehr VZ) und musste dann nach 6 Monaten schon wieder in Mutterschutz - was bedeutet das finanziell für uns? Wie sollte ich meinem ersten Kind noch gerecht werden, wenn mich die Schwangerschaftsbeschwerden plagen? Wie soll ich zwei kleinen Kindern gerecht werden? Und dann hatte ich immer wieder schon durchblicken lassen, dass ich mit dem 2. länger warten will und nun steh ich als die Dumme da, die nicht richtig verhüten kann!?!

Und ich sage gleich auch dazu: Ich habe lange gebraucht, bis ich mich wirklich auf mein kleines Würmchen freuen konnte! Eine Abtreibung kam für mich nicht in Frage und irgendwo tief in meinem Inneren wusste ich auch, dass wir das schaffen würden. Dennoch hat es etwa 4 Monate gedauert, bis ich das kleine Mäuschen wirklich annehmen konnte und nicht mehr mit Sorge in die Zukunft geblickt habe. Und ja, waren die ersten Monate teilweise sehr anstrengend, zumal das 2. auch "anstrengender" war als das erste, aber ich habe auch in so vielen Momenten so viel Glück und Freude verspürt, wie schön es mit den beiden ist. Und jetzt können sie mittlerweile auch viel miteinander spielen, auch wenn sie völlig unterschiedlich sind - wobei ich glaube, gerade dadurch ergänzen und schenken sie sich auch so viel.

Ich wünsche Dir nun einfach, dass Du die für Dich richtige Entscheidung treffen kannst und vielleicht auch irgendwann dieses Glück und diese Freude verspüren kannst und stolz auf Dich sein kannst, dass Du es geschafft hast:)

Alles Liebe Euch!

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Danke, genau diese Sorgen kenne ich auch so gut, die du beschreibst. Es tut gut zu lesen, dass es irgendwie alles werden kann... Danke!

4

Das ist doch nur verständlich, dass du Angst hast.
Ich hab vier Kinder und kann dir sagen, dass man definitiv sein Limit erhöht. Das was bei meiner ersten Tochter noch mein Limit gesprengt hat, ist nun weit von meinem aktuellen Limit entfernt.
Man wächst mit seinen Aufgaben.
Eine Frühgeburt provoziert man dadurch nicht.
So schnell folgte es ja nun auch wieder nicht. Schwierig ist es tatsächlich bei wenigen Monaten (<6).
Du hast deinem Baby nichts schlechtes getan oder gibst einen schlechten Start mit. Du wirst eine gute Mutter werden. Angst und Panik hatte ich im übrigen bei jedem positiven Test. Das passiert ganz automatisch.
Ich drücke dich aus der Ferne und hoffe, dass sich die Freude bald einstellt. Gib dir Zeit es zu realisieren, dass du diesmal nicht so lange auf dein Wunder warten musstest. Alles Gute

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Hallo liebe Antonia,
ja, Schreiben tut der Seele gut und du bist jetzt nicht mehr allein mit deinen Sorgen #liebdrueck
Du liest in den Beiträgen der Userinnen hier, dass man keinesfalls sagen kann, dass eine schnelle Schwangerschaftsfolge gefährlich wird. Es wird so viel geschrieben - manchmal ist das Lesen im Netz dem inneren Frieden nicht zuträglich. Du kannst wirklich beruhigt sein und diese Sorge loslassen.
Wegen der Coronaimpfung – hast du deinen Frauenarzt fragen können? Er gibt dir bestimmt Auskunft.
Wenn du dich jetzt manchmal am Limit fühlst – in welchen Situation ist das? Wie meisterst du diese Situation dann? Was würde dich entlasten? Hast du Freundinnen, die auch Mamas sind? Miteinander das Mamasein zu gestalten kann bereichernd, finde ich. In größeren Orten gibt es auch Krabbelgruppen und man trifft sich ganz ungezwungen mit den Kindern.

Beim ersten Kind sammelt man noch Erfahrungen und die Unsicherheit gehört ein bisschen dazu. Beim Zweiten hast du einen Vorsprung und kennst vieles schon. Wie geht es deinem Mann als Papa? Kann er bisschen was übernehmen und dir zwischendurch mal zwei Stunden freigeben oder ist er mit der Arbeit recht eingespannt? Was würdest du in einer freien Stunde gerne machen wollen? Oft braucht man als Mama nicht gleich eine so lange Auszeit. Schon die zwei Stunden, wo du einfach nur für dich sein kannst, können ausreichen, damit du dich wieder besser fühlst.
Mache dir keinen Druck, dass du dich freuen solltest. Die Freude wird kommen. Du darfst dir auch zugestehen, dass oft die Hormonumstellung auf die Seele drückt. Wie ging es dir damit bei deiner ersten Schwangerschaft?
Es wird werden – schreib‘ wieder, ja?!!
Viele liebe Grüße von Britta

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Danke für diesen lieben Kommentar.
Ich habe Ende nächster Woche einen Termin beim Frauenarzt bekommen. Da frage ich dann mal nach wegen der Coronaimpfung.

"Wenn du dich jetzt manchmal am Limit fühlst – in welchen Situation ist das? Wie meisterst du diese Situation dann?"

Es ist vor allem der Schlaf. Unser erstes Kind will und will nicht schlafen. Es dauert Stunden und Stunden und Stunden. Wir können uns kaum aus dem Zimmer schleichen, da ist sie schon wieder wach. Wir nehmen uns die Zeit, sie in den Schlaf zu begleiten, aber das geht nur, weil es nur ein Kind ist. Einer hat "Babydienst", der andere derweil was im Haushalt oder mein Mann arbeitet abends noch. Wie sollen wir das mit zwei Kindern schaffen? Mein erstes Kind wollte außerdem die ganze erste Zeit dauerhaft getragen werden, sie war sehr, sehr unzufrieden, hatte extreme Koliken, war ein "Schreibaby". Ich gebe zu, dass mir manchmal einfach die Geduld mit ihr fehlt und ich da sitze und einfach nur weinen möchte. Wenn sie wieder weint und mich weg stößt und ich ihr nicht helfen kann. Wenn sie sich windet und schreit und mir fast aus dem Arm fällt, wenn ich sie trösten will. Das überfordert mich... Ich habe Angst, wie es wird, wenn ein neues Baby da ist, ich glaube, ich werde extrem überfordert sein mit zwei so kleinen Würmchen.

"Hast du Freundinnen, die auch Mamas sind? Miteinander das Mamasein zu gestalten kann bereichernd, finde ich. In größeren Orten gibt es auch Krabbelgruppen und man trifft sich ganz ungezwungen mit den Kindern."

Wir sind vor einigen Jahren aus meiner Heimat weggezogen. Hier habe ich eher nur oberflächliche Kontakte, habe vor meinem ersten Kind viel gearbeitet und wenig Privatleben gehabt, sodass ich hier keine engen Freundschaften aufgebaut habe. Durch Corona war ich auch nicht so viel in Muttergruppen wie ich es mir gewünscht hatte und dadurch kenne ich ein, zwei andere Mütter, aber das ist nix richtig enges...

"Wie geht es deinem Mann als Papa? Kann er bisschen was übernehmen und dir zwischendurch mal zwei Stunden freigeben oder ist er mit der Arbeit recht eingespannt?"

Mein Mann ist ein toller Papa. Kümmert sich viel und gerne um unser Kind und steht am Wochenende regelmäßig auch mal früh auf, sodass ich nach einer schlechten Nacht morgens etwas länger schlafen kann. Er ist natürlich den ganzen Tag arbeiten, wie die meisten Papas wohl, sodass er mich nur am Wochenende unterstützen könnte. Abends kommt er so, dass wir gemeinsam essen und dann ist auch schon Zeit fürs Bett für das Kind. Er sagt auch, wir schaffen das irgendwie, freut sich auf das Baby, ist positiver eingestellt als ich...

"Mache dir keinen Druck, dass du dich freuen solltest. Die Freude wird kommen. Du darfst dir auch zugestehen, dass oft die Hormonumstellung auf die Seele drückt. Wie ging es dir damit bei deiner ersten Schwangerschaft?"

In der ersten Schwangerschaft habe ich mir eigentlich nicht viele Sorgen gemacht, sondern mich nur gefreut... Die Gefühle wie jetzt kenne ich aus der ersten Schwangerschaft nicht...

Ich danke dir sehr für deine tolle Nachricht.

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Hallo

Ich habe noch nie gehört das eine schnelle Schwangerschaftsfolge zur Frühgeburt führen soll.

Ich bin damals mit dem 2 ten Kind nur ein paar Monate nach der Geburt schwanger geworden. Der Abstand war da 14 Monate.

Das gleiche habe ich jetzt wieder nur mit 1 Jahr Abstand. Das nächste kommt also kurz nach dem 1 Geburtstag meiner Tochter. Gleich im Anschluss planen wir noch eins dann 3 unter 3.

Ich hatte überhaupt keine Komplikationen und denke auch das bei dir alles ok sein wird.

Mach dir nicht so viele Sorgen. Ich wünsche dir eine schöne Schwangerschaft.

Lg Janina

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Ich kenne eine Frau, die in 10 Jahren 8 Einlinge bekommen hat. Keins der Kinder war eine Frühgeburt.

Ob du einen so engen Abstand möchtest, entscheidest du, aber bitte nicht anhand dieses Ammenmärchens.

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Liebe Antonia,
wie geht es dir heute? Hat dich das Lesen und hier Schreiben ein bisschen beruhigen können? Schreibe wieder, ja – ein ganz schönes und erholsames Wochenende dir!
Herzlich, Britta #sonne

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Danke für all die Antworten. Ich habe mir ein paar Tage Abstand vom Forum genommen, habe versucht, nicht Tag und Nacht nur an die Schwangerschaft zu denken.

Es ist für uns klar, dass wir das Baby bekommen. Es kann ja nichts dafür, dass wir so doof sind. (Das soll natürlich kein Angriff an alle sein, die einen Abbruch erwägen und/oder durchziehen - ich kann das verstehen. Ich könnte es aber nicht.)

Wir überlegen gerade, ob es eine Möglichkeit gibt, wieder zurück in die Nähe unserer Eltern zu ziehen. Da haben wir Familie, sehr gute Freunde, einfach ein besseres Netzwerk. Wir sind ja nur wegen der Arbeit von meinem Mann umgezogen, aber es gäbe vielleicht die Möglichkeit für ihn, einen Job in der Nähe unserer Eltern zu finden, er hat schon mal angefangen zu gucken. Wenn das klappt, würde es mir besser gehen, weil ich dann wüsste, dass ich nicht den ganzen Tag auf mich allein gestellt bin und einfach mal mit den Kindern nachmittags zu meiner Mutter fahren könnte.

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