Bleibt das so?

Ich weiss seit dem 29.8, das ich ungeplant und auch ungewollt schwanger bin. Zuerst dachte ich sofort an Abbruch und das ich dich eigentlich so froh war, das selbst mein jüngster mittlerweile etwas selbstständiger wird. Ich habe auch sofort mit meinen Mann darüber gesprochen und das ich das so eigentlich nicht mehr will. Aber mein Mann meinte, das wir das schaffen und ein Abbruch ein sehr feiger Weg aus dieser Situation wäre. Aber ich kann bis jetzt keine wahre Freude darüber empfinden. Es gibt so kurze Augenblicke, wo ich denke das wird schon, aber ein groß Teil der Zeit ist es für einfach scheiße.

Ich möchte mich ja irgendwie freuen können, aber es geht einfach nicht. Den Weg des Abbruches würde ich wahrscheinlich auch emotional nicht verkraften, aber es fühlt sich einfach zur Zeit nicht Richtig an.

Ändert sich das noch oder könnte es eine Schwangerschaftsdepression sein.
Danke für lesen und vielleicht kennt einer von euch das ja auch.

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Hallo,

ich finde es etwas viel verlangt, sechs Wochen nach einer ungeplanten und ungewollten Schwangerschaft von Ablehnung zu tiefer Freude zu wechseln. Wenn das so einfach wäre, würde es vermutlich keine Abtreibungen mehr geben.

An deiner Stelle würde ich mich daher keineswegs unter Druck setzen, Freude empfinden zu müssen. Das einzige, worauf ich achten würde ist, ob die tiefe Abneigung bleibt. Denn ungewollt und später nicht geliebt zu werden, das stelle ich mir für das Kind schlimm vor. Dann würde ich lieber rechtzeitig die Konsequenzen ziehen. Wenn aber deine Bereitschaft da ist, das Kind auszutragen, wird sicher auch nach und nach Bindung entstehen.

Vielleicht redet ihr aber mal über einen Plan B, zB dass dein Mann dieses Mal die Elternzeit übernimmt. Und die Vasektomie.

LG

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Danke,aber ich kenne dieses Gefühl einfach nicht bei den anderen habe ich mich immer gefreut, gut die waren auch geplant. Mit Vasektomie brauche ich meinen Mann nicht kommen. Da Speert er sich sofort. Aber ich werde diesen Schritt wohl gehen nach der SS.

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Ich empfinde leider genau dasselbe wie du. Ich habe am 04.09 gemerkt, dass ich ungeplant schwanger bin. Für uns stand eigentlich am anfang fest es nicht zu bekommen. Nur wie du wäre ich mit einer abtreibung nicht klar gekommen. Also entschieden wir uns für dieses kind. Ich frage mich auch wann endlich etwas freude kommt. Es gibt Momente da freue ich mich ein wenig. Diese Momente sind schnell wieder vorbei und ich denke mir einfach nur. Ich wollte das alles nicht. Meine beiden Kinder werden bei der Geburt 6,5 und 4,5 jahre sein. Sie streiten in moment nur. Allein die Vorstellung daran das bald ein 3 da ist löst in mir panik aus. Zum glück hatte ich zeitgleich mit der ss eine Therapie angefangen. Aus anderen Gründen. Mir tut es so leid für das Kind es kann ja nix dagür. Dann fühle ich mich auch so schlecht so undankbar für dieses Geschenk zu sein. Warum ausgerechnet ich es erhalten habe obwohl wer anderes sich viel mehr drüber gefreut hätte..... das und noch viel mehr geht mir durch den kopf.
Fühl dich gedrückt.
Liebe grüße

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Nein, bei mir blieb das nicht so.
Auch ich war ungeplant mit meinem 3. Kind schwanger. Und eigentlich stand beruflichen bei mir alles auf Veränderung. Mal abgesehen davon, dass ich kein 3. Kind wollte, war der Zeitpunkt denkbar unpassend. Aber auch ich hätte nicht abreiben können. Meine SS war eine Katastrophe, aber nun ist der kleine Mensch da und ich bin inzwischen so froh, dass er da ist. :)
Möchte ihn für nichts auf der Welt eintauschen.
Aber die SS über war die ganze Zeit der Gedanke, dass das alles nicht passt.

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Huhu,

vergleiche doch bitte nicht mit den geplanten Schwangerschaften, das ist etwas völlig anderes!

Ich bin 3 Mal geplant schwanger geworden und die Freude war natürlich sofort da. Dieses Mal ist es trotz sorgfältiger Verhütung entstanden und absolut ungeplant und unpassend (berufliche Veränderungen muss ich aufgeben, OP aufschieben usw).

Inzwischen bin ich in der 13ten Woche und es ist noch immer keine Freude, wie bei den Wunschkindern. Warum sollte es auch? Es ändert nichts daran, dass ich wegen dieser SS auf Dinge verzichten / verschieben muss, die mir wichtig waren. Dazu geht es mir dieses Mal wirklich nicht gut ...
Aber es kommen die ersten positiven Gedanken. Manchmal lasse ich es zu, dass ich zwischen meinen spielenden Kindern sitze und mir noch einen Wusel darin vorstelle. Es sind noch kurze Augenblicke, in denen ich auch positiv in die Zukunft schaue. Aber sie werden ganz langsam mehr. Je mehr mein Bauch wächst, desto realer wird es auch.

Der erste Ultraschall - bei den Wunschkindern so emotional, darauf hingefiebert. Dieses Mal hätte es ein Fötus einer jeden Frau gewesen sein können, es war nett anzusehen, aber es regte sich am Anfang nichts in mir. Ich wünschte mir da sogar noch, dass ich wieder eine Fehlgeburt erleide und sich das Problem von allein löst …

Jetzt möchte ich es irgendwie doch behalten und keine Fehlgeburt mehr und ich kann dir nicht mal sagen, warum ich nun anders denke. Es wächst anscheinend ganz langsam eine Bindung.

Ich fixiere mich da auch gar nicht darauf, dass ich mich freuen muss. Vor anderen verstecke ich meinen Bauch und meide das Thema. Ich bin noch nicht so weit, dass ich Freude heucheln kann. Also nehme ich mir die Zeit, dass meine Gefühle ganz langsam wachsen können, aber ich erzwinge nicht. Lebe das Leben weiter als wäre nichts und gebe den Gedanken einfach nur etwas Raum und Zeit.

Hilfreich finde ich zB dass sich meine "großen" Kinder sehr auf das Baby freuen. Genauso mein Mann, der mich wirklich toll unterstützen wird (nimmt Elternzeit) und mir ermöglichen wird, nach einem Jahr auch wieder arbeiten zu gehen. Auch ist bei uns das Thema Verhütung dann endgültig geklärt, mein Mann wird sich unter das Messer legen lassen, damit wir nie wieder in diese Situation kommen werden.


Ich hoffe dir hilft mein langer Text :-)

LG

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Dankeschön es hilft schon zu lesen, das ich anscheinend nicht so ganz von der Norm abweiche. Es gibt zwischen durch auch ein paar schöne Momente, aber ich schaue einfach was sie Zeit jetzt bringt.

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Du weichst absolut nicht von der Norm ab, ich empfinde es eher als normal. Man hatte andere Pläne und nun werden die auf einmal komplett durcheinander gebracht. Wie soll da sofort Freude aufkommen?

Wir haben 9 Monate Zeit um uns auf die Veränderung vorzubereiten, daher breche nichts über das Knie. Die Zeit wird helfen und am Ende ist man dann irgendwie doch glücklich mit dem Kind im Arm, so denke ich :-)
Bis dahin darf aber noch viel Wasser den Rhein runter fließen und wir dürfen zweifeln und alle Emotionen durchleben, die man in dieser Situation so erleben kann.

Bei den Frauen, die ungeplant schwanger wurden und sich bereits ein paar Tage danach riesig freuen, da denke ich mir, ob da nicht sowieso noch ein unerfüllter Kinderwunsch bestand. Anders kann ich mir das nicht erklären …

LG

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Hallo zoffe!
Wie geht’s dir so? Ja bitte vergleiche dich nicht mit anderen Frauen und vergleiche auch deine früheren Schwangerschaften nicht. Wie heißt es so schön: „Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“ (Kierkegaard). Es gibt keine Norm – das wurde hier ja schon schön geschrieben.
Wir Frauen sind da natürlich speziell, was Gefühle und Emotionen betrifft... wir wollen doch Harmonie, Ausgeglichenheit und Freude. Und bei Frauen spielen Hormone auch eine große Rolle, gerade in der Schwangerschaft. Hast du eine Schwangerschaftsdepression mal beim Arzt angesprochen? Das könnte es natürlich sein, muss aber nicht.
Fixier dich bitte nicht auf die negative Gedanken oder gar auf ein schlechtes Gewissen. Die Zeit wird dir helfen – das hat khalesi toll geschrieben! So ist es! Mach mal das, was dir jetzt gut tut und du Freude dran hast. Hast du schöne Momente mit deinen Kindern? Wie viele sind es noch mal? :)
LG zucker-zimt

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