Schlafen gehen - was ist denn nur los? Vorsicht LANG

Hallo zusammen,

Ich bin etwas verzweifelt. Mein Sohn ist 1, und meine Tochter 2 (sie wird im November 3). Familienbett war leider raus :(, weil die Große immer mit aufgewacht ist, wenn der Kleine sich nachts gemeldet hat. Also hat meine Tochter seit Januar ein eigenes Bett in ihrem Zimmer. Da sie nur mit mir einschlafen kann, hat es sich eingebürgert, dass ich sie in den Schlaf begleite und mein Mann meinen Sohn. Da meine Tochter sehr viel Körperkontakt sucht, beim einschlafen, war gemeinsames ind Bett bringen kaum möglich, weil mein Sohn nur durchs Bett tobt, wenn man ihn zum Flasche trinken beim einschlafen nicht auf dem Schoß liegen hat. Da sie nachts immer aufwacht, wenn ich nicht bei ihr bin, schlafe ich auch bei ihr, mein Mann bei meinem Sohn im Raum.

Bis vor ca 3 Wochen ist meine Tochter abends ruhig eingeschlafen. Von einem auf dem anderen Tag ging es los, dass sie, sobald sie droht einzuschlafen, einfach aufspringt und aus dem Bett geht. Wirklich jeden Abend. Sie will noch was essen, sie will nochmal aufs Klo, oder sonst irgendwas machen. Ich hab das ein paar Mal mitgemacht (ging dann jedesmal ca bis 23 Uhr - ihr könnt euch vorstellen, wie die Tage nach so kurzen Nächten für sie sind), weil reden überhaupt gar nichts gebracht hat - auch noch ein Buch schauen, oder Schattenspiele mit den Händen an die Decke, oder sonst was, nix bringt was. Irgendwann hatte ich so genug, dass ich sie einfach nicht aus dem Bett gelassen hab (immer wieder reingelegt und hingelegt - fällt mir sehr schwer, weil ich so ja ausnutz, dass ich ihr körperlich überlegen bin, und sie wehrt sich auch, aber ich komme an einigen Abenden dann einfach an den Punkt, an dem ich sehr verzweifelt bin und mir nicht anders zu helfen weiß. Irgendwann beruhigt sie sich dann, und schläft in meinem Arm ein. Es liegt nicht daran, dass sie nicht müde wäre - wie gesagt, bevor das Theater losgeht war sie jedesmal schon auf dem halben weg ins Träumeland, samt Augen verdrehen etc.

Sie hat mal gesagt, dass sie Angst hat. Einmal hatte sie Angst vor Männern in ihrem Zimmer, die mit ihr rumspielen wollen (ich war echt perplex), beim anderen Mal waren es Vögel die in ihrem Zimmer fliegen und sie fressen wollen (woher hat sie das?) Auch Monster hat mein Mann schon mit ihr verjagt.

Mein Mann war über das Wochenende weg, und ich hatte große Bauchschmerzen damit, wie das abends laufen soll. Aber es hat super geklappt. Habe mein Sohn auf den Schoß genommen, sie ganz eng an mich gelegt und beiden gleichzeitig eine Flasche gegeben. Beide Abende ist sie gut und ruhig eingeschlafen, haben dann auch zu Dritt im Bett geschlafen.

Heute war mein Mann wieder da. Habe sie gefragt, wo sie schlafen will sie wollte mit mir in ihr Zimmer. Und siehe da, das gleiche Spiel wie letzte Woche. Kurz vor dem Einschlafen steht sie auf, will wieder raus etc. Sie steigert sich da richtig ein, ist schon totmüde und läuft einfach rum und macht irgendwas, damit sie was macht. Bin dann mit ihr ins Scjlafzimmer, dachte vielleicht klappt es da, aber da hat sie dann auch Theater gemacht, bis ihr Bruder wieder wach war :/

Sie macht keinen Mittagschlaf mehr und steht morgens gegen 7 auf, ins Bett geht es immer zwischen 7 und 8, und sie ist am Abend sehr müde. Daran liegt es nicht.

Hat jemand eine Idee, was ich machen kann? Auch wie ich anders reagieren kann, als sie körperlich daran zu hindern, aus dem Bett zu gehen? Wie würdet ihr vorgehen? Was machen?

LG

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Hi,

Uiuiui, das klingt ja wirklich verzwickt. Ich kann mir vorstellen, dass du dazu abends keine Lust hast, vorallem nicht auf Dauer.

Wenn sie sagt, dass sie Angst hat, dann würde ich aber tatsächlich versuchen damit zu arbeiten. Mit Monsterspray oder absuchen des Raumes oder oder oder.

Es gibt ja eine Phase, wo die Kinder ganz viel Phantasie haben und dann auch zu Alpträumen neigen und das nicht von der Realität unterscheidet können. Das muss auch für die kleinen übel sein.
Ich habe als Kind auch immer magst gehabt, alleine ins Bett zu gehen. Ich habe dann ein ganz besonders mutiges und starkes Kuscheltier bekommen, dass mich beschützt. Mich hat das tatsächlich immer sehr beruhigt und ich konnte wieder besser schlafen.
Vielleicht wäre so etwas die Lösung ?

Sonst kann ich dir dazu leider nicht viel raten, ich würde wohl ähnlich reagieren wie du, wenn ich das jeden Abend mitmachen müsste. Das schlaucht ja leider immer sehr und man sehnt sich ja auch nach Feierabend und Ruhe und natürlich auch nach Schlaf.

Ich drücke dir die Daumen, dass es bald besser wird. ✊🏻 Vielleicht magst du mich ja auf dem laufenden halten, wenn es wieder besser wird. 😊

2

Hallo,

danke für Deine liebe Antwort. Sie hat in den Wochen 3 Mal gesagt, dass sie Angst habe, wir haben darauf reagiert. Einen großen Kuschelhund, Monster verjagen, sie scheint sich ja nicht mal sicher zu fühlen, obwohl ich neben ihr liege... mein nächster Versuch ist ein Raumduft, den sie abends per Sprühflasche versprühen darf. Sie darf sich dann jeden Abend aussuchen, wofür das Spray gut sein soll (Monster verjagen, gute Träume etc pp), hoffentlich nimmt sie das an.

Ich hab manchmal das Gefühl, dass sie ganz generell schlecht zur Ruhe kommt, nicht loslassen kann. Sie ist außerdem sehr, sehr aufmerksam in ihrer Umwelt, kriegt alles mit, merkt sich die kleinsten Kleinigkeiten über sehr lange Zeiträume, sie scheint mir mit den alltäglichen Eindrücken oft sehr überfordert. Wenn sie manchmal was erzählt, bin ich total überrascht, dass sie so banale Dinge so sehr beschäftigen. Sie kann das ABC, bis 20 zählen, sämtliche Lieder nach kürzester Zeit auswendig mitsingen. Sie scheint alles aufzusaugen, das ist ihr aber glaube ich manchmal einfach zuviel, sie ist noch so klein. Aber wir haben es hier ziemlich unaufgeregt für mein Befinden, sie wird noch vollumfänglich zuhause betreut. Vielleicht bin ich da auch auf dem Holzweg, aber es könnte gut sein, dass das (auch?!) etwas damit zu tun hat. Ich weiß nur nicht, wie ich ihr helfen kann :( mein armes Mäuschen...

LG

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Das klingt für mich ein wenig nach Hochsensibilität. Wenn ich dir ein Buch empfehlen kann, ist es "das hochsensible Kind" von Elaine Aron. Zumindest kannst du es ansonsten ausschließen. LG

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Ich denke auch, dass sie da in diese magische Phase kommt.

Ich würde auch probieren, sie in ihren Ängsten abzuholen und aktiv gegen an zu gehen. Zudem bist du ja bei ihr.

Aufstehen lassen würde ich sie aber auch nicht. Auch wenn sie da motzt. 😅 sie ist ja offensichtlich müde, da musst du ihr in den Schlaf verhelfen. Vllt klappt es ja spielerisch (z.B.: solang wir hier liegen und ganz eng kuscheln, kann uns keiner angreifen; oder so).

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Das klingt so sehr nach meiner Kleinen, sie wird im Januar 3 und tickt so ähnlich wie du es beschreibst. Sie ist auch mega sensibel, saugt alles auf, merkt sich Sachen ewig und sie kommen dann auf einmal ein halbes Jahr später wieder hervor.
Auch sie hat vor knapp 2 Monaten mit einer ausgeprägten magischen Phase angefangen. Bei ihr ist es der Bär und der Maulwurf, die wir regelmäßig verscheuchen müssen. Der Bär ist eine Figur aus dem Wildpark, der kann sprechen, findet sie gruselig, mag sie nicht. Der Maulwurf ist eine Figur aus einem Buch.
Sie mussten auch schon aus der Kita verscheucht werden ;)

Komischerweise ist es wie bei euch. Bin ich mit ihr alleine (mein Mann wirklich nicht da), klappt es meist gut mit dem einschlafen. Wenn mein Mann da ist, sie sich also zum einschlafen quasi von uns beiden trennen muss, dauert es gut und gerne ne Stunde mindestens, auch mit immer wieder aufstehen wollen, zwischen uns beiden hin und her, was essen, aufs Klo (nur zum Spaß, sie geht noch nicht richtig).
Vielleicht ist es bei euch ähnlich. Und vielleicht hilft es, dass alle zusammen in ihrem Zimmer einschlafen und der kleine dann mit dem Papa rüber geht? Wenn der Kleine das mit macht.

Bei uns ist es etwas besser geworden, keine Ahnung warum. Aber es ist weiterhin so, dass es leichter geht wenn ich abends alleine da bin.

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Wie du ja selbst sagst klingt es nicht, als wäre sie zu wach, sondern als würde sie auf keinen Fall einschlafen wollen. Ich würde ebenfalls Angst als Grund vermuten. Mit zunehmender kognitiver Reife kommen in dem Alter ja immer fantasievollere und dadurch auch stärkere Ängste auf. Wusste sie am Wochenende, dass ihr alle zusammen in einem Raum schlafen würdet? Oder hat das zumindest gespürt? Wenn ja, hat ihr das vielleicht die nötige Sicherheit gegeben, um friedlich einschlafen zu können. Wäre es denn denkbar, es nochmal mit Familienbett zu versuchen, oder ist der Kleine nachts noch zu unruhig? Wärt ihr bereit euch nachts aufzuteilen, so dass je ein Erwachsener mit einem Kind im Zimmer schläft?
Wenn nicht würde ich überlegen, etwas am Einschlafritual zu ändern. Vielleicht hilft ihr eine Fantasiereise oder ein Hörbuch, um mit schönen Gedanken in den Schlaf zu driften und den Ängsten keinen Raum zu geben. Vielleicht braucht sie etwas anderes, das ihr nachts ein magisches Gefühl von Sicherheit gibt - zum Beispiel ein neues Nachtlicht oder ein spezielles Kuscheltier, das nachts den Job hat, auf sie aufpassen und über einen friedlichen Schlaf zu wachen.

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