Sprachentwicklungsstörung wegen Sauerstoffmangel?

Meine Mittlere Tochter hatte bei der Geburt einen Sauerstoffmangel (Nabel PH 6,9 und Apgar glaube 6 8 9), wegen Plazentalösung. Sie ist ohne Spontanatmung geboren hatte nach der Reanimation aber gleich selber geatmet, hatte eine Sonde die ersten Tage und hatte Probleme beim Temperatur halten, die beiden letzten Sachen wahrscheinlich weil sie 5 Wochen zu früh geboren ist. Es wurde US von Kopf gemacht und ein Langzeit EEG was aber beides unauffällig war. 12 Tage später wurden wir mit einem gesunden Kind entlassen mit der Info dass wir uns keine Sorgen machen müssen.

Motorisch hat sie sich normal entwickelt bsw an der oberen Grenze zur Norm, krabbeln mit 10 / korrigiert 9 Monaten, laufen mit 13 / korrigiert 12 Monaten. Allerdings hat sie spät angefangen zu sprechen und konnte mit 20 Monaten bei der u7 von allen Wörtern die man ankreuzen muss nur 7 Sprechen. Kurz vor dem 2 GT hat sie angefangen 2 Wort Sätze zu sprechen und hatte die 50 Wörter allerdings so undeutlich dass nur ich wusste was welches Wort bedeutet. Wir waren nach der u7 bei der Pädaudiologie, sie hört gut. Im Mai werden wir mit Logo beginnen wir sind schon auf der Warteliste. Meine Tochter ist 2,7 Jahre / korrigiert 2,6 Jahre. Sie spricht späte, singt, erzählt allerdings so dass nur ich die verstehe, selbst für meinen Mann muss ich übersetzen. Sie zählt bis 10 und kann das halbe Alphabet aufsagen allerdings tut sie so wir beim sprechen auch die Buchstaben die sie nicht sprechen kann durch andere ersetzen, sie kann zb kein R, S, Sch, Ch, T, F, W sprechen und ersetzt diese Buchstaben durch andere meistens durch ein K oder G. Ich verstehe was sie sagt, mein Mann versteht sie eigentlich auch, aber auch nicht immer. Seit November geht sie in den KiGa allerdings spricht sie da entweder nicht oder nur wenige Wörter, sie wächst zweisprachig auf und spricht Deutsch noch keine Sätze, sondern nur wenige Wörter (Ja, Nein, Tiere benennen und so Alltagsgegenstände halt). Die Buchstaben ersetzen tut sie in beiden Sprachen.

Mein Großer 4 j (auch Frühchen allerdings kein Sauerstoffmangel) hatte/ hat auch eine Sprachentwicklungsstörung, aber er hat in dem Alter trotzdem besser gesprochen. Er bekommt seit seinem 3. Gt Logo. Er hat noch Probleme mit den S lauten , aber es ist schon viel besser geworden und man merkt keinen Unterschied mehr zu anderen Kindern die rechtzeitig und deutlich gesprochen haben. Daher weiß ich halt nicht ob es "genetisch" bedingt ist oder von dem Sauerstoffmangel kommt.

Hat hier jemand auch Kinder die Sauerstoffmangel hatten, haben sich eure Kinder "normal" entwickelt oder hatten sie auch solche Probleme? Ich bin mir unsicher ob ich lieber ins SPZ soll um sie komplett untersuchen zu lassen, ob das eventuell doch durch den Sauerstoffmangel kommt? Ich habe gelesen dass man bei Kindern die einen SSM hatten und sich nicht so entwickelt wie es soll, ein MRT macht um Hirnschäden auszuschließen.

Soll ich lieber bis zur u7a im Juni warten oder jetzt ein Termin im SPZ machen?

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So wie du es beschreibst klingt für mich der Sauerstoffmangel als Ursache für die Sprachproblematik sehr unwahrscheinlich.

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Hi,
ich würde evtl. das 2-sprachige Weglassen, und nur noch in den Sprache sprechen, in der Ihr auch wohnt, und der Kindergarten besucht wird.

Meine Arbeitskollegin hat 2 Enkel, die deutsch und spanisch aufwachsen. Ich weiß das sie total unglücklich war, das die 3 jährigen, mit ihr kein Wort sprachen, aber auch nicht mit den spanisch sprechenden Großeltern.

Da gab es nur "1-Wort" Sätze, wie Wasser, wenn sie Durst hatten, oder "Essen" mit der Geste-Hand zum Mund, wenn sie Hunger hatten.

Als sie ein halbes Jahr im deutschen Kindergarten waren, Ganztags, damit sie lt. SPZ in der "Deutschen Sprache Schwimmen", wurde es sehr viel besser. Mit 4 Jahren sprachen sie die Landessprache deutsch so, das sie jeder verstehen konnte. Spanisch tun sie sich seit Schuleintritt leichter.

Viel sprechen, lesen, Reimen, singen, solange wie möglich im Kindergarten lassen. Das ist sehr wichtig für den Spracherwerb. Wenn sie hören können, ist das schon mal toll. Dann kommt das sprechen, meist, von alleine.

Mein Großer hatte, unerkannt, sehr schlecht gehört, er hatte kein Satzbau mit 3,5 Jahren. Das war auch Logopädisch nicht aufzuholen, erst 3 Monate in der Sprachheilschule brachte den Durchbruch. Der Kleine hat AWVS. Er war immer geradeso in der Norm.

Gruß

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Ich halte es generell für sinnvoll, wenn jeder Elternteil in seiner Muttersprache spricht. Meinen Eltern hat man geraten, nur auf Deutsch mit mir zu sprechen, um mich nicht zu verwirren. Mit dem Ergebnis, dass ich lange Zeit reguläres Deutsch und das gebrochene Deutsch meiner Mutter wie zwei Sprachen parallel nebeneinander gesprochen habe, bis ich irgendwann ausschliesslich reguläres Deutsch gesprochen habe. Ich bin nun 40 und habe mit meiner Mutter bis heute nie in einer gemeinsamen Muttersprache gesprochen. Deutsch hat sie etwa A2, Englisch kann sie wesentlich besser. Bis ich irgendwann mit 16 oder so englisch auf höherem Niveau konnte, hat sich unsere Konversation auf Niveau Deutsch A2 beschränkt.

Für die Bindung zu ihr war und ist das eine absolute Katastrophe. Ich würde nie jemandem raten, auf das Sprechen in der Muttersprache mit seinem Kind zu verzichten.

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Wir machen es auch so, dass ich seit der Geburt nur Deutsch mit unserem kleinen spreche und mein Mann nur Englisch. Jetzt ist unser Sohn 2,5 und spricht und versteht Deutsch und Englisch. Mit meinem Mann spricht er auch fast ausschließlich englisch. Schade, dass man euch damals eine andere Empfehlung gegeben hat

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Auch ich halte den Sauerstoffmangel für unwahrscheinlich, bin aber auch kein Arzt.

Jedes Kind „konzentriert“ sich ja auf was anderes und deine Tochter ist ja motorisch doch recht schnell fit gewesen (meine kam Normal zur Welt und ist später gelaufen).

Ich denke einfach, dass ihr sprechen schwer fällt und dazu kommt auch noch, dass sie zweisprachig erzogen wird.

Ich würde trotzdem mit dem Kia reden und evtl Logopädie in Anspruch nehmen, damit sie lernt, die Wörter richtig auszusprechen. Denn sie spricht ja, nur eben „falsch“. Da muss man ihr wohl einfach zeigen, wie es richtig geht. So klingt es für mich 🤷‍♀️

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Unsere Kinderärztin meinte bei der U7, dass Kinder die 2-sprachig aufwachen, häufig mit dem sprechen hinterher hängen. Das war bei unserem kleinen zum Glück nicht der Fall, aber wahrscheinlich liegt da eher das Problem

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Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man frühestens ab dem dritten Lebensjahr und ehrlich gesagt finde ich, dass deine Tochter schon recht viel spricht und auch schon zweiwort Sätze. Sie hat nur Probleme mit der Aussprache. Das Kinder, die zweisprachig aufwachsen, später sprechen lernen, kommt sehr häufig vor. Deshalb glaube ich (als Laie) nicht, dass es am Sauerstoffmangel liegt. Insbesondere nicht, da dein älteres Kind früher auch Probleme hatte.
Mein Kind ist auch 2,5 und Sprachentwicklungsverzögert und kann bei weitem nicht so viel sprechen wie deins.

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Es kann schon sein, dass durch einen Sauerstoffmangel die Muskelsteuerung fürs sprechen negativ beeinflusst wird, einfach weil Lähmungen vorhanden sind (siehe Opfer von Schlaganfällen, die häufig nur noch sehr undeutlich sprechen können). Das kann man abklären lassen. Allerdings würde ich mich in eurem Fall nicht darauf versteifen.

1. wächst eure Tochter zweisprachig auf. Das führt einfach bei vielen Kindern zu einer verlangsamten Sprachentwicklung. Aber eben nur nach außen hin. Im Kopf lernen sie ja eben parallel zwei (oder auch mehrere) Sprachen. Somit lernen sie eigentlich mehr, nur können es praktisch nicht immer gleich umsetzen.
2. war sie motorisch ja immer recht früh dran. Auch das kann Einfluss auf die Sprache haben, weil Kinder sich sehr häufig auf einen Teil konzentrieren (Motorik oder Sprache) und das andere dann später kommt.
3. spricht sie bereits sehr viel. Nur mit der Aussprache hapert es etwas. Entweder versteht sie die Worte nicht richtig oder sie hat sich einfach eine eigene Aussprache angewöhnt. An diesen Punkten würde ich ansetzen. Also evtl hörtest und Logopädie.

Übrigens spricht auch nichts gegen einen Termin im SPZ. Somit verpasst du nichts und wenn sie keinen Handlungsbedarf sehen, hast du ja auch nichts verloren, nur hoffentlich etwas mehr innere Ruhe gefunden 😉

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Ich denke auch, dass es eher an der Zweisprachigkeit liegt. Diese Kinder sind nun mal häufig zunächst hinterher und machen dann im späteren Kindergartenalter einen großen Sprung und überholen andere Kinder häufig.
Eine Abklärung mag wohl nicht schaden, aber drück deinem Kind noch nicht den "krank" - Stempel auf.

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Erst mal möchte ich dir sagen das s mir sehr leid tut was du schon erlebt hast. Die Reanimation des eigenen Kindes zu sehen muss furchtbar sein.
Das erklärt natürlich einiges, entschuldigt aber nicht alles.

Denn... Ehrlich jetzt? Dein Kind ist kaum 2 1/2, es kann zählen und buchstabieren, zusätzlich noch unter dem Deckmantel der zweisprachigkeit und du findest das unterentwickelt? Es hört sich nach einer vollkommen normalen Entwicklung an, richtiges aussprechen der Buchstaben kommt mit der Zeit, selbst erwachsene kriegen das oft nicht richtig hin ( Stichwort: Tu mal die Oma winken, schakkeline).

Ich finde es wirklich schlimm das selbst 2 jährige heute schon getrimmt werden ala " du musst doch aber das und das können"
Was erwartest du von ihm wenn er 6 ist? Gedichte aufsagen und Aufsätze schreiben?
Nein wirklich, mach den armen Kerl noch so einen druck.
Sorry Wenn das n bissl böse klingt, aber sowas triggert mich echt.

Solche "Storys" haben mich davon abgehalten Hebamme zu werden. Obwohl das ein wunderschöner Beruf ist und ganz oben auf meiner Liste stand. Da wirst du noch nach 18 Jahren wegen angeblichem Sauerstoffmangel verklagt weil der Spross nur einer 3er ABI statt einer 1 geschrieben hat.

Trotzdem alles gute für euch und bleibt gesund.

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Die TE macht sich echte Sorgen und hat darum in einem geeigneten Forum nachgefragt. Ich wüsste nicht, was daran falsch sein sollte.

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Ich habe auch mit keinem Wort geschrieben das es falsch ist. Wenn mir aber jemand sagt das es sein, nicht mal 3 jähriges Kind, was zählen und das Alphabet kann, für unterentwickelt hält dann muss man eben mit aller Deutlichkeit sagen das das Unsinn ist. Und nur weil meine Antwort nicht in rosa Watte getaucht und mit Zuckerguss überzogen war ist sie nicht weniger falsch und auch auf keinen Fall bösartig gemeint. Einfach ehrlich. 💜

Einen schönen Abend.

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Ob es nun am Sauerstoff Mangel liegt, kann ich dir nicht sagen, aber ich verstehe nicht, wie ihr auf eine sprachentwicklungsstörrung kommt. Mein Sohn wird im März 3 und spricht vielleicht 5 Worte. Er hat eine Entwicklungsstörung in der Sprache durch paukenergüsse und Epilepsie. Ich selber warte noch paar Monate und melde ihn dann im spz an, falls noch keine Besserung bis dahin erfolgte. Hier bei uns müssen Kinder ab 1. Jahr im Krankenhaus sowie spz Masken tragen, dass würde mein Sohn gar nicht mit machen.
Vielleicht würde es dich ja schon erleichtern, einfach mal einen Termin beim kinderneurologen zu machen und ein eeg zu schreiben?
Wir haben das auch gemacht, aufgrund der fehlenden Sprache und bekamen dann vor drei Monaten die Diagnose Epilepsie

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Tut mir leid, ich hoffe die Epi würde gut eingestellt? Hat man bei euch keine anderen Symptome gesehen außer der SES?

Ein EEG wurde bei meiner Tochter schon gemacht als sie 12 Tage alt war, wegen dem Sauerstoffmangel hat man die ersten Tage ihre Hirnströme überwacht und am 12. Tag ein EEG gemacht um Epilepsie auszuschließen weil Kinder mit Sauerstoffmangel oft Epilepsie entwickelt. Das Langzeit EEG und das normale EEG am Tag als wir entlassen wurden war unauffällig, deswegen gehe ich mal davon aus das sie keine Epilepsie hat. Ich werde aber unseren KiA mal fragen ob mal eventuell noch ein EEG machen soll.

Ich denke ich werde auch paar Monate warten und wenn sich nichts ändert ein Termin im SPZ machen.

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Wir sind gerade am einstellen, bis jetzt läuft es gut und er hat sehr viele Fortschritte gemacht 🥰

Ein EEG ist ja eine Momentaufnahme und wenn dein Gefühl sagt, das da etwas nicht stimmt, würde ich es nochmal machen. Dauert ja nicht lange und tut nicht weh.

Bei meinem Sohn ist etwas kompliziert. Im ersten und zweiten Lebensjahr hatte er paukenergüsse und hat so gut wie gar nicht gehört, was seine Wahrnehmung verändert hat, die epi die er hat kommt hauptsächlich im Schlaf, was für uns 2,5 Jahre schlaflose Nächte beschaffen hat (wir wussten natürlich nicht das er Anfälle hatte, sie sind von außen nicht sichtbar und er ist bei Bewusstsein)
Aber der Schlafmangel hat die Anfälle am Tag begünstigt und Übermüdung war an der Tagesordnung, da er nachts fast nur wach war und sein Gehirn kam deshalb nie zu Ruhe und konnte dadurch nix gelerntes verarbeiten. Seid den Medis schläft er durch und man merkt wie sehr sich seine Wahrnehmung verbessert hat 🧿, aber es wird noch ein langer Weg, bis er auf den Stand gleichaltriger Kinder ist.

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