Mein Kind will mich einfach nicht

Hallo ihr lieben,
Ich bin so verzweifelt ich weiß mir einfach keinen Rat mehr.
Mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und war noch nie in einer "Mama" Phase. Von Anfang an ist sein Papa die Nummer eins.
Nach Oma und Opa ist er auch ganz verrückt.
Wenn ich tagsüber mit ihm alleine bin akzeptiert er es, aber es wird mindestens 50x am Tag nach Papa, Oma oder Opa gefragt. Wenn er sich weh getan hat dann schreit er grundsätzlich nach seinem Papa. Ich versuche Ihn zu trösten so gut es geht, hab schon gesagt dass der Papa jetzt arbeiten ist aber dass ich für ihn da bin. Es zerreißt mir jedesmal dass Herz wenn er mich wegschiebt und nach Papa ruft.
Ich bin aktuell im 7. Monat schwanger und kann dementsprechend leider nicht so ausgelassen toben wie er es gerne hätte.
Mein Mann hat heute die Weißheitszähne rausoperiert bekommen und war nicht so fit. Mein Sohn hat beim ins Bett bringen so lange gebrüllt bis der Papa gekommen ist weil er mich nicht wollte.
Ich bin so fertig.
Lg

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Also wenn Opa da ist, bin ich hier auch abgeschrieben. Und Papa ist hier auch schon lange Nummer eins und jetzt, da ich wieder vollzeit arbeite und Papa Elternzeit hat, ist das auch nicht anders. Wenn ich gehe, stört das meinen Sohn meist auch nicht. Wobei ich da jetzt unterstelle, dass es ihm nicht egal ist, sondern er mir so sehr vertraut, dass ich schon wiederkommen, dass es ihn deswegen nicht stört... Vielleicht rede ich mir da nur was ein, aber mit dieser Unterstellung stört es mich nicht. Ich glaube Du bist eine großartige Mum und ich glaube auch, dass Dein Sohn Dich so liebt und braucht, wie Du bist. Er kann es nur vielleicht nicht gut zeigen aufgrund seines Alters und Du deutest alles negativ für Dich, anstatt es positiv zu deuten. Er hat so ein tolles Verhältnis zu Papa, Oma und Opa, weil Du ihm das vorlebst und ihnen ihren Raum gelassen hast. Er liebt sie, weil er weiß dass Du ihn auch liebst, wenn er andere auch lieb hat. Ich bin mir sicher, dass Dein Sohn Dich sehr liebt.

Viele liebe Grüße
Sidney

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Wow wundervoller Kommentar

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Ich danke euch für die vielen wundervollen Worte! Manchmal tut es einfach schon gut zu wissen dass man mit so etwas nicht alleine ist.
Ich hoffe dass ich es in Zukunft etwas gelassener sehen kann.
Ich danke euch allen sehr!
Lg

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Lass dich erstmal drücken meine Liebe

Ich weiss zumindest ein wenig wie sich das anfühlt.
Ich musste nach der Geburt unseres Sohnes (heute 10 Monate) noch 2 Wochen im KH bleiben und der Kleine war bei seinem Papa.
Daher haben die beiden eine ganz enge Beziehung zueinander.
Papa ist was besonderes und ich finde das auch ganz klasse.
Und doch hab ich am Anfang auch gedacht das er mich gar nicht so sehr braucht..
Da er auch heute nicht brüllt wenn ich mal weg gehe.
Aber das ändert sich auch wieder. Er wird anhänglicher, aber da ich den ganzen Tag bei ihm bin ist Papa wenn er von der Arbeit kommt natürlich interessanter. Auch Oma und Opa weil die ihn nonstop bespaßen. Bei Mama läuft ja irgendwie noch Haushalt und so mit...

Wie reagiert er denn wenn du weg bist?

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Quasi leider gar nicht. Ich kann ihn abgeben und sobald ich mich umdrehte ist okay.
Ich hatte ihn auch erst 12 Stunden nach seiner Geburt dass erste Mal sehen dürfen. In der Zeit war auch sein Papa da.
Ich fand und finde es noch heute schön dass er so ein innige verhältnis zu seinem Papa hat.
Aber es tut mir jedesmal so verdammt weh wenn er mich weg drückt und mich nicht will.
Wir hatten große startschwierigkeiten miteinander und ich hab lange gebraucht um mich so auf ihn einlassen zu können wie er es verdient hat. Aber ich gebe jeden Tag mein bestes ihm eine gute Mama zu sein.

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Ach Mensch ich weiss genau wie du dich fühlen musst.

Wir hatten auch einen schweren Start. Erst die 2 Wochen im KH wo ich nur Bilder hatte und ihn nur 2 St pro Tag gesehen habe.
Danach bekam ich eine Wochenbettdepression und es fiel mir sehr schwer Nähe zuzulassen und mich auf das Mama sein einzustellen.

Ich war am Anfang sehr froh das er nicht so anhänglich war und sich gut ablegen ließ und sich bei Papa und Oma/Opa wohl gefühlt hat.
Aber das Gefühl schwang dann irgendwann in Traurigkeit um weil ich Angst hatte das ich ihm als Mama nichts bedeute.

Ich gebe auch mein Bestes und werde auch weiterhin alles geben das er merkt das ich ihn über alles Liebe.

Und ich merke das ich mittlerweile in einigen Situationen doch die bevorzugte Person bin.
Und das wird bei dir bestimmt auch noch passieren.
Vielleicht ist er dir unbewusst deiner Liebe sicher...

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Hallo,

Wir haben vor drei Jahren eine Tochter bekommen und sie ist seit Anfang an ein 100% Papakind🙄. In den ersten zwei Jahren war es sehr sehr schwierig für mich wenn mein Mann nicht da war, Tagsüber ging es immer noch irgendwie aber Abends und Nachts war es furchtbar. Mein Mann arbeitet Schicht und wenn er Nachtschicht hatte dann musste ich ihn zweimal anrufen damit er kommt ( er arbeitet um die Ecke) und sie beruhigen konnte. Ich hatte keine Chance 🤷‍♀️

Seit einigen Monaten wird es etwas besser, wenn er nicht da ist dann akzeptiert sie das meistens. Wenn sie morgens wach wird und mein Mann schon weg ist, dann wirbt sie oft lange nach ihm aber auch das ist deutlich weniger worden in den letzen zwei Wochen.
Aber wenn er zuhause ist dann habe ich keine Chance.

Manchmal ärgert es mich dass die so ist aber ich weiß dass ich nichts falsch gemacht habe und nehme es meistens einfach so hin 🙄

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Hallo,
ich kann dir gern mal von mir berichten, auch wenn es natürlich nicht bei euch so sein muss.
Ich habe einen großen Sohn (11) aus der ersten Ehe. Er war auch von Anfang an ein Papakind und hat ihn abgöttisch geliebt. Auch an mir ging er, aber Papa war und ist die Nummer 1. Es gab so gut wie nie Geweine wenn ich weg war etc.
Mit den Jahren hat sich das auch nicht geändert. Papa war und ist und bleibt sein großes Vorbild. Für ihn ist Papa sein Gott.
Wir sind getrennt seit unser Sohn 5 Jahre war und immer möchte er zu seinem Papa.
Leider ist es mittlerweile so, dass er fast ausschließlich bei ihm wohnen möchte. Für mich ist das alles immer noch sehr schwer zu ertragen und zu akzeptieren, weil ich dieses klassische Bild im Kopf habe, dass ein Kind doch verrückt nach seiner Mama sein sollte. Das ist hier aber leider nicht der Fall.

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Ja ich kann dich gut verstehen... Ich denke und sage auch oft dass ich doch seine Mama bin.
Ich kann nur hoffen dass mein Sohn vielleicht irgendwann mal eine Mama Phase hat die mir zeigt dass er mich auch braucht und will.
Ich drück dich mal aus der Ferne. Mama sein ist manchmal sehr schwer

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Danke dir!
Ich muss aber auch dazu sagen, dass unser Kleiner (15 Monate) das komplette Gegenteil ist. Er hängt extrem an mir und ist das totale Mamakind und ich genieße das gerade sehr 😍