Völlig verzweifelt, überfordert, genervt...

Hallo liebe Urbiannerinnen,

ich habe mich geade noch einmal mit einem neuen Account angemeldet, weil ich mit meinem anderen Nick öfter schreibe und mich vor allem auch Freundinnen und Kolleginnen kennen. Ich will nicht, dass irgendjemand von meiner Verzweiflung liest, der mich kennt.

Mein Kleiner ist jetzt 20 Monate alt und ich bin völlig fertig und überfordert. Er ist nach einigen Fehlgeburten ein echtes Wunschkind, aber nun habe ich das Gefühl, mir gleitet alles aus den Händen. Er war von Anfang an eher von der "anspruchsvollen" Sorte, ich habe ihn fast das gesamte erste Jahr nur getragen und gestillt, Interesse an Essen kam sehr spät, in den Kiwa will er bis heute nicht. Schlafen war seit jeher Katastrophe, bis ich ihn mit 1 1/2 abgestillt habe. Ich hab die Babyzeit als sehr anstrengend empfunden und ehrlich gesagt kaum genossen.

Nun ist er schon so groß und ich finde den Alltag mit ihm noch anstrengender. Seine Willensstärke überfordert mich immens. Morgens beim Windeln und Anziehen fängt es schon an, dass ich sagen und machen kann, was ich möchte, er will es einfach nicht. Irgendwann schnapp ich ihn mir dann und windel und zieh ihn halt gegen seinen Willen an, worauf er dann mit Steifmachen, Brüllen, Kratzen, Beißen und Hauen reagiert. Dann möchte er den GANZEN Tag mit mir spielen, alleine geht überhaupt nicht. Dabei ist er dann auch sehr fordert, ruft "Kommmmm" und zerrt an mir herum. Ein Nein wird nicht akzeptiert, er schmeißt sich auf den Boden und brüllt und schreit, bis er irgendwann einen ganz irren Gesichtsausruck bekommt. Und haut und beißt mich dann auch irgendwann. Das gilt auch für Neins anderer Art, wenn er also was möchte und es nicht bekommt, z.B. die schöne Porcelanente aus'm Regal. Im Kiwa sitzt er nach wie vor äußerst ungern, manchmal muss ich ihn auch dazu zwingen, wenn wir rausgehen und er nicht mehr kann. Er möchte dann natürlich lieber auf den Arm und macht einen Riesentheater, wenn ich ihn den Kiwa setze. Ich bin jedesmal schweißsgebadet und sehe die Augen der Leute auf mir. "Die hat ihr Kind nicht im Griff". Stimmt ja auch... Tagsüber schläft er nur im Manduca, abends nach mind. halbstündigem Rückenkraulen.

Ich war und bin viel mit ihr in Krabbelgruppen und mit Freundinnen mit Kindern unterwegs, da ist er seit enigen Monaten aber auch ziemlich aggressiv, was die Treffen sehr unentspannt macht.

Ich habe ihn kürzlich für drei Tage bei meinen Eltern gelassen, damit ich mal ne Atempause habe, außerdem hatte und mich von ner OP erholen konnte. Da lief es super, kein Gezicke, kein Gejammer und die reinste Kooperation.

Im August soll er in die Kita, dann ist er 2 Jahre und 3 Monate. Ich wollte eigentlich ganz bewusst so lange mit ihm zu Hause bleiben, dachte es wird eine tolle Zeit für uns beide. Nun sehne ich die Tage herbei, bis er endlich in den Kindergarten geht und überlege schon, ob ich es irgendwie beschleunigen kann.

Ich weiß, es klingt furchtbar, aber ich will hier nichts beschönigen und einfach ehrlich sein. Ich habe wenig Freunde an ihm, sondern finde ihn 80% der Zeit anstrengend und nervig bis hin zu unerträglich. Gut möglich, dass er das merkt, und sein Verhalten deswegen so extrem ist. Ich weiß aber nicht, wie ich da wieder rauskommen soll.

Einen Papa hat er natürlich auch, aber der sieht ihn wegen seiner Arbeitszeiten vllt. 30min täglich, am Wochenende möchte er sich mehr mit ihm beschäftigen, aber da klebt er nur an mir, er hat keine Chance.

Bitte erzählt mir nciht, dass so ein verhalten normal. Ich kenne so viele Kleinkinder in seinem Alter und KEINES ist wie er.

Bitte um hilfreiche, warme Worte, noch weiter draufhauen verkrafte ich zur Zeit nicht :(

Elisar

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Du bist einfach fix und foxi und nicht überfordert. Dein Kind ist kitareif. Aber sowas von reif. Er brauch anderer Bezugspersonen, einen festen täglichen Ablauf und unbedingt Kids. Da helfen keine Kindertreffs. Sondern tatsächlich die Kita. Hinzu kommt das trotzalter und die Tatsache dass du dich nie erholen könntest. Sicherlich kommst du nicht früher in die Kita rein, aber eine Anfrage kann man ja mal machen. ansonsten noch kleine Tipps:

- Kinder spielen frühestens mit 3 Jahren wirklich alleine... Vorher brauchen sie immer Animation.....

- geht viel raus, auch bei schlechten wetter... Auf die Spielplatz oder wenn Baustellen mit Bagger in der Nähe sind einfach mal zugucken gehen... Die meisten Kinder finden das super....
- beziehe ihn in den Alltag ein... Bspw. Tisch decken (nur plastikkram), Wäsche in waschmaschinr stopfen (von dir vorsortiert), mach ruhig mal laut Kindermusik an und Tanz durchs Wohnzimmer.... Ja, dass sind alles Sachen die in der Kita dann auch gemacht werden...

Ich habe eine Tochter die auch so anstrengend war/ist und war froh mit 1 Jahr wieder arbeiten zu gehen. Das war Erholung für mich. Seit die mobil ist und in die Kita geht, geht es uns beiden besser und ich habe gelernt dass es eben nicht auf die Quantität der Mutter-kind-Beziehung ankommt sondern auf die Qualität.

Kopf hoch. Ihr packt das!

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Vielen Dank, sunberl. Ich glaube auch, dass ihm die Kita gut tun würde, wenn es mich auch vor der Eingewöhnung graut, denn er klebt schon ziemlich an mir.

Raus gehen wir seeeehr viel, andernfalls würde ich zu Hause durchdrehen. Und einbeziehen tu ich ihn auch wo es nur geht. Aber dabei kommt es auch regelmäßg zu Wutausbrüchen. Ich frage mich, ob das schon die Trotzphase ist oder es noch viel schlimmer kommt... Auweia

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Hallo, ich denke es ist wirklich normal.....ätzend,oder? Ich habe hier ein Exemplar welches in Anwesenheit anderer Leute zuckersüß ist und bei mir oft genug zur Terroristin mutiert. Mir glaubt das immer Keiner#schmoll. Egal, was mir an mir selber auffällt ist aber die Tatsache, wenn ich mies drauf bin ist mein Kind noch mieser drauf. Solange ich entspannt bleibe klappt es super. Da du das Theater ja achon sehr lange zu Hause hast, gehe ich davon aus das deine Nerven echt blank liegen. Erste Hilfe: Gib dein Kind ab, hat doch super geklappt. Behalte das regelmäßig bei und "erhole" dich in der Zeit von deinem kleinen Monster. Ich finde das sehr wichtig, bestimmt klappt es dann besser.

Ich wollte auch mein Kind mit 3 in den Kiga geben, sie kommt jetzt auch ein Jahr früher dahin, sie braucht einfach input welches ich nicht mehr bieten kann (Gruppenverhalten). Langweilt sie sich geraten wir regelmäßig aneinander.

Eine Bekannte hatte auch ein Kind welches in der Gruppe immer ein Faß aufgemacht hat, bis er an einen "Gegner" geraten ist, der ihm mal richtig Paroli geboten hat, seitdem hat er sich sehr geändert.....heute ist er ein echt liebes Kerlchen (meistens).
Eine andere Bekannte hat nach Kigabeginn gesagt: "Oh ist das schön, ich kann mich wieder auf mein Kind freuen." Man hängt einfach zu viel aufeinander, man hat sich alles so harmonisch vorgestellt....Pustekuchen. Alles kleine Terroristen#rofl.
Wenn meine Quäke sich im Dreck rumwälzt und grölt denke ich mir nur: Gut dasa die andere Jacke schon gewaschen ist. Mach dir keine Gedanken um die anderen Leute.
Alternativ rate ich dir eins: Dein Mann soll ein paar Tage Urlaub nehmen und du fährst alleine (!) weg, glaub mir, die Beiden kommen dann super klar (hat bei Oma+Opa ja auch geklappt). Gönn dir einfach mal ne Auszeit.....das ist sooooo wichtig.
LG

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Daaaaanke, das hilft mir wirklich sehr. Glaube Langeweile ist hier auch das Stichwort! Wenn die aufkommt entwickelt er sich zum unerträglichen Nervsack ;) War schon als Baby so, wenn andere gedankenverloren an einem Beißring gesabbert haben hat er rumgebrüllt und wollte vollanimiert oder besser noch umhergetragen werden. Auszeit bei Oma und Opa soll jetzt tatsächlich öfter stattfinden, allerdings wohnen sie recht lang weg. Papa würde das nie gemanagt kriegen, der ist leider völlig hilflos wenn er weint und hat wenig Draht zu ihm ;'-(

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Da hilft dann beim Papa nur die harte Methode;-). Nur Übung macht den Meister, laß ihn machen und halt dich raus. Es gibt allerdings auch männliche Exemplare die Hilflosigkeit mit Unlust verwechseln. Da fallen dann Sätze wie: "Och, bring du sie ins Bett, bei dir geht das viel schneller." "Wenn sie weint tut sir mir immer so leid, bei dir beruhigt sie sich viel schneller.".......nein, das ist kein Lob an unsere Mutterqualitäten, das ist purer Egoismus.
Der Papa meiner Tochter hatte auch so eine Phase, habe es schnell durchschaut und ihn vor die Alternative Kind bettfertig oder Küche aufräumen gestellt. Hehe, wie gut er sie doch plötzlich ins Bett bekommen hat.
Glaub mir, er bekommt es hin....du mußt ihm nur die Möglichkeit geben. Evtl anders als es bei dir läuft, aber das ist völlig okay. Befrei dich selber!
Übrigens habe ich im Keller einen Sandsack hängen, wenn nix mehr geht kloppe ich da drauf rum.....wirkt wunderbar. Oder ich gehe raus Holz hacken, aber es gibt ja nicht immer was zum Hacken.

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Hallo,
das klingt wirklich nicht schön.
Dein Kleiner tanzt dir fröhlich auf der Nase rum..
Da ich hier selber einen sehr dominanten, 18monatigen Zwerg rumwuseln habe, weiß ich wie schwer es ist.
Wo du aber nicht vorbei kommen wirst, ist, nun einfach strenger sein zu müssen. Und das mit Liebe und Geduld. Das ist hart, und bringt dich bestimmt an den Rand der Verzweiflung, aber du wirst es sehen, es lohnt sich.
Da dein Kind sich bei deinen Eltern gut verhält, denke ich, soweit man das per so Ferndiagnose sagen kann, dass mit deinem Zwerg alles ok ist.
Hast du ihm vllt sehr viel nachgegeben? Grade weil er so schwierig ist?
Unser kleiner ist unser zweites Kind, der Große ist nun 4 und die beiden sind charakterlich sehr sehr unterschiedlich.

Der Große wusste ziemlich schnell, dass nein auch nein bedeutet, der kleine grinst und macht weiter..#schrei#schock
Was wichtig ist, wenn du ihm Dinge verbietest, dann musst du dabei bleiben. eisenhart. Daher überlege vorher, was nein ist und was nicht.
Nicht: kind will Ente, mama sagt nein, kind tobt und tobt und mama gibt auf und gibt die ente....
Oft funktioniert ablenken, das liest man überall.. leider funktionert es bei kleinen Dickköpfen nicht gut.. (bei großen gings, beim kleinen nicht).
Wenn er lernt, dass du konsequent bist, ihn aber trotzdem noch kuschelst und für ihn da bist, wird sich die Situation entspannen.

Das ist aber keine Sache von ein paar Tagen. Das wird schon Wochen dauern.

lg#klee#herzlich

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Danke für deine Worte (: Ich geben eigentlich nicht nach, allersdings habe ich auch nicht den optimalen Weg gefunden, damit umzugehen, wenn er wegen eines "Neins" ausflippt. Meist versuchen ich ihn zu trösten, er stößt mich dann aber weg und/oder haut und beißt. Dann lass ich ihn meist liegen und geh weg, weil ich selbst so wütend bin und Angst habe, ich ich kleb ihm am Ende noch eine :-[ Ich weiß, dass klingt furchtbar, ist mir bis jetzt noch nicht passiert, aber ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte nicht manchmal den Drang danach. Wenn ich ihn dann nicht beachte dreht er noch mehr am Rad und kommt dann zu mir gelaufen, dann versuch ich ihn abzuklenken und irgendwann ist wieder gut. Das passiert aber mind. 20 mal am Tag und schlaucht mich völlig.

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Das kenn ich. Diese Trotzaustickanfälle sind übel.
Kann es sein, dass dein kind schon anfängt zu sprechen und das viel und gut?
Diese Trotzanfälle hängen nämlich direkt mit dem Sprachzentrum zusammen , und es ist nachgewiesen, je besser und schneller die Sprachentwicklung desto schlimmer und öfter die Anfälle.
Wir hatten das bei unserem Großen, aber so aus der ERinnerung hatte ich das Gefühl, die waren ein bisschen später so arg.
Was bei unserem gut funktioniert hat, ihn auf den schoß nehmen und einfach locker halten, er hat aber nie getobt, sondern nur Gebrüllt wie am spieß.
versuchs doch mal mit einfach daneben setzen. dann merkt er du bist da, akzeptierst ihn, aber du gibst trotzdem nicht nach. Versuch aber nicht ihn zu trösten, davon wird es eh immer nur noch schlimmer#zitter

viel viel Erfolg und gute gute Nerven!!!!
#klee#herzlich

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Hi,
erstmal glaub mir haben mehr Eltern solche Probleme als sie zugeben möchten. Und es ist auch erlaubt mal sauer auf sein Kind zu sein und nicht 24 Stunden am Tag vor Liebe zu zerfließen.

Ich bin mit meinem inzwischen 5 jährigen auch oft an meine Grenzen gestoßen. Gerade das Hauen war für mich schlimm. Da hilft nur die Hand fest halten und schimpfen. Kurze Sätze und ruhig wüten. Auch ins Zimmer schicken um sich zu beruhigen hat gut funktioniert. Ich hab gelernt konsequent zu sein, Szenen auszuhalten aber auch mich zu reflektieren. Meistens übernehmen Kinder die Launen der Eltern, eine aufbrausende Art und oft hab ich Launen von meinem Sohn noch verstärkt weil ich falsch reagiert habe. Aber Ad hoc immer richtig reagieren ist auch nicht leicht. Ich hab manchmal einfach zu viel Palaver gehalten und bin eingeknickt was die Konsequenz betrifft. Auch musste ich befreifen nicht gerade mit ihm einkaufen zu gehen, wenn wir gerade im Schwimmbad waren und er hungrig und müde war. So ein mal schnell in den Supermarkt funktionierte einfach nicht immer. Auch hab ich gelernt mich bei meinem Kind zu entschuldigen und mich auch zu vertragen wenn ich sehr sauer auf ihn war. Und siehe da er entwickelt sich trotzdem zu einem empathischen und sozialen Kind :-)

Als er mit ca. 25 Monaten in eine Betreuung kam hab ich auch drei Kreuze gemacht. Irgendwann war ich es einfach satt nur noch Mutter zu sein, zu kochen, spazieren zu gehen und Bauklötze zu stapeln.

Nimm Dir ruhig öfter Auszeiten. Ich hab Abends immer Sport gemacht, hab mindestens 1x im Monat ein Date mit meinem Mann und treffe mich wie es passt abends mal mit Freundinnen und dann schimpfen wir auch mal über unsere Kinder, heulen uns aus und stelle am Ende trotzdem fest wie toll es ist Mama zu sein.

Kinder erziehen ist nun mal nicht leicht und Fehler sind erlaubt.

Alles Gute #winke

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Danke, du sprichst mir sooo aus der Seele... Wobei ich denke, dass ich es auch länger zu Hause schön gefunden hätte, wenn es nicht ständig diese extremen Konfliktsituationen geben würde und mein Adrenalinspiegel nicht dauerhaft jenseits von gut und böse wäre.

Wie lief denn eure Eingewöhnung?

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Mein Sohn war erst bei einer Tagesmutter die nur noch 1 Kind zusätzlich betreute. Das lief perfekt. Sie konnte sich ganz auf ihn konzentrieren und war allgemein eine tolle, engagierte Frau. Im Kindergarten ab dem dritten Geburtstag lief es auch gut. Er blieb auch schon immer gut bei Oma und Opa. Wahrscheinlich war er auch mal froh von zu Hause raus zu kommen. Natürlich gab es auch Tage wo er am liebsten zu Hause geblieben wär aber das war nicht schlimm.

Ich hab ab 1,5 Jahren auch gemerkt das er schon in eine Betreuung gekonnt hätte. Irgendwann brauchen Kids auch mehr Aktion und andere Kinder. Die einen früher und die anderen später.

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Du ich kann dich absolut verstehen. Mein kleine wir jetzt bald 2 und ich bin als am Ende mit ihr. Sie haut mich, bekommt Wutanfälle, ärgert ihren Bruder (5 Jahre) sodass es dann Zoff gibt und er auch rumtobt. In diesen Momenten würde ich die beiden gern mal 5 Minuten wegzaubern, ganz ehjrlich. Auch ich denke mir immer: Wie machen das andere Mamas. Die sehen immer so erfrischt und gut gelaunt aus???
Abe rich denke das ist Fassade.

Oder bin ich nicht belastbar genug? Ich weiß es nicht.
Jedenfalls arbeite ich noch Teilzeit, hab den Haushalt.
Ich stoße auch an meine Grenzen und habe an manchen Tagen so richtig die Schnauze voll....und bin froh wenn die kleinen "Monster"im Bett sind.:-)
Ich denke du bist auch nur ein Mensch der mit einem Kleinkind eben viel zu tun hat. Man kann nicht immer gut gelaunt sein und alles süüüüüß finden von den Kindern.
Sondern man darf auch genervt sein. Ich zeige meinen Kindern auch wenn ich Sauer bin!

lg Jeanette, Luca und Sophia#sonne

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Hallöchen!

Erst mal glaube ich nicht das du etwas falsch machst. Es gibt Kinder die sind einfach forderner als anderre.
Jemand weiter oben schrieb du sollst Konsquenter sein, wegen der Figur aus dem Schrank, du hast ja nicht geschrieben das er sie nur weil er Tobt die bekommt. Ich denke du bist da Konsequent genug, es gibt einfach Kinder die sich da immer wieder versichern müssen.

Das er bei deinen Eltern das liebste Kind auf der Welt war glaube ich gerne. Es gibt da einen Spruch den ich immer wieder gerne verwende.
Kinder reiben sich immer an denen deren sie sich sicher sind. Er weiß das du ihn überalles liebst. Glückwunsch eure Bindung stimmt. Deine Eltern, kennt er zwar, aber deren Liebe ist er sich nicht so ganz gewiss, also testet er da auch nicht am Ende setzen sie ihn im Wald aus. Das ist ein ganz normales Verhalten bei Kindern.

Wir hatten ein Mädchen in der Kita, die Familie kannten wir schon von den Geschwistern. Die kleine war auch so eine Marke wie du deinen beschreibst, die großen waren viel pflegeleichter und waren den Eltern "gut geraten". Also man konnte schon davon ausgehen das die Eltern wussten was sie tun, aber die kleine war einfach ein ganz anderer Typ. Das hatte auch nichst mit fehlender Konsequenz zu tun. Jedes Kind ist ein Individum und es gibt nicht das Patentrezept.

Ich bin prinzipell auch kein Freund der frühen Betreuung, in eurem Fall aber denke ich auch das es das gesamte Bild entzerren könnte. Es ist übrigens ein Irrtum zu denken man muss nur viel raus gehen um das Kind auszupowern. Solche Kinder brauchen meist Gehirn Futter um wirklich ausgelastet zu sein.

Was ich dir noch raten mag, und das ist nichts wofür man sich schämen muss, nimm Kontakt zu einer Erziehungsberatung auf.

Das hat nichts mit "die Eltern haben versagt" zu tun. Aber wenn man so ausgebrannt ist sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht da kann es viel bringen wenn mal jemand anderres auf die Sache schaut. Manchmal sind es einfach ganz kleine Sachen die man in seinem Verhalten nur verändern muss um eine Eingebrannte Situation zu klären. Bei euch z.B. das Wickeln am Morgen.

Meine Tochter hat eine Zeitlang bei jedem Spaziergang mit dem Hund einen Tobsuchtsanfall bekommen da sie die Hundleine wollte. Unser Hund ist ein Jagdhund, wenn der los rennt muss auch ein Erwachsene schauen das er ihn hält.

Ich habe Tagelang mit ihr gerungen und erklärt, bis ich auf die simpelste Lösung kam. Ich habe zwei Leinen mitgenommen. Eine habe ich in der Hand und eine das Kind, schon war die Situation entspannt.

Dann gibt es noch einen Eltern Kurs den die Erziehungsberatung die zu ins in die Kita kommt um Eltern zu beraten gerne empfiehlt

http://www.sesk.de/content/start.aspx

Die soll wirklich gut sein, ist von Deutschen Kinderschutzbund, wir hatten mal eine Referrentin bei uns die ein wenig was erzählt hat und eine Kollegin hat auch schon einen Kurs mitgemacht. Auch unsere Eltern haben ihn sehr gelobt. Schau doch mal ob es so einen Kurs auch bei euch in der Ecke gibt.

So nun lass den Kopf nich hängen, das wird und spann wenn es geht und die Großeltern mögen die reuhig mal mit ein. Einmal in der Woche ein freier Nachmittag kann manchmal auch schon Wunder wirken.

Alles gute
Cloti

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Ganz tolle Antwort!! Schließe mich in allen Punkten an. :-)

Eine gute Freundin von mir hat auch einen sehr fordernden und anstrengenden Sohn. Er wird nächsten Monat drei und ich muss ehrlich zugeben, dass ich oft von ihm genervt bin (er schlägt unseren Hund und sagt bewusst, dass er ihn ärgern will; er ist sehr dominant, möchte alles bestimmen und haut meinen Sohn auch sehr viel). Bei ihr denke ich mir häufig, dass ich schon viel konsequenter und deutlicher im Aufzeigen meiner Grenzen wäre, aber ansonsten ist sie eine wirklich liebevolle, gute und auch beruflich pädagogisch fitte Mutter ... Sie sagt auch, dass er schon von Geburt an einfach anstrengender war ... Man kann nicht alles auf Erziehung schieben.

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Naja, Du willst es nicht hoeren, aber so extrem ungewoehnlich ist das nicht. Mein Sohn ist auch einer von der anstrengenderen Sorte, und mit 20 Monaten lief vieles bei uns so aehnlich ab, wie Du es beschreibst. Waere ich damals noch zuhause und 24/7 mit ihm zusammengewesen, moeglichst noch mit einem Mann mit 60h-Woche, dann waere ich sicher auch auf dem Zahnfleisch gegangen...

Da ich aber arbeite und mich den Grossteil des Tages ueber andere Dinge aergere, habe ich mich dann tatsaechlich trotzdem immer auf die Nachmittage mit meinem Sohn gefreut. Ausserdem uebernimmt bei uns auch der Papa etwa die Haelfte der Kinderbetreuung, so dass der Frust gerecht aufgeteilt war. Trotzdem kann ich mich gut erinnern, dass ich damals oft schon keine Lust hatte, mit ihm rauszugehen, weil das ohnehin in 99.9% der Faelle damit endete, dass ich mehr oder weniger gewaltsam ein bruellendes Kleinkind nach Hause schleppen musste, weil er muede, hungrig oder schlecht gelaunt war, unbedingt jetzt sofort ein Eis wollte, nicht auf den Spielplatz oder wahlweise nicht wieder dort weg wollte, ausgetickt ist, weil Kind X ein tolles Auto dabei hatte und ihm das nicht klaglos ueberlassen wollte, weil Kind Y ihn schief angeguckt hatte, etc. etc.... Die Liste ist endlos.

Die gute Nachricht: ES WIRD BESSER!!!! Kindergarten hilft, weil Mama und Kind da mal ein bisschen Abstand bekommen und sich voneinander erholen koennen. Oft wird es, gerade bei so anspruchsvollen Kindern, auch anders, wenn sie sprechen koennen. Bei uns hat das echt den Durchbruch gebracht. Jetzt (mit 3) ist mein Sohn zwar noch immer temperamentvoller und fordernder als das Durchschnittskind, aber ich empfinde ihn nicht mehr als besonders anstrengend. Wir kommen super klar.

Bis dahin, kann ich Dir nur gute Nerven wuenschen und raten, Dir regelmaessige Ausszeiten zu verschaffen, z.B. durch feste Grosselterntermine oder einen Babysitter oder so.

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Mädels, ihr seid einfach toll! Ihr glaubt gar nicht, wie gut eure Worte gerade getan haben und wieviel besser ich mich jetzt fühle!

Ich habe aus meinem Umfeld schon öfter zu hören gekriegt, dass das alles meine Schuld ist, wegen der ganzen "Schlepperei", "hinlaufen bei jedem Pieps", Famillienbett, lange Stillen und so. Aber wenn ich eure Erfahren lese dann fühle ich mich in meinem Gefühl bestätigt, dass viel einfach Persönlichkeits- bzw. Temperamentsache ist. (Übrigens bin ich gar nicht der Attachement Parenting Typ, das hat sich einfach alles so ergeben, weil er nichts anderes akzeptiert hat.)

Ich finde mich übrigens nicht inkonsequent, ich sage schon nein und lass mich dann meist (!) nicht von abbringen, allerdings nehme ich z.B. Gegenstände , auf die er scharf ist, die aber nix für seine kleinen Zerstörerhände sind, einfach aus dem Sichtfeld und versteck sie halt irgendwo. Meine Freundin meinte, es wäre sinnvoller, sie stehen zu lassen und ihm beizubringen, dass "nein" bedeutet, er solle da einfach nicht rangehen. Das fällt mir zugegeben sehr schwer, weil die Tobsuchtsanfälle so kräftezerrend sind... Und mein Nein istz ihm einfach wurscht. Und welche Konsequenzen soll ich denn für so einen kleinen Zwerg ziehen? Für's auf Zimmer schicken ist er doch noch etwas klein. Wie macht ihr das?

Und wie reagiert ihr in diesen Situationen der Totalverweigerung? Festhalten und zum Anziehen/Wickeln zwingen? So mache ich es dann irgenwann, aber ich finde es furchtbar, weil ich ihn richtig festhalten muss und es richtig brutal wirkt. Oder gibt es einen Geheimtrick, der mir bis jetzt nicht eingefallen ist? Oma kriegt es toll mit Ablenken hin, bei mir klappt das nicht ;)

Im Übrigen wäre die Kita schon bereit, ihn eher zu nehmen, in 2-3 Monaten. Allerdings wäre dann das Betreuungsgeld futsch und es kämen Kitakosten hinzu, wir müssen also erst mal hin und herrechnen, ob das klappt.

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Ich habe aus meinem Umfeld schon öfter zu hören gekriegt, dass das alles meine Schuld ist, wegen der ganzen "Schlepperei", "hinlaufen bei jedem Pieps", Famillienbett, lange Stillen und so. Aber wenn ich eure Erfahren lese dann fühle ich mich in meinem Gefühl bestätigt, dass viel einfach Persönlichkeits- bzw. Temperamentsache ist. (Übrigens bin ich gar nicht der Attachement Parenting Typ, das hat sich einfach alles so ergeben, weil er nichts anderes akzeptiert hat.)

Mumpitz, dann müsste mein Kind genau wie deines reagieren denn wir ziehen AP komplett durch, ok bis auf die Impfgeschichte die wird bei uns Konsequent verfolgt.

Ich bekomme aber sogar von meiner Schwiegermutter gesagt das ich wohl was richtig mache, und das will bei der Frau was heißen. Die anderre Schwiegertochter kann nähmlich nichts richtig machen, die kauft nach ihrer Meinung sogar die falschen Windeln.

Und wir haben unsere Wohnung aus soweit "entrümpelt" das sich unser Kind frei bewegen kann ohne das wir Angst haben müssen das etwas kaputt geht.
Denn unser Kind lebt nunmal auch hier, es soll sich hier wohl fühlen und die Wohnung genau so wie wir bewohnen dürfen.
Wie würde sich ein Erwachsener fühlen wenn er in seinen eigenen vier Wänden, in denen er sich Sicher und geborgen fühlen soll andauernt hört, nein das darfst du nicht und das auch nicht.

Trotzdem ist es für unser Kind kein Problem das wir z.B. bei Oma und Opa sagen das sie etwas nicht anfassen darf. Natürlich wird das auch getestet, aber das tun nun mal fast alles Kinder.

Warum also mehr Konflikpotenzial herraufbeschwören als nötig, das frustriert nur beide Seiten.

Wir haben aber auch Tage da findet sie anziehen ect. blöd. Gut das müssen wir dann manchmal durch. Allerdings weiß ich nicht wie es bei euch genau läuft. Manchmal kann es schon für das Kind ein blöder Zeitpunkt sein, er ist gerade in was vertieft und Mama kommt an und will jetzt wickeln, da ist Protest vorprogramiert. ( Deswegen mein Tipp oben mit der Erziehungberatung, vielleicht liegt es nur an deinem Timing )

Ich kündige halt an, lasse sie die Windeln aus dem Schrank suchen und die Waschlappen. Gehe mit ihr an den Schrank, wir suchen die Kleidung raus sie darf sie dann tragen ect.

Das klappt an den meisten Tagen, aber auch nicht immer, auch Kinder haben halt schlechte Tage und das versuche ich dann nicht persöhnlich zu nehmen.

Müssen wir Termine einhalten, schnappe ich sie mir auch und ziehe das Programm schnell durch. Das selbe mit dem Zähneputzen, findet sie blöd, aber bei mir hat damals keiner drauf geachtet mit der Konsequenz das ich in den Backenzähnen viele Füllungen habe. Das möchte ich bei ihr gleich vermeiden.

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Bei der totalverweigerung gab es bei mir 2 Möglichkeiten und ging davon ab, ob noch ein Wutanfall dabei war.

Mit Wutanfall: nicht weggehen und nicht in Arm nehmen, einfach nur da sein. Nach 5 min ist sie erschöpft in meinen Armen versunken und dann könnte man nach weiteren 5 min den Alltag fortsetzen.
Ohne Wutanfall: ich habe sie bspw. Mal ohne Hose ins Auto gesetzt. Denn sie wollte die Hose ja nicht anziehen. Mit anderen Worten ich blieb standhaft. Was ich aber dazu sagen muss, bei mir gibt es nur wenige Neins. Denn ich überlege vor einem nein, ob das Nein tatsächlich Sinn macht, damit mein Kind nicht irgendwann denkt, es heißt nein.

Ansonsten klare Regeln, aber kein Korsett.

;-)

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HeyHo!

Also erstmal nicht verzweifeln! Ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst.
Und ich sag dir, wenn er in die Krippe kommt, wird es besser. Ich glaube einfach er merkt das du von ihm angenervt bist und deine Stimmung überträgt sich auch auf ihn. Deswegen war er bei seinen Großeltern auch ausgeglichener. Kannst du ihn vielleicht regelmäßig zu ihnen bringen? Du wirst deinen Sohn auch wieder viel mehr und besser genießen können, wenn ihr euch zeitweise nicht seht. (evt sogar übernachten?) Ganz ehrlich, wenn ich mit einer Person 24h verbringen müsste, würde mich das auch irgendwann langweilen/ nerven/ frustrieren ( das trifft auf euch beide zu).
Ich hab auch Tage wo ich einfach kein Bock auf meinen Sohn habe weil das einfach mal menschlich ist, sowie ich auch mal kein Bock auf meinen Partner habe oder meine Eltern. Mein Kind merkt das sofort. Klammert mehr, hört schlechter, macht Blödsinn und nervt mich dadurch nur noch mehr. Zum Glück kann ich das mittlerweile gut erkennen und dann frag ich meistens seine Großeltern oder seinen Vater ob sie ihn nehmen können (und das gerne dann auch mal über Nacht) Ich geh dann einfach irgendwohin. Seis shoppen, lesen, ausgehen oder einfach nur spazieren. Meine Ruhe haben. Abschalten. Frau sein und nicht Mutter.
So ist das und ich glaube dir fehlt das auch.