Hilfe! Wie löst Ihr sowas??

Guten Morgen, liebe Mir-Mamis,

kennt Ihr das auch?

Kind, 2 Jahre und 3 Monate alt, ist vom Prinzip her eigentlich ein freundliches Kind, entwickelt aber plötzliche Anfälle von Trotz, Schreierei und Jähzorn?

Dann geht es "Mama weg!!!" und "Will nicht!!!" in einer Tour, es wird geheult, getreten, gebockt.

Bei uns ist das schon einige Wochen so, einen Tag besser, einen Tag ganz schlimm.

Ich gestehe, dass ich Mühe habe, a) das durchzustehen ohne selbst auszuflippen und b) da einen richtigen Weg zu finden, erzieherisch meine ich.

Es ist nicht so, dass ich nicht schon einiges versucht hätte. Ignoranz, Geduld, freundliches Entgegenkommen, aber auch laut werden, schimpfen...

... und es kam auch schon vor, dass ich mein Kind dann grob angefasst habe. Ich schäme mich dafür sehr, aber... es kam vor.

Ich möchte, dass mein Kind lernt, auf mich zu hören. Das tut er aber höchst selten und manchmal denke ich, er hat ein Gespür dafür, wann es mir besonders wichtig ist. Dann macht er es gerade nicht.

Er fängt an, mir auf der Nase herumzutanzen und ich weiß nicht, wie ich dem entgegentreten soll. Er wirft zum Beispiel vor meinen Augen Dinge auf den Boden und wenn ich sage "Heb es bitte wieder auf" dann sagt er "Mama macht das."

Ich möchte nicht, dass er lernt, mich hier als Hausangestellte zu sehen, ich möchte, dass er tut, was ich ihm sage. Aber aus so banalen Dingen entstehen dann hier wahre Machtkämpfe, die in Geschrei und Geheule enden. Manchmal auf beiden Seiten.

Langsam schinden mir wirklich die Kräfte, ich bin vor allem sehr traurig darüber, dass manche Situationen wirklich nur gelöst werden, indem ich ihn dann packe, in sein Zimmer schiebe und ihm sage, er soll erst wieder rauskommen, wenn er lieb ist.

Ich könnte mich noch ewig ausweinen bei Euch, aber ich lasse es mal hierbei.

Wie kommt Ihr mit Trozphasen klar? Und wie mit Momenten, in denen Ihr die Geduld verliert? Man kann doch nicht IMMER geduldig und konsequent reagieren, ich zumindest kann das manchmal nicht, dann platzt mir einfach der Kragen. Dann klingelt sein Geschrei so in meinen Ohren, dass ich ihn einfach nur noch weit weg von mir haben möchte.

:-(

Habt Ihr Ratschläge?

1

"Er fängt an, mir auf der Nase herumzutanzen und ich weiß nicht, wie ich dem entgegentreten soll. Er wirft zum Beispiel vor meinen Augen Dinge auf den Boden und wenn ich sage "Heb es bitte wieder auf" dann sagt er "Mama macht das."
Ganz normales Austesten. Bei mir hat sich quasi die Welt aufgehört zu drehen, wenn so etwas vorgekommen ist. Ich hab es NICHT aufgehoben und hab meinem Kind gesagt, dass es den Raum nicht verlässt, bevor der Gegenstand aufgehoben wurde. Da muss mein Zeit und Geduld haben, dann geht das schon.

LG H. #klee

2

Scarlett fängt auch so langsam an...

Ich denke, jeder muß da seinen eigenen Weg finden, ich fand das Buch "Smart Love" in der Hinsicht gut, dass ich öfter ruhig bleibe!
Aber immer kann ich das leider auch nicht.

Ich lasse sie toben (mein Mann gibt natürlich nach), und wenn sie dann so langsam wieder runter kommt, nehm ich sie auf den Schoß und sag ihr, warum ich das gemacht/gesagt habe, was ich von ihr erwarte. Oftmals klappt das ganz gut, sie scheint dann verständiger!

Beispiel: Kind will Salzstangen essen, und schmeißt aus diesem Grund das Brot ect. auf den Boden. Ich sage: "Iss dein Essen, dann bekommst du auch Salzstangen. Schmeißt du dein Essen auf den Boden, bekommst du keine!".
Flippt sie dann aus, schmeißt mehr Essen auf den Boden, wütet und tobt, laß ich sie. Irgendwann wird sie wieder ruhiger und schluchzt, dann nehm ich sie auf den Schoß und sage ihr freundlich aber bestimmt, dass sie ihr Essen nicht auf die Erde werfen darf. Sie soll ihr Essen aufheben, ein bißchen Brot essen- dann gibt es auch Salzstangen.

Und meistens macht sie es dann auch, manchmal regelrecht dankbar. Sie wüten ja nicht mit Absicht, und ich weiß, wenn ich ruhig bleibe, erreiche ich mehr.

Aber wie gesagt- ich kann auch nicht immer ruhig bleiben!

3

Hallo,

ich versuche im Normalfall auch ruhig zu bleiben. Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, ich schaffe es nicht immer. Dann wird auch schon mal zurückgeschrien. Nicht grad pädagogisch wertvoll, aber ich bin ja auch kein Roboter.

Wenn meine Große (nächsten Monat wird sie 3) rumbockt, schreit und brüllt, dann sage ich ihr einmal recht normal, sie solle bitte ruhiger werden und mir sagen, was sie möchte (das kann man nämlich in der Lautstärke dann nicht unbedingt heraushören ;-)). Tut sie es nicht, gehe ich aus dem Raum, meistens rennt sie schon freiwillig ins Kinderzimmer und dann ist auch recht schnell Ruhe. Wenn sie weiterhin brüllt, sage ich ihr: Ich verstehe dich nicht, wenn du so brüllst. Wenn du was von mir möchtest, sage es vernünftig (also nicht wortwörtlich, aber die Aussage ist die gleiche).

Schmeisst sie Sachen weg oder will sie nicht aufheben, frage ich sie einmal und drohe ihr dann Konsequenzen an: Wenn du das Spielzeug nicht aufhebst, dann hebe ich es auf und lege es so weg, dass du nicht mehr damit spielen kannst.

Zu Glanzzeiten war mehr Spielzeug bei mir im Schlafzimmer (und dadurch für die Beiden unerreichbar) als im Kinderzimmer. Aber es hat gewirkt. Meistens hebt sie es nach der Konsequenzandrohung selbst auf.

Ich persönliche halte es für wichtig, dass die Kinder auch mal erfahren, dass die Eltern nicht immer "lieb", "leise" und "freundlich" sind. Auch Eltern sind fehlbar. Sie müssen nicht immer wie Uhrwerke funktionieren. Das machen andere Menschen auch nicht.

Wichtig ist es aber in meinen Augen auch als Eltern Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen.

Gruß
Sandra

9

#ole#pro

4

Hallo
das Verhalten von deinem Kind ist vollkommen normal und glaub mir ,es wird noch schlimmer werden,aber es sind wirklich alles nur Phasen ,die mal kürzer und mal länger dauern.Auch dein Verhalten finde ich normal und du musst dir kein schlechtes Gewissen einreden.Authentische Mütter erreichen viel mehr und man kann auch mal laut werden.
Es gibt Kinder die sich in sein Schreien reinsteigern ,die anderen beruhigen sich schnell.Bei meinem Sohn hilft nur Konsequentz.Also wenn er mit Sachen schmeißt und nicht aufheben will dann,wird er so lange zu den Sachen zurück geholt ,bis er das endlich gemacht hat.Wenn er rum bockt ,bleibe ich bei ihm sitzen und warte bis er sich beruhigt hat.Manchmal rege ich mich auch auf aber da merke ich immer,dass er dann noch mehr auf stur stellt.
Ins Zimmer schicken finde ich nicht gut , das verstehen die Kinder in diesem Alter noch keinen zusammenhang,zwischen bocken und im Zimmer beruhigen .ich mache das nur bei unserem 6 jährigen ,da sage ich aber "Komme erst raus, wenn du dich wieder beruhigt hast!" Denn lieb sind die Kinder immer,lieb zu sein hat nichts mit bocken zu tun,da muss man schon genau auf die Situation ansprechen.
Du must euren Mittelmaß selber rausfinden ,denn jedes Kind ist anders und reagiert auch anders auf die Reaktionen der Eltern.
Wichtig ist konsequent zu bleiben.

LG Ewa




5

Ich danke Euch schon mal... ein wenig beruhigt es mich ja schon, dass es mir nicht allein so geht.

Eben schon wieder: er macht beim Frühstück nur Unsinn, ich ermahne ihn zweimal, sage beim dritten Mal "Schluss jetzt. Iss Dein Toast oder ich nehme Dir den Teller weg."

Da wirft das Kind die Gabel nach mir und trifft mich sogar am Kopf!?

Ok, DAS war sicher nicht seine Absicht. Trotzdem hat er ja nicht mit der Gabel nach mir zu werfen. Ich ihn also genommen und in sein Zimmer gebracht. Dort hat er eine Weile gemosert und gejault, dann bin ich hin, habe gesagt dass er wiederkommen darf wenn er jetzt lieb ist und dass es nicht ok ist, die Gabel nach mir zu werfen.

Er ist jetzt wieder ruhig...

Wenn mich das alles nicht nur immer so viel Kraft und so viel Adrenalin kosten würde! :-(

6

Hallo,

ich kenne das natürlich auch. Meine Tochter ist nun 2 geworden.
An schlimmen Tagen habe ich natürlich auch zurückgeschrien, irgendwann kann man einfach nicht mehr. Ich habe allerdings gemerkt, dass es mit Schreien einfach schlimmer wird, das Kind dreht hoch, man selber ist wütend und dann tuts einem ja doch wieder leid.

Ich hab fest gestellt, dass es mit ruhigem Erklären und Konsequenzen androhen besser ist, als mit sinnlosem Geschrei. Wenn es also draußen wie aus Gieskannen schüttet und sie möchte Sandalen anziehen, erkläre ich ihr, dass es draußen regnet und wir die Gummistiefel brauchen. Wütet sie dann, sag ich es nochmal ruhig und erklär, dass wir dann eben nicht raus gehen können. Meist klappt es dann nach dem Satz.

Ich gebe auber offen zu, dass es Tage gibt, an denen man, auch wenn man es sich dolle vornimmt, nicht ruhig bleiben kann.

Generell aber habe ich gemerkt, dass natürlich das eigene Kind immer entspannter wirkt wenn man selbst entspannt bleibt.
Einfach vor dem Losschreien inne halten, tieeeeef Luft holen und dann ruhig versuchen, es zu erklären.

LG Steffi

7

Der Text könnte von mir geschrieben sein.

Allerdings habe ich zusätzlich noch erschwerend einige Faktoren dazu.

Mein Kind ist entwicklungsverzögert.
Er spricht nicht und versteht mit größtenteils nicht.

Zudem bin ich gesundheitlich sehr angeschlagen und habe momentan kaum Kraft mich dem Ganzen anzunehmen. Mein Mann? Unterstützung??! Fehlanzeige...


Ich bin auf Tips gespannt!

8

dein kind testet, ist doch normal und wichtig, wenn es was auf den boden hebt und es nicht aufhebt, entweder du lässt es liegen oder du hebst es auf und tust es weg für den tag.

wenn er schreit, geh einfach lass ihn stehen, so kann man ihn ja nicht verstehen, sag es ihm auch so.

10

Hallo,

ich glaube, wenn man ehrlich ist, geht es jedem oft so in diesen Trotzphasen. Hab bis zu unserer - jetzt 26-monatigen Tochter - auch nicht gedacht, daß man bestimmte Sachen soooooo ausreizen kann ;-)
Ich bin zudem nicht gerade ein geduldiger Mensch (obwohl es sich mit meinem reifen Alter schon gebessert hat)....aber umgekehrt seh ich auch oft den ssssssuuuuper ruhigen Papa auf der Terrasse sitzen und geistig Schäfchen zählen #rofl.....

Bei unserem extremen Trotzkopf ist die wirklich schlimmste Situation, wenn Du als Erwachsener einfach GENAU siehst, DAS ist jetzt eine Verhaltensart, bei der sie sich schwer verletzen könnte (leider hat Nina vor nichts Angst). Ich will dann auch nicht ausflippen, weil das genau das Falsche in dieser Situation wäre. Also halte ich sie z.B. fest, weil sie mir sonst (übrigens vorgestern passiert) mit dem Kopf an die Tischkante knallt. Worauf sie sich wieder los reißt und schreit "alleine machen" (was - wie eine Vorschreiberin bereits schrieb - auch aufgrund ihres Kreischens schwer zu verstehen ist).
Kurzum: sind es ungefährliche Geschichten, kündige ich ihr Konsequenzen an (wenn Du jetzt weiter so xxxy machst, dann ist Schluß) und zieh es auch durch. Da lass ich sie dann auch alleine im betreffenden Zimmer stehen, wenn es sein muß. Ist es eine gefährliche Situation, schnapp ich sie mir sofort - wenn es sein muß, auch mit Treten etc. ihrerseits.

Lieben Gruß - Bea

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