Geld in ETF Fonds anlegen - Wo Beratung?

Guten Abend,

Ich habe momentan ca. 50 000 € auf Tagesgeldkonten, auf denen ich dementsprechend wenig Zinsen bekomme. Zusätzlich lege ich per Dauerauftrag jeden Monat 500 € auf diese Konten zurück. Nun habe ich von verschiedenen Seiten den Tipp bekommen doch in ETFs anzulegen. Das sei auf lange Sicht sicher und gibt weit höhere Zinsen als die Tagesgeldkonten.

Ich habe ein Onlinekonto bei der DKB und auch ein normales Konto bei der Sparkasse. Ich habe mich kurz bei Google etwas eingelesen, hier bekommt man gleich ein paar Namen für große und relativ sichere Fonds, die den MSCI World nachbilden.

Meine erste Idee war mich bei der Sparkasse beraten zu lassen, jedoch hieß es dazu, dass diese nur Fonds anbieten, die aus ihren eigenen Aktien zusammengesetzt sind, also nicht den realen Markt abbilden (wenn ich das jetzt richtig wiedergebe). Die Sparkasse sei also nicht der beste Ansprechpartner.

Nun frage ich mich aber wie ich das ganze angehe?? Ich scheue mich jetzt schon davor für einen fünfstelligen Betrag einfach so Aktien zu kaufen bei DKb online. Wenn ich doch nichts davon verstehe.

Oder aber die 500 €, die ich monatlich zurücklege, in einen Sparplan zu geben.

Bei DkB online scheint es keine persönliche Beratung zu geben.

Habt ihr noch Tipps oder wisst ihr, wo man sich beraten lassen kann??

Zusätzlich weiß ich nicht wann ich das Geld brauchen werde. Auf lange Sicht würde ich gerne ein Haus kaufen, jedoch kann das Traumhaus nächste Woche auf den Markt kommen oder erst in 2 - 5 Jahren.

Bin für Tipps dankbar!

Viele Grüße

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Es ist relativ einfach: Wenn Du Dich von jemand beraten lässt der auch was verkaufen kann wird es niemals objektiv sein aufgrund Provisionen (also Bank, Finanzmakler, MLP etc). Schaffe Dir selbst die Basis!

Von Finanztest gibts ein Extraheft zum Thema ETFs, was wirklich Basiswissen vermittelt. Generell zum Thema Finanzen finde ich den Podcast (zb auf Spotify) und Blog von Madame Moneypenny (auch auf Facebook zu finden) ganz gut, um Gedankenanstösse zu bekommen. Dort zb auch die Themen wie man das Finanzthema angehen kann (wie Sparrate vergrößern, wie viel auf Tagesgeldkonto im Zugriff haben, wie Depot aufbauen etc). Von dort aus kannst Du Dich zu weiteren Infos vorarbeiten (Bücher, YouTube etc)

Das Netz ist voll von Infos, bitte vertraue nicht einer einzelnen Person (die womöglich noch an Dir verdienen will!) und kaufe bitte nichts, was Du vom Prinzip her nicht verstanden hast (ich zB möchte keinen Vertrag zur Altersvorsorge unterschreiben, den ich nicht verstehe, was Kostenstrukturen etc., also das „Kleingedruckte“, angeht).

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Wenn du Immobilien kaufen möchtest und das innerhalb der nächsten 10 Jahre, solltest du das Geld dringend auf dem Tagesgeldkonto lassen, weil du es dann brauchst. Die niedrigen Zinsen dann entsprechend halt auch einkalkulieren.

Aktien/fonds (also auch ETF) sind eine langfristige Anlage mit Anlagehorizont über 15 Jahren, für deine Zwecke also ungeeignet.

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Beispiel dazu: Gerne empfohlen wird ein Fonds auf den Weltaktienindex MSCI World, prinzipiell keine schlechte Wahl, aber:

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase und 9/11 ist dieser Aktienindex über die nächsten 3-4 Jahre um über 50% abgestürzt und hat 13 (!!) Jahre gebraucht um wieder auf seinem ursprünglichen Stand zu sein.

Wenn du sowas aussitzen kannst, weil du das Geld erst zur Rente brauchst - okay.
Wenn du das nicht aussitzen kannst, weil du das Geld eigentlich zum Hauskauf bräuchtest - schlecht.

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Kannst du bitte mal eine Grafik dazu liefern!?

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Ich bin auch bei der DKB und habe es ohne Beratung und Vorerfahrung gemacht. Du kannst dort kostenlos ein Depot eröffnen, nach ETFs suchen (die, die ich genommen habe, hab ich immer irgendwo empfohlen bekommen, Zeitschriften/Internetblogs) und anlegen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit kannst du vorm Anlegen selbstverstandlich prüfen. Gebühren (die sind unschlagbar gering) bekommst du vorher mitgeteilt. Ich hab vorsichtig angefangen, mit kleinen Summen probiert und baue nun auf. Ich bin voll und ganz zufrieden.

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Hi

Ich fürchte eine kostenlose und neutrale Beratung wirst du nirgends bekommen.

Dir muss halt klar sein, dass es Börse ist, und die kann nach oben und nach unten gehen! Auf lange Sicht ist es im Schnitt allerdings wirklich immer nach oben gegangen.

"Zusätzlich weiß ich nicht wann ich das Geld brauchen werde. Auf lange Sicht würde ich gerne ein Haus kaufen, jedoch kann das Traumhaus nächste Woche auf den Markt kommen oder erst in 2 - 5 Jahren."

Fünf Jahre sind nicht wirklich lange. Und zwei schon gar nicht!

Du hast zwei Möglichkeiten:
- du investierst trotzdem in einen ETF, hast aber das Risiko dass du dann mit Verlust verkaufen musst
- du lässt das Geld für das Haus am Konto.

Ich selbst investiere auch in ETFs und Aktien, lese im Netz und mache es ohne klassische Beratung. Und nur mit Geld, das nicht anderweitig verplant ist und nur langfristig = zehn Jahre plus!

LG

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Ich persönlich denke nicht, dass Du für ETF Fonds sehr viel Beratung benötigst.

Der DAX ETF bildet die deutsche Wirtschaft ab. Durch den ETF unterliegst Du nicht stark den Schwankungen einzelner Aktien (zB Bayer, Wirecard), nimmst aber auch nicht an den Dividenden teil.

Die Frage, in welches ETF Du investierst, liegt dem zugrunde, welcher Wirtschaft Du vertraust. Bei USA gibt es den SP500, in Deutschland den DAX.

Da die Steigerungen der ETFs gegenüber den Aktien geringer sind, möchtest Du hohe Managementgebühren von Banken oder Vermögensberater vermeiden. ETFs haben an sich schon eine Fee, die der Anbieter nimmt. Mit es wäre schade bei einer jährliche Steigerung von 5% mehr als 1% in Managementfees abzugeben.

Bei ETFs wäre die beste Möglichkeit über ein Online Depot direkt zu kaufen. Alles was es dazu zu wissen gibt, steht im Internet. Das Finanzinstrument ist nicht komplex und solange man bei den Hauptwirtschaften der Welt bleibt, nicht risikoreich.

Was bei exotischen Investitionen beachten muss, ist das Währungsrisiko, was mit dazu kommt.

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Wir investieren auch in Etf‘s und haben das Depo bei der Comdirect. Mein Mann hat sich eingelesen und im Prinzip ist es kein Hexenwerk.
Wenn deine 50.000€ bzw. dein Geld grds. für Eigentum sein sollen, würde ich zumindest die 50.000€ sicher anlegen. Also blödestensfalls auf dem TG-Konto lassen. Wir haben die wichtigsten Reserven auch nicht in ETFs und nur einen monatlichen Sparplan. Bei der Comdirect kann man den monatlich ändern, also dadurch auch mal mehr oder mal weniger ankaufen. Verkaufen kann man ebenso schnell und unkompliziert und den ETF auf nach oben oder unten absichern. Also zusehen, dass automatisch verkauft wird, sollte ein bestimmter Kurs über-oder unterschritten werden. Somit hat man ja etwas mehr Sixherheit. Grds. sollte man Verluste aber natürlich immer theoretisch einkalkulieren. Aber du könntest ja auch nur einen Teil deiner monatlichen Sparrate in ETFs investieren und die Gewinne theoretisch regelmäßig abschöpfen und aufs Tagesgeldkonto legen.
Es ist richtig, dass nicht alle Banken alle ETFs
anbieten und es auch Unterschiede gibt, welche Bank, welchen ETF ohne Ausgabenaufschlag anbietet. Grds. finde ich es nicht schlimm, sich durch einen Makler oder eine Bank beraten zu lassen, selbst wenn sie dann dafür Provisionen erhalten. Ich hatte das vor einigen Jahren über einen Makler regeln lassen und er hat dafür dann auch immer geschaut, ob es sich lohnt irgendwo umzuschichten. Mein Mann hatte mal einen Makler, den das alles allerdings so gar nicht interessierte. Da muss man dann also genau schauen

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