Auflösungsvertrag während Mutterschutz

Hallo ihr lieben,

Ich hoffe jemand von euch kennt eine Antwort auf meine verzwickte Situation.
Die Firma für die ich arbeite(te) hat letzte Woche "betriebsbedingt" 50% der Belegschaft entlassen, und unter anderem stehe ich mit auf der Liste. Da ich momentan schwanger bin (10ssw) wird es nicht so einfach mir zu kündigen, allerdings wurde schon angekündigt dass sie auf jeden Fall versuchen werden eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, bzw mir dann direkt nach der Elternzeit kündigen werden.
Auf der anderen Seite wurde mir auch ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung angeboten, den ich nach einigem Nachverhandeln wahrscheinlich auch annehmen werde.

Wie sieht das jetzt aus, da sich die Firma an Kündigungsfristen halten muss wäre ich noch bis zum 31.08.20 dort angestellt, mein Mutterschutz würde Anfang August losgehen und dann bis Mitte November laufen, danach elterngeld.
Wer würde für die Zahlungen ab 01.09 aufkommen, während ich noch im Mutterschutz bin?
Und wie genau wird dann das elterngeld berechnet? Soweit ich weiß aus dem durchschnittlichen Gehalt der 12 Monate vor Antritt des Mutterschutzes, also ja theoretisch aus meinem Gehalt bevor der Aufhebungsvertrag gültig wurde, oder?

Danke euch schonmal, hoffe es ist halbwegs verständlich 😊

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Hallo, ich war in einer ähnlichen Situation und habe den Aufhebungsvertrag unterschrieben. Und ich habe es nicht bereut, schon alleine wegen dem psychischen Stress. Wenn sie dich los werden wollen, werden sie einen Weg finden, d.h. nach der Elternzeit wirst du so oder so etwas neues suchen müssen.

Allerdings darfst du dich nicht unter Druck setzen lassen wegen der betriebsbedingten Kündigung in der Schwangerschaft: diese ist sehr schwer durchzusetzen und funktioniert i.d.R. nur bei kompletten Betriebsschließungen, was bei euch nicht der Fall ist soweit ich dich richtig verstanden habe. Auch bei einer Kündigung nach dem Mutterschutz bzw. Elternzeit muss der AG vertraglich vereinbarte Kündigungsfristen einhalten. Ich würde versuchen mit dem AG zu verhandeln. Sag, dass du nur unterschreibst, wenn du bis Ende des MuSchu zzgl. deiner regulären Kündigungsfrist angestellt bleibst. Außerdem sollte bei der Abfindung etwas mehr rausspringen wenn du freiwillig auf deinen Kündigungsschutz verzichtest. Jeder Aufhebungsvertrag ist eine Verhandlungssache, lass dich nicht unterkriegen und überlege dir genau, was du möchtest und wie du es dir vorstellst. Und lass den Vertrag durch einen Anwalt prüfen.
Außerdem solltest du dir Gedanken über die Krankenversicherung machen. Ohne AG bist du nur solange versichert bis das EG ausläuft. Schaue ob du in die Familienversicherung darfst.
Ah ja, die Sperre ist sehr wahrscheinlich unvermeidlich. Deshalb sollte die Abfindung so hoch sein, dass sich das ganze finanziell lohnt.

Fazit: alles genau durchdenken und durchrechnen, deine Forderungen aufstellen, ruhig bleiben, nur unterschreiben wenn es für dich passt. Viel Erfolg!

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Endet dein Vertrag im Mutterschutz übernimmt im Anschluss die Krankenkasse die volle Zahlung des Mutterschaftsgeldes, so war es zumindest bei mir 2016. Das Elterngeld berechnet sich in deinem Fall aus deinem Lohn August 2019 bis Juli 2020, Monate mit Mutterschaftsgeld werden ausgeklammert. LG

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Mutiges Halbwissen, aber ich behaupte, dass es ein Unterschied ist, ob ein Vertrag endet (Befristung endet eben und wird nicht verlängert / entfristet) oder ob der Vertrag mittels Aufhebungsvertrag beendet wird. Im Falle eines Aufhebungsvertrages erhält man ja i.d.R. eine dreimonatige Sperre beim Arbeitsamt. Es würde mich wundern, wenn die Krankenkasse bei Vertragsende aufgrund eines Aufhebungsvertrages "so einfach" in die Bresche springt. Da würde ich mich an Stelle der TE mal bei der Krankenkasse erkundigen.

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Bei der Krankenkasse anrufen und nachfragen macht auf jeden Fall Sinn. Ich hatte ja auch extra dazu geschrieben dass es zumindest bei mir so war. Ich erhebe da keinen Anspruch von Allgemeingültigkeit. Mein Vertrag ist allerdings tatsächlich aufgrund der Befristung im Mutterschutz ausgelaufen.

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Das ist ein Thema, dass ich mit einem Fachanwalt besprechen würde. Nix für ein Forum.

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Danke für eure Antworten.
Ich versuche jetzt schon seit einigen Tagen jemanden von der Elterngeldstelle meiner Stadt zu erreichen, aber da ist leider weder persönlich noch telefonisch jemand zu erreichen.
Einen Termin bei einem Anwalt für Arbeitsrecht habe ich schon, hoffe die kennen sich auch mit dem Thema elterngeld aus.

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Informiere dich dann auch wie deine Krankenversicherung geregelt ist, wenn du länger zuhause bleiben willst. Bist du verheiratet und kannst zu deinem Partner in die Familienversicherung?
Ich kenne mich da nicht gut aus aber weiß dass das bei einer Freundin von mir zum Problem wurde, da ihr Mann privat versichert war! :-)

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Fürs Elterngeld brauchst du keinen Anwalt. Das errechnet sich natürlich aus den 12 Monaten vor der Geburt bzw. dem Mutterschutz. Siege Gesetz.

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Ab dem 1.9 bekämst du Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes von deiner Krankenkasse.

Beitragsfrei versichert wärst du nur, so lange du Elterngeld bekommst (also maximal 22 Monate)

Ich persönlich würde den Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben.

Du solltest auf jeden Fall einen Anwalt prüfen lassen!