Krankschreiben lassen oder BV erbitten?

Halloo,
ich bin aktuell Ende der 14. SSW!
Dies ist meine zweite Schwangerschaft und anders als bei der ersten ist mir dauerübel(gelegentlich erbrechen), ich bin unendlich schlapp und habe seit nun mehr als einer Woche ziemliche Kopfschmerzen (Stirn + Schläfen)!
Ich arbeite bei einem Drogeriemarkt und fange morgens um 6 an (04:30 aufstehen)... Dort geht es los mit Paletten ziehen, Ware verräumen und Regale aufräumen...d.h. bücken, strecken, heben usw. In dauerschleife. Wenn ich Glück habe kann ich nach 3 Std das erste mal an die Kasse manchmal geht das aber auch 6 Std so durch.
Danach bin ich ehrlich gesagt ziemlich platt. Mache um 13:30 Feierabend und hole meinen 2 jährigen Sohn um 14:00 aus der Kita.
Um 20:30 falle ich tot ins Bett und finde einfach nicht in den Schlaf...um 2 Uhr werde ich so gut wie jede Nacht wach und bin hellwach und kann einfach nicht mehr schlafen bis ich um 04:30 aufstehen muss.
Ich weiss momentan nicht mehr weiter und bin komplett erledigt.

Aus meiner ersten Schwangerschaft kenne ich soetwas nicht. Ich habe bis zum Mutterschutz gearbeitet (trotz leichter Wehen ab der 20. Woche + praeklampsie i.d. 38 Woche diagnostiziert) Ich habe trotzdem einen Weg gefunden und es geschafft. Diesmal aber irgendwie so gar nicht.
Ich hab jetzt bereits meinen zweiten Krankenschein und Frage mich, ob ich evtl meine Frauenärztin nach einem BV Fragen kann, ohne faul zu wirken.
Irgendwie habe ich grosse Hemmungen. Was meint ihr?

Danke für eure Zeit & eure Antworten!

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Vielleicht doch erst mit dem Chef reden ob du nicht dauerhaft an die Kasse darfst? Schleißlich stehst du während der gesamte Schwangerschaft unter besonderem Schutz. Sollte sich dein Chef nicht darauf einlassend dann würde ich mich bei der Gewerkschaft schlau machen. Die Regeln das für dich

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Also abgemacht war eigentlich mich nicht mehr für die Warenverräumung einzusetzen. Leider klappt das aber nicht wirklich.

Dauerhaft an die Kasse hab ich gar nicht "gefordert" Bewegung tut ja auch gut. Aber das ständige heben, ziehen, schieben, bücken geht momentan ziemlich auf den Kreislauf. Im Prinzip ist das bis auf ein paar kleine Ausnahmen der Job. Deswegen bin ich etwas ratlos und möchte meiner Chefin da auch gar nichts unterstellen. Sie hatte selbst ab dem 4. Monat ein BV.
Aber ich war so zuversichtlich, dass ich noch arbeiten könnte bis mein Vertrag im Juli ausläuft.

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Ich kann total gut verstehen, dass es Dich echt schafft. Ich empfinde die 2. Schwangerschaft auch als ziemlich anstrengend mit meinem 2-Jährigen
Die Frauenärztin darf allerdings nur bei medizinischer Notwendigkeit ein BV ausstellen, wenn also das Leben von Dir oder Kind gefährdet sind. Dieser Fall liegt hier ja nicht vor.
Zuerst liegt es an Deinem Arbeitgeber Deinen Arbeitsplatz nachdem Mutterschutzgesetzt zu gestalten. Ist das den mit dem ganzen schleppen und heben wirklich gewährleistet? Ansonsten vielleicht auch da mal ansetzen.

Liebe Grüße von Maria mit Löwenjungen an der Hand (2,5) und kleinem 🐞 im Bauch (16+1)

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Danke für deine schnelle Antwort! Also eigentlich darf man keine arbeiten machen bei denen man sich regelmässig erheblich strecken oder bücken muss, regelmässig mehr als 5 kg heben muss oder gelegentlich mehr als 10 kg. Also generell trifft das alles auf meinen Job schon zu. Der AG soll mir meinen Arbeitsplatz im Prinzip aber so gestalten, dass ich das nicht tun muss. Leider klappt das aber in der Umsetzung nicht so gut.

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Da musst du dann halt auch ein bisschen dahinter sein du musst das nicht heben!

Ich denke schon dass man in einer Drogerie einen Arbeitsplatz so gestalten kann, dass er dem Mutterschutzgesetz entspricht.

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Für deine Beschwerden wirst du kein BV bekommen.
Deine Arbeitsbedingungen musst du mit deinem AG klären.

Für die Übelkeit usw. gibt es eine AUB.

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Danke für deine schnelle Antwort. Um das bekommen geht es mir im Prinzip gar nicht. Ein individuelles Beschaftigungsverbot stellt die FÄ ja nach ihrem Ermessen aus und da hab ich schon von ganz anderen Fällen gehört (Bürojob und Übelkeit o.ä.)
Ein BV könnte ich in diesem Job ohne weiteres bekommen, alleine weil mein AG sich nicht 100% an das MuschGesetz hält.

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Nein könntest du per Gesetz eben nicht, da dein AG sich eben an die Gesetze halten muss. Tut er dies nicht, kannst du dich an die Aufsichtsbehörde wenden.

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Hier ist dein Arbeitgeber gefragt. Das ist kein Grund für ein BV seitens deiner Arztes.
Also meiner Meinung nach ;-)

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Mein Arbeitgeber ist doch nicht wegen meiner Beschwerden gefragt??! Um die geht es hier ja eigentlich!

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Deine Beschwerden machen sich aber arbeitsunfähig und somit kann es nach dem Gesetz kein BV geben. Auch nicht, weil weder dein noch deines Kindes akut in Gefahr sind. Das sind Voraussetzungen für ein individuelles BV.

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Also eine Freundin von mir arbeitet im Einzelhandel.Sie bekam von Anfang an die Anordnung nur noch 4 Std am Tag arbeiten zu dürfen und das NUR vormittags.Irgendwann ging es aufgrund der ständigen Übelkeit und mit immer größer werden Bauch nicht mehr sich auf Arbeit zu bücken.Für die anderen Kollegen ist es dann natürlich auch einfacher einen volleinsatzfähigen Kollegen zu bekommen.Dann hat sie in der 18 Ssw Bv von der Ärztin bekommen.Dir weiterhin alles Gute 🍀

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Ich wusste gar nicht, dass es so eine Möglichkeit gibt. Vormittags wäre vielleicht nicht das Problem. Aber bei dem Schlafmangel komme ich um 6 Uhr Kreislauftechnisch nicht in die gänge. Wenn ich dann noch erbrechen muss ist der Tag im Prinzip gelaufen. 🙈
Hat deine freundin danach Fragen müssen oder wurde ihr dazu geraten.
Danke für deine Antwort und einen schönen Abend noch.

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Die Stundenreduzierung kam von der Gyn.Trotz Halbierung der Std gabs 100% Gehalt.Da es ihr dann nicht mehr gut ging und es auf Dauer ja nicht besser wird mit Bücken und schleppen,hat sie es dann bei der Gyn angesprochen und bekam daraufhin von der Ärztin das BV.
Ich bin selbst im BV.Mein Arbeitgeber ist da sehr streng.Ich bin in der Krippe tätig.Meine Betriebsärztin sagte gleich,dass schon mehr als 5kg heben nicht erlaubt ist am Arbeitsplatz.Das tue ich ja auf Arbeit minütlich und ich denke wenn du Ware austeilst kommt man auch schnell auf über 5kg.

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Hallo,
vielleicht lässt du dich erstmal noch einmal krank schreiben und sprichst mit deinem Vorgesetzten, ob er dich eventuell anders einsetzen kann, also mehr an der Kasse oder eben andere Tätigkeiten, die halt nicht so körperlich anstrengend sind.
Meine zweite SS war auch der Hammer am Anfang, aber nach 15 Wochen ging es mir wieder gut.

In der ersten SS hatte ich gar keine Symptome und dachte eben, dass wird ähnlich, aber Nix da. Und dann halt noch das Kleinkind zu Hause, das auch noch keine Rücksicht nehmen kann.
Aber wie gesagt, es war zeitweilig und ging dann irgend wann.
Es ist nicht leicht, aber der Papa muss eben helfen und das auch mehr als vorher.
Vielleicht liegt auch ein Eisenmangel vor, der löst ja eben solche Symptome aus.

Wenn du aber so unglaublich fertig bist, dass eben nichts mehr geht, dann frag nach. Das kannst nur du entscheiden, bzw dein Arzt.

Ich wünsch dir alles Gute 🍀

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Hallooo, danke für deine ausführliche Antwort :)
Das denke ich mir nämlich auch teilweise, dass es ja auch in ein paar Tagen wieder gut sein kann.
Dadurch das ich mittlerweile drei heftige Infekte hatte (vermutlich nie richtig auskuriert) Ist dies bereits mein dritter Krankenschein. Das erste mal nun wegen meiner Übelkeit und weil ich einfach nicht mehr kann. Vorher hab ich mich auch trotz erbrechen zur Arbeit geschleppt. Aber ich hab auch überlegt ob es für den AG vielleicht auch besser ist, da er die Kisten für mich dann nicht mehr trägt und jemand neuen einstellen kann, auf den er sich vielleicht besser verlassen kann.

Wie gesagt, bei meiner ersten Schwangerschaft hab ich es auch locker bis zum Mutterschutz geschafft und immer mein bestes gegeben, diesmal ist irgendwie alles anders.

Liebe Grüsse 🙏

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Dann lass dich krankschreiben ein Fall für ein BV ist das definitiv nicht.

Ich habe am ersten/Anfang zweiten Trimester auch sehr kämpfen müssen um täglich die Arbeit zu schaffen, du bist damit nicht alleine, auch wenn es dir kein Trost ist.

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Hallooo, also wie schon gesagt, ein Fall für ein BV ist im Prinzip mein Tätigkeitsfeld schon, dadurch das mein AG da nichts dran ändert bzw im Prinzip auch nichts ändern kann. So ist der Job.

Aber ich wollte das ja erst gar nicht in Erwägung ziehen weswegen ich mich ja auch schon seit 6 Wochen ziemlich ankämpfe. Mittlerweile zweifle ich nun aber etwas.

Und doch :)), es ist oft ein Trost zu hören, dass man nicht allein ist. Ich glaube das lässt sich einen ein klitzekleines bisschen besser/sicherer fühlen. So rumzujammern mag man ja meist selbst nicht.
LG und schönen Abend dir!!

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P.s.: da die Antwort jetzt häufiger kam: es ist nicht die Frage ob ich ein BV bekommen WÜRDE! Bei meinem Tätigkeitsfeld und fehlender Rücksicht des AG's wäre es prinzipiell so oder so ein Fall für ein BV!

Ich habe mich trotzdem die letzten Wochen hart abgekämpft um trotzdem zu arbeiten und bin jetzt nur nicht mehr sicher ob es so weitergehen soll oder ob ich mich für alle Parteien besser dem BV hingebe.

Ich hatte bereits durch immer wiederkehrende Infekte schon 2 AU's und nun die dritte zum ersten mal wegen des starken Schlafmangels + Kopfschmerz. Also NICHT wegen meiner Übelkeit!

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Ein fall für ein BV? Von wem den? Ich denke nicht das der FA dir ein BV erteilt weil dein chef sich nicht an das gesetz hält.. Ich weiss ja nicht wie das alles so abläuft in DE aber hier in der schweiz gibt es gar kein BV. Jeder arbeitet in der SS ganz normal weiter und wen sich der arbeitgeber nicht an das gesetz haltet dann muss man die zuständige behörde informieren.
Wen du denkst das es gar nicht mehr geht dann "erbitte" halt das BV aber rechtens finde ich es nicht, meine meinung!

Lg und alles gute

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Die fehlende Rücksichtnahme deines Arbeitgebers ist ein Fall für die Aufsichtsbehörde. An diese solltest du dich wenden, damit du unter mutterschutzkonformen Arbeitsbedingungen arbeiten kannst. Erst, wenn das nicht möglich ist, greift das BV, das dann von deinem Arbeitgeber ausgesprochen werden muss. Der Arzt hat mit den Arbeitsbedingungen nichts zu tun.

Abgesehen davon musst du für ein solches BV grundsätzlich arbeitsfähig sein. Da du aber unter Übelkeit und dergleichen leidest und dadurch gesundheitlich beeinträchtigt bist, ist das ein Grund für eine AU.
Gute Besserung!

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An erster Stelle solltest du natürlich deinen Arbeitgeber damit konfrontieren und versuchen die Situation zu klären. Was ich raushören kann, du scheinst dadurch sehr belastet zu sein und das wäre ein Grund für ein BV. Leider hatte ich schon sehr oft Schwangere Frauen schwach und ausgelaugt in der Notaufnahme liegen da sie Angst hatten, sich gegen Arbeitgeber oder deren Kollegen zu stellen und Tätigkeiten zu verweigern. Ein BV liegt im Ermessen eines Arztes, allerdings habe ich in solchen Situationen wie oben beschrieben, auch schon BV deren Gynäkologen ausstellen lassen. Es geht hier um deine Gesundheit aber auch die deines Kindes. Sowas sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen. Wenn du dich nicht bereit fühlst zu arbeiten und dich die schweren körperlichen Tätigkeiten sichtlich beeinträchtigen, dann solltest du gemeinsam mit deinem Arzt, die Situation und ein BV besprechen.
Liebe Grüße Maria

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Hallo Maria, danke dir für seine ausführliche Antwort. Ich habe am Montag einen Termin bei meiner Frauenärztin und werde ganz offen mit ihr sprechen und ihr diesmal wirklich alles sagen und dann sehe ich weiter.

Anfangs habe ich echt die Zähne zusammen gebissen und wollte es unbedingt trotz meiner Beschwerden schaffen, weil die Kolleginnen eh schon nicht so begeistert waren und ständig So Sprüche kommen wie "schwanger nicht krank"... Ein satz den ich nicht mehr hören kann... In erster Linie stimmt er, aber ich fühle mich momentan wirklich furchtbar und würde alles dafür tun, einfach nur schwanger sein zu dürfen.

Wie siehst du das, dass man nicht arbeitsunfähig ins BV gehen darf?
Das macht doch im Prinzip keinen Sinn, oder?
Wäre ich nicht arbeitsunfähig würde ich ja nicht ins BV gehen?
Danke jeden falls für deine Worte 🙏
Hab einen schönen Abend!

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In solchen Fällen ist es irrelevant ob es eine körperliche oder psychische Ursache ist. Beides kann zu einer Arbeitsunfähigkeit führen und ist auch beides genauso berechtigt. Wichtig ist, alles genau so zu beschreiben wie du es erlebst und fühlst. Ich habe keine Bedenken dabei, dass dein Arzt dies nicht nachvollziehen kann:-)
Liebe Grüße und alles gute wünsche ich dir!

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