Passt das? Introvertiert Ruhe brauchend und Kinderwunsch

Die Frage steht bereits im Betreff.
Geht das überhaupt zusammen? Oder macht man sich damit unglücklich? Ich brauche immer wieder meine Zeiten für mich., Weil ich auch so eine tiefe Traurigkeit in mir trage und das Abschweifen und Nachdenken brauche. Normalerweise bin ich aber ein fröhlicher Mensch.

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Ich würde vielleicht eine Therapie/Beratung machen. Vielleicht hilft dir das.

Ich bin introvertiert, hochsensibel und brauche sehr viel Zeit für mich. Ich habe das Mama-Sein weniger herausfordernd vorgestellt. 🤪😬 Besonders die ersten 1,5-2 Jahren. Jetzt mit fast drei Jahren meines Kind, geht es langsam bergauf für mich.

Fakt ist, wir bleiben bei einem Kind. Aus viele Gründen: Hochsensibel, brauche Zeit für mich, wollen uns das Reisen locker leisten können, Hobbys/Bildung unserer Tochter bieten können, nicht nochmal von vorne anfangen, sich weiterentwickeln uvm.

Wir wollten mindestens zwei Kinder, wahrscheinlich klischeehaft. So schnell kann man seine Meinung doch ändern. Wichtig ist, dir muss es gut gehen.

Bearbeitet von Inaktiv
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Danke :-)

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Das kann man pauschal nicht sagen. Ich brauche auch sehr viel Zeit für mich und möchte einfach oft meinen Gedanken nach hängen. Generell passen Ruhe und Kinder nicht zusammen. Trotzdem war mein Kinderwunsch größer, als das Bedürfnis viel Zeit für mich zu haben.

Doch ich will nichts beschönigen. Es war und ist manchmal hart für mich. Mein Sohn ist mittlerweile fast 3 und langsam wird es besser. Aber die Babyzeit fand ich besonders herausfordernd. Mein Bedürfnis nach Ruhe war unter anderem ein Faktor für die Wochenbettdepression nach der Geburt.

Dennoch: Es war die richtige Entscheidung für mich und inzwischen kann ich mir sogar ein weiteres Kind vorstellen.

Der Mensch ist sehr anpassungsfähig und auch wenn ich den Spruch: "Man wächst mit seinen Aufgaben" nicht leiden kann, stimmt er.

Insofern würde ich dir raten, den Stellenwert deines Kinderwunsches genau zu hinterfragen. Ist es ein Herzenswunsch für den du bereit bist alles zu geben, oder magst du nur die Vorstellung Mutter zu werden?

Alles Gute 🙂

Bearbeitet von Sissi24
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Danke für deine Antwort :-)!

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Meiner Meinung nach kommt es darauf an.
Als alleinziehende oder quasi alleinziehende Person (Partner den ganzen Tag auf der Arbeit) und kein soziales Umfeld in der Nähe, das das Kind gerne übernimmt, würde ich es persönlich nicht machen.
Aber die Vorstellung, dass die Frau den Großteil der Care-Arbeit übernimmt, während der Mann den ganzen Tag auf der Arbeit ist, finde ich auch ziemlich veraltet. Ich kenne mehrere Paare, bei denen der Mann den größeren Teil der Jungenaufzucht übernimmt - das klappt wunderbar. Deine Frage würde ein Mann auch kaum stellen, da leider immer noch die Frau meist den Hauptteil der Jungenaufzucht übrenimmt.
Ist dein Partner vielleicht bereit, in Elternzeit zu gehen, während du arbeiten gehst und du pumpst ab oder ihr gebt Fläschchen? Oder ist er bereit, das Kind jeden Tag für einen bestimmten Zeitraum zu übernehmen? Wenn ja, reicht dir der Zeitraum aus? Kann er viel im Homeoffice arbeiten oder ist er den ganzen Tag weg? Hast du Verwandte/Bekannte in der Nähe, die das Kind regelmäßig übernehmen wollen - und bei denen du sicher sein kannst, dass sie es auch tun werden? Wenn nein, kannst du umzehen, sodass du in der Nähe von diesen wohnst?
Du merkst, die Voraussetzungen variieren in Abhängigkeit von deiner persönlichen Situation, die wir hier nicht kennen, sehr stark. Ich würde an deiner Stelle meine persönliche Situation (Partner, soziales Umfeld etc.) anschauen, mit diesem sprechen, wer sich in welchem Ausmaß um Kind kümmern kann und möchte und wer auch kurzfristig einspringen kann. Dann würde ich überlegen, an welchen Stellschrauben ich ggf. drehen kann (z.B. Umzug in die Nähe der Großeltern). Und dann erst würde ich entscheiden.
Alles Gute wünsche ich dir.

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Danke für die ausführliche Antwort. Meine Voraussetzungen sind gut, trotzdem bleibt immer das intensive Verantwortungsgefühl

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Same. Man wächst aber mit seinen Aufgaben. Ich habe zusätzlich einen Partner, der das sehr mitträgt und mir Auszeiten ermöglicht. Und die Zeit vergeht schnell, bis sie recht selbstständig sind. Bzgl introvertiert bin ich etwas aufgeblüht. Mir fällt es jetzt leichter, mit Müttern Smalltalk zu führen und sowas. Früher bin ich solchen Situationen lieber aus dem Weg gegangen. Ich habe mir klar gemacht, dass ich auch Vorbild für das Kind bin und habe mich daher dem gestellt.

Das starke Verantwortungsgefühl habe ich auch. Das hat mich manchmal schon erdrückt, mit dem Gedanken alles richtig machen zu wollen. Man wird aber mit der Zeit etwas entspannter.

Bearbeitet von Hellothere
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Danke für deine aufbauenden Worte

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Ich bin auch so ähnlich.

Ich brauche viel Zeit, Raum und Ruhe für mich, und ich genieße und brauche meine melancholischen Momente, zum tiefen Nachfühlen, Nachspüren, Nachdenken, nur mit mir allein.

Ja, das ist mit einem fordernden Säugling wenig kompatibel, das stimmt. Diese Zeit war deshalb auch sehr schwierig für mich und ich war froh über jeden, der mir die Kleine mal abgenommen hat. Zum Glück ist mein Mann ein sehr aktiver Vater und ich habe außerdem tolle, unterstützende Schwiegereltern, so ging es einigermaßen. Und es ist ja auch nicht so lange. Jetzt, wo meine Tochter bald 3 ist, kann ich schon viel besser auch mit und neben ihr mal ruhig, introvertiert und melancholisch sein.