Traum Großfamilie abhaken?

Hallo zusammen.

Mein Mann und ich haben einen 21 Monate alten Sohn. Er war ein absolutes Wunschkind. Er ist gesund, munter und ein echter Sonnenschein. Mein Mann und ich arbeiten beide. Ich vollzeit als Lehrerin und mein Mann hat sich nach der Geburt im Elternzeitjahr selbstständig gemacht. Das Geschäft läuft gut, trotzdem muss ich noch weiter so viel arbeiten, damit wir unser Haus etc. halten können. Zum Sommer will ich aber reduzieren.

Mir geht es aber nun um Folgendes:
Mein Mann und ich waren vor der Geburt unseres Sohnes ein sehr glückliches Paar. Besonders mein Mann war sehr optimistisch, geduldig und lebensfroh. Er hat dann vor 4 Jahren die Diagnose MS bekommen und es war eine harte Zeit. Seit 2 Jahren ist er nun aber schubfrei und bisher scheint die Krankheit "gestoppt " worden zu sein.

Was mich nun beschäftigt: Wir wollten immer viele Kinder. Wir haben ein großes Haus gekauft mit Garten etc....
Aber seit der Geburt unseres Sohnes haben wir uns verändert. Wir sind so oft genervt, ungeduldig und antriebslos. Ein weiteres Kind konnten wir uns erstmal nicht vorstellen...
Sicherlich kommt es auch daher, dass wir beide viel arbeiten. Unser Sohn ist von 8-12 bei einer sehr tollen Tagesmutter, die eigentlich Erzieherin ist. Ihm geht es gut dort. Den Rest des Tages übernehmen mein Mann und ich dann, je nachdem wer wann Zeit hat. Doch durch das Arbeiten bin ich so ungeduldig mit ihm. Morgens der Stress in der Schule und nachmittags dann mein Sohn... Ich wäre gern einfach nur für ihn da. Dann denke ich manchmal, ich bin eine schlechte Mutter, weil er wirklich ein echter Sonnenschein ist und ich es trotzdem so anstrengend finde. Er schläft er seit kurzem durch, was es ein wenig leichter macht, denn davor waren wir immer noch alle 3 Stunden wach...

NUn aber zu meiner Überschrift: Ich wollte immer viele Kinder und nun frage ich mich, ob ich überhaupt dafür geeignet bin, wenn ich mich jetzt schon mit einem Kind überfordert fühle?!?

Gibt es hier jemanden mit vielen Kindern, der da nachundnach reingewachsen ist und am Anfang auch nicht gleich die Supermama war?

LG Matildal

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Hallo matilda

Ich habe noch nicht so viele erfahrungen, kann da her nur da von reden was so mit erlebt habe.

Das was ich sagen kann... ja natürlich wächst man in den verantwortungen rein... irgend wann wird rutine.

LG elanms26

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ich denke beide sollten es wirklich wollen !!!! dann klappt das auch. aber wenn man schon von vornerein daran zweifelt kann es wirklich schwierig werden. kenne da genug beispiele. hauptsache 2 oder 3 Kinder ! aber nur chaos zuhause. schlimm sowas.

ich würde an deiner stelle nochmal ein jahr vergehen lassen. oder vielleicht merkst du schon ab sommer wenn du kürzer trittst was du wirklich möchtest! was sagt denn dein mann ? ist ja auch nicht so unwichtig ;-)

kulo

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Hallo,

endlich mal jemand, der zugibt, dass der Stress mit dem Kind die Partnerschaft strapaziert!!! Bestimmt kennen viele dieses Problem...
Ich moechte gerne selbst noch zwei Kinder, wie mein Mann. Was mir Mut macht, war ein Artikel im Stern (oder Spiegel). Dort hiess es, dass kinderreiche Paare zwar mehr Stress und Streit haben, wenn die Kinder noch klein sind, aber im Alter wesentlich gluecklicher und ausgeglichener sind!
Und sind unsere tagtaeglichen "finanziellen Sorgen" (im Prinzip geht es uns doch eigentlich gut, so lange wir Arbeit, Essen und ein Dach ueberm Kopf haben) nicht eigentlich Luxusprobleme?

Wie meine Vorrednerin schon sagte, waechst man mit seinen Aufgaben.

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Hallo Matildal,

mir ging es mit meiner Tochter genau wie Dir mit Deinem Sohn. Der Unterschied lag nur darin, ich war erst 22. Hatte zwar schon einen guten Job und auch ein sicheres Dach über dem Kopf, aber ich war von vorne herein alleinerziehend. Als die kleine 1 1/2 Jahre habe ich wieder mit einer dreiviertel Stelle angefangen, später dann Vollzeit. Und was soll ich sagen, ich war fürchterlich angespannt und genervt, sehr ungeduldig mit der Kleinen und habe mir echt eingeredet eine schlechte Mutter zu sein. Das wurde von der Mutter des Erzeugers noch unterstützt und ging soweit, dass ich ihr schließlich mein Kind gegeben habe, in der vollsten Überzeugung eine schlechte Mutter zu sein und nicht für mein Kind sorgen zu können. Da war sie 5. Heute ist sie 11 und überlegt zurückzukommen :-)
Dazwischen liegen lange Jahre der Selbstbewältigung und Therapie (dazu kommt noch, dass ich lange Jahre von meinem Vater missbraucht wurde). Als meine Maus dann 8 war wurde unser Verhältnis von Monat zu Monat besser. Heute bin ich mit ihrer Oma zusammen der wichtigste Punkt in Ihrem Leben und wir fangen so langsam an, das Geschehene aufzuarbeiten. Sie wird mich irgendwann fragen, warum.... Ich bin gewappnet.
Sie freut sich jetzt wahnsinnig auf ein von ihr schon lange ersehntes Geschwisterchen und fragt jeden Monat, ob es denn schon geklappt hat.

Also lass Dir nichts einreden und viel wichtiger rede es Dir nicht selber ein!
Je mehr du denkst, Du bist schlecht, desto mehr bist Du es dann auch tatsächlich.
Jeder macht Fehler, Du musst nur die Stärke haben, diese Fehler auch Deinem Kind gegenüber zuzugeben. Sie sind klein, aber sie verstehen eine Menge. Und ein Entschuldigung oder ein ich habe Dich lieb verstehen sie allemal.
Du kannst Dich gerne auch privat melden, wenn Du reden magst. Denn ist gibt noch ein paar Faktoren mehr, die den Rahmen jetzt aber hier sprengen würden. Z.B. Dein Mann....

Alles Liebe

cobranina

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Mein Mann und ich wollen auch gerne drei. Bislang ists eins. Und ja, es IST stressig, wenn beide berufstaetig sind und dann das Kind nich so will, wie es soll. DAS ist das eigentliche Problem denke ich. Muessten nicht beide arbeiten gehen, um sich zu finanzieren, ginge das alles leichter. Kinder sind stressig, aber es kommt eben soviel zureuck und dass sich das Leben mit Kind grundlegend aaendert, ist auch klar. Aber was meinte unser Pastor: Die schlimmste Veraenderung ist von 0 auf 1, alles was danach kommt, wird leichter. Ich denke, das ist so. Und die beiden (oder fuenf, wurscht :-) beschaeftigen sich ja auch irgendwann miteinander. Bei uns ist es gerade so eine 1zu1 Situation, besonders am Wochenende, wenn wir Eltern mal keinen Bock haben, staendig Unterhaltungsprogramm zu fahren. Egal, das haelt uns nicht davon ab. Und nein, ich denke nie, dass wir schlechte Eltern sind, weil wir es a) schon mal viel besser machen als andere (unser Kind verhungert zumindest mal nicht *g*) und b) ist das Leben eben so. Und das ist die Aufgabe der Eltern: Dem Kind das Leben zeigen. Und das ist nicht immer Eitel Sonnenschein. Ende. Man muss nur die Ungerechtigkeit heraushalten.

Mich wuerde die MS mehr stressen, muss ich sagen...was machst du mit 3 Kindern, wenn doch wieder Schuebe einsetzen...?

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