Kann man ein Kind (2) zum Teilen zwingen ?

Hallo !
Die Frage betrifft nicht meine Kinder und mich, sondern eine gute Freundin.
Ihr Sohn und meine Tochter spielen mehrmals die Woche miteinander und auch wir Mütter verstehen uns an sich sehr gut.
Nur legt sie neuerdings ein Verhalten gegenüber ihrem Sohn an den Tag (vor allem seit ihr zweites Kind da ist, dieses ist nun 2 Monate alt), das mich ehrlich gesagt immer schockiert.
Der Kleine ist gerade 2 geworden, also etwas jünger als Emilia, er muss aber ALLES teilen, was in seinem Kinderzimmer liegt.
Sobald meine Tochter mit etwas spielen möchte und er es dann auch haben möchte, kommt sie her und sagt in ziemlich unfreundlichem Ton "Nein, L., damit spielt jetzt die Emilia, lass es ihr !". Er fängt dann an zu Weinen, rennt weg und heult total unglücklich auf einem Stuhl herum. Sie würdigt ihn keines Blickes und meint, er solle sich ausbocken #schock
Ich meine, ein Zweijähriges Kind fängt doch gerade an zu begreifen, was Besitz ist und möchte diesen auch verteidigen, was ich völlig normal und richtig finde.
Wenn Emilia einem Kind etwas wegnehmen möchte bei uns zu Hause, dann sage ich ihr lediglich, daß das Kind dieses Spielzeug nur kurz ausleihen möchte und ganz traurig wäre, wenn sie es wegnimmt, und daß sie es nachher gleich wiederbekommt.
Mir käme es nie in den Sinn, meine Tochter deswegen anzukeifen oder auf Biegen und Brechen dieses "Teilen-Müssen" zu erzwingen.
Sie teilt ihr Spielzeug mittlerweile von alleine, ohne daß es dabei Tränen gibt - außer es ist ihr Lieblingsspielzeug und das muß sie dann auch nicht hergeben.
Was sagt Ihr dazu ? Könnt Ihr mir eventuell irgendwelche Links angeben, wo etwas zu der sozialen Entwicklung von Zweijährigen zu finden ist ? Mir tut der kleine Zwerg so leid, er darf wirklich überhaupt nichts von seinen Sachen für sich beanspruchen, selbst wenn Emilia es ihm zurückgeben möchte #schock
Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (29 Monate), die nicht Teilen MUSS, aber es mittlerweile freiwillig macht und Nevio (9 Monate)

P.s.: Der Kleine wird zunehmend aggressiv und immer mehr zum "Buhmann" bei der Mutter, und sie merkt es nicht mal - da wir gut befreundet sind, würde ich ihr gerne helfen, bevor die Situation total entgleist

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Du hast recht, so wie du es mit deiner Emilia machst, würde ichs auch machen (so mache ich es auch). Meist biete ich dann noch ein Ausweichspielzeug an#freu. Versuch doch, deiner Freundin nett zu sagen, wie du die Sache siehst, und dass dir das Sorgen macht. Wenn ihr gut befreundet seid, klappt das sicher, oder?
Alles Gute für den kleinen Mann!
Gunillina, die denkt, manchmal braucht eine Mutter eine Freundin, die ihr sanft sagt, was sie da grad am machen ist... denn ihr Sohn wird ganz klar zurückgestellt und zwar zu stark! Er muss gerade jetzt eher Bestätigung als Dämpfung kriegen, muss ja seine Rolle neu finden, jetzt wo er großer Bruder geworden ist...#schwitz#gruebel#schmoll

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Hallo,
bei uns wird natürlich auch grundsätzlich geteilt - mit der Schwester, mit dem Besuch, mit den Eltern ;-)

ABER: Es gibt Situationen, in denen Levin nicht teilen muss - und ich es auch gut verstehen kann, wenn er nicht teilen will. Z.B. wenn er gerade mit einem Spielzeug spielt oder sich aus Legos etwas gebaut hat. Dann muss er auch mit den gleichaltrigen Freunden nicht teilen. Auch Kinder im Alter von 3 1/2 Jahren wollen und können nicht immer gemeinsam mit den Freunden spielen, sondern wollen auch ihr eigenes Ding durchziehen. Und das sollten sie auch dürfen. Sie sollten als Individuum mit eigenen Vorstellungen und Wünschen so ernst genommen werden, dass sie eben auch alleine kreativ sein dürfen. Das geht natürlich nur so weit, wie durch dieses Spiel nicht etwas zerstört wird, das der andere baute oder was der andere gerade benutzt.
UND: Levin hat ein paar Dinge, die ihm besonders wichtig sind, die muss er GAR NICHT teilen. Das war mit seinem Laufrad so und ist jetzt mit seinem Fahrrad und seinem großen Tret-Traktor und einem Kuscheldrachen der Fall. Wenn er diese Dinge von sich aus teilen möchte, ist das ok und findet auch oft genug statt. Aber er MUSS nicht.
Ich finde teilen lernen und Sozialverhalten unheimlich wichtig - aber das darf nicht komplett auf Kosten der eigenen Bedürfnisse gehen. Ich habe auch Dinge, die sind ganz meins, die teile ich nicht. Mein Notebook gehört dazu. Warum sollten Kinder nicht auch ein paar Dinge haben, die sie nicht teilen wollen und müssen?

Teilen fängt dann an Spaß zu machen, wenn man es freiwillig und voller Freude macht. Und merkt, dass das Gegenüber sich über das Geliehene oder Geschenkte freut. Meine Tochter (13 Monate) lernt das gerade - und staunt immer wieder nicht schlecht, was so einfache Dinge wie Teilen für eine großartige Wirkung haben kann (nämlich "gemeinsames" Spielen mit einem anderen kleinen Kind auf dem Spielplatz z.B.).

Wir haben Bekannte, die haben eine etwas merkwürdige Einstellung zum Thema Teilen. Sie meinen, dass Levin als der Älteste ihrer und unserer Kinder immer alles teilen müsse. Ihr wenige Monate jüngerer Sohn (also auch 3 Jahre) hat grundsätzlich nie Interesse an den eigenen Sachen und möchte eigentlich ständig nur Levins Spielzeug. Und es kommt immer wieder von ihnen "Ach Levin, gib dem ... doch mal Dein Fahrrad, er möchte doch so gerne." Und immer wieder muss ich sagen "Hallo? Das Fahrrad ist Levins Liebling, lasst es ihm einfach, er muss es nicht teilen".

Naja, alles nicht so leicht.

Liebe Grüße und Euch noch einen schönen Sonntag!
Suse

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Hallo,

also wenn bei uns Kinder zum spielen da sind, ist ganz klar, wer das spielzueg zuerstr hat, der darf auch damti spielen...und der "Eigentümer" muss eben warten...

So war es shcon imemr bei uns und auch bei allen Freundinnen.

Mein Sohn sit jetzt fast 4 und da ist die "meins meins meins" Phase noch nicht vorbei...und es gelten immer noch die selben Regeln.

Wenn mein Sohn dann bockt, ignorier ich ihn einfahc, er beruhigt sich schon wieder.

Bunny #hasi mit Alex auf dem arm, daher viele schreibfehler

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Hallo,

wenn Kinder zu Besuch da sind, gehört das Spielzeug demj enigen, der es zuerst hatte. Ganz einfach.

Wäre es besser, Deine Freundin würde Deiner Tochter andauernd die Sachen aus der Hand nehmen und sie ihrem Sohn zurück geben?
Und wenn man sich einen Gast zum gemeinsamen Spielen im Spielzimmer einlädt ist es in erster Linie wichtig, daß das Kind lernt zu teilen und zu tauschen und nicht seinen Besitz zu verteidigen.
Ich selbst hab Zwillinge und habe von Anfang an darauf geachtet, daß gerecht geteilt wird. Wenn nun der eine Junge seinen Bruder zum gemeinsamen Spiel in sein Zimmer auffordert, muß er halt damit rechnen, daß seine persönlichen Spielsachen auch von dem anderen Kind genutzt werden.

Zwei Jahre ist gerade das richtige Alter, um damit zu beginnen. Daß unfreundliches Anschnauzen die Kinder zu nichts bewegt, ist wohl klar...das sehe ich genauso wie Du. Wichtig ist, dem Kind Möglichkeiten aufzuzeigen, wie es sich selbst in der Situation helfen kann...z.B. Dinge zum Tausch anbieten o.ä., nicht schreien und nicht schlagen.

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Das sehe ich genauso!
Und kann auch die Erfahrung bestaetigen, dass sich das Teilen unter Geschwistern sehr gut und sehr selbstverstaendlich einuebt- natuerlich gibt es immer wieder Zoff, unser 2 1/2-Jaehriger will z.B. nur auesserst ungern mit seiner 10-Monate-alten Schwester teilen, die sowieso nach wenigen Sekunden das Interesse an einem Auto/Zug usw. verliert, aber auch er muss das lernen. Nicht mit Schreien oA., aber mit der Aussicht auf ein Ersatzspielzeug oder den umgekehrten Fall, dass naemlich er auch profitieren wird, wenn ein anderer/eine andere mal mit ihm teilen muss und er der "Empfaenger" ist.

Wichtig ist mir auch, dass das jeweilige Kind freundlich nach dem Spielzeug fragt und dass der Teilende dann fuer das Teilen gelobt wird (denn Kindern wie Erwachsenen faellt es ja nicht leicht und kommt es nicht ganz "natuerlich" einmal auf ihren Egoismus zu verzichten und Frust auszuhalten).

Wie zwillma halte ich "um die Zwei" fuer ein ideales Alter, um teilen zu lernen. Nicht zu teilen und nicht zu tauschen und seine Besitzstaende zu verteidigen- das muss nicht gelernt werden, das koennen sie (wir alle) von selbst#freu.

Wenn ich mich jetzt zu Unrecht an zwillmas Beitrag drangeheftet habe, bzw. sie etwas ganz anders sieht, bitte ich sie, zu protestieren-

liebe Gruesse,
Caroline
mit Konrad (4), Arthur (2 1/2) und Mathilde (10 Monate)


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Hi Also ich habe ein Seminar besucht wo ein Erziehungsprofi da war der auch schon Bücher geschrieben hat. Der sagte das Spielzeug der Kids ,da müßen sie selbst entscheiden ob und wer damit spielt. Ich habe 2 Kids und versuche so wir Ihr einzugreifen .Aber meint Ihr das ist wirklich gut?(außer natürlich das bei mehreren Kids die Nerven geschont werden;-) ))Ihr entscheidet doch auch selbst wann Ihr wen und ob Ihr was verleiht.. Oder teilt Ihr alles?

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