Selbstständig werden

Hallo. Mein Sohn ist 11 Jahre und leider habe ich ihm bisher vieles abgenommen. Hab Schulsachen für ihn gerichtet oder was mit Freunden arrangiert. Ich hab kapiert dass ich ihm damit nix gutes tue. Nun bin ich gerade dabei das zu ändern. Ich möchte auch dass er im Leben besteht und werde ihn jetzt mehr in den Alltag mit einbeziehen. Damit er nicht irgendwann total aufgeschmissen ist. Bin jedoch gerade noch etwas planlos.
Was müssen eure Kinder alleine machen oder was bringt ihr ihnen bei.

Ordnung halten und Wäsche sortieren hat er bereits seit längerem machen müssen aber sonst nichts.

Ich hoffe auf eure Antworten. P.s. bin alleinerziehend.
Daniela

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Hallo,

unser Sohn ist zwar bereits 14 J. und schon recht selbstständig. Viele feste Aufgaben hat er nicht direkt. Wichtig sind uns vorrangig die Schule und sein Hobby (Fußball)

Für Schulsachen ist er seit Mitte der 6. Klasse selbst zuständig (Lernen, Hausaufgaben, Zettel/Infos rechtzeitig weitergeben usw.) Wir helfen natürlich bei Bedarf, aber er muss von sich aus zu uns kommen.

In seinen Zimmern (Schlaf- und Wohnzimmer) putze ich nur noch die Fenster. Alles andere macht er selbst.

Organisation seines Hobbys liegt auch in seiner Hand. Die Jungs haben mit den Trainern eine WA-Gruppe. Wir leisten nur den Fahrdienst, da der Verein 20 km von unserem Wohnort liegt.

Im Haushalt ist er tatsächlich sehr aufmerksam. Spüli ausräumen, mal ne Waschmaschine anstellen. Das sieht er inzwischen von allein. Rasenmähen teilt er sich mit dem Papa bzw. sie machen es gemeinsam. Allgemein hilft er gern im Garten.

Verabredungen mit seinen Freunden organisieren wir seit der Grundschule nicht mehr. Sonntags wird kurz auf die kommende Woche geschaut, so weiß er an welchen Tagen er Zeit hat oder auch nicht.

Seit kurzem wohnt mein Bruder wieder im gleichen Ort und er darf seine Cousine aus der Schule abholen und mit extra Genehmigung sogar den kleinen Cousin (2,5 J.) aus dem Kindergarten.

Alles in allem ist er seit ca. 1 Jahr sehr organisiert und verantwortungsbewusst. Klar gibts auch mal pubertätsbedingte Zickereien, aber das ist echt im Rahmen.

Was mir noch einfällt, ist einkaufen. Es gibt tatsächlich Kinder in der Umgebung die noch nie allein im Supermarkt waren..... Die müssten ja jemanden fragen, wenn sie etwas nicht finden.....

Uns ist wichtig das er das Familienleben nicht als selbstverständlich ansieht und jeder etwas dazu beitragen kann, das es für alle angenehm ist.

LG
Tanja

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Dankeschön Tanja.

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Hallo!

Meine Tochter ist auch 11, und sie muss sich schon relativ lange um ihr Privatleben kümmern. Verabredungen trifft sie selber, sie fragt lediglich, ob es passt, ob ich sie fahren kann etc. (Busanbindung ist bei uns nicht so prall). Schulsachen hat sie schon in der Grundschule selbst gepackt, anfangs habe ich kontrolliert, bis ich sicher war, dass es alleine klappt. Ansonsten kümmert sie sich auch weitestgehend selbstständig um ihre Schulsachen, Hausaufgaben werden selbstständig erledigt, die schau ich nur an, wenn sie micht darum bittet. Ich erinnere sie allerdings daran, dass sie für Arbeiten lernt und oft auch, dass sie ihre Instrumente übt.
Die Wäsche meiner Tochter lege ich gefaltet in ihr Zimmer, wegräumen muss sie sie selbst. Ordnung hält sie seit einem halben Jahr auch ganz gut.
Mein Sohn ist jetzt 8, und auch er muss sich selber kümmern, wenn er sich verabreden möchte, das läuft allerdings über mein Handy (er schreibt eine WhatsApp an die Mutter seines Freundes, da die Kids selber ja noch kein Handy haben ;-). Ranzen muss er auch selber packen, auch die Hausaufgaben macht er selbstständig, bei ihm kontrollier ich allerdings noch - bei den Hausaufgaben allerdings eher um seine Schwächen mitzubekommen. Im letzten Schuljahr wurden die Hausaufgaben mal von mir, mal von meinem Mann und mal von der Tagesmutter kontrolliert - das war ein Fehler...
Mein Sohn bekommt seine Kleidung allerdings noch in den Schrank geräumt - sonst hätte er ein heilloses Durcheinander, und er kommt an die oberen Regale auch noch nicht so gut ran...

LG

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Meine Töchter sind 9 und 5.
Ihr Zimmer machen sie selbst, sowie auch den Teil den sie vom Wohnzimmer in Beschlag haben mit Spielzeug.
Bei der Grundreinigung muss ich natürlich noch ein bisschen helfen bzw. zeige ich es ihnen vor wie es geht.
Spülmaschine einräumen geht, ausräumen noch weniger, weil sie ohne Akrobatik an die Hängeschränke schlecht ran kommen.
Eine Schultasche hab ich noch nie eingeräumt.
Die Große kann sich ihr essen in der Mikro warm machen oder einen Toast.
Die Große geht selbst einkaufen und nimmt die Kleine dann mit.
Ihre Wäsche verräumen sie selbst.
Müll runter bringen kann die Ältere erst seit Kurzem. Davor kam sie einfach an den Deckel der großen Tonne nicht ran zum aufschieben.
Blumen gießen und die Katzen versorgen müssen sie auch.
Ich glaube das war es so im Ganzen.

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Wir haben es hier nicht so mit "müssen". Gezielt machen wir da nichts.
Normalerweise wollen sie ab Kleinkindalter möglichst viel alleine machen. Und dabei unterstützt man sie, so weit nötig.
Und manchmal macht hier einer für den anderen was, was der schon lang selber kann.

Der Mittlere kocht und backt schon gut, der Kleine putzt manchmal. Der Große wohnt und isst noch bei uns, sonst brauch ich mich um den nicht mehr kümmern. Ich wasche zwar seine Wäsche mit, dafür er manchmal auch unsere.

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Ich habe immer versucht, ihnen möglichst alles beizubringen.
Es ist nicht so, dass sie hier immer den Haushalt schmeißen müssen, aber sie sollen die Aufgaben kennenlernen, alles mögliche eben:
Waschmaschine bedienen, lernen, was evtl. nicht in den Trockner darf, Spülmaschine, Fenster putzen, Bad reinigen, was man wo und wie entkalken muss.

Also eigentlich alles, was man braucht, wenn man mal auszieht.

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Hallo :)
Ich würde nur nicht zu viel auf einmal verlangen, sondern überlegen, was dir am Wichtigsten ist.
Was mein 9 Jähriger selbstständig und ohne Aufforderung macht sind Körperpflege (duschen, waschen, Zähne putzen, täglich frische Kleidung), die Schmutzwäsche in den Korb werfen, gebügelte Wäsche in den Schrank einräumen, benutztes Geschirr in die Spülmaschine räumen, Hausaufgaben machen, sein Zimmer aufräumen und sich um seine Fische kümmern.
Was er nach Aufforderung macht sind Wäsche in den Keller bringen, Spülmaschine ausräumen, Müll raustragen, sein Zimmer saugen (manchmal die ganze obere Etage), mit dem Hund spazieren gehen und eigentlich alles im Haushalt worum man ihn bittet. Ich finde das vollkommen ausreichend - er hilft ohne wenn und aber und das ist schon viel wert 🙂
Sein 14 jähriger Bruder würde so gut wie nichts tun, wenn man es ihm nicht sagt und selbst dann wird man oft schief angeschaut 🙃

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Guten Morgen,

Ich versuche es bei beiden Kindern schon jetzt im Grundschulalter.
Es klappt mal besser und mal schlechter.

Dem Sohn helfe ich noch mehr, für ihn ist die Schule neu.
Trotzdem muss auch er sich nach den Hausaufgaben darum kümmern, dass der Ranzen für den kommenden Tag gepackt ist, alle Stifte usw sauber im Mäppchen sind, dass der Radiergummi etc nicht fehlt.
Wenn er am nächsten Tag Sport hat, dann "muss" er seine Sporttasche schon mal packen und in den Flur stellen. Schuhe, T-Shirt, usw.

Darum hat auch die Lehrerin am 1. Elternabend gebeten, dass man den Kindern ein Stück weit Selbstständigkeit anerzieht. Denn sie möchte nicht dauernd hören "Die Mama hat mir die Schuhe nicht eingepackt!" usw.

Bei meiner Tochter (9/Kl. 4) ist es so, dass sie selber ihren Schulkram im Blick haben muss.
Bei den Hausaufgaben schaue ich gerne drüber, erkläre auch mal was.
Aber WAS sie aufhat und DASS sie die Hefte/Bücher auch dabei hat und OB sie die Hausaufgaben auch alle in den Planer geschrieben hat - das ist ihr Bier.
Wenn sie mal ein Buch vergessen hat, dann muss sie halt nochmal zur Schule radeln und das Buch holen, bis 17 Uhr ist jemand dort.
Wenn sie eine Hausaufgabe vergisst, dann muss sie sich die Packung am nächsten Tag beim Lehrer abholen.
Und wenn sie bei etwas nicht sicher ist, dann darf sie gerne eine Freundin anrufen und dort nochmal nachfragen.

Diese WA-Gruppen nutze ich nicht, um irgendwelche Hausaufgaben oder Unklarheiten usw zu erfragen und das sollen wir lt. dem Lehrer auch nicht machen bitte. Die Kinder sollen das unter sich klären, Hörer in die Hand oder rüber ins Nachbarhaus laufen.

Wenn Klassenarbeiten anstehen, Projektarbeiten, Referate oder Gedichte lernen usw, dann bin ich gerne offen und helfe, höre ab.
Der Stoff ist inzwischen mehr geworden und das Pensum etwas strammer und manchmal wissen meine Große und auch ihre Freundin noch nicht so ganz, wie man alles so organisiert. Und da helfe ich gerne.

Gestern haben wir ein z.B. Gedicht geübt und danach nochmal die Quadratzahlen wiederholt.
Am Wochenende wollen sich beide mit mir zusammensetzen, um für einen baldigen HSU-Test schon mal die ersten Seiten zu üben.

Dass das noch nicht alles von alleine klappt, ist mir klar aber es ist gut, wenn die beiden jetzt schon ihre Lernerei etwas planen, sich genug Zeit lassen und kurz vor dem test nur noch kleine eventuelle Wissenslücken auffrischen müssen.
Und ich merke, je mehr sie wissen und sich gemerkt haben, umso mehr Spaß macht es den beiden auch.


Treffen und Verabredungen organisieren sich beide selber.

Meine Große hat sich auch schon mit einer Freundin zum Schwimmen oder ins Kino verabredet, ins Kino mussten sie mit der S-Bahn. Da war ich erst skeptisch, aber die beiden Mädels haben mir genau den Weg erklärt.
Dann habe ich mich mit der anderen Mutter beratschlagt und wir kamen zu dem Entschluss:
Hin dürfen sie am Nachmittag mit der Bahn (das Kino liegt 50m Fussweg entfernt von der Haltestelle und es ist auch keine einsame Ecke) aber am frühen Abend, wenn der Film vorbei ist, dann kommt eine von uns vors Kino gefahren und kutschiert die beiden nach Hause.

Auch dürfen sie mal in den Supermarkt, meine Tochter macht das auch ab und zu mal mit ihrer Freundin. Aber sie fragen mich vorher (und die andere Mutter) und wenn es okay geht, dann auch nur für Kleinzeug wie z.B. eine Butter, ein paar Tomaten oder so.
Aber ich finde, das darf in dem Alter schon mal sein - ich kenne hier auch andere Kinder, die das gar nicht dürfen.
Es ist ja auch eine Vertrauenssache.

Und wir haben auch mit den Kindern schon ernst geredet, sich nicht abgreifen zu lassen.
Egal ob da einer nach dem Weg fragt oder ihnen Katzenbabys oder Meerschweinchen zeigen will - NEIN.


Kochen kann sie schon etwas (Rührei, etc), sie deckt auch mal den Tisch mit Brot, Käse, Wurst.
Beim Backen braucht sie noch Hilfe, mit ihrer Freundin macht sie es gerne.
Es sind da weniger die Mengen (das können sie), sondern eher diese Reihenfolgen und die kleinen Fallen (Backofen nicht heiss genug, Teig zu klumpig, Butter war zu kalt...) und da ging das eine oder andere schon mal in die Hose; deshalb fragen sie mich noch um Hilfe.


Beim Zimmer müssen beide ihre Schmutzwäsche vor die Waschmaschine legen.
Frische Wäsche sortiere ich beiden noch ein, betten etc mache ich auch.
Aber 1x abends aufräumen muss sein.
Meistens ist es nicht viel, eher Playmobil usw wieder in die Fächer, Schreibtische sauber machen und ggf mal ein Glas oder Tasse mit in die Küche bringen.


LG

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Hallo Daniela,

meine beiden Söhne (12 und 8) haben jetzt keine speziellen Aufgaben im Haushalt. Sie machen alles auf Zuruf (Müll rausbringen, Tisch decken, Helfen beim Kochen/Gemüse schneiden, Spülmaschine ein- und ausräumen, kleine Einkäufe erledigen), damit fahren wir ganz gut.

Ich richte beiden ihr Frühstück für die Schule, Klamotten raussuchen / Hygiene etc. machen beide selbst. Gewaschene und zusammengelegte Wäsche räumen sie selbst in ihre Schränke. Ihre Betten ziehen sie selbst ab und beziehen sie auch wieder. Ihre Ranzen packen sie selbst, Hausaufgaben werden selbstständig erledigt - den Kleinen unterstütze ich da natürlich mehr als den Großen. Der Große hat ADS, da muss ich schon noch näher dran sein, da sein Arbeitsgedächtnis eben nicht so ausgeprägt ist (also öfters mal erinnern).
Um ihren Kram für ihre Hobbys (Sport und Instrumente) kümmern sie sich selbst (ich frage nach, ob sie alles eingepackt haben). Wegen Corona bin ich schon leider mehr als Taxi gefordert.
Wir wohnen in der Großstadt, der Große kann sich schon ziemlich gut im Öffentlichen Nahverkehr orientieren.

VG
B

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Was meine Kinder früh musste--alleine von A nach B kommen. Mama Taxi ist hier leider Essig. Mein Jüngster wird im Dezember 11 und regelt seinen Schulkram weitest gehend alleine, Material bringe ich aber mit oder kaufe es online. Er kann aber auch in ein Geschäft gehen und es sich kaufen :-)
Wäsche lege ich ihm zusammen und er räumt es in den Schrank, das mache ich aber auch noch bei dem 17jährigen so--besser ist das #schwitz

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