Ich bin eine unerträgliche Mutter

Hallo zusammen,

Ich finde mich selbst zum Kotzen!

Diese Überforderung von Homeschooling, Homeoffice, Köchin, Putzfrau, Wäschefrau, Gartenfee macht mich zu einer Furie.

Ich bin das Gehirn dieser Familie, so wie viele andere Mütter auch, mein Kopf platzt bald mit all dieses To-Dos darin.
Mein Mann ist ausführende Kraft. Wenn ich ihm was sage, dann macht er es auch....irgenwann jedenfalls... (meistens habe ich das dann vorher schon selbst erledigt)

Ich bin so überfordert mit der Situation, dass ich ständig anfange zu schreien.

Wenn alles glatt läuft und ich meine Listen abarbeite, bin ich entspannt, aber sobald die Kinder anstrengend werden, fahr ich aus der Haut und schreie sie an, meinen Mann auch!
Ich kann dann auch kein "Mamaaaa" mehr hören...

Natürlich könnte ich sagen, mir doch wurscht, wie es hier aussieht und ob alles läuft, aber da bin ich nicht der Typ für....war ich noch nie!

Meine Auszeit ist das Joggen 2 - 3 x die Woche. Sonst bin ich am "Abarbeiten", bis ich abends müde mit einem Glas Wein aufs Sofa falle...

Jetzt kam eben mein Schwager, der mich immer vollquatscht, wie anstrengend es doch mit EINEM Kind ist...blablabla...Seine Freundin arbeitet seit 3 Jahren nicht, sie haben eine überschaubare Wohnung und er jammert, wie anstrengend es doch ist. Da hab ich ihm einen Text geliefert, ich war so überrascht von mir selbst...dass er wirklich keine Ahnung hat, wies mit 3 Kids, Homeoffice, Haus und Garten ist....dann hab ich angefangen zu heulen.... Ich glaube, ich werde bald verrückt!

Natürlich habe ich mir das alles so ausgesucht und ich weiß, dass ich dankbar sein muss, dass wir alle gesund und munter sind.... aber ich bin so erschöpft, dass ich mich nicht mehr freuen kann und rumschreie..... so wollte ich nie sein! Ich bin echt zum Kotzen!

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Ach Süße, lass dich erst einmal ganz fest drücken (wie alle Mama/Papas in dieser Zeit)!!!

Meine Kinder sind schon junge Erwachsene, aber ich kann es noch nachvollziehen, wie du dich fühlst. Ich weiß nicht, wie alt deine Kinder sind, aber nachdem, was du schreibst brauchst du mal mehr Auszeit, als die du dir derzeit nimmst.
Wie wäre es wenn dein Mann mal einen ganzen Tag, z.B. Samstag, aufpasst und du dir irgendwo mit ner Freundin nen schönen Tag machst. Wellness oder Therme ist derzeit nicht machbar, aber einfach mal rausgehen, in den Wald in die Natur und auch die Ruhe und Stille einfach OHNE Kids genießen. Und im wahrsten Sinne des Wortes durchatmen.

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Ich verstehe dich auch. Familie rund um die Uhr um sich, und an alles denken müssen, antreiben, motivieren - ich bleibe abends endlos wach, einfach damit ich auch mal allein bin. Dafür bin ich dann am nächsten Tag müde, was mich auch krittelig macht.
Dieses Wochenende war relativ gut. Aber insgesamt kann ich dich gut verstehen, Home-Schooling und Kontaktsperre sind inzwischen eine echte Belastung.
Ein Trost: die Kinder verstehen, wenn man ihnen erklärt, warum man mal rumbrüllt. Und sie legen das Wort nicht auf die Goldwaage, besonders, wenn man sich auch entschuldigt. Eher im Gegenteil: manches Gewitter klärt.
Wir haben eine kleine Tischtennisplatte im Wohnzimmer stehen, und spielen immer mal ein Spiel in unterschiedlicher Besetzung. Das tut uns eigentlich allen gut.
LG und Kopf hoch! Du bist nicht allein.

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Nee, Du bist nicht "zum Kotzen"!

Du bist ein Mensch. punkt.
Ein Mensch mit einer Belastungsgrenze.

mit gehts Momentan ähnlich, allerdings mit systemrelevanter Halbtagsarbeit bei mir und Vollzeit bei meinem Mann, dem Kind halbtags zum Glück in der Notbetreuung, Haus, Garten und nem pflegebedürftigen , chronisch kranken Risikopatienten zuhause.

Bei mir gibts auch Momente, wo ich einfach mal platze und schreie.... und mich hinterher genauso scheisse fühle wie Du.

Ich glaube, das haben momentan einfach ganz viele....

Aber Mädels: deshalb sind wir weder zum "Kotzen" noch "unterträglich". Wir leisten momentan irrsinnig viel, auch wenn die Männer bzw. Partner mithelfen. Das meiste bleibt doch - richtig schön klischeemässig an der MAMA hängen.

MEINE MEINUNG

Deshalb: schafft euch ein paar Auszeitlücken zum Durchschnaufen, das hilft. Wir schaffen das schon. und irgendwann wird vllt auch wieder sowas wie Normalität einkehren.

Kopf hoch

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Bist da nicht alleine. Vor ein paar Tagen bin ich auch ausgetrickst weil ich an alles denken muss, antreiben muss und und und.ich bin sonst tiefenentspannt aber momentan alle Kinder, wir haben 4 sogar, auf einen Haufen...ja da platzt nach zig mal Geschrei, Gezanke und Mama mama auch mal der Kragen. Bin weinend aus dem Zimmer und habe die Kinder angehalten mir diesmal nicht zu folgen sondern kurz mich in der Küche mal allein zu lassen.

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Also erstens ist es mehr als menschlich wie du dich fühlst. Ud zweitens, hold dir Entlastung, gib Aufgaben ab, sei nicht mehr der alleinige Kopf, nimm deinen Mann mehr in die Pflicht! Es kann nicht sein, dass du im Aufgaben zuteilst. Setzt euch hin und macht eine klare Aufteilung wer für welche Aufgabenbereiche, nicht Eintelaufgaben zuständig ist. Und dann kümmert sich jeder selbständig darum. Macht eine Liste zu Wochenbeginn was die Woche getan werden muss und wer es tut, hängtsoe offensichtlich an dem Kühlschrank so dass sich keiner rausreden kann. Und nehmt eure Kinder mit in die Pflicht, sofern se das schon können. Mit kleineren Haushaltsdiensten die die kleinen schon können. Und zuletzt, versuch dich von dem Anspruch zu lösen dass alles erledigt werden muss.

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Entschuldige die Tippfehler. Wollte auch nicht unfreundlich klingen. Es sind einfach schwere Zeiten und wenn nicht alle in der Familie mit anpacken funktioniert es nicht. Zumal dieser Zustand ja noch eine Weile andauern wird, da muss man eine praktikable Lösung finden, ohne dass man einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen erleidet.

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Ich glaube in der Momentanen Situation bist du in guter Gesellschaft.
Das erste was ich mir Gönne wenn der ganze Corona-Einschränkungsscheiß vorbei ist? Ein Wochenende für mich. Wenn er lieb ist nehm ich vielleicht meinen Mann mit. Aber ganz sicher ohne Kinder.
Der Mann im Homeoffice, die Kinder Homescooling. Ich arbeite an den Wochenenden.
Der Haushalt sieht aus wie ...., ich komme hier zu nichts. Gerade den Staubsauger in der Hand kommt von Mann oder einem Kind "Kannst du das später machen? Videokonferenz/Onlineunterricht...., das stört gerade. " oder "Muss das jetzt sein, ich muss mich konzentrieren!".
Die Lehrer schicken Aufgaben wann sie wollen. Die Kinder sollen sich einen Wochenplan erstellen. Ja wie denn wenn jeden Tag irgendwas noch an Aufgaben nachgereicht wird. Dann gibt´s Stress vor allem beim Jüngsten wenn ich sage "Oh, da kam noch was, das machst du dann morgen noch mit" oder manche Lehrer scheinen zu denken das ihr Fach das einzige ist. Da kommen Aufgaben, so viel haben die im Unterricht noch nie in einer Woche gemacht. Dann hab ich hier Rumpelstielzchen stehen "DAS MACH ICH NICHT; DAS IST ZU VIEL, DIE SPINNEN DOCH"..... und glaub mir, über den Punkt da immer gelassen zu bleiben bin ich hinaus. Ich werde dann auch laut und schnauze ihn an wenn er hier so rumzickt. Oder wenn zum 10. mal die Frage kommt ob er Zocken oder TV darf obwohl der Schulkram nicht fertig ist, er nicht mal 5 Minuten was nicht mit einem Monitor verbundenes gemacht hat.
Und wir haben noch das Glück, wir leben auf dem Land. Wir haben fast alle Gärten mit Spielgeräten. Die Kinder hier können trotz Spielplatzschließungen sich mal austoben, aufs Trampolin, in Bäumen klettern etc, sie können Radfahren auch ohne das wir mit müssen oder Inlineskaten. Städter mit kleiner Wohnung ohne Garten gehts da ja noch schlechter jetzt.
Wir Leben im Kreis Heinsberg. Unsere Kinder sind also noch 2 Wochen länger zu Hause als eure. Ich glaube hier gibt es langsam keine Eltern mehr die nicht 3 Kreuze machen wenn die Schule langsam wieder losgeht. Für den Lehrstoff macht das glaube ich nicht viel Unterschied. Aber ich mache 3 Kreuze wenn ich wenigstens mal wieder 1 Vormittag RUHE habe.

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Huhuuu ... Wir können wohl einen Club aufmachen.
Bei uns ist das auch so. Ich muss an alles denken, alles planen und den Löwenteil alleine machen. Auch wir haben drei Kinder.

Routinen helfen uns enorm. Nicht ständig darüber reden was ich wann mache, sondern meine Hände machen die Betten nach dem Frühstück quasi von selbst.
Auch meinem Mann habe ich feste Zeitpunkte genannt, wann er was machen muss. Montags und Freitags putzt er das Bad vor der Arbeit. Mittwochs macht er den Wocheneinkauf. Ich muss ihn auch nicht mehr ständig daran erinnern.
Denn auch das kostet mich Kraft.

https://equalcareday.de/mentalload-test.pdf
Vielleicht macht ihr mal beide diesen Selbsttest. Dann kriegt man mal einen guten Überblick und kann danach auch nochmal neu strukturieren.

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Hallo, ich bin das Gegenstück. Systemrelevanten Job Mama und Papa. Mein Mann erstickt in Arbeit und ich habe täglich auf Arbeit extremen Mehraufwand weil ich zusätzlich Dinge erledigen muss die sonst unsere Angehörigen machen. Dazu kommt 2 mal Kita Notbetreuung und 2 Schwester die in dieser Betreuung den ganzen Tag aufeinander hocken und voneinander nur genervt sind. Mal schnell einkaufen nach der Arbeit geht auch, weil gefühlt jede Oma aus dem Viertel geht zum Feierabend, daher lange schlangen. Zuhause wartet dann der Haushalt, der Garten und eine 16 jährige kurz vor den Prüfungen mit mega mieser Laune, da seit Wochen kein echter Kontakt zu den Freunden. So letztes Wochenende 3 Tage frei und hier war die Hölle los. Nur gestreite und Gezerre. Mein Mann hat am Sonntag Abend gesagt das er mal sooft Papa hört, hätte er nie gedacht. Kopf hoch, mein Geduldsfaden ist im Moment auch sehr kurz

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Ich mach auch mit im Club!
Bin mit einem neugeborenen zuhause nach Kaiserschnitt, mann geht nur vereinzelt arbeiten und das große Kind hat eigentlich nix mehr zu tun außer rumschreien, wie ungerecht das doch alles ist und so... Aber bei uns ist gottseidank Ende in Sicht, Montag geht es für ihn wieder los und es ist mir scheiß egal, ob er diese Woche noch seine Aufgaben macht oder nicht, denn er muss sich dem am Montag in der Schule stellen.
Ich finde, man müsste sogar ein gewisses Entschädigungsgeld kriegen, um nach der Phase jetzt zur Erholung irgendwo in die Therme zu fahren oder sonst was 🤣

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