Wutausbrüche: Machtspiel daraus machen?wie verhalten?

Hallo,

meine Tochter (2J) hat regelmäßig Wutanfälle. Sie schreit dann, wirft sich auf den Boden, strampelt....ein klassischer Kleinkindwutanfall eben. Dauert zwischen einer und 30 Minuten.

Oft wegen Kleinigkeiten: "Soll ich dein Brot durschschneiden?" -Ja- Ich schneide also durch. "Nein Mama, nicht schneiden"..tja, was will ich machen wenn es schon durch ist?!? Also geht das Gebrülle los.

Ich weiß, dass sie ihre Emotionen noch nicht so mitteilen kann und daher schreit, da sie in dem Moment wütend und enttäuscht ist und das rauslassen muss, aber wie soll ich mich verhalten? Schreien lassen? Sie lässt da auch nicht mit sich reden und fast keine Alternative anbieten. Ich frage auch immer was den los ist (machmal weiß ich es echt nicht) aber sie ist dann so in Rage, dass ich gar nicht an sie ran komme und steigert sich rein. Oder ich mache mit dem was wir gerade vorhaben ganz normal weiter und tu so, als ob sie nicht so schreien würde, ziehe zb mich und sie an, rede dabei ganz normal mit ihr und packe zusammen.

Und ist es besser solche Konflikte/Ausraster zu vemeiden oder verwöhne ich sie mit sowas zu sehr?

Beispiel: Sie möchte ihr Getränk in einem Becher, nach einer Stunde soll es ein Becher mit Strohhlam sein, ne weitere Stunde später die Trinkflasche. Wenn ich nein sage, 2 Gefäße reichen geht das Geschrei los. Also lieber 5 Becher am Tag verwenden und Ruhe oder nicht nachgeben und ein Machtspiel daraus machen? Was ist richtig?

Danke für Eure Tipps!

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Bloß kein Machtspiel!
Deine Tochter ist frustriert, weil sie entdeckt, dass sie die Welt nicht so formen kann, wie sie es möchte. Begleite die Wutausbrüche!
Wenn sie wütet und dabei nicht gehalten werden will, lass sie wüten. Bleibe in der Nähe, signalisiert ihr, dass du da bist, wenn sie dich braucht. Nimm die Ausbrüche nicht persönlich! Wenn sie sich beruhigt hat, kannst du ihr Worte geben: "Du warst eben soo wütend!"
Wenn du kannst, kannst du natürlich vermeiden, es kommt dann aber an anderer Stelle hoch. Nachgeben ist keine Schande - bleib bei dem, was dir wirklich wichtig ist, und gib beim Rest nach. Und keine Sorge, sie wird nicht ewig 5 Becher verwenden.

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Es wurde ja schon schön geandwortet.

Versuche zu überlegen was dir wichtig ist und wofür sich ein Kampf lohnt. Manchmal klappt es spielerich Situationen zu umschiffen.

Das mit den Bechern... nun gut. Ich persönlich würde da keine Kämpfe eingehen, denn es wird noch genug andere mir wichtiger Situationen kommen, wo ich meine Grenzen durchsetze...

Ansonsten versuche zu verbalisieren, was im Kind vorsich geht.

Keine Angst, das wird noch schlimmer!;-)

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Mhhh, komisch. Ich sehe das mit den Bechern ein wenig anders als meine Vorschreiberinnen...

Grundsätzlich: Ja, das ist alles normal. Sie lernt eben (wie vorher schon beschrieben), dass die Welt nicht nach IHREN Regeln läuft, sondern dass sie "nur" ein Teil davon ist und nicht der Mittelpunkt. Das ist auch wichtig, dass sie diese Entwicklung durchmacht.

Trotzdem ist auch der Becher in meinen Augen eine "wichtige Lehre" (natürlich nur im übertragenen Sinne). Denn an so einem Becher hängt neben der "Verschwendung" und "Nichtnotwendigkeit" ja auch noch Arbeit (abwaschen). Du selbst nimmst dir ja wahrscheinlich auch keine 5 Becher, um stündlich aus einem anderen zu trinken. Für mich gehört EIN Becher (oder zwei, damit gehst du ja schon einen Kompromiss ein) zu EUREM Alltagsleben. Und das würde ich auch durchsetzen. Mit 2,5 Jahren sind es die Trinkbecher, später dann die Klamotten, die 5 mal am Tag umgezogen werden und geälligst schleunigst von Mama gewaschen, gebügelt und zurück in den Schrank gelegt werden dürfen...

Das ist für mich auch kein "Machtspiel". Es geht darum, VERLÄSSLICHE Abläufe zu schaffen. Und etwas "anders" zu machen, nur damit Madame keinen Ausbruch gekommt, wäre für mich nicht in Frage gekommen...

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Hallo,

ich habe eine Spülmaschine.

Und klar werden hier für verschiedene Getränke auch verschiedene Gefäße benutzt.

Ich benutze am Tag mindestens 3 Becher und 3 Gläser.

Mein Mann ebenso.

Und warum sollte ich das einem Kind verwehren?

Und mit dem Umziehen: Mein Mann zieht sich auch teilweise 3x/Tag um. Soll ich dann sagen, nein, das darfst Du nicht, das macht Arbeit (die eh die Waschmaschine übernimmt)?

GLG

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Ähm, wir sind uns ja in Erziehungsfragen eher weniger grün.

Wenn IHR bei EUCH zu Hause täglich 6 Gefäße pro Person benutzt, dann ist das doch absolut in Ordnung.

Das scheint aber bei der TE eher nicht der Fall zu sein. Sonst würde sie ihrem Kind auch nicht das 5. Gefäß verweigern (a la: Ich nehme mir ein Neues, aber du kriegst keins - Ätschebätsch).

Sie verweigert es dem Kind, weil es eben KEINEN Grund für ein Neues gibt und in dieser Familie auch nicht üblich zu sein scheint. Das würde ich an ihrer Stelle aber so beibehalten (schrieb ich ja), damit einfach klar wird, die FAMILIE (nicht du) hat bestimmte Abläufe und Regeln, die nicht einfach mal eben so geändert werden, weil Madame bockt.

Warum sich dein Mann 3x am Tag umzieht und ob dir das recht ist oder nicht, spielt hier auch keine Rolle. Es geht hier darum, dass sich viele Pubertierende x Mal am Tag umziehen, einfach um ihren "Willen" durchzusetzen. In der Schule wird was anderes getragen als zu Hause. Dann ist Treffen mit Freunden angesagt, wo - natürlich - ein neues Outfit her muss. Danach ist Sport = neues Outfit + Sportsachen usw usf.

Natürlich WÄSCHT das die Waschmaschine. Im Zweifelsfall trocknet auch noch ein Trockner. Aber es kostet Wasser. Gebügelt werden muss es auch noch. Und wieder eingeräumt werden ebenfalls. Wer macht das? Der Pubi? Auch hier gilt:

Es müssen Abläufe und Regeln her. Selbst wenn ich Zeit und Geld im Überfluss hätte, würde ich derartige Extrawürste (Becher) für mein Kleinkind oder (Klamotten) meinen Pubi nicht kochen. Denn ICH möchte die Zeit MIT meinem Kind genießen und nicht damit verbringen, FÜR das Kind Becher zu sortieren oder Wäsche zu waschen...

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Liebe Titania,

meine Tochter (27 Monate) lässt sich manchmal kurz vor einem Wutausbruch noch ablenken, das versuche ich dann auch, z.B. ich habe ihr Essen schon auf den Teller gegeben, damit es schneller abkühlt, das ärgert sie, dann darf sie Papa aufgeben.

Bzw. ich umschiffe auch Wutausbrüche und denke, das ist legitim. Wir bieten ihr fast immer 2 für uns akzeptable Alternativen an, dann "entscheidet" sie. Das gefällt ihr (a la "die grüne oder die Bärchenmütze", "kannst du dir deinen Teller schon alleine aussuchen?").

Während eines Wutausbruchs begelite ich sie und bin da, ich sage Sachen wie: "Du bist wütend, weißt du warum?" Während des Ausbruchs kommt dann ein geschrieenes "NEIN", danach , in meinem Arm, weiß sie meist, warum sie wütend war und sagt das auch.

Bei der Sache mit den Bechern würde ich vermutlich beim zweiten Becher ankündigen, dass das nun der letzte ist und sie sich ab dann aussuchen kann, was sie trinkt (bei uns gibt es Wasser, Tee oder als Highlight Bizzlwasser).

Vl. hilft die Ablenkung auf eine andere Situation, die selbst entschieden werden kann auch bei deiner Tochter?

Was für uns im Moment ganz klasse hilft, ist das kleine Wutmonster, das auf die Schulter fliegt (haben da ein Pixi-Buch) und das macht, dass man so wütend wird. Man wird es mit dem "Freudelied" (nach der Melodie von "Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann") wieder los, dann fliegt es davon und wechselt die Farbe. Im richtigen Moment angestimmt, singt sie mit und lacht hinterher. Mest ist das Problem nicht vergessen, aber nicht mehr so allumfassend, dass sie aus der Wut/Enttäuschung/Ärger nicht mehr raus kann, so wie es eben kurz vor einem Wutanfall ist.
Sie singt das Lied mittlerweile ind er Kita für andere Kinder/Puppen und freut sich, wenn das Wutmonster grün ist, denn dann ist es gleich weg :).

Manchmal gilt es aber auch bei uns: Augen zu und durch um dann da zu sein, wenn man gebracuht wird (gleich danach)...

Liebe Grüße und alles Gute!!!

Soraya-Weltenkind mit Mausezahn

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ach ich habe das so gehalten:

alles was mir wichtig war (heißer herd- an der strasse verüftig laufen...) haben ich selsbtverständlich jederzeit sofort und ganz klar eignefordert.
bei alllem anderen war mir das in dem alter egal.

ich habe den kindern dann eben früh eigene messer gegeben und sie haben selsbt durchgeschnitten.
ich habe genau nachgefragt : so shneiden? wie schneiden etc.
lief es doch mal nicht wie gewünscht habe ich versucht kompromisse zu finden.

bei den gläster- hmm keine ahnung. vielleicht würde ich mit dem kind erst mal zusammen das glas spülen, abtrocknen ,wegräumen und dann ein neues holen.
je nachdem, wie sehr es dich stört.
einfach nur asu "ich will das sagen haben" würde ich keinen machtkampf anzetteln.
hätte ich keine zeit, keine lust, wäre mir wassersparen wichtig... würde ich es nicht machen und auch erklären warm es mir wichtig ist

ich habe die erfahrung gemacht, daß die sachen, die einem selsbt wichtig sind ganz anders vertreten werden udn es da sehr viel seltender zu kämpfen kommt (zumindest i ndem alter- i nder pubertät sieht das wieder anders aus)- aber die sachen, bei denne wir uns fragen: soll ich da eingreifen oder nicht- sind eigentlich scho ndie, die uns nicht wichtig sind und die wir beruhigt laufen lassen können, denn es lohnt sich nicht ums 3. glas zu kämpfen, wenn es dir persönlich egal ist.

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Hallo
Ich bin ehrlich wenn meine Tochter so einen Anfall hat und ich merke sie macht mich damit ganz kirre dann lass ich sie auch mal toben. Da ich in so einer Situation nicht richtig auf sie eingehen kann.

Ansonsten hebe ich meine Kinder immer auf wenn sie meinen sich auf den Boden zu schmeissen und ja gebe ihnen eine klare Ansage steh auf oder es geht ins Bett.
Wir haben hier Fliesen ich mag es einfach nicht das sie hier rumliegen auch einfach so nicht.

Brot gibt es bei uns nur klein geschnitten. Es gibt zwar ab und zu mal Orangensaft oder Apfelsaft aber ansonsten nur Wasser auch wenn mein Sohn heute meinte dieses zu verweigern und rumzubocken. Gelernt habe ich daraus es gibt jetzt erst mal ein paar Tage kein Saft.

Meine haben immer noch ihre Flasche die sie auch zur Verfügung haben und zig Becher hier in der Wohnung stehen.. Diese füllen sie dann selbst mit Wasser aus der Flasche und trinken daraus. Für mich ist das Beschäftigung für sie und sie haben Spass daran. Trotzdem wissen sie schon das sie zb nicht pantschen dürfen. Ich stelle zb jeden Tag die Spülmaschine an weil ich 10-15 Becher rumfliegen hatte aber sie läuft ja eh jeden Tag also egal.

Trotzdem sind diese Ausraster sehr selten hier da ich schon versuche sie zu vermeiden.
Passiert mir so etwas draussen ja dafür habe ich dann ( Übermuttis weghören) je zwei Kindle dabei oder in der not mein Handy. Den zwei schreiende Kids die sich dann auch noch gegenseitig ärgern möchte ich nicht haben.

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Als Strafe oder Alternative ins Bett schicken, kann ich nur von abraten. Dann ist nämlich das Bett als Ort irgendwann ein Problem, weil man da nicht mehr rein will (da es negativ besetzt ist). Konsequenzen wirken nur, wenn sie logisch sind. Kinder in einem gewissen Alter werfen sich halt auf den Boden. Wenn du das nicht magst, dann äußere das doch und überlegt euch Alternativen (wie ins Kissen boxen oder stampfen). Aber einfach stattdessen ins Bett schicken, hilft ja nicht, die Gefühle zu erkennen und zu verarbeiten.

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Hallo,

ich verstehe dich sehr gut. Mein Sohn ist auch 2 Jahre alt und seit einiger Zeit haben wir solche Situationen auch täglich.

Zur Abendbrotsituation: das kommt mir ein wenig bekannt vor, allerdings habe ich schnell gemerkt, dass mein Sohn gerade einfach alles alleine probieren möchte. Das sagt er auch so "L. lleine machen!" Er ärgert sich dann auch, wenn er etwas nicht schafft (z.B. Schuhe alleine anziehen), probiert es aber immer wieder. Deshalb machen wir es beim Abendessen seit einiger Zeit so, dass ich ihm gleich ein Messer in die Hand drücke und er sein Brot selbst schmiert. Ich frage dann einfach nach, ob ich helfen soll (z.B. beim Schneiden).

Grundsätzlich würde ich nie aus Prinzip etwas verbieten nur damit mein Kind lernt, dass es auf mich hören soll.

Ich überlege mir bei allem: ist MIR das wirklich wichtig? Und wenn ja, warum?

Nervt es dich denn, ihr jede Stunde einen anderen Becher zu geben oder hast du die Befürchtung, dass dieses Verhalten dadurch verstärkt wird? Letzteres glaube ich nicht. Ich glaube, je weniger Wind man in dieser Phase und in diesem Alter darum macht, umso eher geht das auch wieder vorbei.

Wir Eltern bestimmen doch ohnehin soviel. Ich glaube schon, dass mein Sohn viel darf und viele Freiheiten hat. Trotzdem kommt es derzeit mehrmals täglich zu kleineren Wutanfällen (z.B. weil es um 6.30 Uhr morgens keine Kekse zum Frühstück gibt oder weil ich bei 0 Grad darauf bestehe, dass er eine Jacke anzieht).

Ich kann dir nur sagen, dass sich viele Situationen vermeiden lassen. Durch Geduld und Kreativität.
Ein Beispiel: mein Sohn hatte letzte Woche keine Lust eine Jacke anzuziehen. Auch bei 0 Grad und Regen nicht. Auf den Balkon gehen und zeigen, wie kalt es ist oder die Jacke mit raus nehmen hat nicht geholfen. Er hat getobt, als ich ihn anziehen wollte. Das ging zwei Vormittage so, wir waren beide schon morgens total gestresst. Ich hab mir dann gesagt, dass ich unbedingt cooler an die Sache rangehen muss. Und mit Blödelei und Kompromissen (z.B. er darf sich den Pullover aussuchen), hat es dann plötzlich wieder geklappt. Mein Mann hat ihm gestern erzählt, dass seine Jacke eine Flugzeugjacke ist und lässt ihn nun durch die Luft fliegen, wenn er die Jacke anhat. Jetzt ist er total begeistert und es gibt diesbezüglich keine Probleme mehr. Er erzählte sogar der Tagesmutter, dass er eine Flugzeugjacke hat. :-)

Da könnte ich noch viele Beispiele bringen, wie Kreativität und Geduld helfen, solche Situationen zu vermeiden. Natürlich nicht alle, das wäre wohl auch nicht richtig. Aber viele.

Versuch' sie darin zu unterstützen, selbstständig zu werden. Denn das wollen unsere Kinder doch in diesem Alter auch. Lass sie ihr Brot selbst schmieren und schneiden und stress' dich nicht mit Prinzip-Fragen.

Was dir wichtig ist, setzt du durch.

Liebe Grüße!

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die abendbrotsituation kenne ich auch sehr gut. ich sage denn: ach mensch, da habe ich dich jetzt bestimmt falsch verstanden. mein nächsten mal machen wir das anders. es ist ja ganz oft so, dass kinder in diesem alter wirklich was anderes meinen als sie sagen, weil sie wörte verwechseln oder aber ihre vorstellungen sich blitzartig ändern.

wenn dir das mit den trinkgefäßen zu viel wird, versuch mal ihm zu sagen, dass er, wenn er ein neues will, dass andere erst wegstellen muss, oder abwaschen oder ähnliches.

ich denke mir, dass es sowieso keine patentrezepte gibt. ich bin der meinung, dass in solchen situationen das bauchgefühl das richtige ist.

viele grüße, maren

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Kann dazu nur sagen, dass ich Dich total verstehe. Mir geht es ähnlich! Eine Patentlösung habe ich aber auch nicht. Einerseits tut sie mir furchtbar leid, weil ich denke, sie leidet da in dem Moment halt wirklich. Außerdem will man natürlich diese Ausbrüche auch einfach vermeiden / gering halten, weil sie für einen selbst zermürbend ist. Andererseits will man eben auch konsequent sein, und sie müssen eben Grenzen kennenlernen. Ist einfach schwierig.

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