´"Mein Kind wird nur von mir erzogen!" - Frage an alle Eltern

Hallo zusammen!

Ich habe mal eine Frage an euch alle. Da ich selber keine Kinder habe, kann ich das wohl nicht nachvollziehen, aber mich interessieren eure Ansichten und Erfahrungen und wie ihr das handhabt.

Ich lese hier oft still mit und dabei ist mir etwas aufgefallen : sehr oft kommen Aussagen wie "Mein Kind wird nur von mir und einigen wenigen Auserwählten erzogen" oder "Ich würde nicht zulassen, dass jemand anderes meinem Kind da was sagt". Das bedeutet also, dass die Erziehung des eigenen Kindes eine reine Privat-Sache ist, ja? Bzw wenn öffentlich, dann nur durch Erzieher, Lehrer, etc, also Menschen, die das gelernt haben? Vater darf miterziehen, denke ich. Oma und Opa auch? Wo zieht man da die Grenze, wenn man so denkt?
Ich habe irgendwann mal im Pädagogik-Unterricht gelernt, dass das gesamte Umfeld ein Kind erzieht, jeder mit allem was er sagt und macht, aber wenn Erziehung nur den Eltern und "einigen, wenigen" vorbehalten ist, wie funktioniert das? Ich finde das irgendwie seltsam und habe das Gefühl, dass das "früher" (und meine Kindheit ist ja noch nicht soooooo lange her) anders gehandhabt wurde. Meine Freunde und ich durften auch vom Nachbarn ne Ansage bekommen, wenn wir Quatsch gemacht haben, und für mich war klar, dass ich auf die Mutter meiner Freundin zu hören hatte, wenn ich bei ihr spielen war. Klar fand ich das manchmal blöd und natürlich hat auch mal meine Mutter eingegriffen, wenn es zu krass war, aber grundsätzlich durfte jeder "erziehen"; so wurde es auch bei meinen Freunden gehalten.
Auch in meinem Umfeld ist es eigentlich normal, dass jeder einem Kind was sagen darf. Beispiel: eine Freundin von mir hat eine 3jährige Tochter. Wenn ich zu Besuch bin, beschäftige ich mich auch mit dem Mädchen. Und dann darf ich dem Kind auch etwas sagen, obwohl die Mutter anwesend ist und ich nur eine Freundin bin und alle paar Wochen da. Wenn die Kleine z.B. im Spiel mit mir etwas zu Boden schmeißt, was kaputt gehen kann, ist es für mich normal, dass ich dann auch "xy, nicht die Sachen runterschmeißen!" sage und wenn nötig auch etwas energischer. Meine Freundin findet das absolut normal und war noch nie sauer deswegen, im Gegenteil, sie bestärkt mich dann und sagt "xy, hörst du jetzt mal auf *Truly*!" Wenn ich hier aber so lese, dann glaube ich, dass sehr viele andere Mütter da ganz anders reagieren würden? #gruebel Müsste ich dann die Mutter ansprechen, falls sie es nicht sieht, und sagen "Du, die xy schmeißt gerade die Kerzenständer auf den Boden, ich weiß ja nicht, wie du das jetzt erzieherisch lösen willst, ich wollte dich nur darüber informieren"...? Und was ist, wenn das Kind etwas macht, was ich nicht möchte, weil es mich betrifft, zB an meine Tasche geht, mit schmutzigen Fingern meine neue Hose anpackt, mein Handy nimmt... dann muss ich das der Mutter sagen und sie darauf hinweisen, dass ich das nicht möchte und sie ihrem Kind das bitte in ihrem Stil sagen soll? Dann ist aber schon meine Tasche durchwühlt, meine Hose dreckig, mein Handy kaputt...#kratz
Nun sind Kinder ja nicht nur Zuhause in einem geschützten Umfeld, sondern auch in der Öffentlichkeit, mal mit Mutter/Vater, mal in Begleitung anderer und wenn sie etwas älter sind auch alleine. Wenn ich fremde Kinder sehe, die irgendeinen Blödsinn machen (Blumen rausreißen, ein anderes Kind ärgern, über die Straße laufen), dann sage ich auch was. Nicht wenn die Mutter dabei ist und damit beschäftigt ist, das zu klären, logisch. Wobei ich selbst da schon mal ein "Da hat deine Mama Recht" von mir gegeben habe, woraufhin das Kind erst irritiert war und dann beschämt. :-D Aber wenn ich einem Kind, dass gerade damit beschäftigt ist, einen Vorgarten zu verwüsten, die klare Ansage mache, dass so etwas nicht geht, muss ich damit rechnen, dass eine aufgebrachte Mutter um die Ecke gerannt kommt und mich anschnauzt, dass ich ihrem Kind so etwas nicht sagen darf? Wenn ich sehe, wie ein Kind über die Straße rennen will und ich "stehen bleiben!" brülle und es somit nicht von dem Auto angefahren wird, dann darf ich das natürlich, so habe ich das Kind ja beschützt...oder soll man auch da nichts sagen? Ist ja schließlich Erziehung. :-p
Ich will jetzt hier nicht noch mehr Beispiele nennen, nur noch kurz diesen Artikel verlinken: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/erziehungsfreie-zonen-die-monster-anderer-eltern-a-756703.html (danke an Sneakypie, die ihn mal in einer Diskussion gepostet hat)
und dann bin ich gespannt auf eure Ansichten und Erfahrungen.

Liebe Grüße, Truly

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Ich sage auch zu "fremden" Kindern was, und finde es völlig normal und richtig, dass auch andere Erwachsene meine Kinder beschützen oder zurechtweisen, wenn das nötig ist.

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist das ebenso.

Es gibt doch das Sprichwort (dem Sinn nach), dass es ein ganzes Dorf braucht um ein Kind zu erziehen.

LG d.

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"wenn das nötig ist" - ich glaube, allein in der Einschätzung gibt es schon massive Unterschiede. Manche Eltern lassen ja mehr zu als andere; das eine Kind darf nie laut sein, das andere immer und jeder Zeit rumbrüllen.

Hast du schon mal negative Erfahrungen mit deiner Einstellung gemacht?
Die "da hat deine Mama recht"-Geschichte scheint ja schon sehr negativ angesehen zu werden. Ich hab das damals keineswegs böse gemeint und die Mutter war auch nicht erbost, eher erleichtert über die Unterstützung...aber da hab ich wohl scheinbar Glück gehabt.

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Eigentlich nicht. Ich finde man kann alles sagen so lange der Ton stimmt.
Ich würde allerdings auch nichts kommentieren oder eingreifen, wenn ein Elternteil gerade dabei ist eine Situation zu klären, selbst wenn ich dessen Vorgehen ungeschickt finde. Bei uns gilt so ein wenig die Regel, wer zuerst eingreift bleibt dran. Der darf das dann auf seine Weise klären.

Eine ehemals enge Freundschaft ist allerdings aufgrund völlig unterschiedlicher Erziehungsstile auseinandergegangen. Das war eine Mutter, die BEI ALLEM was die Kinder getan haben immer sofort eingegriffen hat. Ein Kind hat dem anderen ein Spielzeug aus der Hand genommen, Einmischung des Erwachsenen. Ein Kind hatte einen Stock in der Hand, Einmischung. Ein Kind hatte ein begehrtes Spielzeug, Einmischung bitte tauschen.
Das hat dann nicht mehr gepasst, es kam nie ein Spiel in Gang, weil die Kinder ständig in ihrem Tun unterbrochen wurden. Ich hatte das Gefühl mein Kind für Dinge ermahnen zu müssen, die ich überhaupt nicht schlimm fand, nur weil sie ihres ständig ermahnt hat. Daher haben wir die Freundschaft auslaufen lassen, war für beide angenehmer.

Ich denke es finden sich schon Etlernnetzwerke zusammen, bei denen die Grundeinstellung im Großen und Ganzen übereinstimmt. Und wenn man sich mag, dann ist es auch gut auszuhalten, wenn eine andere Mutter manche Dinge halt anders regelt.
LG doremi

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Hallo,

also wenn wir bei Familie und Freunden sind ist es klar das da auch ein Nein oder ähnliches kommt. Also sprich das klare Ansagen kommen und dagegen habe ich auch nichts denn man kann seine Augen und Ohren nicht überall haben.

Ich habe allerdings was dagegen wenn sich Wildfremde Menschen in Situationen reinhängen die ich/wir schon längst am Klären sind. Sprich so ein Satz wie: Da hat deine Mutter aber recht, würde ich nicht unkomentiert gegenüber Fremden lassen. Die bekommen von mir auch ne Klare Ansage! Denn ich bin der Meinung Sachen die schon in Klärung sind brauchen keine Einmischung von völlig Fremden! Und nein ich mische mich in solche Situationen auch nicht ein, obwohl ich mir auch denke, da haben die Eltern recht, ich sage es nur nicht.

Klar wenn wir Eltern nicht greifbar sind weil das Kind allein unterwegs ist zb. habe ich nichts gegen wenn man Ihm sagt, Nein das darfst du nicht. Denn dann können wir ja nicht einkreifen weil wir nicht da sind. Sowas finde ich legetim und mache das auch selbst wenn ich mit bekomme wenn Kinder/Jugendliche im Bus zb. quatsch machen und kein Elternteil dabei ist.

Wir hatten heute zb. so eine Situation. Junior sollte in den Kiwa weil wir den Bus noch bekommen mussten und Junior ist nun mal noch nicht so schnell als Laufänger mit 15 Monaten. Es gab Gebrüll ich hab im ruhigen kurzen Sätzen mit ihm geredet (langes geschwafel bringt ja nix). Ne Oma die vorbei lief gab ihren Komentar dazu ab nach dem Motto dann lassen sie ihn doch laufen deine bösen Eltern erlauben dir ja gar nix... Und ja sie hat ne Klare und deutliche Ansage bekommen von mir. Ich hasse sowas wie die Pest. Von ihr kam dann nur noch irgend was genuschelt. Ich denke (und so denken die meisten Freunde von uns auch) es geht keinen was an wenn die Sache schon in der klärung ist. Denn man weiß ja nie wie die Eltern es hand haben. Klar wenn Zeit ist lasse ich ihn gerne laufen (ich möchte ja das er bald ganz ohne Buggy auskommt auf kurzen strecken), aber wenn es eben schnell gehen muss weil wir nen Bus erreichen müssen dann ist das so und da hat sich keiner einzumischen. Genauso im Supermarkt oder an anderen Stellen.

Wie gesagt sind wir nicht greifbar weil das Kind allein ist finde ich das nicht schlimm wenn ein Fremder meinem Kind ne Ansage macht. Gut unser Kind ist jetzt nicht in dem Alter wo es allein rumstromert mit Freunden also kommt es zu solchen Situationen noch nicht.

Wenn unser Kind später allein ohne uns Eltern unterwegs ist habe ich nicht dagegen wenn man meinem Kind was verbietet bzw. es zum Benehmen aufruft. Sind wir dabei bzw. greifbar verbiete ich mir jegliche Ansagen außer einem Nein das darfst du nicht oder Vorsich wenn wir nicht gleich es sehen also reagieren können. Ich hoffe du verstehst was ich damit meine.

Lg Baerchie

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Ja, ich verstehe, was du meinst und bin auch größtenteils deiner Meinung. Ich hatte ja auch geschrieben, dass ich mich normalerweise raushalte und das auch von anderen erwarten würde, wenn die Sache schon geklärt wird.

Nur hierzu habe ich noch eine Frage bzw Anmerkung : "so ein Satz wie: Da hat deine Mutter aber recht, würde ich nicht unkomentiert gegenüber Fremden lassen." Ich weiß nicht mehr, um was es in dieser Situation genau ging, aber es gab einen riesigen Unterschied zu der von dir beschriebenen Situation. In meinem Fall war es so, dass die Mutter schon ca 10mal gesagt hatte, dass das jetzt so nicht geht, und das Kind (geschätzt 6-7 Jahre alt) immer wieder davon anfing und rumquengelte. Das Kind guckte mich an, ich sagte daraufhin "Da hat deine Mama recht", es war irritiert und hörte auf zu nörgeln. Ich habe also die Mutter UNTERSTÜTZ und nicht ihre Autorität untergraben. Das ist ein riesiger Unterschied! Manchmal ist eine Ansage von außen einfach gewichtiger, als das, was Mama sagt. Bitte, bitte nicht falsch verstehen! Natürlich ist das, was die Mutter sagt und will, das wichtigste. Aber aus Sicht des Kindes hat Mama halt einfach mal wieder rumgemeckert - die fremde Frau sah das aber genau so, also musste es wohl stimmen. Die Mutter aus meinem Beispiel jedenfalls grinste mich an und sagte "Siehst du." zu ihrem Kind. Manchmal ist man als Mutter doch auch einfach nur genervt und fertig, oder? Wenn man die Diskussion schon zigtausendmal geführt hat - ist man dann nicht froh über so eine Unterstützung? Oder fühlt man sich dann direkt angegriffen, weil man meint, das Gegenüber würde einem Unfähigkeit unterstellen?

Deswegen dazu meine Frage? Wie hättest du das denn kommentiert und gewertet?

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Klar man ist gernevt und hat bestimmte Siutationen vielleicht satt kenne ich ja selber vorallem beim Esssen....

Ich muss aber dazu sagen ich hasse es generell wenn sich Fremde einfach einmischen egal ob in Erziehungsfragen oder in anderen Sachen. Ich mag das einfach nicht egal ob das Hilfreich ist oder nicht. Das mögen andere Menschen anders sehen wie ich aber ich mag das einfach nicht.

Das war schon immer so. Selbst als ich Kind war, war das schon so. Ich weiß nicht wieso. Ich denke mir dann auch manchmal die haben kein eigenes Leben...

Ich hätte der Dame (also dir in dem Fall) klar gemacht das sie sich nicht einzumischen hat, meinem Sohn hätte ich den Satz gegenüber unkomentiert gelassen. Wobei mein Sohn bei Fremden skeptisch wegschaut und schutz bei uns sucht bei ihm hat so nen eingmische eher die Wirkung das er erst recht heult und noch mehr bockt. Hat er ja in unserem Beispiel auch. Er hat noch mehr geheult und schutz bei uns gesucht das mein Mann ihn bis zu Bus tragen musste, erst im Bus wars wieder gut. Und gerade solche Reaktionen kann man als Fremder gar nicht einschätzen bzw. denkt in diese richtung.

Klar das Kind bei dir war älter, mag sein das unser Junior in dem Alter nicht mehr so unsicher und schutzsuchend ist bei Komentaren fremder. Wissen tue ich das jetzt noch nicht.

Deswegen bin ich ja bei sowas auch vorsichtig. Denn ich kann ja nicht wissen ob das Kind nicht so regaiert wie unserer. Klar iritiert ist man immer im ersten Moment unserer heult und bockt dann eben erst recht und hat zu dem noch Angst und sucht schutz. Was ja irgendwo auch bescheuert ist weil eigentlich ist er ja zornig mit seinen Eltern braucht aber dessen schutz vor dem Fremden. Du verstehst.

Klar es das hätte mich in dem fall nicht in meiner Position untergraben das wäre mir aber auch nebensächlich.

Ich seh das öfter das Kinder (wenn sich Fremde einmischen) ganz irritit/erschrocken hinter die Eltern sich verziehen und Schutz suchen gerade Kleinkinder/Kindergartenkinder. Oft finden das die Fremden oder auch Eltern niedlich und die Eltern kommentieren das dann noch mit: Ach wie süß vertragen wir uns jetzt wieder? Was aber in dem mom vom Kind aus nicht direkt so gewollt ist denn es sucht ja Schutz. Das verhalten hab ich erst jetzt mit meinem Sohn verstanden seit er laufen bzw. Krabbeln kann seit dem macht er das immer wenn er Schutz sucht. Das hat mir meine Schwiegermama erklärt und das hat weiß noch vom damaligen Kinderarzt ihrer Kinder und mein Kinderarzt hat das bestätikt.

Deswegen bin ich bei sowas immer vorsichtig.

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Hallo!

Das ist ein komplexes Thema und eine "Grenze ziehen" kann man in diesem Bereich - glaube ich - nicht. Zumal natürlich auch noch dazu kommt, dass solche Ansichten subjektiv gefärbt sind.

Zuerst: Ich bin schon auch der Meinung, dass ICH für die Erziehung meiner Kinder verantwortlich bin und nicht möchte, dass diese Aufgabe zig andere übernehmen (müssen). Damit meine ich aber keines von deinen Beispielen (dazu später) - sondern eher, dass ich es schlimm finde, wenn ein Kind, wie es heute oft der Fall ist oder sogar der Fall sein muss, fast den ganzen Tag fremdbetreut wird. Nicht selten ist es so, dass bspw. die Mutter früh aus dem Haus muss und das Kind erst mal zur Oma muss, oder in eine Frühbetreuung, dann geht es in die Schule oder in den Kindergarten, dann geht es in den Hort oder in die Nachmittagsbetreuung. An anderen Tagen geht es noch zum Sport, zur Musik, hierhin und dorthin und für Betreuungsengpässe gibt es noch die Tagsemutter oder den Babysitter.

Natürlich alles überspitzt ausgedrückt und um mich vorweg gleich vor etwaigen Diskussionen zu schützen: Wer dieses Modell für sich aussucht und damit zufrieden lebt, soll das tun. In Maßen finde ich es auch gesund für ein Kind, mit anderen Menschen zu tun zu haben, man lernt schließlich von jedem! Ich will auch keiner Mutter ein schlechtes Gewissen einreden, weil sie die Kinder in Fremdbetreuung geben muss. Eher aufzeigen, dass es heute schwierig ist, finanziell über die Runden zu kommen, OHNE diese Angebote annehmen zu müssen.

Denn letztendlich - und sorry, dass ich so abschweife ;-) - wird das Kind so im Laufe der Woche von zig verschiedenen Menschen "erzogen". Nicht weil es jemanden hier mal ne Stunde und da mal ne Stunde trifft, sondern weil es wirklich viel Zeit mit den jeweiligen Menschen verbringt und Alltagssituationen eben gemeistert werden müssen.
Am Ende - und leider eben oft in schwierigen Situationen - wird dann aber die Schuld oder die Verantwortung für die Erziehung und die Formung des Charakters den Eltern zugeschoben. Nur, - in Wahrheit ist das dann ja nicht so. Die Eltern waren oft nur ein kleiner Teil...

Das ist für mich immer wieder ein interessantes Thema und eben deshalb auch ziemlich komplex.

Was jetzt deinen Beitrag betrifft: Ich finde schon auch, dass es heute oft (nicht immer!) üblich ist, die Kinder vor allem in Schutz zu nehmen. So erlebe ich auch immer wieder Eltern (vorzugsweise Mütter), die denken/vorgeben, ihr Kind könnte niemals etwas "Böses" tun und daher auch alle niedermachen, die es wagen, das Kind darauf hinzuweisen (wie bei deinem Beispiel mit dem Blumenausrupfen ;-) ) Auch Lehrer, Trainer und Tageseltern werden das bestätigen. Früher hat man hauptsächlich mit den Kindern gearbeitet, - heute haben diese fast mehr zu tun mit den übereifrigen Mamas, die alles ungerecht finden, anzweifeln und sich einmischen ;-)

Wir haben hier auch 2 antiautoritär erzogene Kinder, denen es komplett egal ist, wenn andere Erwachsene etwas sagen. Leider funktioniert das ganz und gar nicht.

Meine Kinder dürfen - sollten sie sich bei ihren Freunden nicht benehmen - auch von den jeweiligen Eltern darauf hingewiesen oder geschimpft werden. In jedem Haus gelten eigene Regeln und daran muss man sich halten, - darauf darf sie jeder hinweisen.
Das Selbe gilt für Kindergarten und Schule.

Ich persönlich halte mich mit solchen Kommentaren sehr zurück. Natürlich, würde ein Kind bei mir mutwillig was zerstören oder mich belästigen, würde ich schon auch was sagen. Im Normalfall aber - wenn auch die Mutter des Kindes dabei ist - warte ich lange (zu lange) ab, - weil ich einfach erwarte, dass die Mutter ihr Kind zurechtweist. So wie ich es auch mit meinen mache. Klar sind Kleinkinder oft kaum zu bändigen, aber wenn ich mit meinen in dem Alter irgendwo war, wo sie Sachen runterwerfen wollten, bin ich gesprungen. Klar ist das in einem gewissen Alter manchmal kein entspanntes Kaffeetrinken, aber so ist das nun mal. Wenn manche Muttis sich gar nicht drum kümmern, was die Kids in fremden Haushalten kaputt machen, finde ich das auch unhöflich und ich denke, da muss man dann wohl wirklich selbst was sagen.

Dinge wie "Da hat deine Mama Recht" sage ich sicher nicht. Denn das hat für mich etwas mit einmischen in eine Situation, die mich nichts angeht zu tun und erinnert mich an die Omas von denen man hier oft liest, die der Mutter beim Tobsuchtsanfall des Trotzkindes auch noch ein schlechtes Gefühl bereiten, indem sie sich einmischen und ihre Kompetenzen untergraben. Da sehe ich also drüber weg.

Es gibt also gewisse Dinge, wo ich ein Einmischen von anderen Leuten absolut übergriffig finde, aber viele Dinge, wo ich das Einmischen/das "ERziehen" oder Zurechtweisen als absolut vertretbar wenn nicht sogar notwendig erachte.

Man kann das also nicht alles in einen Topf werfen und somit auch keine Grenze "wo fängt das an/wo hört das auf" ziehen.

Lg.Nina

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Och ich habe schon öfter was zu Kindern gesagt und auch zu deren Eltern.

Auf Arbeit sehe ich täglich viele Kinder jedes Alters. Manche Eltern lassen ihre Kinder machen was sie wollen. Einmal kam ein kleines Mädchen bei uns reingerannt. Sie war keine 2 und ich hab sie ziemlich am Arm gepackt, bevor sie eine kleine Treppe runtergesegelt ist. Der Opa saß gemütlich auf einem Stuhl um sich zu sonnen und meinte, daß die Kleine nur ihre Mutter gesucht hat.

Einmal meinte ein Kind auf unseren offenen Fenstern rumzuturnen. Da habe ich auch was gesagt. Die Leute konnten zwar kein Deutsch, aber das Kind hat aufgehört, nachdem die Mutter mich erst böse angeschaut hat, aber dann doch was zu dem Kind sagte.

Achja und Kinder, die sich vor unseren Fenster auf Arbeit mit Steinen bewerfen bekamen auch schon eine Ansage.

Vor ein paar Wochen drückte ein Kind sein Geschwisterchen mit dem Stuhl an einen Tisch. Da meinte ich auch, daß er aufhören soll, seinem Bruder weh zu tun.

Meinen Kindern sollen die Leute auch was sagen, wenn sie sich ohne mich nicht zu benehmen wissen. Das ist doch nomal meiner Meinung nach.

LG

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Hi,

ich sehe es ebenso wie du.
Heutzutage darf man keinem Kind mehr etwas sagen, wenn es scheiße gebaut hat, weil sich dann die Eltern hinterher einmischen.

Ein fremdes Kind grob anfassen, weil es an der Bushaltestelle über die Straße laufen will....da muss man ja schon Angst haben eine Anzeige wg. Körperverletzung zu erhalten.

Ich sage in der Regel etwas, wenn mir ein Verhalten mißfällt und wenn deren Eltern es mißfällt, haben sie Pech gehabt. Leider sind immer weniger Kinder erzogen und dann heißt es " Deutschland ist kinderfeindlich".#augen

Kinder dürfen, egal welches Alter, mit Straßenschuhen im Restaurant, Cafes auf den Bänken,,,rumlaufen#schein im Beisam der Mama...WAS sollen die Kinder da bitte in Zukunft lernen? und dazu noch eine verschmierte Brezn....die überall Spuren hinterläßt.

Kinder, die Autos....absichtlich beschädigen....da wird sofort nach Gesetzen gesucht, das eltern da ja nicht bezahlen müssen. Tja, solches verhalten der Eltern überträgt sich doch auch auf die Kunder...." wie komme ich schadlos aus der Scheiße raus"
" Früher" standen die Eltern für den Mist der Kinder ( bis zum gewissen Alter) gerade und dann haben die Kinder ihre Strafe bekommen.
heute Kinder bestrafen....nö....und was lernen sie draus " Ihr schöechtes verhalten zieht keine Konzequenz nach".... leider lernen sie es im Kleinkindalter und das festigt sich.

Lehrer haben heutzutage keinen Erziehungsauftrag sondern nur noch einen Lehrauftrag....und bei Ganztagsschüler #schein ebenso in der Kinderbetreuung oder gar selbst im Kindergarten mischen sich die Eltern ein.
Alle kinder seinen immer unschuldig und zu unrecht bestraft zu werden#schein immer sind es die anderen kKnder die böse und schlecht sind.....wollen die Eltern es nicht sehen oder können sie es nicht, weil sie ebenso erzogen worden sind?

lisa

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Ich frag mich auch, woher das kommt...leider melden sich hier ja die Eltern nicht, die so denken, und Antworten geben könnten.
Ich fand es damals auch nicht toll, wenn ich heulend zu meiner Mutter lief um ihr zu sagen, dass der böse Herr Meier geschimpft hat...und dann als Antwort "Da hat der Herr Meier auch Recht" zu hören bekam. Boah, fand ich die Erwachsenen alle blöd! Aber ich sehe heutzutage, dass das wichtig für mich war, ich hab meine Mama lieb und Herr Meier ist eigentlich auch okay.;-)

Bei meinem Freundeskreis war's genauso und wir alle sehen das als wertvolle Erfahrungen an. Dementsprechend würde man das doch bei seinen Kindern auch machen?
Ich finde es wichtig, dass Kinder lernen, dass verschiedene Menschen verschiedene Ansichten haben und verschiedene Situationen Verschiedenes Verhalten erfordern. Wie sollen sie denn sonst in der Gesellschaft zurechtkommen? Man muss nicht jede Regel und Ansicht gut finden, aber man sollte es lernen, Rücksicht zu nehmen.

Ein Beispiel aus dem Krankenhaus (dort arbeite ich), zwei Situationen mit gleichem Beginn: kleines Kind als Besucher, läuft über den Flur und kreischt und quietscht und schreit, denn der Flur hallt so schön. Ich gehe gucken, Eltern anwesend. Das Kind schreit und quietscht und kreischt weiter, nach einigen Minuten gehe ich wieder auf den Flur. Situation 1: ich mache die Eltern freundlich darauf aufmerksam, dass sie bitte darauf achten, dass das Kind leise ist, Antwort "Wie soll das denn gehen?". Ich mache darauf aufmerksam, dass hier kranke Menschen sind, die Ruhe brauchen. Die Mutter murmelt etwas von "kinderfeindlich" und geht mit dem Kind von Station. Situation 2: das Kind (selbes Alter wie im ersten Beispiel) kommt auf mich zugerannt, die Eltern sind am anderen Ende vom Flur, ich hocke mich hin und sage dem Kind, dass es hier nicht so laut sein darf, weil hier kranke Leute sind. Das Kind ist leise, fragt mich ein paar Sachen, die Eltern kommen hinzu. Ich sage ihnen freundlich, dass sie bitte darauf achten, dass das Kind leiser ist. Die Mutter fragt "Haben Sie das der Kleinen gesagt?", ich erwarte ein Donnerwetter....Mutter: "Gut, auf uns hört die ja nicht! Hast du gehört, was die Schwester gesagt hat?"....also, das kann's ja nu auch nicht sein, oder? Weder Situation 1 noch Situation 2 finde ich in Ordnung! Ich kann so ein Verhalten nicht nachvollziehen.

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Hallo,

ich sehe es wie du und handle entsprechend.

Wenn ich damit Empörung auslöse, kann ich damit sehr gut leben - angeschnauzt wurde ich deswegen allerdings noch nie, die Reaktionen waren (wenn überhaupt) eher beleidigt-defensiv.

LG,
J.

9

Hallo,

im vernünftigen Ton dürfen fremde Menschen meinen kindern gern etwas sagen.

vg, m.

22

Hallo!
Dazu eine Frage.

Ein "vernünftiger Ton" ist ja Ansichtssache. Angenommen, dein Kind macht irgendeinen Blödsinn. Frau Schmitz von nebenan schimpft laut über den Gartenzaun, dass jetzt sofort Schluss ist mit dem Mist, sonst setzt es was. Du bekommst die Situation mit. Wie reagierst du? Sagst du Frau Schmitz vor deinem Kind, dass sie nicht so mit deinem Kind zu reden hat? Sagst du Frau Schmitz, wenn dein Kind nicht dabei ist, dass das gar nicht geht? Oder sagst du deinem Kind, dass Frau Schmitz Recht hatte, auch wenn du es nicht gut findest, wie sie das gesagt hat?

Ich kann mich nämlich an so eine Situation erinnern, als ich mit einer Freundin gespielt hab (Grundschulzeit) und deren Mutter der Nachbarin ne Ansage gemacht hat...und meine Freundin und ich das unheimlich lustig fanden, uns über die doofe Frau Schmitz lustig gemacht haben und meine damalige Freundin (Kinder sind so gemein manchmal) dann zu Frau Schmitz sagte "also, wenn Sie noch mal was sagen, kriegen Sie richtig Ärger mit meiner Mutter"...und wir machten fröhlich weiter Blödsinn. (und nein, wir waren keine verzogenen Drecksblagen, wir waren Kinder und die machen nun mal manchmal Quatsch, weil sie viele Dinge anders sehen)

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Ich würde Frau Schmitz darauf hinweisen, dass sie meinem Kind gern sagen darf, wenn ihr etwas nicht passt und ggf. das dann auch mit mir besprechen kann, wenn er ihr nicht folgt. Ein "sonst setzt es was" dulde ich aber nicht, denn das empfinde ich als Drohung und damit überschreitet sie die Grenzen. Im Gegenzug darf ich Frau Schmitz nämlich auch nicht drohen, wenn mir ihr Verhalten nicht passt.

Bei uns zu hause würde ich meinem kind dann sagen, dass Frau Schmitz grundsätzlich recht hat und ich so ein Verhalten nicht dulde, dass aber eine Drohung von einem Erwachsenen auch nicht das richtige Mittel ist.

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>>Ich habe irgendwann mal im Pädagogik-Unterricht gelernt, dass das gesamte Umfeld ein Kind erzieht<<

Das sehe ich auch so.

Ich möchte auch nicht als einziges Vorbild für meine Kinder fungieren, sondern bin froh das sie ein stabiles, "erweitertes" Umfeld an konstanten Bezugspersonen haben. Jeder von ihnen hat Stärken und Schwächen von denen meine Kinder profitieren können.

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Sozialisation funktioniert nunmal auf mehreren Ebenen. Dass Eltern das ganz alleine durchziehen ist nicht möglich und nicht erstrebenswert.

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