schlechte Träume (6,5 Jahre), will aber nicht drüber reden

Hallo !

Seit einigen Tagen kommt neuerdings unser Großer (fast 7) immer wieder aus dem Bett, weil er wohl Angst hat. Wovor, will er aber nicht sagen, weil er eben davor Angst hat.

Wenn dann in unserem Bett weiterschlafen darf, ist es okay.

Nun bin ich mir echt unsicher, ob das eine Ausrede ist, weil er bei uns schlafen will oder ob da wirklich was dahinter steckt und es für ihn so schlimm ist.

Ich würde ihm ja gerne helfen, weiß aber nicht, wie. Ich habe ihm schon gesagt, daß es nichts bringt, vor seiner Angst davonzulaufen und das reden bzw. sich ihr stellen hilft.

Habe ihm vorgeschlagen, ein Bild von seinen Albträumen zu malen, aber das will er auch nicht.

Wir haben schon einen Traumfänger an seinem Bett, aber der bringt scheinbar auch nichts.

Ich habe fast die Befürchtung, daß er das jetzt immer wieder zelebriert, da er bisher dann immer bei uns schlafen durfte. Andererseits will ich ihn mit seiner Angst auch ernst nehmen.

Kennt jemand solche Phasen - liegt das evtl. am Alter ? Wie kann man dem begegnen ?

Ich danke Euch

Ines

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Wer sagt denn, dass er überhaupt darüber reden kann?

Meine beiden krabbeln auch oft in mein Bett, wenn sie schlecht geträumt haben, aber an den genauen Traum können sie sich nicht mehr erinnern. Ich träume auch oft wirr, könnte den Traum am nächsten Morgen aber nicht mehr erzählen.

Ich finde es normal, dass Kinder Phasen haben, in denen sie auch mal schlechter träumen und dann mehr Nähe brauchen. Das geht auch ohne stundenlanges ausdiskutieren der Träume wieder weg.

lg

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Guten Abend
Kennen wir.
Das ist keine Absicht, sie wollen einem nichts Böses, oder einen ausnutzen oä., sie haben echt einfach Angst.

Man "verzieht" sie auch nicht damit. Sie begreifen, dass Menschen sterben, krank werden, einen Unfall haben können, ect...

Sie begreifen, dass nicht alle Menschen unendlich leben und dass VERLUSTE drohen. Das macht ANGST. Und mal HAND AUFS HERZ!!!! Haben wir nicht alle diese begründete Angst????

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Vielen Dank für Deine Antwort.

Ich werde ihm einfach die Nähe geben, die er im Moment braucht.

Ich habe mich nur gewundert, weil er in den fast 7 Jahren so enie Phase noch nie hatte.

Ines

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mein großer schläft im eigenen bett seit er 1,5 jahre alt ist
völlig problemlos- es gab in den letzen 4 jahren überhaupt gar keine probleme, er hat imemr gerne und gut in seinem zimmer geschlafen

seit ca einem halben jahr (also etwa mit 5,75 jahre) fing er an, daß er angst habe und nicht alleien schlafne wollen.
wir haben alles mögliche probiert (licht anlassen, cd hören, am wochennede mit bei uns im bett schlafen, beim bruder im zimmer schlafen usw.)
aber nix hat so richtig hingehauen. seither haben wir unser bett vergrößert und er schläft bei uns (der kleine mit 4,5 jahren will dsa dann natürlich auch, also sind beide jetzt einqaurtiert) und damit war schluß mit der angst

tja- auch wen ich erst mal ne weile gebraucht habe, um wieder so schlafen zu können (und eine betterweiterung auf eine breite von 3,50m)- jetzt schlafne wir wieder alle gut und das ist wunderbar

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Ja, meine Antwort ist unpopulär, aber dennoch:

Ich bin kein Fan vom Familienbett, ich kann dann kaum schlafen und schaffe so den Alttag auch nur mit Mühen, daraum versuche ich - nach Möglichkeit - meine Kinder nur bedingt in mein Bett zu lassen.

In deiner Situation würde ich tagsüber mal mit ihm sprechen, wie schlimm das Nachts ist, was helfen kann und ob er nicht nach einiger Zeit mit dir kuscheln wieder in sein Bett zurück kann.

Bei uns klappt das meist gut, wenn die Kinder nach 10/20 Minuten mit meiner warmen Bettdecke in ihr Bett zurückgehen, manchmal mit einem Extralicht (Taschenlampe o.ä.).

Und: meiner Kinder sind auch keine seelischen Krüppel, wie gerne die Meinung ist, wenn Kinder nachts nicht in Mamas Bett dürfen.

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Ich bin ja auch eher für Gelassenheit.
Meine Kinder sind 7 und 9 jahre alt, schlafen in ihrem Bett seit sie 10 Monate bzw. 2 Jahre alt sind. Sie lieben ihr eigenes Bett und habe keinerlei Schlafstörungen. aber manchmal gibt es Phasen, in denen sie vor irgendwas Angst, in denen sie irgendwas beschäftigt oder in denen sie bestätigt wissen wollen, dass wirklich und ehrlich immer und jederzeit zu uns rüber kommen dürfen. Der Kleine träumt auchmal schlecht, aber am Morgen weiß er das oft gar nicht mehr oder er weiß morgens selber, dass es gar nicht so schlimm war, nur sieht die welt nachts so anders aus.

Dann kommt es vor, dass jemand früh morgens in unser Bett huscht oder im großen Bett schlafen will, wenn mein Mann z.B. über Nacht unterwegs ist.

Ich unterstelle ihnen niemals, dass sie sich irgendwas erschwindeln wollen. Zelebrieren dürfen sie das. Warum auch nicht? Mir ist wichtig, dass wir alle irgendwie schlafen. Das Wo ist dabei völlig unerheblich. Und weil das so ist, ist es in der Regel so, dass alle in ihrem eigenen Bett schlafen. Nur manchmal eben nicht.

Mit 18 werden sie das ganz sicher nicht mehr tun.

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Danke auch Dir für Deine Antwort.

Ich denke ja auch nicht, daß er das mit Absicht macht - ihn beschäftigt sicher etwas. Evtl. hängt es ja auch mit dem baldigen Schulstart zusammen, auf den er sich aber schon freut.

Gestern hat er dann auch wieder von sich aus in seinem Bett verbracht.

Ines

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Hallo,

ich kenne es so von mir, dass ich manchmal (selten, aber doch) nachts schweißgebadet aufwache, mich danach aber nur noch an eines erinnern kann. ANGST, Alptraum.

Der Rest ist blackout.

Die andere Variante ist, dass ich im Halbschlaf alles bewusst mitbekomme und mich in den ersten 5 Minuten danach noch an alles erinnern kann. Entweder ich schreibe es sofort IM HALBSCHLAF auf oder es ist alles weg. Späteres erinnern nicht möglich. Außer diesem Gefühl zu wissen, dass ich es furchtbar war und im nachhinein unrealistisch.

Als Kind durfte ich nicht zu meinen Eltern. Deswegen lag ich nach solchen Träumen teilweise bis zum Morgengrauen wach, weil ich Angst hatte, wieder einzuschlafen und das noch mal zu träumen. Falls ich doch wieder einschlief, schreckte ich häufig hoch, weil ich mich unbewusst gegen einen neuen solchen Traum wehren wollte.

Wenn ich bei meiner Oma schlief und schlecht träumte, schaute ich sie an, drehte mich um und schlief weiter.

Als Erwachsene mache ich mir bewusst bewusst, dass es nur ein Traum war, liege noch lange wach und versuche mich in eine Situation mit meinem alten Kuscheltier zu träumen, um nicht alleine damit klar kommen zu müssen. Manchmal lese ich auch so lange, bis ich von der Geschichte träume und wenigstens noch döse.

Es kommt selten vor, aber wenn doch, brauche ich eine Strategie, um morgens über den Tag zu kommen.

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P.S. je mehr meine Eltern um die Angst diskutiert haben oder sachlich argumentiert haben, warum ich nicht zu ihnen darf, warum es nicht so schlimm sei, je mehr sie versucht haben meine Träume von außen zu beeinflussen.

Desto mehr Angst bekam ich! Schon vor dem Einschlafen lag ich dann schon wach: hoffentlich träume ich nichts böses. Hoffentlich kann ich danach weiter schlafen. Hoffentlich geht es auch so....

Je weniger Trara sie drum gemacht haben, meine Mutter abends seufzend aber diskussionslos einfach mal dabei geblieben ist oder ich eine solche Nacht bei meiner Oma im Bett hatte, desto eher ging die Phase wieder vorbei.

Kommt deiner dieses Jahr in die Schule?

Das macht meiner gerade sehr zu schaffen. Tagsüber freut sie sich sehr darauf. Nachts braucht sie umso mehr Nähe.

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Ja wir kennen das sehr gut. Und wir fahren gut damit, unsere Tochter in solchen Phasen einfach bei uns schlafen zu lassen. Manchmal genügt auch ein getragenes T-Shirt von Mama in ihrem Bett. Diese Phasen kommen und gehen, kommen und gehen. "Früher" waren es eher unkonkrete Ängste, heute sind es ganz konkrete Dinge wie Feuer oder Einbrecher. Manchmal auch die Aussicht auf Veränderungen wie Umzug, Schulstart etc. Oft spricht sie im Schlaf, sodass wir dann sogar wissen, wovon sie gerade so träumt. Und da ist dann eigentlich alles dabei wie Streitigkeiten mit den Freunden, ein Bilderbuch (manchmal genügt die Abbildung eines Krokodils) oder ein aufregendes Erlebnis. Meist sind auch zwei/drei Tage zwischen dem Erlebnis und dem Traum.

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Danke Dir !

So werde ich es auch machen und ihn bei Bedarf bei uns schlafen lassen.

Zum Glück ist er auch kein unruhiger Schläfer, der schnarcht, wie sein kleines Schwesterchen - da würde ich die Nacht nämlich kein Auge zubekommen ;-)

Ines