"Starke" Eltern= "starke" Kinder, "schwache" Eltern=" schwache" Kinder?

hallo,

das thema steht ja schon oben. Ich hab mir dazu einige Gedanken gemacht. Mein Kind ist jetzt 2,5 Jahre alt und sehr aufgeweckt und kontaktfreudig, so ist unsere Familie auch. Er geht auf andere Menschen zu und kann sich, wenn es erforderlich ist auch durchsetzen. Eine Bekannte aus der Kindergruppe hat ein Kind im gleichen Alter, sie ist eher ein Mensch, der sich sehr wenig zutraut und ich muß sagen, ihr Sohn ist sehr ähnlich. Er traut sich nix, spielt meist allein und wenn andere Mütter in die Nähe gehen, um ihn miteinzubeziehen, bekommt er Panik. Seine Mutter ermutigt ihn zwar, aber auch sehr leise und am Ende ist er doch wieder auf Mamas Schoß. Er wird noch viel getragen und ist auch meist nur bei der Mama. Bei einer Geburtstagsfeier haben wir auch seinen Vater kennengelernt. Ein wirklich sehr netter , symphatischer Mensch, aber auch sehr ruhig und sehr "weich".
Was meint ihr, Wie die Eltern so die Kinder? Haben es Kinder von sehr "weichen" und übervorsichtigen Eltern schwerer, sich zu behaupten und sich auch mal durchzusetzen?
Bin mal auf eure Meinungen gespannt!

Sabine

1

Hallo Sabine,

also meine Erfahrung sagt mir, dass es einfach von Mensch zu Mensch und damit von Kind zu Kind anders ist. Ich denke, es ist einfach eine Charakter-Eigenschaft.

Denn z.B. mein Bruder und ich sind da doch arg unterschiedlich. Ich kann überall hin auch wenn ich keinen kenne, mein Bruder ist da doch eher der "Schisser" - mein Mann gehört zur noch schüchterneren Kategorie alá "ich kenn da keinen, über was soll ich denn mit denen reden..."#bla #bla #bla

Luna ist auch eher schüchtern, wird auch gerne getragen, kann aber in bekannter Umgebung aufdrehen bis zum Geht-nicht-mehr. Doch wenn sie keinen kennt (außer Mama oder so), dann ist sie auch lange zurückhaltend.

Klar, einen Teil trägt der Umgang der Eltern mit den Kindern auch dazu bei - denn die Eltern sind ja Vorbilder. Doch der Charakter ist nicht zu unterschätzen :-)

Gruß

Karen + Luna (2,5 Jahre)

4

Ich verstehe deine Einteilung in stark und schwach noch nicht. Was sind denn für dich starke Eltern?

Ich denke das sich die Charaktereigenschaften (also schüchtern, ängstlich, mutig und so) nicht unbedingt vererben, aber die Art damit umzugehen wird erlernt. Wenn ich also ein ängstlicher Mensch bin kann ich entweder meinen Kindern alles verbieten wo sie sich verletzen könnten, ihnen immer sagen was schlimmes passieren kann usw. oder ich erkenne, dass ich übernatürlich ängstlich bin und übertrage es nicht auf meine Kinder. Ich denke schon das sich Kinder diese Verhaltensweisen abgucken.

Ich bin übrigens auch eher schüchtern, tue mich schwer mit neuen Kontakten und bin nicht sehr mutig. Aber trotzdem würde ich mich als starken Menschen bezeichnen. Und Sohnemann ist auch sehr vorsichtig und macht Dinge erst wenn er sie kann, ist schüchtern mit anderen Kindern und kann sich noch nicht durchsetzen...zumindest bei Kindern in seinem Alter, weil er lieber Argumentiert als Spielzeug klaut :-)
Ihn würde ich auch nicht als "schwach" bezeichnen, denn er hat schon einen sehr ausgeprägten Charakter, einen starken Willen und ganz konkrete Vorstellungen.

Eine genauere Definition von deinen Werten "schwach" und "stark" wäre hilfreich, wenn es eine richtige Diskussion werden soll.

Liebe Grüße

Katrin mit Jonas 2/03

5

Hm, ich denke, da ist zum Teil was dran. Kinder orientieren sich doch viel an den Eltern bzw. Bezugspersonen.

Nur wo ich da unseren Zwerg zuordnen müsste, keine Ahnung. Sein Vater legt eine solche Gelassenheit an den Tag, dass es mir manchmal schon unheimlich ist. Ich dagegen bin ein Temperamentsbündel, liebe hitzige Diskussionen und tauche eigentlich überall und nirgends auf. Das absolute Gegenteil eigentlich.

Der Kleine hat irgendwie ein bißchen von beiden.

Kann vielleicht auch ein bißchen Vererbung sein. Der Sohn einer Freundin ist vom Typ her genau wie sein leiblicher Vater - nur hat er den nie kennen gelernt. Ich kenne ihn aber ganz gut und staune jedes Mal wieder, wie ähnlich der Junge ihm ist.

Gruß
Salem

6

hallo,
ich glaube das hat nicht immer was damit zu tun...
ein beispiel:meine beste freundin,eine super strake frau mitten im leben hat eine tochter,so zart und leise wie ein käfer...
sie geht förmlich unter zu hause...vor lauter stärke der mutter,weiss sie garnicht wohin...
also der schuss kann auch nach hinten los gehen.
und im kiga ist ein kleines mädchen,sie ist sehr ruhig und zurückhaltend...hat somit kein zoff und rangeleien mit anderen sachen,und ist geistig viel weiter als andere...jedes kind ist unterschiedlich...einiges geben die eltern mit,der rest ist im kind schon drin...denke ich jedenfalls...
liebe grüsse,yvonne

7

Nein. Jeder Mensch ist einzigartig. Es gibt kein oben oder unten. Ich kenne hochdekorierte Leute, die totale Versager im Privatleben sind und Leute, die nach außen hin absolute Loser sind und so viele menschliche Qualitäten haben, dass sie für drei reichen würden. Und ich habe vier Geschwister, und wir sind alle sehr unterschiedlich, wie ja auch schon andere vor mir geschrieben haben. Nein, die Thesen sind seit Jahrzehnten widerlegt, Behaviorismus und auch Konditionierung, darüber braucht man eigentlich gar nicht mehr zu diskutieren.

Meiner Ansicht nach müssen die Kinder nicht lernen sich durchzusetzen, sondern die Einzigartigkeit der jeweils anderen zu respektieren und - noch wichtiger - zu mögen. Auf die soziale Komponente kommt es letztlich im Leben an, nicht darauf, ob ein Mensch versiert darauf ist, über die Interessen anderen drüberzulatschen. Das allein hilft einem im Leben weiter, und das führt auch dazu, dass man Erfahrungen macht, die weit über das hinausgehen, was man selbst von sich erwartet hat.

Barbara

8

Danke für die vielen Meinungen. Da ich selbst Einzelkind bin kann ich zwecks Unterschied zu Geschwistern wenig sagen, aber mein Mann hat Geschwister und alle sind sich zwar ähnlich, aber doch verschieden. Es ist mir halt nur aufgefallen, dass sich der Junge genau wie seine Mutter verhielt, aber unsere Kinder sind ja noch sehr jung und später spielen noch mehr Faktoren für eine Persönlichkeitsbildung eine Rolle.

Einen schönen Tag
Sabine

9

Die Eltern spielen sicher eine große Rolle bei der Charakterbildung des Kindes, immerhin leben sie ihm einiges vor. Wenn die Eltern schüchtern, mutlos und gehemmt sind, dann übernimmt das Kind diese Denk- und Verhaltensweisen, vor allem in jungen Jahren, wo es wenig anderes mitkriegt und nicht so dem Einfluss von Personen außerhalb der Familie (Freunde, Lehrer...) unterliegt.
Meine Mutter hat eine ziemlich forsche, entschlossene Art und ist selbstbewusst im Umgang mit anderen Menschen. Ich bin ihr sehr ähnlich, von Anfang an - ich denke, da hab ich gleich von ihr gelernt. Wir sind auch beide eher misstrauisch, dazu hat meine Mutter mich extra angehalten... Mein Vater ist in seiner Persönlichkeit ungefähr so wie wir - ich scheine also tatsächlich von meiner Familie geprägt worden zu sein :-)
Vererbung von Charaktereigenschaften kommt bestimmt noch hinzu, aber was man einem Kind von Klein auf vorlebt und beibringt, hat größte Bedeutung, denk ich.


http://www.geschwisterlos-gluecklich.de.vu
+ http://www.paradies-einzelkind.de.vu

10

Ich glaube schon, daß man das im Großen und Ganzen so pauschalisieren kann. Ich verstehe auch, was Du meinst.
Ein Gegenbeistpiel hab ich trotzdem:
Die Schwägerin meiner Freunin, ist eine Frau die Nahezu kein Selbstbewußtsein hat und sich eigentlich auch nie selbst ein Kind zugetraut hatte.
Sie hat jetzt einen 5jährigen Sohn, der ihr Maßlos auf der Nase rumtanzt. Die "schwäche" seiner Mutter hat er früh erkannt und "ausgenutzt". Er kennt keine Grenzen, keine Regeln - er ist fast hyperaktiv zu nennen und bestätigt seine Mutter täglich in dem Gefühl, dass sie REcht hatte- kein Kind bekommen zu dürfen.
Er ist so ein richtiges "SuperNanny-Kind" und alle machen sich Sorgen, doch die Hauptbezugsperson ist für ihn seine Mutter- sie müsste was ändern, damit er ein geregeltes Kinderleben hat.
Ansonsten bin ich Deiner Meinung, aber Ausnahmen gibt es halt immer!

Lg, Caro

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