Sie ist grade so furchtbar nervig und anstrengend! 4,5 Jahre, frischgebackene große Schwester

Hallo zusammen!

Ich brauche nun einmal Rat bezüglich meiner großen Tochter.

Vor 2,5 Wochen kam meine kleine Tochter zur Welt und seitdem dreht die Große am Rad.
Sie hampelt ständig in der Gegend herum, kann sich kaum eine Minute mehr alleine beschäftigen (vorher hat sie ausgiebig in ihrem Zimmer gespielt), will immer bei uns in der Nähe sein. Das wäre ja gar nicht tragisch, wenn sie dann nicht so nerven würde! Sie ist laut, singt, plappert ohne Punkt und Komma, hüpft in der Gegend herum.

Kurzum: Wir müssen sie ständig ermahnen, dass sie nicht so laut ist (sie ist wirklich SEHR laut, ich weiß nicht wo sie das her hat, Kindergarten?), vorsichtig ist (nicht ausversehen auf ihre Schwester trampelt)... Durch die ständigen Ermahnungen ist die Stimmung zwischen mir und ihr auch nicht gerade gut, es ist einfach anstrengend.

Hinzu kommt noch, dass man alles mehrmals wiederholen muss. Manchmal scheint es, dass sie wegen ihrem Dauergeplapper uns einfach wirklich nicht hört, oft will sie uns nicht hören. Ich erkläre ihr nun schon oft, dass ich möchte, dass sie mir zuhört. Abends, wenn ich sie ins Bett bringe und vorher die Ansage mache, dass es jetzt zu klappen hat mit bettfertig machen, ansonsten habe ich leider keine Zeit mehr ihr noch eine Geschichte vorzulesen, da ich die Zeit mit mehrmaligen Bitten verbringe sie solle doch bitte den Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, etc., dann klappt es ganz gut. Aber ich kann doch nicht den ganzen Tag mit Drohungen verbringen!!

Teilweise wird sie auch wirklich frech, wenn der Papa oder ich mit ihr schimpfen (zB.: Beim Essen. Einmal gesagt, dass sie mit der Gabel nicht in der Luft herumfuchteln soll. Sie macht es wieder. Wir sagen, sie soll damit aufhören, sonst kommt die Gabel weg und sie kann somit nicht mehr weiteressen. Sie macht es wieder, wir nehmen ihr die Gabel und den Teller weg. Ihre Reaktion: "Ich will sowieso nichts mehr essen" und streckt uns die Zunge heraus oder äfft uns nach..)

Oft wird sie auch laut, schreit hier herum wenn sie sich ärgert und trotzt auch wieder (dachte die Phase wäre vorbei), ist sehr zickig.

Wie kann man da reagieren?

Ich muss dazu sagen, dass mir durchaus bewusst ist, dass es für sie gerade nicht leicht ist. Sie wurde "vom Thron gestoßen" und muss jetzt erst einmal damit klarkommen, dass sich viel um die kleine Schwester dreht. Sie muss ihren Platz in der Familie erst einmal wieder neu finden. Aber wir geben uns wirklich große Mühe mit ihr, der Papa schnappt sie sehr oft und unternimmt nur etwas mit ihr, gräbt mit ihr den Garten um ;-), etc. Letzte Woche war ihr Einschulungsuntersuchung, da war ich mit ihr alleine, anschließend sind wir Mädels noch alleine frühstücken gegangen --> Mutter-Tochter-Tag. ;-) Abends nehme ich mir extra Zeit für sie, lese mit ihr Bücher, kuschele mit ihr. Sie war nun auch schon zweimal mit ihrer Oma, die sie sehr liebt, unterwegs, sie bekommt mehr als genug Aufmerksamkeit. Wir reden viel mit ihr, erklären ihr warum dies und das jetzt so ist, dass wir sie trotzdem noch genau so liebhaben wie vorher, etc. Ich weiß nicht so recht was ich denn noch machen soll!

Ich merke einfach gerade wie sie mir zunehmend auf die Nerven geht, ich bin ehrlich gesagt froh wenn sie vormittags im Kindergarten und hier einfach mal Ruhe ist. Habe mich auch schon bei dem Gedanken erwischt, dass es ohne sie einfacher wäre. Natürlich ist das momentan richtig. Aber ohne sie wäre mein Leben auch sehr viel ärmer. Ich liebe mein großes Kind über alles und ich möchte, dass ich das auch wieder genießen kann und nicht durch ihr Generve irgendwas hier kaputtgeht.

Andererseits ist sie auch wirklich lieb zu ihrer Schwester, will sie ständig knuddeln, streicheln, küssen. Sie will mir bei allem helfen (ich lasse sie auch meistens), unterstützt mich und holt mir Dinge, wenn ich sie darum bitte. Es könnte doch alles so schön sein..

Hat mir jemand einen Rat?

LG

1

Hallo Du,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zum kleinen Wunder!
Ich kann Dich sehr gut verstehen, meine Tochter hat sich genauso verhalten bzw. verhält sich teilweise jetzt (9 Monate später) noch so!
Ich kann Dir nur sagen, was mir sehr gut geholfen hat, mir folgendes vor Augen zu halten:
Wie würdest Du reagieren, wenn Dein Mann plötzlich eine neue Frau vorstellt und sagt, ab sofort lebt sie mit uns zusammen#wolke?
Selbst Du, als Erwachsener, würdest nicht mit dieser Situation klar kommen, wie soll das denn dann so ein kleiner Mensch?Bei ihr hat sich von einem Tag zum anderen alles, aber wirklich alles geändert!
Gib Dir mehr Zeit und vorallem auch Deiner Tochter, in die neue Familienkonstellation zu finden.
Ich weiß, es ist sehr anstrengend und kräftezehrend, aber wenn ich mir meine 2 jetzt im Moment zusammen auf dem Boden spielen sehe, dann haben sich die ganze Bemühungen gelohnt#verliebt!
Und denk bitte daran, Du bist noch im Wochenbett-leg Dich so oft es geht mit beiden aufs Sofa/Bett und kuschelt zusammen!

Alles Liebe,agrokate!

2

Erst mal Herzlichen Glückwunsch an dich und an die große Schwester.

Ich habe nur ein Kind aber ich kann dir erzählen, wie es bei meiner Schwester war und bei meinen Eltern, da sind wir 6 Kinder.

Also von den Erzählungen her, ich war damals 2 Jahre alt, als ich ein Brüderchen bekam. Auch wenn ich noch so klein war, hatte meine Mutter mich immer mit einbezogen was mein Bruder anging.

Sie erzählte mir, das wenn mein Bruder gebadet wurde, ich den Waschlappen haben durfte um ihm den Bauch zu waschen oder die Füße. Hatte meine Mutter ihn so gehabt das der Rücken zu sehen war, durfte ich Rücken und Po waschen.

nach dem baden durfte ich vorsichtig helfen ihn trocken zu machen oder wenn sie ihn gewindelt hatte durfte ich die Creme oder puder auf den Popo schmieren / pudern.

Wenn sie ihn gefüttert hatte bzw. später die Flasche gegeben hatte, durfte ich die Flasche halten.

Ich durfte immer dabei sein und helfen, so kam nie Eifersucht auf und ich habe auch keinen großen ärger gemacht.

Bei meiner Schwester war es genauso, das sie ihren Sohn in allem mit eingebunden hatte was seine kleine Schwester anging.

Deine Tochter weiß doch bestimmt, wo du die Mullwindeln hingelegt hast, bitte sie darum dir eines zu bringen, falls du eines vergessen hast.

Beziehe sie mit ein und du wirst sehen, ihr Verhalten wird sich ändern. Wenn die Kleinste schläft, schnapp dir deine große und Kuschel mit ihr, spiele mit ihr, denn gerade sie darfst du nicht vernachlässigen.

Wünsche dir viel Glück.

3

Hallo,

ich denk nicht des es undebingt an deiner Tochter liegt , sondern auch einfach des du mometan ziemlich leicht "genervt" bist , und einfach auch etwas empfindlich ( was ja oft normal nach der geburt ist ) .

Daher siehst du vieleicht auch dinge die dir sonst nicht so auf den zeiger gehen würde mometan als extrem an .

Machen kannst du da jetz nocht viel , wie du ja erkannt hast muss sie selber ja auch erstmal mit der ganzen lage fertig werden . Da ist des "programm" was sie nun abzieht eben des wie sie versucht aufmerksmakeit von mama zubekommen , aber da du eben auch mit deinen neuen baby beschäftigt bist , bist du logischer weise schneller an deine grenzen gestossen.

des ganz wird wieder besser. Versuch durch zuhalten , und macht weiter so wie jetz .

Lg Martina

4

wollte natürlich noch zum 2. Kind gratulieren !!!!

solidarische Grüße und meld Dich doch mal, wenn Du magst können wir uns weiter austauschen

5

uups wo is denn jetzt der 1. Teil meiner Antwort hinverschwunden#kratz

aalso nochmal:

Kann Dich super verstehen und bin in ganz ähnlicher Situation. Meine Kinder sind 6 Jahre, 4 Jahre und 10 Monate alt und meine Mittlere flippt genauso, wie Du Deine Tochter beschreibst. Es ist zum Mäusemelken, denn wir können uns als Eltern auf den Kopf stellen, ihr alle Aufmerksamkeit geben, sie einbeziehen, schimpfen - ach, es ist der HAMMER!!!
Vor allem hätte ich niemals mit einem solchen Ausmaß an Eifersucht gerechnet. Meine Große hat das damals (jetzt sowieso) viel gelassener genommen mit der sog. "Entthronung". Meine ersten beiden haben nur knapp 2 Jahre Altersabstand.

Neulich sagte mir eine Mama von 3 erwachsenen Kindern, rückblickend sei für sie die größte Herausforderung und Erkenntnis, dass Kinder vor es allem brauchen, dass man als Erwachsener sich nicht emotional hineinziehen läßt und damit selbst zum Kind wird (verletzt ist usw), sondern wie ein Fels in der Brandung stehen bleibt und den Stürmen, die da im Kind toben standhält.

Tja, das geht mir ziemlich nach und ich übe mich täglich in mehr Gelassenheit. Es ist echt anstrengend, übermüdet, gereizt, ruhig zu bleiben und ich bin natürlich kein Übermensch...

Ich wünsch Dir genügend Kraft, mit Deinen Schätzen und Dir selbst viel Geduld und noch mehr Liebe

6

Hallo modern.art,

auch von mir erstmal herzlichen Glueckwunsch zum Nachwuchs und eine schoene Kennenlernzeit!

Was du schreibst, habe ich vor einem halben Jahr exakt genauso mit unserer Tochter (zu dem Zeitpunkt knapp 4) erlebt. Es war sehr anstrengend und ich habe -genau wie du- auch einiges unternommen, um ihr die noetige Aufmerksamkeit zu geben und die Umstellung zu erleichtern. Gebracht hat das immer nur voruebergehend etwas. Nach knapp 6 Monaten war dann der "Spuk" weitgehend vorbei, sie wurde wieder sehr viel ausgeglichener und konnte auf einmal auch besser ausdruecken, was sie brauchte bzw. was ihr fehlte, kuscheln auf dem Sofa oder vielleicht noch eine Geschichte vorlesen. Das hat unseren Alltag sehr erleichtert! Grundsaetzlich ist es natuerlich nunmal so, dass das Baby nun viel Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht und das groessere Kind zurueckstecken muss. Da kannst du noch so viel "extra" mit ihr machen, die Aufmerksamkeit ist weniger. Dafuer hat sie aber ein Geschwisterchen und das ist ja auch viel WErt! Was bei uns wohl auch etwas geholfen hat, war eine kleine Aenderung des Tagesablaufes: bevor wir sie am Morgen in den KiGa bringen (wo sie zeitweilig auch nicht mehr hinwollte), lesen wir noch eine Geschichte. Und nach dem Mittagessen spiele ich etwas mit ihr, waehrend ich einen Kaffee trinke. Das ist IHRE Zeit und der kleine Bruder ist auf der Krabbeldecke oder auf dem Arm. Vielleicht kannst du mal ueberlegen, ob ihr auch so eine "Spezial-Zeit" einrichten koennt, die "ihr" gehoert, selbst wenn die kleine Schwester dabei ist!? Was ich auch noch wichtig finde: wenn ihr einen guten Tag habt, es also keinen Stress gab (am Anfang vielleicht auch halbe Tage "bewerten", dann sage ihr dass und lobe sie ganz viel. Damit foerdert du "erwuenschtes Verhalten". Das "unerwuenschte" Verhalten kannst du ja ab un an mal ignorieren...

Versuche aber in erster Linie Geduld zu haben (mehr als ich bitte, denn ich war manchmal ganz schoen genervt) und dir ganz sicher zu sein, dass es mit der Zeit besser wird. Bei uns hat sich der Alltag mittlerweile ganz gut eingependelt und ich geniesse das Leben mit den beiden Kindern.

Wenn du noch spezielle Fragen hast, melde dich gerne via PN.

Liebe Gruesse und alles Gute!
Gela

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Ganz einfach,nimm die Situation so hin wie sie ist.
Das wird sich wieder ändern.
Die große ist nicht daran schuld das ihr noch ein Kind in die Welt gesetzt habt!Du musst da jetzt durch als Mutter und Verständnis für deine Tochter aufbringen auch wenn Du jetzt eigentlich gar nicht den Kopf dafür hast.
Die kleinen bleiben nicht so klein und mit jeden weiteren Lebensmonat wird das alles wieder einfacher und die Große findet sich dann in ihrer neuen Rolle zu recht.Solange Du das auch unterstützt und nicht von Dir /euch weist.

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