Wie sag ich's meinen Kinde?

Hallo liebe Gemeinde,

vor einigen Wochen habe ich mich von meinem Partner getrennt, wir haben eine gemeinsame Tochter (3) und leben noch bis August zusammen, dann zieht er in eine neue Wohnung, ich bleibe mit der Kleinen in unserer jetzigen. Sie weiß noch nicht, dass wir uns getrennt haben, wir wollten es ihr erst sagen, wenn der Auszug wirklich ansteht bzw. sichtbar Kisten gepackt werden etc.
Nun wird aber auch ihr schon deutlich, dass ihr Papa und ich nur noch getrennt mit ihr etwas unternehmen, ich fahre mit ihr zu meinen Eltern, er mit ihr zu seiner Mutti etc. Auch heute wollen wir wieder zu Oma und Opa und dort in der Nähe aufs Erdbeerfeld mit Spielplatz. Gestern beim Abendbrot sagte sie, sie wolle das dem Papa auch mal zeigen, da erklärte ich ihr, dass der Papa nicht mitkönne, da er zu tun habe. Wurde zur Kenntnis genommen. Hinter geriet ich mir mit meinem Ex in die Haare, weil er meinte, dass durch solche Erklärungen dastünde vor ihr als wolle er mit ihr keine Zeit verbringen (Anm.: Ich habe am Donnerstag und gestern gefragt, ob er mit ihr etwas unternehmen will) und sieht außerdem kein Problem darin, mitzukommen. Ich will aber keine Familienzeit wie früher verbringen (meinen Eltern wäre das sicher auch unangenehm), sondern unsere Tochter quasi sanft an die Trennung heranführen und sie jetzt schon dran gewöhnen, dass sie Unternehmungen entweder mit mir o d e r ihrem Papa macht.
Und nun zu meinen Fragen:
1. Wie kann ich ihr in Zukunft - also bis das große Gespräch stattfindet - solche Dinge verklickern ohne den Vater in "Misskredit" zu bringen?
2. Wie habt ihr euren Kindern die Trennung offenbart und erklärt und wie haben sie es aufgenommen?

Vielen Dank schon mal für eure Anregungen!

P.S.: Wenn die Trennung räumlich vollzogen ist, der Umgang (jeden Mi bis Donnerstag und Fr-So alle 14 Tage) sich eingependelt hat und der Kleinen die neue Lebenssituation klar ist, kann ich mir grundsätzlich schon auch mal eine gemeinsame Unternemung zu dritt vorstellen.

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Meiner Meinung nach führst Du Deinen Tochter nicht sanft an die Trennung ran. Menschen, auch wenn sie erst 3 Jahre alt sind, nehmen weit mehr war als über Worte kommuniziert wird. Deiner Tochter ist wahrscheinlich bereits klar, dass sich irgendwas verändert hat. Sie sucht, möglicherweise unbewusst, nach einer Erklärung, findet aber keine, weil Du ihr die Wahrheit vorenthältst und wird sich daher selbst eine stricken. Und die kann tatsächlich z.B. sein, dass sie Papa nicht wichtig ist oder sie selbst etwas falsch macht.

Wir haben uns damals gemeinsam hingesetzt und den Kindern erklärt, dass Eltern ihre Kinder immer lieben, komme was wolle und dass sich das nie ändern kann. Dass das bei Eltern untereinander, aber leider anders ist. Dass Papa und Mama, keine Liebe mehr füreinander fühlen und noch nicht wissen, was sie jetzt füreinander sein können, außer gemeinsam Eltern. Und dass Papa deshalb bald ausziehen wird. Und dann haben wir Fragen beantworter und erklärt, wie die Zeit mit Mama und Papa dann aussehen wird. Meine Kinder waren 3 und 5. Sie haben genauso gelitten, wie Erwachsene unter Trennungen leiden. Und wir haben ihnen in der Folge auch immer wieder gesagt, dass es ok ist, so traurig und so wütend zu sein. Und dass sie auch sowüted auf uns sein dürfen und dass wir das aushalten, weil wir ja diejenigen sind, die sie da mit reingezogen haben. Grade letzteres war meiner Meinung nach auch unheimlich wichtig. Wo soll die ganze Frustration sonst hin.

Liebe Grüße
die Landmaus

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es muss natürlich "Wie sag ich's meinem Kinde?" heißen...

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Ich würde es ihr jetzt schon sagen. Dann könnt ihr Euch alle schonmal dran gewöhnen. Z.B. schonmal öfter was alleine zusammen machen usw.

Wenn es erst beim Kartons packen angesprochen wird halte ich das für sehr schädlich fürs Kind. Es ist auch pädagogisch wertvoll, wenn Kinder eine Trennung normal verlaufend miterleben. Dazu gehört der Trennungsschmerz am Anfang etc. Keiner Trennung erfolgt spontan.

Außerdem könnte ich es eh nicht übers Herz bringen, mein Kind die ganze Zeit anzulügen/ etwas zu verbergen.

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Ich verstehe die Argumentation deines Partners. Es bringt nichts, das Gespräch noch weiter aufzuschieben. Warum auch? Jetzt habt ihr die Möglichkeit gemeinsam mit ihr zu reden, wenn sie bis August Fragen stellt oder Situationen wahrnimmt, die anders sind als vorher.

Ihr habt euch ja im Grunde schon getrennt, die räumliche Trennung bringt dann auch nicht den großen Unterschied mehr. Sprecht mit ihr . Kinder sind kompetente Wesen.

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