Wie kann man Vater zum Umgang zwingen?

Hallo, liebe Leute.

Vorwarnung: Es wird ein längerer Text.

Ich brauche mal dringend einen Rat.

Folgende Vorgeschichte:

Ich habe mich vor ca. 5 Monaten von meinem Ex-Verlobten getrennt. Wir waren 7 Jahre zusammen, aber es war eine ständige On-Off Beziehung, wir waren also x-mal getrennt und wieder zusammen. Und in diesen Trennungsphasen hatte ich auch oft direkt einen anderen Typen, mit denen es aber nie lange lief.

Aus der Beziehung mit meinem Ex-Verlobten geht eine gemeinsame Tochter hervor, die mittlerweile knapp 4 Jahre alt ist. Mein Ex und ich haben (noch) das gemeinsame Sorgerecht.

Ich muss zugeben, dass ich mich meiner Tochter gegenüber nicht immer korrekt verhalten habe. Ich war sehr oft überfordert mit ihr, habe sie oft (emotional) vernachlässigt, habe keine richtige Bindung zu ihr, habe sie leider auch mal misshandelt (aber nicht schwer). Sie ist leider auch extrem entwicklungsverzögert, sie spricht nicht, etc. Im Nachhinein weiß ich, dass mein Verhalten absolut nicht korrekt war. Also bitte kein Shitstorm.

Mein Ex hat mir immer gesagt, dass ich psychologische Hilfe brauche, weil ich - aufgrund meiner Vergangenheit - eine Persönlichkeitsstörung hätte. Das habe ich natürlich immer abgestritten. Nach der letzten Trennung habe ich auch direkt wieder einen neuen Mann kennengelernt, mit dem ich auch bis heute noch zusammen bin. Damit kam bzw. kommt mein Ex natürlich überhaupt nicht klar. Er ist wohl wegen der zurückliegenden Beziehung und der Trennungssituation auch in psychologischer Behandlung. Er sagt ständig, ich hätte ihn komplett zerstört, absolut kaputt gemacht wegen meinem krankhaften Verhalten, etc.

Er wirft mir auch permanent vor, dass ich von Anfang an immer wieder versucht hätte, zu verhindern, dass mein Ex eine Bindung zu meiner Tochter aufbaut. Er begründet dies immer damit, dass ich ja aufgrund meiner krankhaften Verhaltensweisen, speziell aufgrund meiner Vergangenheit (komme leider aus komplett zerrütteten Familienverhältnissen, hatte keine Mutter, einen psychisch kranken Vater etc.) nie eine Bindung zu ihr aufbauen könne und so würde ich ihm das auch nicht gönnen. Auch das habe ich natürlich immer abgestritten, auch wenn er damit wohl irgendwie recht hatte.

So, dann hatte er mich nach der Trennung beim Jugendamt gemeldet wegen den zurückliegenden Misshandlungen und Vernachlässigungen meiner Tochter. Er sagt zwar, er würde das nur zum Schutz meiner Tochter machen. Aber ich vermute natürlich stark, dass er es aus Rache wegen der Trennung gemacht hat.

Ich habe jetzt nun eine Familienhilfe am Hals, die 2 x in der Woche bei mir ist und mich kontrolliert. Seit Kurzem läuft auch ein begleiteter Umgang zwischen meinem Ex und unserer Tochter. Begleitet deswegen, weil mein Ex absolut keinen Kontakt zu mir will, er deswegen auch meine Tochter schon seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen hatte, usw.

Dass man aber ohne Kontakt zueinander das gemeinsame Sorgerecht nicht ausüben kann, versteht er offensichtlich nicht. Er sagt, dass er maximal Kontakt per Post zulässt, aber das genügt mir und auch dem Jugendamt nicht. Letztendlich habe ich nun bei Gericht einen Antrag auf das alleinige Sorgerecht gestellt. Das Verfahren ist noch offen, es ist auch noch zu keiner Verhandlung gekommen, weil mein Ex sich noch dazu schriftlich äußern soll.

So, das zur Vorgeschichte. Jetzt zum Eigentlichen:

Mein Ex hatte ein paar Tage nach meinem besagtem Antrag beim Jugendamt angerufen, mir eine vollumfängliche Vollmacht über das Sorgerecht erteilt, und von jetzt auf gleich will er den Kontakt komplett abbrechen, also auch zu meiner Tochter. Er begründet dies damit, dass er nie wieder, in keinster Weise mehr mit mir konfrontiert werden möchte. Aber das ließe sich ja nicht vermeiden, wenn man ein gemeinsames Kind hat. Es sei auch keine vorübergehende, sondern eine endgültige Entscheidung.

Und eines weiß ich: Wenn mein Ex das sagt, dann zieht er das auch durch. Also hier gibt es nichts mit "Warte mal, bis sich die Wogen geglättet haben, es ihm wieder besser geht, etc." oder ähnliches. Er wird das durchziehen, das steht fest. Sonst hätte er mir auch keine Sorgerechtsvollmacht erteilt.

Dann würde er auch nicht damit klarkommen, meine Tochter nur alle paar Wochen für 2-3 Stündchen - und dann auch nur begleitet - zu sehen (auch wenn dieser begleitete Umgang natürlich auch irgendwann mal ausgeweitet werden würde), er fände dies demütigend und erniedrigend. Er könne meine Tochter wohl auch nicht mit einem anderem Mann (also meinem jetzigen Freund) teilen, welcher sie viel öfter/länger sieht, sich viel öfter und länger mit ihr beschäftigt, also dadurch auch eine stärkere Bindung zu ihm, als zu meinem Ex aufbauen kann, etc.

Weiterhin erträgt es auch nicht, bei den zukünftig anstehenden, wichtigen Ereignissen seiner Tochter nicht mehr persönlich dabei zu sein (weil er ja meine Anwesenheit absolut nicht erträgt), wie Eintritt in die Kita, Frühförderungstermine, etc.

Und er hätte wohl auch - wegen mir - keine richtige Bindung zu meiner Tochter, er würde mich speziell deswegen einfach nur noch abgrundtief hassen, ich hätte ihn und sein Leben zerstört mit meinem "krankhaften" Verhalten, er müsse sich unbedingt von mir lösen, um wieder ins Leben zu finden und für ihn gäbe es keinen anderen Weg mehr, als den Kontakt komplett abzubrechen (also auch zum Kind), usw.

Ich war total geschockt. Ich finde, das sind alles nur Ausreden von ihm. Er will sich jetzt also einfach so aus dem Staub machen, wählt den Weg des geringsten Widerstandes, und will sich so feige einfach seiner Verantwortung als Vater entziehen. Aber das kann einfach nicht sein. Er ist Vater. Und anstatt herumzujammern und mir für alles die Schuld zu geben, soll er sich gefälligst zusammenreißen und sich um seine Tochter kümmern. Sie kann schließlich nichts dafür.

Daher jetzt die Frage:

Kann ich, das Jugendamt bzw. letztendlich ein Gericht ihn zum Umgang verpflichten?

Wenn ja,

was würde ihm passieren, wenn er dennoch den Umgang verweigert? Inwiefern würde er dafür bestraft werden?

Wenn nein,

gibt es überhaupt keine Möglichkeit, ihn zum Umgang zu zwingen?

Ich freue mich über Ratschläge.

LG
Kirsten

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1

Nein, man kann ihn nicht zwingen.
Und so leid mir das für deine Tochter tut, kann ich verstehen, warum er so entschieden hat. Ich denke - das ist ja nicht dein erster Beitrag ,- dass du für diesen Mann einfach toxisch bist und er, wenn er einigermaßen gesund bleiben will, wirklich keinen Kontakt zu dir haben sollte. für mich ist das weder Jammerei noch ein sich-aus-dem-Staub-machen, sondern purer Selbstschutz.

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An -susa31-

Was genau meinst Du mit "toxisch"?

Und es mag ja sein, dass mein Ex leidet, aber sollte man sich nicht für seine Tochter etwas zusammenreißen können? Ich finde einfach, er stellt seine Bedürfnisse und Emotionen vor die seiner Tochter! Das ist nicht fair ihr gegenüber!

Und vor allen Dingen kann sie doch nichts dafür. Sie wächst jetzt ohne lieblichen Vater auf, weil er mich nicht mehr erträgt, oder wie? Ich finde das einfach komplett verantwortungslos.

Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?

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3

Was du davon hältst, tut hier aber nun mal leider nichts zur Sache. Deine Frage wurde beantwortet. Niemand kann ihn zwingen. Seine Entscheidung. So ist das nun mal und auch kein Einzelfall. Der Staat kann Eltern nur in finanzieller Hinsicht "zwingen" sofern es die Mittel der Eltern zulassen.

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4

Hallo Kristin,

zu erst zu deiner Frage. Aus meiner Sicht kannst du ihn nicht zum Umgang zwingen. Ich weiß auch nicht was erzwungene Umgänge eurer Tochter bringen sollen.


Ich möchte aber auch auf deinem ganzen Beitrag eingehen. Für mich liest es sich das ihr beide erhebliche psychische Probleme habt und eure Tochter unter der gesamten Situation leider. Das sie extrem entwicklungsverzögert ist dürfte eine Folge davon sein. Für eure Tochter sind feste soziale Verhältnisse sehr wichtig und auch das sie die notwendigen Förderungen bekommt. Die Familienhilfe ist ein Hilfe und keine Schikane. Sie soll dich unterstützen und eure Tochter vor eine Fehlentwicklung schützen. Arbeite mit der Familienhilfe zusamen und bemühe dich deiner Tochter alles zu geben. Nach deiner Schilderung denke ich das du auch Hilfe und Unterstützung benötigst um deine Probleme aufzuarbeiten. Vielleicht kann es sogar dem Wohl eurer Tochter dienen wenn du einen ähnlichen Weg gehst wie ihr Vater und deine Tochter für eine gewisse Zeit fremd betreuen lässt. Das würde dir die Zeit geben aktiv an deinen Problemen zu arbeiten und deiner Tochter könnte in der Zeit zur Ruhe kommen und ihre Entwicklungsdefizite aufholen.

Ich weiß das meine Worte sehr hart sind. Ich sehe aber des Wohl eurer Tochter an erster Stelle.

Freundliche Grüße

blaue-Rose

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Sorry, aber ich bin echt geschockt. Ich hoffe du bist ein Fake bzw hoffe ich, dass das Jugendamt jetzt ganz genau bei dir hinguckt.

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Du sprichst mir aus der Seele. Ich hoffe echt das sie nur ein Fake ist.


Zu der TE. Das mit dem missbrauch hat er dem Jugendamt sicher nicht aus Rache gemeldet sondern wirklich, weil er sich um das Wohl des Kindes gesorgt hat. Ich muss dich wirklich enttäuschen aber die Welt dreht sich nicht nur um dich. 🤦🏽‍♀️

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9

Ich bin kein Fake!

Und ich weiß auch, dass ich nicht immer alles richtig gemacht habe mit meiner Tochter. Aber was nützt es jetzt, auf mich gesammelt "draufzuschlagen"? Ich habe es nie leicht gehabt und bin so von den Menschen aus meiner Vergangenheit gemacht worden! Das sollte man auch mal berücksichtigen!

Außerdem geht es hier nicht um mich!

Sondern darum, dass mein Ex sich einfach nun seiner Verantwortung als Vater entziehen will, nur weil mit der Trennung nicht klar kommt, bzw. mich nie wieder sehen, sich von mir lösen will...

WAS bitte kann meine Tochter dafür?

Kann mir das jemand erklären?

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Ich möchte zu dem ganzen zwischen dir und deinem Ex eigentlich gar nichts sagen.

Aber ich habe zwei Anliegen an dich:

- gib schnellstmöglich deine Tochter in eine Pflegefamilie. Gib ihr die Chance geliebt zu werden und ein Leben ohne Angst vor Vernachlässigung und Misshandlung führen zu können.

- begib dich in psychologische Behandlung

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19

Und wieder kein Wort zum Verhalten meines Ex!

Ich bin psychisch kaputt und das wars, nicht wahr?!

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Also, wenn du es unbedingt wissen willst:

Wäre ich dein ex, hätte ich alles dafür getan, dass die kleine dich nie wieder sieht. Ich wäre in einer Nacht- und Nebelaktion mit ihr auf und davon.

Ich denke aber, dass er in der Zwischenzeit wahrscheinlich selber so am Ende ist, dass er keine Kraft mehr hat.
Und ja, auch wenn es mir für die kleine total leid tut, ich verstehe ihn.
Ich hoffe echt, dass das JA diesen Part übernimmt, wenn du schon nicht einsichtig bist du das Kind in eine Pflegefamilie gibst

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23

Oh Gott, mir schnürt es die Kehle zu.

Du bist psychisch krank, da kann man nichts gut reden. Das hat nichts mit Shitstorm zu tun. Lass dir helfen.

Dein Kind ist schutzbedürftig und ich frage mich ernsthaft, ob es den nötigen Schutz bei dir erfährt. Manchmal frage ich mich, worauf das Jugendamt wartet. Was muss noch passieren, damit dem Kind geholfen wird?
Die Maus tut mir so leid.

Ich bin wirklich sehr erschüttert.
Lass dein Ex in Ruhe. Mit Zwang erreicht man gar nichts.

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an "88krissi88"

Ich möchte mein Verhalten auch nicht rechtfertigen, sondern nur erklären.



an "copacabana10"

Du klingst ebenfalls wie mein Ex. Ich bräuchte professionelle Hilfe, etc.

Und Du schreibst, dass man mit Zwang nichts erreicht.

Also findest Du es gut, dass mein Ex meine Tochter einfach im Stich lässt und sie ohne ihren leiblichen Vater aufwächst?

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Im Stich lassen? Er resigniert aus Liebe zum Kind, weil er wohl nicht mehr kann. Du terrorisiert ihn ja richtig. Kapierst du nicht, dass es dabei um dich geht?!

Wenn alle wie dein Ex klingen, scheint ein Fünkchen Wahrheit dran zu sein.

Ich habe den Beitrag gemeldet und hoffe, dass urbia einschreitet. Dein Problem kann nicht von Laien beurteilt werden. Du brauchst wirklich Hilfe.

Ich bin raus.

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Da du ja unbedingt die Meinung zu deinem Ex wissen willst...

Niemand kann zu einem Umgang gezwungen werden! Niemand! Wenn man es nicht will oder kann, ist es leider so.

Meiner Meinung nach hätte dein Ex aber alle Hebel in Bewegung setzen müssen, damit das arme Kind weg von dir kommt. Wenn er sich selbst nicht darum kümmern kann, dann hätte er sich zumindest darum kümmern können, dass die Kleine zu einer lieben Pflegefamilie kommt.

Es ist sicher schlimm, was dir passiert ist, dass du so geworden bist wie du bist, aber was machst du denn bitte mit deinem Kind?!?

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Ich kann da nur sagen:

Das arme Kind.

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Auch ich bin ehrlich schockiert.

Eigtl willst du das hören: dein Ex ist ein mieses Weichei, dass deine Tochter im Stich lässt.

Aber auch ich kann dir das nicht sagen. Leider scheinst du komplett uneinsichtig zu sein.

Ich vermute, dass es deinem Ex nicht leicht fällt, eure (!! Nicht DEINE, EURE) Tochter aufzugeben. Aber ich verstehe, dass er keine andere Möglichkeit sieht (auch wenn ich anders handeln würde).

So wie ihr drauf seid, tut ihr beide eurer Tochter nicht gut.

In meinen Augen ist die logische Reihenfolge:

1.) deine Tochter gehört in eine Pflegefamilie, wo sie es besser hat, als zwischen euch im Psychoterror

2.) du brauchst Hilfe! Krieg dein Leben in den Griff, schließ mit deiner Vergangenheit ab, sieh deine Probleme und geh sie an. Für eure Tochter!

3.) wenn du endlich einsichtig bist, wieder „klar kommst“; dann kann man darüber nachdenken, den Vater mit ins Boot zu holen. Der scheint ja wenigstens aktuell an sich zu arbeiten und zu reflektieren (er macht ja eine Therapie, hast du geschrieben).

Wenn ihr beide euch wieder wie normale Menschen verhaltet, kann man eine Lösung zum Wohle eurer Tochter finden. Denn DIE sollte im Mittelpunkt stehen. Nicht eure Differenzen oder wer jetzt gemeiner zu wem war.

Ich vermute, du wirst es nicht tun, aber ich wünsche es mir wirklich von ganzem Herzen für eure Tochter, dass du erstmal deine Probleme angehst und ihr damit viele ersparst. Und dann kann vllt auch der Vater hoffentlich wieder Kontakt aufbauen!

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Ich denke eine liebevolle Pflegefamilie wäre das beste für EURE Tochter!

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