Mal was loswerden an Alleinerziehende

Hallo zusammen,
ich gehöre nicht in dieses Forum, da ich nicht allein erziehend bin. Ich habe einen Mann und ein 8 Wochen altes Baby.
Mein Mann musste nach der Elternzeit jetzt für 3 Tage und 3 Nächte weg zur Arbeit und ich war alleine daheim mit meinem Sohn. Wir haben hier keine Familie und aufgrund Corona ist es auch nicht so möglich irgendwelche Freunde zu fragen, ob sie helfen können. So, nun zu meinem Anliegen:

!R E S P E K T! an euch alleinerziehende!!! Nach den drei Tagen alleine ziehe ich aber sowas von meinem Hut vor euch! Ich weiß, dass die ein oder andere Unterstützung hat und das ist toll. Aber dennoch ist es eine Höchstleistung was ihr jeden Tag bringt. Klar muss man irgendwie da durch und immer weiter machen, aber ich finde man sollte auch Anerkennung bekommen. Viele stellen sich das alleine mit Kindern zu einfach vor -zumindest ging es mir ohne Kind so. Deshalb wollte ich euch das mal sagen. Und falls es euch heute noch keiner gesagt hat: ich bin stolz auf euch!

Das wollte ich mal loswerden😊

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Ich fand und finde solche ach so verständnis- und salbungsvollen Lobesbeiträge über allein Erziehende immer schrecklich, eklig und lächerlich bin in hohem Maße ärgerlich!

Das sind alles Worthülsen und sie klingen so oben herab, auch wenn es vielleicht nicht so gemeint ist. Ich habe dadurch irgendwann verstanden, warum Menschen mit Behinderungen nichts mehr hassen, als "Ach du armer, was du alles aushältst/leistest..."-Blabla.

Tipp: Lass solche leeren Worte

Erinnere dich besser in drei Jahren beim ersten KiTa-Fest noch daran und schließe dich nicht der Truppe verheirateter Hausmuddis an, die nicht besseres zu tun haben, als die allein Erziehende und ihr Kind zu beäugen, über sie herzuziehen und ihr sonstwas in Sachen Männer zu unterstellen.

Erinnere dich in sechs, sieben Jahren beim ersten Grundschulfest noch daran und sei nicht bei denen dabei, die über die allein Erziehende schimpfen, weil sie immer nur bei Abbau des Kuchenstandes hilft und nicht beim Kuchenverkauf selbst.

Erinnere dich in vierzehn Jahren daran, wenn dein Kind eine Pubiphase bekommt und über die Klassenkameraden herzieht, die keine Markenklamotten haben, weil der/dem allein Erziehenden das Geld fehlt.

Und lies mal weiter unten den Thread "Ich fühle mich wie eine Alleinerziehende" von Ende März.

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Toller Beitrag!

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Lieber Himmel! Was hat dich denn so verbittert gemacht? Du lässt aber keine Schublade aus, in die man Alleinerziehende stecken kann.

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Das hast du schön geschrieben, und ja manchmal ist es wirklich anstrengend aber für die meisten der bessere Weg, für mich zumindest, ich war von anfang an alleine nur mit Mann eben seinen Mist auch noch an der Backe

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Wieso Anerkennung?🤔 Kinder bekommen ist ja etwas, dass sich jeder selbst aussucht. Das wäre etwa so, wenn ein Medizinstudent Anerkennung dafür möchte, dass er seim Studium durchzieht. Er entscheidet sich bewusst selber dafür und weiss, wie hart das ist.

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Dein Vergleich hinkt etwas. Ein Studium mache ich für mich und kann es aber auch wieder an den Nagel hängen, falls es mir doch nicht gefällt. Aber um Kinder zubekommen gehören im Normalfall zwei dazu, die sich bewusst dafür entscheiden. Dass man dann für alles alleine zuständig ist, war sicher von den wenigsten geplant.

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Aber man entscheidet sich dafür, die Kinder bei sich zu lassen. Können ja auch zum anderen Elternteil.

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Danke für das Verständnis.

Und zu dem Post unten kann ich mich nur wundern.
Ich halte nicht viel vom Pauschalieren.. ich habe immer Kontakt zu anderen müttern gesucht und gefunden in der Kita. Engagement war ebenso bei beiden Gruppen oder auch nicht. Auch Thema Kuchenbacken, etc. . Es gibt nicht allein Schwarz und weiss. Es gibt auch grau und bunt.

Ich bin alleinerziehend, finanziell unabhängig und beruflich geht es mir auch gut. Sozial integriert auch. Ja, es gibt viele Damen, die gern lästern. Aber nicht allein über Alleinerziehende. Die Themen wechseln. Es gibt für meinen Begriff auch viel Unterstützung... ob von Gemeinden, Kirchen, Institutionen, Familien oder Freunden... auch ohne Familie vor Ort kann man sich heute Hilfe oder ein Ohr suchen, was zuhört und oder sogar hilft. Zumindest ist es so in grösseren Städten. Gute Infrastruktur. Aber es ist auch harte Arbeit, wenig freie Zeit, wenn die kleinen Zuwendung brauchen...das ist, was viele nicht begreifen.. bei kleinen Kindern eben viele Jahre auf eigene Zelt, Bedürfnisse verzichten müssen, ohne dabei frustriert zu sein. Insofern nehme ich das höflich und aufrichtig gemeintes danke gern an. Vorallem in Zeiten der Isolation, wo man keinen Ausgleich/ Ruhe oder Wertschätzung erhält.

Vg

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Ich wollte damit auch nicht sagen, dass Alleinerhiehende nicht sozial integriert sind oder nichts auf die Reihe bekommen😅

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Lass dich nicht irre machen, manche sind eben nur am stänkern, wenn das wenn stört hätte er einfach weiterscrollen können, aber denke durch Corona vielleicht ist manchen so langweilig das sie es nicht können ;-)

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Na ja... ich muss sagen, ich kenne ja beides (also mit und ohne Mann) und ich finde nicht, dass meine Belastung jetzt höher ist. Im Gegenteil kann ich Alltagsentscheidungen jetzt ohne Diskussion selbst treffen. Geholfen wurde mir auch vorher nicht. Dürfte also recht unterschiedlich sein, wie Betroffene das sehen :-)

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Ich bin jetzt drei Monate allein mit den Kindern (1 und 4) und mein Mann kümmert sich jetzt genauso nicht wie vorher. Nur dass ich ihn nicht mehr bekochen muss, seine Wäsche nicht mehr wasche und seine dummen Launen nicht mehr ertrage 😀

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Hallo, ja, erstmal danke für deine Worte, ich war auch lange alleinerziehende mit zwei Kindern, und es war manchmal sicher stressig, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich auch Vorzüge gesehen. Zum Beispiel hat mir in meinen Entscheidungen nie wer drein geredet, das fand ich immer gut. Ich kenne einige Familien, wo Mama und Papa oft unterschiedliche Ansichten haben, und was da gestritten wurde, na danke🙄 Es ist ja auch jede Situation anders. Wenn ich als Alleinerziehende ein gutes Umfeld habe, Leute die mir helfen und mir auch mal etwas Freizeit ermöglichen, ist es leicht zu schaffen. Vielleicht sogar besser, als wenn Frau zwar den Mann daheim hat, dieser aber einen stressigen Beruf hat und ansonsten vielleicht niemand da. Beziehungsweise ist es ja auch so, dass man als Alleinerziehende ohne schlechten Gewissen um Hilfe fragen kann. Während man andersrum vielleicht hört"hast ja eh einen Mann" Also, mein Fazit : Es gibt auch Alleinerziehende, die es gar nicht anders wollen und Paare mit Kindern , wo die Frau unglücklich ist. 🤗

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