Umgang mit Säugling

Hallo,

Eben die Vorgeschichte: Der Vater meiner Tochter hat sich in der Schwangerschaft von mir getrennt. Ich bin da immer noch nicht drüber hinweg, da es sehr plötzlich kam, wir das Kind lange geplant haben und über ein Jahr versucht haben schwanger zu werden und er mir nicht Mal zwei Monate nach der Trennung gesteckt hat, dass er Interesse an einer alten Freundin von ihm hat (welche ich auch kenne). Nun ist unserer Tochter 5 Wochen alt und bis letzte Woche haben wir es echt gut zusammen hinbekommen, er war fast täglich bei uns, hat sich um unsere Tochter mit mir gekümmert und mir einiges im Haushalt abgenommen. Dann erzählte er mir letzte Woche, dass er nun mit besagter Frau eine Beziehung führen wird. Das hat mich komplett umgehauen. Schon als er mir von seinem Interesse an ihr erzählte, hat es unglaublich weh getan..für mich macht er, dass was wir hatten (11 Jahre) damit ganz klein und ich finde es mir gegenüber sehr rücksichtslos. Wie wär es mit einer Schonfrist. Außerdem glaub ich langsam, dass das schon vorher anfing mit denen. Ergibt viel mehr Sinn als das was er mir als Grund genannt hatte.

Wie dem auch sei: ich merke, dass ich mich nun Hundelend in seiner Gegenwart fühle und mich macht das ganze total fertig. Je mehr ich ihn sehe, desto schlimmer ist es. Deswegen habe ich nun den Kontakt erstmal eingeschränkt auf das klassische 1 Tag unter der Woche und jedes zweite WE. Allerdings ist die Maus ja noch so jung und ich frage mich, ob das überhaupt korrekt ist, was ich da mache. Da sie noch so jung ist und eigentlich ja fast nur mit mir den Tag verbingt (bis auf die 1-2 Stunden, die er da war) und auch weil ich sie vollstille, weiß ich nicht wie ein Umgang ohne mich stattfinden kann (also sehen sie sich dann jeweils nur ein paar Stunden), weswegen ich ja nun minimiert habe. Andererseits ist es mir eigentlich total wichtig, dass die beiden eine gute Bindung entwickeln. Gibt es extra Umgangsregeln bei einem Säugling? Im Netz habe ich dazu widersprüchliches gelesen.

Und von der moralischen Seite her: ist es ok, dass ich mich (zumindest erstmal) schützen möchte, in dem ich Kontakt vermeide? Ich hab ein total schlechtes Gewissen, aber ich merke einfach wie mich jedes Aufeinandertreffen von neuem total umhaut und ich einfach leide. Das ist ja auch nicht schön für die Maus, wenn ich immer wieder traurig bin.

Ach menno, blöde ist das...

Hallo!

Erstmal eine liebe, dicke Umarmung!
Ich kenne deine Situation ein wenig- mein Ex-Mann hat mich auch ausgetauscht und ich blieb zurück mit 3 gemeinsamen Kindern, die ihren Vater brauchten.
Da sitzen Engel und Teufel nah beieinander.

Hast du Unterstützung? Jmd, der den Umgang übernehmen könnte?
Grundsätzlich sollte der Kontakt regelmäßiger sein als einmal wöchentlich. Aber du solltest dich auch schützen können.
Kann nicht eine Freundin/ Oma den Zwerg abholen und ihm geben und wieder zurück bringen? Muss ja nicht täglich sein und auch nicht lang.

Ich wünsche dir sehr, dass Du dieses Trauma gut überwindest. Ich weiß, es tut furchtbar weh.

Alles Liebe Dir!!

Dank Dir für die Umarmung! Und eine zurück. Wie kommt man über sowas hinweg? Ich hab gerade das Gefühl mir ist der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Es fühlt sich an wie Verrat.

Das ist schwierig mit dem Umgang gerade außerhalb stattfinden zu lassen. Er kann nur vor oder nach der Arbeit und das ist jeweils so früh oder so spät, dass er sie eigentlich morgens nur schlafend auf sich legen kann oder Abends die Abendroutine mit ihr machen kann. Das findet natürlich zu Hause statt. Ich möchte ihn aber nicht dauernd in meiner Wohnung haben, bis ich wieder ein wenig zu mir gefunden habe und auch meine Große möchte ihn gerade nicht sehen, da auch sie sehr verletzt ist.
Das ist einfach echt ne ätzende Situation. Auch weil sie noch so jung ist.

Mich ärgert mein Ex echt. Als wäre ne neue Beziehung gerade das was ansteht..ich finde ja an erster Stelle sollte gerade stehen, dass wir uns als getrennte Eltern finden und nicht ne neue Beziehung. Er hätte es entweder für sich behalten oder einfach Mal bis zum Sommer mit der neuen warten können.

Hi!

Ja, man verarbeitet es irgendwann. Bei mir ist es nun 5 Jahre her, ich bin neu verheiratet, glücklich.
Aber es ist echt ein Weg. Schön reden kann ich es nicht.

Am Anfang war da das Gefühl von "das ist nicht real, gleich kommt er und alles ist gut". Danach kam Wut, dann Trauer.
Krasse Zeit- ich erinnere mich noch gut. :-(

Ich war bei der Trennungsberatung unserer Kirche. Erst allein, dann mit dem Vater. Mir hat das sehr geholfen. Einfach auch um zu verstehen, dass ich 2 Stühle habe. Einen als verlassene Frau, einen als Mutter.
Als Mutter muss ich zulassen, dass der Vater Kontakt hat, es den Kindern mit ihm gut geht. Da darf ich ihn nicht schlecht reden und den Kontakt nicht reduzieren.
Als verlassene Frau muss ich schauen, wie ich für mich so sorge, dass ich den Mutter-Part hinkriege.

Letztlich gab es bei mir einen Schlüsselmoment. Ich saß im Garten, beobachtete meine Kinder und habe entschieden- die bleiben gesund und unbeschwert. Selbst wenn ich dafür übermenschliche Kräfte brauche. Diese Kinder können nichts beeinflussen. Sie sind vollständig abhängig von meinen Entscheidungen.
Und mein verletztes Ego rechtfertigt keine kaputten Kinderseelen.
Ab da an hab ich mich komplett zurück genommen. Meine Kinder sind tatsächlich unbeschadet geblieben und leben ihr Parchworkleben ganz unbeschwert. Insofern bin ich ganz dankbar über dieses "klick" in mir.
Aber das war ein Weg. Ich wünsche dir sehr, dass der Schmerz bald weniger wird!

Ganz liebe Grüße!

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Ich glaube nicht, dass es dem Vater-Kind-Verhältnis auf Dauer schadet, wenn du mal ne zeitlang auf Abstand gehst.

Sie ist 5 Wochen alt! Wenn du in einem viertel/halben Jahr den Kontakt wieder steigerst reicht das völlig aus. Aber klar, im Hinterkopf sollte man das immer haben und es geht nur, wenn der KV das auch mitmacht und nicht mehr einfordert.

Ja. Vermutlich hast du Recht. Ich möchte einfach unbedingt, dass er ihre zweite enge Bezugsperson ist. Gleichzeitig möchte ich aber auch wieder zur Ruhe kommen und ein wenig heilen :(

Hallo,

auch wenn es hier nicht gerne gehört wird. Es geht nicht um dich und deine Befindlichkeiten, sondern nur um das Wohl eures Babies. Und es ist voll in Sinne des Babies, dass es selben Vater täglich sieht um auch zu ihm eine enge Bindung aufzubauen.

Also wenn er bis jetzt fast täglich da war, wird er es sich in Zweifel auch nicht gefallen lassen nur noch einmal die Woche euer Kind zu sehen. Denn auch wenn du die Mutter bist hat der Vater die gleichen Rechte wie du. Und da du noch stillst kann er euer Kind nicht im Wechselmodell mitnehmen und so Zeit mit ihn verbringen.

Also solltest du zum Wohl deines Kindes zusammenreißen und die Bindung zwischen Kind und Vater fördern und unterstützen.

LG Morgain

Ich habe ja auch gar nicht gesagt, dass ich das nicht möchte. Im Gegenteil. Ich möchte aber auch ein klein wenig Zeit haben um mich zu berappeln. Meine Tochter hat auch nichts davon, wenn es mir ständig schlecht geht. Mir geht es um 1-2 Monate. Und ich wollte eigentlich bloß wissen, ob es da Regelungen zu gibt, wie der Umgang da gestaltet wird, also bei ganz kleinen Babys. Und der KV ist jetzt nicht mega hinterher. Er hat sich auch Pausen gegönnt wenn er Mal Ruhe haben wollte für ein paar Tage. Kann ich das nicht genauso? Also klar ich hab den Krümel (von dem Brauch ich keine Ruhe), aber Ruhe vom Drama. Wie ich bereits schrieb, kann ich mir auch gut vorstellen, wenn er Mal wieder an nem WE Zeit haben sollte, Milch abzupumpen, so dass er und die Maus ohne mich Umgang haben können. Es ist nun echt kein bißchen so, dass ich ihren und seinen Umgang einschränken will. Nur meinen mit ihm.

Im Übrigen ist auch perspektivisch kein Wechselmodell geplant. Er ist dazu leider nicht in der Lage gesundheitlich.

Die ersten Wochen sind nun mal sehr prägend, wenn es um Bezugspersonen geht bei Säuglingen.

Wenn der Vater es auch schleifen lässt, dann solltet ihr euch auf feste Regeln und Zeiten festlegen. Ich kenne es nur von bekannten, die getrennt waren und das Kind gestillt wurde. Da war es so 5 Tage die Woche je 2 Stunde bei Papa. 2 Stunden war der Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten.

LG Morgain

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Huhu, ich wollte fragen wie es dir geht und ob du für dich eine gute Lösung finden konntest!

Ganz liebe Grüße 😊

Hey,

Das ist aber lieb. Also ich muss sagen, der Typ hat nicht alle Tassen im Schrank..Er hat dann gesagt er wird sich "keinem einseitigen Diktat unterwerfen" (ich hatte ihm nach dem er vier Tage vorgeschlagen hat, gesagt dass mir das doch aber akut zu viel ist und er an zwei der Tage komme kann und wir dann weitersehen) und dann kämeer gar nicht. Da hab ich gemerkt, hier geht's nicht ums Kind bei ihm, sondern nur um Macht und Kontrolle. Von daher habe ich mich dann zurückgelehnt und geguckt was er macht. Am Ende hatte ich 10 Tage ohne ihn hier, dafür aber viele böse SMS. Aber sein Verhalten fand ich so doof, dass mich deine Gegenwart gerade schon fast völlig kalt lässt. Ich habe nun mehrmals gesagt, dass ich noch diese Woche eine verlässliche Regelung treffen möchte. Und ich habe mich im Vorfeld beim JA abgesichert, ob der Vorschlag den ich ihm machen möchte, realistisch, rechtlich in Ordnung und im Sinne des Kindes sei. Er hat jetzt am Donnerstag endlich Zeit mit mir darüber zu reden. Ich gehe davon aus, dass es gut verläuft, da ich es geschafft habe (auch dank seines kindischen Verhaltens) , mich emotional ganz gut zu distanzieren.

Ich kann mir dem was ich ihm anbieten werde jedenfalls gut leben und wenn das nicht klappt, habe ich bereits einen Träger gefunden, der Mediation macht für genau solche Fälle.

Richtig lieb, dass du fragst. Danke

Ja Macht und Kontrolle ist oft der Fall. Denn Männer sind bei Kindern oft machtlos. Sie sind bei Schwangerschaft und Geburt schon außen vor und haben zu dem Endprodukt Kind eigentlich gar nicht viel beigetragen, außer einer klitzekleinen Samenzelle. Und dann kommt die Frau daher und vollbringt dieses monumentale Wunder der Geburt und einer ~50cm großen Menschen.

Früher konnten Männer Frauen dann wunderbar klein halten indem sie ihnen einfach die Arbeit verboten oder ihnen zeigten, dass sie der Mann im Haus seien.

Kinder sind der einzige Bereich in dem Männer hilflos und machtlos sind und Frauen ihre Stellung schamlos ausnutzen können. Leider vergessen eben viele, dass Kinder nur Besucher sind die uns nach dem Weg fragen. Sie gehören niemandem und werden später genau wissen wer immer da war.

Da bin ich ja mal gespannt wie er auf deinen Vorschlag reagiert. Bisher warst du ja wirklich aufgeschlossen ihm gegenüber. Sicherlich geht ihm auch einiges im Kopf rum. Denn er weiß ja auch, dass er der Veursacher dieser Situation ist.

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