Kind möchte nicht mehr zum Papa :(

Guten Morgen zusammen,

vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir davon berichten. Es geht in keiner Weise darum, ob der Papa nun doof ist oder nicht und auch ich bin nicht fehlerfrei, sondern lediglich darum, wie ich meinem Kind am besten helfen kann.

Unser Kind ist 10 Jahre alt, vom Papa definitiv nicht gewünscht gewesen, der Kontakt über all die Jahre immer sehr durchwachsen. Mal alle 3-4 Monate, dann wieder regelmäßig alle 2 Wochen. Wichtige Veranstaltungen im Leben unseres Kindes wurden immer wieder abgesagt. Er hat keinen Einblick in die schulischen Leistungen, weiß nicht, was sein Sohn gerne mag, war nie bei einem Elterngespräch in der Schule oder Kita, obwohl ich ihm jede Möglichkeit dazu gegeben habe. Er kann auch jederzeit sagen, dass er ihn sehen möchte oder mal ein WE tauschen, auch zu Weihnachten oder Silvester oder Bday bin ich immer bereit gewesen, das abwechselnd zu gestalten. Es ist schließlich unser gemeinsames Kind. Wollte er aber nie.
Seit einigen Wochen bzw. eher schon Monaten möchte unser Sohn dort nicht mehr hin. Er mag seine Stiefmutter überhaupt nicht, alle Versuche meinerseits, ihn da positiv zu stimmen, haben nichts gebracht oder wurden von der Gegenseite blockiert. Sie zieht wohl auch regelmäßig über mich her in seiner Gegenwart, wie er hier neulich berichtete. Außerdem ist sie zu ihm wohl alles andere als nett. Seine Stiefschwester wird wohl bevorzugt und er soll permanent Rücksicht nehmen. Spielzeug soll er mitbringen, mehr als TV passiert an den Umgangswe's wohl nicht. Er wünscht sich mal eine Unternehmung, auch allein mit dem Vater, doch der blockt ab und es müssen immer Frau und Tochter dabei sein. Selbst mal 5 Minuten mit ihm allein sprechen, wenn seine Frau ihm Angst gemacht hat und er Trost braucht, sind nicht drin.
Als mein Partner und ich ihn drauf angesprochen haben, auch auf Dinge, die mit der Stiefmutter vorgefallen sein sollen, sagte er, unser Sohn lügt, so war das gar nicht. Die Wortwahl, die mein Sohn da wiederholt hat, ist aber eindeutig nicht seine. Auch hat er ihn direkt angeherrscht, er soll nicht ständig bei uns petzen kommen, direkt vor uns!
Er schläft dort wohl in einer Abstellkammer. Das hat er leider jetzt erst erzählt. Daraufhin haben wir Ihn dazu aufgefordert, die Schlafsituation für unser kind zu verbessern, sieht er leider nicht ein.
Zu allem kommt, dass unser Sohn zunehmend aggressiv wird, sobald es in Richtung Papa we geht und wenn er von dort wieder kommt, dann ist er auch sehr durcheinander und traurig und verschlossen. Den letzten Umgang hat der Papa selbst abgesagt, sehr zur Freude meines Sohnes und siehe da, er ist entspannt und wie ich ihn halt kenne. Ich bin selbst Scheidungskind und bin mir daher dessen bewusst, dass der Umgang sehr wichtig für ein Kind ist und würde mir sehr wünschen, dass er wieder gerne hingeht, aber ich hab echt ein ganz schlechtes Gefühl, wenn er vor mir steht und weint und einfach partout nicht mitwill. Ihn zu zwingen kann doch auch nicht richtig sein.
Ich habe tatsächlich schon eine Beratung beim JA vereinbart und auch einen Termin beim Kinderpsychologen gemacht, weil ich das Gefühl habe, dass ihn die Situation überfordert und ich ihm da nicht recht helfen kann, weil ich selbst unsicher bin, wie ich mich verhalten soll.

Habt ihr eine Idee? Ging es wem ähnlich?

Wäre es möglich, dass der Umgang nicht ein komplettes Wochenende geht, sondern nur ein paar Stunden? Dafür eventuell öfter? So könnten Vater und Sohn etwas zusammen unternehmen und die Stiefmutter sowie die Schlafsituation wären erstmal entschärft.
Beide haben das Recht auf einen regelmäßigen Umgang. Nur scheinen beide nicht besonders glücklich damit zu sein, wie es aktuell läuft.
Mag dein Sohn denn seinen Vater? Wäre es für ihn besser, wenn die beiden sich erstmal alleine treffen?

Armes kind, könnte ja fast Aschenputtel sein ..
Da verstehe ich vollkommen, dass er dort nicht hin möchte. Wieso auch, wenn er ganz anders und schlechter behandelt wird ? Dein Sohn merkt ganz genau, dass er dort nicht willkommen ist . Wieso MUSS er denn zwingend dort hin ? Er sagt doch, dass er nicht möchte . Ich denke, ein Umgang unter diesen Voraussetzungen ist nicht nötig . Wenn der Vater ihn jetzt zb gut behandeln würde, wäre es etwas anders . Aber so ? Also wenn die wesensänderung und Verwirrung deines Sohnes allein nicht ausreichen den Umgang einzustellen, was dann?

Der Vater hat kaum Interesse am Kind, behandelt ihn wohl auch nicht kindgerecht oder wenigstens liebevoll und das Kind hat nun völlig zu Recht keine Lust mehr auf den Vater. Ich wüsste, was ich täte: Ich würde die Umgänge einstellen. Dass Du bereits Beratungstermine ausgemacht hast ist der beste Weg, man muss nun wohl zunächst herausfinden, was das Richtige für das Kind ist. Allerdings sind es diese erzwungenen Umgänge ganz sicher nicht.

Die Frage ist, wieso der Vater überhaupt seinen Umgang wahrnehmen will, wenn es ihn augenscheinlich selber nervt?

Hallo,

den Umgang in der jetzigen Form würde ich aussetzen, also keine Übernachtungen mehr. Dein Sohn ist in einem Alter, in dem er klar sagen kann was er will und was nicht und das sollte man auch respektieren.

Zumal es auch keine banalen Gründe sind, sondern durchaus nachvollziehbare Umstände. Was muss man sich unter Abstellkammer vorstellen? Tatsächlich ein fensterloser Raum in den gnädigerweise ein Bett reingestellt wurde? Vielleicht ist dies auch rechtlich ein Grund Übernachtungen auszuschließen. Das solltest du beim Jugendamt ansprechen.

Um die Tür nicht ganz zuzuwerfen, könntest du dem Kindsvater vorschlagen, deinen Sohn abzuholen, etwas mit ihm zu unternehmen und ihn dann wieder zu dir zu bringen. Alles unter der Maßgabe, dass dein Sohn dies auch so möchte. So hätten Vater und Sohn Zeit zu Zweit in neutraler Umgebung und die Möglichkeit sich anzunähern.

LG Nenea

Manchmal denke ich, kein Kontakt ist jeder als so ein Kontakt.

Du schreibst, du wärst selber Scheidungskind. Dem ging dann aber vermutlich ein Familienleben voraus, das du vermissen konntest. Hattest einen Vater, der dich liebte.

Dein Sohn weiss vermutlich, dass er vom Vater nicht gewollt war.
Zumindest weiss er jetzt, dass er aktuell nicht gewollt ist.

Geh auf das Bedürfnis deines Sohnes ein, sich abzugrenzen und auf sein Wohlergehen zu achten.
Stülpe ihm nicht deine Gefühle aus der Trennung deiner Eltern über.

Autokorrektur....

Kein Kontakt ist besser als so ein Kontakt!

Hi!
Ich habe eine ähnliche Situation nur das meine Tochter ihren Vater sehen will, mein Sohn aber nicht . Dies hat ähnliche Gründe wie bei deinem . Wir sind seit der Geburt getrennt, mein Ex hat ihn lange spüren lassen das er nicht erwünscht sei, mein Sohn kommt mit der Stiefmutter nicht zurecht ect . Inzwischen ist mein Sohn 7 . Ich handhabe das so das ich es ihm überlasse , aber er muss 2 Wochen vor geplanten Kontakt sagen ob er zum papa möchte oder nicht und so bleibt das dann auch . Dies liegt daran das sein Vater in einem anderen Land wohnt und ich möchte das er lernt mit seiner Unsicherheit zurechtzukommen und Entscheidungen zu treffen. Denn er möchte seinen Vater sehen , aber alleine in seiner Umgebung . Sein Vater lehnt dies aber ab trotz psychologischer Empfehlung . Wenn mein Sohn also überwältigt von Gefühlen vor seinem Vater steht, kann es sein das er sagt ich gehe jetzt doch mit. Dann ist er aber 1000 km entfernt und wenn er Angst bekommt kann er nicht mal eben abgeholt werden . Diese Situation ist schon mal sehr schief gelaufen .
Hör auf dein Bauchgefühl und mach das was deiner Meinung nach das beste für ihn ist . Du kennst deinen Sohn am besten !

Nun, mit 10 kann er es ja sehr gut Begründen warum, hat ja auch Gründe, und ich würde das mit dem JA oder einem Anwalt abklären wie was wo....Da dein Ex ja die Gründe gar nicht Ernst nimmt, muss er wohl mit den Konsequenzen rechnen und damit leben.

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