Abtreibung nach Fruchtwasseruntersuchung?

Hallo!
Ich bin nun in der 10. SSW meiner 2. SS und bin über 35 Jahre. Nun haben viele meiner Bekannten, die in meinem Alter schwanger waren, die Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Einmal begleitete ich sogar eine Freundin und weiß nun, was da auf einen zukommt.

Nun will ich kein behindertes Kind - klar, wenn man die Entscheidung treffen könnte, würde sich wohl jeder für ein gesundes Kind entscheiden. Aber diese Entscheidung kann man nunmal nicht treffen!

Mein Arzt sagte mir, dass man, wenn man sich für eine Abtreibung aufgrund des Ergebnisses der Fruchtwasseruntersuchung entscheidet, das Kind quasi tot-gebären müßte. Man bekommt also nicht eine Narkose oder sonst irgendwas, sondern man muss das Kind bei vollem Bewußtsein gebären. #schock ... und das noch dazu recht spät, d.h. im 4./5. Monat!!!

Wer kann denn sowas? Wer hat denn schon mal eine Abtreibung aufgrund einer Pränataldiagnostik vorgenommen und welche Erfahrung hattet Ihr dabei? Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass ich zu einer Abtreibung fähig wäre, aber wenn eine Diagnose vorliegt....wer weiß????#gruebel

Viele Grüße
Falter

Ich denke bevor Du die Untersuchung machen läßt, muss man sich darüber im klaren sein, wie man im "Fall der Fälle" entscheidet.
Dazu kommt, dass so eine Fruchtwasseruntersuchung ja auch nicht ganz ungefährlich für das Kind ist.

Wenn du es sowieso behälst egal ob mit Behinderung oder nicht, brauchst Du auch keine Untersuchung machen lassen.

Ich stehe jetzt vor der Entscheidung zur Feindiagnostik gehen zu können, weil ich schon zwei FG´s hatte würde mein Arzt mich überweisen. Aber ich möchte das nicht. Wenn etwas auffälliges im Ultraschall wäre, vielleicht, aber so möchte ich es nicht.

Ist ein schwieriges Thema, muss aber im Endeffekt jeder für sich ganz alleine entscheiden.

Sandy0304

hi,

hm das muss glaub ich jeder für sich entscheiden, für mich wäre eine Abtreibung NIE in frage gekommen, ich verurteile da aber niemand, meine mama war damals auch über 35 und hätte ein behindertes kind bekommen, aber da das leben meiner mutter auf dem spiel stand und das kind hätte es 100%ig nicht überlebt, musste sie auch abtreiben. Allerdings unter vollnarkose im 3. monat.

wünsch dir auf jeden fall viel glück

gruss
sabrina 25+1

Hi!

Ich habe heute morgen im Radio gehört, dass da mal eine Muttern im 6. Monat aufgrund des Ergebnisses der Feindiagnostik abtreiben wollte, weil das Kind Downsyndrom hätte. Sie hat es dann gemacht, aber das Kind war - trotz der Abtreibung - lebendig. Frag mich nicht wie und warum - keine Ahnung. Jedenfalls haben die Ärzte es dann sich selber überlassen, weil sie dachten, "es würde sich schon von selbst erledigen". Nachdem das kleine Würmchen dann ca. 9 Stunden vor sich hinwimmerte und einfach nicht gestorben ist, haben sie es dann doch behandelt, und letztendlich ist es zu einer Pflegefamilie gekommen.
Der kleine Tim, so hieß das Baby, hat heute wohl seinen 10. Geburtstag, kann selber laufen und liebt Musik. Auch wenn er gewickelt werden muss und mit Sonde ernährt, so liebt seine Pflegefamilie diesen fröhlichen kleinen Kerl über alles. - Wer weiß, wieviel gesünder er gewesen wäre, wenn er normal zur Welt hätte kommen dürfen, nicht schon im 6. Monat oder wenn die Ärzte ihn direkt nach der Abtreibung versorgt hätten...
Eine Bekannte von mir sollte ganz sicher ein Down-Kind bekommen - so sagte die Feindiagnostik. Heute ist Suna ein bildhübscher, kerngesunder Teenager - keine Spur von Behinderung.

Was ich mit diesen Geschichten sagen will:
1. Feindiagnostik ist nicht 100% zuverlässig.
2. Selbst, wenn das Kind (leicht) behindert wäre, wäre es sicherlich liebenswert.
3. Auch, wenn Du das Baby dann nach der Geburt nicht haben wollen würdest (was ich für unwahrscheinlich halte), so könntest Du es dann zur Adoption frei geben, da es so iel Menschen gibt, die keine Kinder bekommen können.

Ich würde also nur abtreiben lassen, wenn 100%ig sicher wäre, dass das Kind schwerst behindert sein wird und nicht alleine lebensfähig. Down-Syndrom ist scheinbar eine oft gestellt Diagnose, die aber nicht sicher stimmen muss.
Stell Dir vor Du musst immer dieses traumatische Erlebnis einer herbeigeführten Totgeburt mit Dir herumtragen - mit Zweifeln, ob es vielleicht doch gesund gewesen wäre... Könntest Du das? Wäre ein Leben mit einem evtl. behinderten Kind nicht vielleicht leichter als das Wissen, sein Baby bewusst nicht angenommen zu haben?
Ich weiß, es ist ein so schweres Thema!

Ich wünsche Dir alles Gute, dass Deine Untersuchung keine Zweifel aufkommen lässt. Und wenn, dann wünsche ich Dir Kraft, die richtige Entscheidung zu treffen. Vor allem wünsche ich Dir im schlimmsten Falle, dass weder Du noch andere Menschen Dich für eine evtl. Abtreibung verurteilen werden.

Liebe Grüße
Nadine mit Kaulquappe 6+2

Die Ergebnisse von Feindiagnostik und Fruchtwasseruntersuchung bekommst zu einem so späten Zeitpunkt der SS, daß eine Ausschabung nicht mehr möglich ist. Ja, Du mußt das Kind gebären. Nach der Geschichte mit dem sog. Oldenburger Baby, die meine Vorschreiberin erwähnt, hat es sich allerdings eingebürgert, den Fötus vor der Einleitung zu töten. Das Kind bekommt eine tödliche Kaliumspritze ins Herz und Du mußt es dann tot gebären.

Silke

Ich finde es super krass!!!! Eine tödliche Spritze! Wie furchtbar!

Ja, wenn bei der Fruchtwasseruntersuchung rauskommt, dass Du ein behindertes Kind auf die Welt bringen würdest und Du Dich dann entscheidest es abzutreiben wird eine Geburt eingeleitet. Man tötet vorher das kind im Mutterleib und es wird dann geboren. Wobei man kann man sich ja immer noch entscheiden was man tut (ob man das Baby behält oder nicht), und selbst wenn man sich dann gegen einen Abbruch entscheidet weiss man jedenfalls auf was man sich einstellen muss! Man redet sich vorher immer leichter als wenn es dann soweit ist.

Es gibt aber doch auch die Chorionzotten-Untersuchung, diese wird in der 10. SSW gemacht und falls schwerwiegende Behinderungen vorliegen wird dann eine Ausschabung gemacht. Allerdings ist diese Untersuchungsmöglichkeit nicht sooo sicher wie die Fruchtwasseruntersuchung.

Ich kenne keinen der dieses Schicksal eines Abbruches der Schwangerschaft durchführen hat lassen und ich bin auch froh, dass meine Fruchtwasseruntersuchung ohne Auffälligkeiten verlaufen ist.

Ich hoffe Dir geholfen zu haben

Bis bald Angi

Also ich wusste nicht,das es mit vorher so umgebracht wird,bis ich das hier alles gelesen habe,und ich bin entsetzt....Wie Schrecklich......Da heult man ja schon bei der Vorstellung....
Ich denke sowas ist echt ne sehr sehr schwere Entscheidung.
Mit einem weinenden Auge grüsst
Yvonne,Michelle(17 mon.)und baby im Bauch 10 SSw

Vielleicht interessant?

Thema Schwangerschaftsabbruch nach medizinischer Indikation:
http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html


Thema Spätabbruch / "Oldenburger Baby" Tim
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=19&id=959756

Liebe Grüße
Sabine

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