Evidence based Birth (Faktenbasierte Geburt)

Liebe Mitschwangere,

Ich lese hier eigentlich nur still mit, bin aber immer wieder schockiert wie schlecht- oder gar uninformiert viele schwangere Frauen gerade zum Thema Geburt sind und das obwohl die Möglichkeiten der Informationsfindung größer sind als eh und je. Durch diese Informationsflut verbreiten sich dann oft Ammenmärchen und wir als Frauen werden nicht ermächtigt gute, qualifizierte Entscheidungen zu treffen. Das finde ich schlecht. Mir geht es selbst so und ich als Wissenschaftlerin kann mich einfach mit dem anekdotischen „Wissen“ meiner Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs nicht zufriedengeben (wobei ich ihr ihre Kompetenz nicht abspreche). Vielleicht geht es ja anderen auch so?

Daher möchte ich eine Lanze für die Seite evidencebased Birth (Evidenz Bzw. Faktenbasierte Geburt) brechen. Die Dame (selbst promoviert) sammelt und fasst wissenschaftliche, medizinische Studien zum Thema Geburt verständlich zusammen. Themen sind bspw. Forschungsergebnisse zu Geburtspositionen, PDA‘s und Geburtslänge/ Verbindung zu Geburtsstillstand, Nutzung von Lachgas, Entbindungstermin und Wahrscheinlichkeiten zum ET (die meisten Erstgeborenen entbinden einfach erst bei 40). Es wird nie Stellung bezogen Frau kann sich also aus den wissenschaftlichen Fakten ihre eigene Meinung bilden. Die herangezogenen Studien sind alle sehr gut ausgewählt und immer genau analysiert. Ich finde es einfach toll mich auf großangelegte wissenschaftliche Studien berufen zu können und nicht nur den Erfahrungswert 40 anderer Frauen im Internet nutzen zu müssen (denen spreche ich ihre Kompetenz auch nicht ab...)

Die Seite ist auf englisch, das mag für manche ein Nachteil sein.

Ich hoffe dem einen oder anderen hilft das:


https://evidencebasedbirth.com/blog/

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Haha, ich bin auch so. Ich brauche das aktuell vorhandene Fachwissen und nicht einen der unendlich vielen Glaubenssätze, die im Bereich Schwangerschaft / Geburt / Kindesentwicklung / Erziehung so existieren.

Nach viel Recherche und Überlegen habe ich mich deshalb bei meiner ersten Schwangerschaft für eine außerklinische Geburt entschieden. War die beste Wahl überhaupt und jetzt bei der zweiten Schwangerschaft wünsche ich mir, dass es genauso läuft.

Danke für den Link, gucke ich mir sehr gerne an.

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Oh vielen Dank, bin auch wissenschaftlich gebildet. Wollte in meinem Master Studium der Psychologie schon eine Hausarbeit zum Thema Schlaf Qualität vor und nach der Schwangerschaft und deren Einflussfaktoren schreiben. Da ich aber voraussichtlich die Hochschule wechsle, kommt es (zumindest jetzt) nicht dazu😅.

Ich werde mir den Link definitiv anschauen. Ich halte es für wichtig, gut informiert zu sein, um für sich selbst die beste Entscheidung zu treffen. Die Wissenschaft kann ggf. auch was "anderes sagen", aber wenn es sich für mich als Gebärdende in dem Moment falsch anfühlt, dann ist das so und ich fühle mich dann immer noch selbst bestimmt und kenne die Risiken und mögliche Konsequenzen.

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Genau darum geht es: Die Geburt ist immer eine persönliche, subjektive Erfahrung, aber dennoch möchte ich informiert darüber sein, welche Vorteile und Risiken bestimmte Verfahren/Prozeduren haben.

Ich bin momentan bei 38+5 und ich hab absolut keine Lust mehr: Aber wenn ich weiß, dass belegt wurde, dass Babies die zwischen 39+ und 41+0 kommen am wenigsten Risiken für bestimmte Krankheiten etc haben und dass die meisten Babies eben erst bei 40+ ebbes kommen hilft mir das total die letzten Wochen motivierter hinter mich zu bringen.

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Ich finde es nicht schlimm, wenn man sich sein Wissen über Freundinnen, Hebammen und Co aneignet. Wichtig ist nur, dass man das Gehörten auch kritisch hinterfragt. So wie man es eben im wissenschaftlichen Bereich auch macht.

Und der Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten ist meiner Meinung nach für Menschen ohne wissenschaftlichen Hintergrund auch nicht einfach. Deshalb wundert es mich nicht, dass die meisten Schwangeren keine Studien lesen. Umso schöner, dass es Plattformen, wie die genannte, gibt. Danke dafür :-)

Liebe Grüße,
Simone

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Auf die Seite bin ich auch gestoßen, als ich mich vor der Geburt über Geburtsverletzungen in Abhängigkeit von der Gebärposition und vorbereitenden Maßnahmen informiert hab.
Die großen Studien bei PubMed widersprechen sich teilweise, auch je nach Herkunftsregion, was mich erst eher noch verunsichert hat. In einem Punkt waren sich aber alle einig: wichtige Voraussetzung für einen guten Geburtsverlauf ist, dass die Frau für sich selbst die beste Position findet und sich damit gut fühlt. Das hat mir unglaublich Mut gemacht, selbstbestimmt und positiv an die Sache ran zu gehen.

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Das Thema Geburtsverletzungen war für mich auch besonders interessant! Und ja die Studien haben unterschiedliche Ergebnisse, da die Länder sehr verschiedene gynäkologische Herangehensweisen unter der Geburt haben (liegen vs stehen zb). Ich kenne aber Freundinnen die während der Geburt von ihren Hebammen durch regelrechte Positionsmarathons geschickt wurden. Für mich nehme ich mit: Mach das was dir gut tut, auch wenn es liegen ist denn so viel schlechter ist das gar nicht (auch wenn die Hebamme was anderes sagt).

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Kurz OT: Wenn du dich mit Geburtsverletzungen beschäftigt hast, bist du sicher auf den Epino gestoßen. Hast du damit Erfahrungen gemacht?

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