Bin ich ein schlechter Mensch/eine schlechte Mama?

Diese Frage beschäftigt mich schon die halbe Schwangerschaft. Ich bin jetzt in der 35 ssw und leide unter Fibromyalgie. Seit ca der 16 ssw habe ich täglich starke Schmerzen. Arbeiten ging nur mit Schmerzmitteln bis ich dann ein bv bekommen habe. Niemand wirklich niemand ausser mein Mann nimmt mich ernst. Ich kann nicht mehr! Jede Kindsbewegung löst in mir Panik aus, da es mir Schmerzen macht und auch so kann ich mich kaum noch bewegen vor Schmerzen. Am Dienstag hatte ich einen Termin bei einer Hebamme von meiner Fa Praxis. Als ich sagte ich habe schon so lange Schmerzen meinte sie ja das wäre ja komplett normal da wächst ja alles bla bla.. Bis ich dann dort nen Heulkrampf bekommen habe. Ich glaube ab da hat sie mich ernst genommen. Jetzt habe ich in einer Woche ein Gespräch mit einer Hebamme der Entbindungsklinik und in zwei Wochen eins mit einem Arzt. Ich wollte immer ein Kind, da ich als ich jünger war zu einer Abtreibung gezwungen wurde, aber mittlerweile ist diese Schwangerschaft kein Traum sondern ein Alptraum. Leider habe ich auch schon einige Jahre mit Depressionen zu tun gehabt und habe immer mehr das Gefühl wieder in eine zu fallen. Manchmal würde ich am liebsten los ins Krankenhaus und schreien schneidet mir endlich das Kind aus dem Leib ich ertrage es nicht mehr, aber wenn ich das jemandem erzählen würde, die würden mich alle wegsperren. Mein Mann sagt immer ich habe es ja bald geschafft und ist mir wirklich eine große Unterstützung, aber für mich ist jeder weitere Tag die Hölle. Außerdem wollte ich unbedingt normal gebären, da ich Angst habe mein Körper würde durch meine Krankheit einen Kaiserschnitt oder auch eine Einleitung viel schwerer verarbeiten, aber ohne beides musste ich ja so oder so warten bis die kleine kommen will. Tut mir leid für den ganzen Text. Ich weiß auch nicht was ich mir erhoffe, aber ich glaube ich müsste das einfach mal los werden.

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Guten Morgen . Fühl dich erstmal gedrückt .
Hast du mal überlegt mit einem Psychiater darüber zu sprechen ??
Lg

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Danke, ja habe ich. Er hat mir auch für den Notfall ein Medikament gegeben falls ich einen zu starken Nervenzusammenbruch bekomme, aber für eine Gesprachstherapie habe ich leider keinen Platz mehr bekommen. Ich weiß aber auch, dass wenn ich auch nur einen Tag keine Schmerzen hätte, ich mich wieder viel besser fühlen würde, aber ich kann ja auch nicht die halbe Schwangerschaft Schmerzmittel einwerfen.

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Ohje, da hat's dich wohl echt mies erwischt. Ich glaube nur, dass dir bei deiner Krankheit wirklich absolut keiner helfen kann. :/ Vielleicht fühlst du dich deswegen nicht ernst genommen. Ich denke man kann da wenig machen und du musst dich leider bis zum ET durchkämpfen.
Ich würde an deiner Stelle weiterhin stark bleiben, darüber reden und versuchen mit sämtlichen Methoden dagegen anzuwirken. Beiß dir auf die Zähne, Weine, mach dir eine Badewanne, versuche zu meditieren. Such dir evtl. Kurse wo andere mitmachen, zB Yoga. Mehr wirst du nicht tun können, denke ich. :/

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Hallo 😊
Lass dich davon nicht so runterziehen und glaub vorallem nicht das was mit dir nicht stimmt. Denn ganz ehrlich ? Schwanger sein ist scheisse. Jeder verträgt das alles anders aber ich finde es auch furchtbar. Ich bin zum zweiten Mal jetzt schwanger und schon beim ersten Mal habe ich mich immer gewundert das viele meinen das wäre so schön. Mir war nur schlecht. Bis zum 5. Monat. Ich fand es grausig wirklich grausig. Ich bin sogar nachts aufgewacht und musste mich übergeben und wäre dabei fast erstickt. Und als das vorbei war kam das Sodbrennen und die Rückenschmerzen. Und nach der Geburt kann man kaum laufen und hat immernoch Schmerzen also ich war auch heilfroh als ich das alles überstanden hatte. Und nun beim zweiten Mal habe ich gleich vom ersten Tag an Sodbrennen. Es ist so ekelhaft. Ich kann kaum was essen ohne Sodbrennen zu bekommen oder ständig Aufstossen zu müssen aber wenn ich nüchtern bleibe, wird mir schlecht. Ich habe schon zu meinem Mann gesagt also nochmal mach ich das nicht. Was mich durchhalten lässt , ist das ich weiss was mich erwartet. Falls du noch kein Kind hast und das alles zum ersten Mal machen solltest kann ich dir sagen das es sich lohnt. Du bekommst deine Belohnung für all die Schmerzen. Das kann man sich schlecht vorstellen wenn man noch kein Kind hat , so ging es mir damals auch. Aber als er dann da war , war man nur mit Liebe gefüllt und trotz der Schmerzen und Nachwehen , war ich einfach nur glücklich 😊 vielleicht hilft es dir daran zu denken das es nicht für immer und ewig so sein wird wie jetzt und du Schmerzen haben wirst sondern das es zeitlich begrenzt ist. Nicht mehr lange und dann hast du alles geschafft und wirst glücklich sein 😊

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Ich hab nicht genau das gleiche, aber kenn so einen Dauer Schmerz leider nur zu gut. Da wird man komisch und gereizt. Das ist wie extremer Schlafmangel. Ich würde mich über eine Geburt auf jeden Fall informieren. Ich weiß nicht ob du eine natürliche Geburt wirklich überstehen würdest, wenn die Tritte dich schon so fertig machen. Leider kann man bei deiner Krankheit nicht viel machen. Versuch so lang wie möglich durchzuhalten. Denk von Tag zu Tag, dass wieder einer geschafft ist

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Hallo
Um Himmels Willen Du bist doch kein schlechter Mensch... Fibro ist alleine schon eine scheiss Bürde und noch gekoppelt mit Depri und SS da sag ich bloss Hut ab!
Ich selbst bin SSW 31+5 und habe auch mit Depris zu tun, allerdings toitoitoi gerade beim Ausschleichen der Antidepressiva und das scheint gut zu klappen, wie es nach der Geburt sein wird abwartdn da hab ich etwas schiss...
Bin bis auf Sodbrennen, Schlaflosigkeit und mal mehr oder weniger Stressinkontinenz fit. Trotzdem muss ich auch sagen das ich schwanger sein nicht als so erfüllend empfinde wie ich es mir vorher gedacht hab und es ja oft öffentlich propagiert wird. Ich finds anstrengend und auch wenn ich weiss das ich ein tolles Geschenk erhalten werde bin ich froh wenns rum ist... Bin fast 41 und doch zu alt für den schiet 😂😜
Also ich kann Dich gut verstehen und die meisten FAs und so haben oft viel um die Ohren und können die Komplexität die Du mitbringst vielleicht gar nicht greifen. Toll das dein Mann dich so stützt!! Halte durch 🍀

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Ich danke euch allen! Dieser Zuspruch macht mir Mut. Ich freue mich auch sehr auf unsere kleine Maus und möchte ihr natürlich auch den Best möglichen Start ins Leben schenken. Leider haben hier viele keine Ahnung über Fibromyalgie und tuen das auch eher als hirngespinst ab, aber ich denke in der Entbingungsklinik werde ich nicht die erste sein die so etwas hat. Ich hoffe einfach dort auf gute Gespräche und ein bisschen Verständnis und Kämpfe weiter von Tag zu Tag. Sollte ich wieder ein komplettes down haben, lese ich einfach eure lieben Worte, die geben wirklich Kraft.

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Ich würde dir dringend zu einer (Schmerz -) Psychotherapie raten. Ja akut wirst du keinen Platz bekommen und die Wartezeiten sind furchtbar. Aber deine Probleme werden in Zukunft ja nicht verschwinden sondern sich evtl sogar verschlimmern. Wenn das Baby da ist, mit Stress und so, wird Fibromyalgie idR ja auch schlimmer. Also lieber jetzt auf Wartelisten setzen lassen und 1-1,5 Jahre warten als wenn es dann schlimmstenfalls irgendwann gar nicht mehr geht...

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Das ist ein guter Tipp. Ich habe erst kurz vor der Schwangerschaft die Diagnose bekommen und meine Hausärztin hatte gemeint da könne man nix machen ausser an schlimmen Tagen ibuprofen nehmen. Dann kam die Schwangerschaft und ich habe mir vorgenommen danach nochmal zu mehreren Spezialisten zu gehen. Ich kenne mich selbst kaum mit der Krankheit aus und hier direkt in der Nähe sind die Ärzte in dem Punkt auch nicht gut informiert.

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Wow, das tut mir furchtbar Leid für dich! Wie die anderen schon sagten, ist eine Schwangerschaft an sich ja schon schei**. Jedenfalls für sehr viele Frauen. Ich kenne mich mit deiner Krankheit nicht aus, aber es klingt richtig mies... Ich hoffe sehr, du findest Ärzte/Hebammen, die dich ordentlich betreuen und ernst nehmen. Und einen Therapieplatz! Bleib da unbedingt dran! Seit der letzten SS und den Symphysenschmerzen, die ich seitdem und anschließend für 1,5 Jahre jeden scheiß Tag hatte, kann ich verstehen, wie chronische Schmerzen einen fertig machen. Man ist gereizt, will vor Verzweiflung einfach heulen (besonders wenn einen niemand ernst nimmt, was auch bei mir der Fall war). Und es macht wahnsinnig. Dazu habe ich eine Angststörung, was es auch wirklich nicht besser gemacht hat.

Das Problem ist, dass die Schmerzen bei mir nach der Geburt nicht aufgehört haben. Vielleicht wird es bei dir nicht so schlimm, aber noch mehr als der KS haben mich schlimme Verspannungen geplagt. Und Gelenkschmerzen. In den ersten sechs Monaten hat mir ständig alles wehgetan. Heute würde ich einfach mehr Schmerzmittel nehmen (hatte nicht lange gestillt), aber damals hab ich das ausgehalten. Was ich nur sagen will: ich glaube, es ist wichtig, dass du einen Weg findest, an den meisten Tagen mit dem Mist umzugehen. Durch Meditation vielleicht, Entspannungsrituale oder ähnliches. Manche Menschen lernen, Schmerzen "neutral" zu betrachten. Vielleicht gibt es ja auch einen Arzt, der dir Massagen oÄ verschreibt oder dich auch nach der Geburt gut einstellt. Ich drücke dir von Herzen die Daumen und wünsche dir viel Kraft! Ich bin sicher, du schaffst das, schau einfach, wie weit du schon gekommen bist - und es wird besser, je älter das Kind wird! Garantiert.

Alles Gute!

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Du bist weder ein schlechter Mensch noch eine schlechte Mama! Schau doch mal was du schon alles geschafft hast! 35 SSW und das mit diesen Schmerzen, Hut ab! Lass dir auch von keinem sowas einreden! Ich glaube ganz fest daran, dass du das alles schaffst, denn du bist stark!
Versuche bitte einen Psychologen zu finden! Es ist ganz wichtig, auch für die Zeit nach der Geburt, damit du professionelle Hilfe hast und nicht in ein tiefes Loch fällst!
Fühl dich gedrückt!

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Hallo, ich habe selber keine Erfahrung mit den gesundheitliche Problemen die du schilderst. Aber ich möchte dir trotzdem einen ganz wichtigen Rat mit auf den Weg geben. Bitte versuch als Mutter nicht irgendwelche Normen oder Ansprüche und Ansichten anderer zu erfüllen. Höre einfach auf dein Herz und vertraue auf deinen Mutterinstinkt. Ziel muss es immer sein, dass es dir als Mutter psychisch und physisch so gut wie möglich geht, dann kannst du dich gut um die Bedürfnisse deines Babys kümmern. Ein Beispiel dafür kann z.B. das Thema stillen sein. Wenn es klappt, wird es das Beste für dein Kind sein. Aber wenn es nicht klappt, dir das Stillen Schmerzen bereitet und dich stresst oder du Medikamente nehmen musst, dann füttere dein Baby ruhig mit der Flasche. Du bist dann keine schlechtere Mutter. So gibt es tausend andere Themen, wo dein Umfeld eine bestimmte Meinung vertreten wird (Schlafen, Beikost, Förderung), hör dir alles an, aber finde den Weg der dir und dem Baby gut tut. Zur Geburt finde ich es wichtig, dass du dich gut beraten lässt und offen bist für alle Methoden (Natürliche Geburten, Einleitung, KS). Bei einem guten Geburtsplanungsgespräch wirst du die Vor- und Nachteile kennenlernen und bestimmt ein Gefühl dafür haben, was das Beste für Mutter UND Kind ist. Wir haben zusammen mit den Ärzten entschieden, dass für uns nur ein KS in Frage kommt, denn wir hätten mit Komplikationen bei einer natürlichen Geburt wohl nicht gut umgehen können (haben bis zur unserer jüngsten Tochter einfach zu viele Schicksalsschläge überstehen müssen. Bitte habe an dich auch nicht den Anspruch direkt nach der Geburt das blühende Leben zu sein. Es heißt nicht umsonst Wochenbett. Die Zeit brauchen viele um sich eventuell von erlittenen Geburtsverletzungen oder einem KS zu erholen. Ich bin gern immer auf alles gedanklich vorbereitet, dann kann ich mit den Dingen besser umgehen. Wünsche dir viel Kraft.

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