SSW 23 - Plötzliche Überforderung im Job

Liebe Mitkugelnden,

ich arbeite als Assistenz in einem Großkonzern und ich mag meinen Job. Sehr sogar. Konnte mir anfangs nicht vorstellen, mal ohne das alles zu sein.

Jetzt merke ich aber seit ca. 2 Wochen, dass ich mich nicht mehr so wohlfühle. Dinge, über die ich früher gelacht hätte, setzen mich unter Druck. Ich fühle mich gestresst und überfordert (es ist außerdem furchtbar für mich, es mir einzugestehen). Ich reagiere schnell gereizt, würde aber am liebsten heulen, weil ich denke, ich pack das alles nicht. Manchmal kriege ich richtig Herzrasen im Büro. Teilweise wache ich nachts auf, weil ich schlecht geträumt habe - von der Arbeit. Angelegenheiten, die zu erledigen sind, lassen mich nicht los.

Ich beiße mich hier durch keine Frage, aber diese Veränderung macht mir so zu schaffen. Ich sorge mich natürlich auch ein wenig um das Baby.

Kann mich jemand verstehen oder hat Ähnliches erlebt? Würde mich gerne austauschen.

Freue mich über eure Berichte.

1

Ich kenne das bin heute 23+4.

Ich bin stellvertretende Abteilungsleiterin und Dinge die mir vorher ganz einfach von der Hand gingen sind jetzt umso schwerfälliger.

2

Hallo

Ich kenne das leider auch. Ich gehe sehr gerne arbeiten und liebe meinen Job. Aber nach dem ich regelmäßig heulkrämpfe hatte wenn ich zuhause war, hab ich die Reißleine gezogen.
Ich hab immer ca. 3 Wochen auf der Arbeit durchgepowert. Bis zur totalen Erschöpfung. Hatte dann 1-2 Wochen einen Krankenschein zum erholen und dann ging das Theater wieder von vorne los. Bis ich nur noch heulkrämpfe hatte und selbst mit meinen Mann keine Themen mehr (und ich meine nur ein ernsthaftes Gespräch keine Diskussion) führen könnte.

Diagnose schwangerschafts Depressionen.
Das anzunehmen ist sehr sehr hart für mich gewesen. "Bin ja nicht krank, nur schwanger"
Ich bin jetzt in Therapie und gehe nicht mehr arbeiten. Das tut mir sehr gut.
Die Überlegung war ein "Halbes BV" zu bekommen und nur noch 4 Stunden zu arbeiten. Da ich aber noch Resturlaub hatte und es noch 2 Wochen bis zum MuSch sind, hat meine FÄ mich für die letzten beiden Wochen krankgeschrieben.

Mein Rat an dich, mach es besser als ich. Ich hab mich Wochen gequält, weil ich mir nicht eingestehen wollte dass ich völlig erschöpft bin. Hol dir Hilfe. Und ja du bist schwanger und dein Körper verbringt gerade Höchstleistung. Es gibt Schwangere die stecken das besser weg, aber die Hälfte der Schwangeren eben nicht. Lass dich nicht durch den Druck der Gesellschaft oder deines AG verunsichern. Sie zu dass es dir und deinem Kind gut geht.

Ich drücke euch die Daumen

Maggie mit babygirl 32 ssw

3

Ich kenne das auch. Auch ich liebe meinen Job aber ich merke auch, dass ich an meine Grenzen stoße. Manche Tage klappt gar nix, da ich mich null konzentrieren kann. Ich schlafe auch oft schlecht, dann geht mir auch alles von Arbeit durch den Kopf: was liegen geblieben ist (bin nun auch langsamer), was noch wichtig ist, was ich gar nicht vergessen darf.... Und oft vergessen meine Kollegen auch, dass ich schwanger bin und erwarten, dass ich in üblicher Schnelligkeit alles erledige. Das setzt nur leider immer öfter zu.

Ich schiebe meine Empfindlichkeit auf die Hormone, sonst bin ich ha nicht so.

4

Hallo,
ich bin Abteilungsleiterin und hatte auch immer viel um die Ohren, alles wurde beschwerlicher. Am wenigsten Lust machte mir, sich streitende Mitarbeiter wieder Indie Bahn zu bekommen. Das raubte den letzten Nerv 😂 man ist einfach nicht so belastbar, egal ob bei der Arbeit oder Zuhause. Ich bin mittlerweile in der 36. Woche. Auch im Haushalt kann ich alles nur noch mit Pausen machen.
Setz dich nicht unter Druck und hol dir Hilfe. Meine Hilfe war: die letzten drei Wochen vor dem Mutterschutz Urlaub nehmen.
Jede Arbeitskraft ist ersetzbar... blöd für den AG, aber das zukünftige Menschenleben ist wichtiger!
Und siehe da.... es hat sich noch niemand gemeldet, dass die Welt untergeht, nur weil ich nicht mehr bei der Arbeit bin 🙂

5

Hallo, mir ging es auch so, ich bin Teamleiterin im Personalbüro. Anfang der Schwangerschaft ging es mir mit Übelkeit usw. Sehr schlecht, sodass ich zwei Wochen krank war, dann bin ich wieder losgegangen, aber mir ging es nicht gut. Dann habe ich ein BV auf 4 Stunden bekommen, aber meine Chefin hat mich immer mehr mit Arbeit zugeschüttet und keine Rücksicht auf mich genommen. Ich habe jetzt ein komplettes BV und hatte am Anfang ein schlechtes Gewissen meinem Team gegenüber, aber mittlerweile bin ich froh, dass ich es so gemacht habe. Ich bin entspannter und mir geht es viel besser und das kommt dem Baby zugute.
Lg Sandra mit Johanna inside
(30 SSW)

Top Diskussionen anzeigen