Geringfügige Erweiterung eines der Nierenbecken

Hallo allerseits,

beim Organscreening letze Woche wurde bei meiner Kleinen eine geringfügige Erweiterung eines der Nierenbecken festgestellt.

Der Wert ist lt. FÄ nicht stark auffällig und die Erweiterung kann sich auch noch auswachsen, aber ich habe jetzt gelesen, dass es dennoch ein Indiz für Trisomie sein kann, so dass ich mich jetzt frage, ob es vielleicht doch sinnvoll ist eine FWU machen zu lassen (der Wert bei der NFM lag bei ca. 1:2150).

Was würdet ihr in einem solchen Fallen machen? Abwarten, ob es sich auswächst oder doch lieber zur FWU?

LG, Andrea 22.SSW

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Hey! #liebdrueck
Ich würde ganz klar abwarten! Es heißt ja noch garnichts.
Was willst du denn machen, wenn sich der "Verdacht" erhärten würde durch die FWU?? Noch Abtreiben?!
#kratz

Liebe Grüße!
jen

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Huhu,

bitte keine Panik. Das haben ganz viele Babys. Oft wird es erst nach der Geburt festgestellt oder halt bei so einem Organscreening.
Meine Tochter hatte das auch. Und hatte es auch relativ lange. Glaub bis so ca. 2 Jahren. Solange das im Rahmen ist ist alles in Ordnung.

LG Nina

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Hallo Andrea,

unser Baby hatte das auch und es wurde ebenfalls beim Organscreening festgestellt. Mein Fa meinte, dass es bei Jungen häufiger auftritt als bei Mädchen und sich meistens noch während der ss oder aber beim ersten "richtigen Pinkler" auswächst. Selbst wenn euer Baby das nach der Geburt noch weiterhin hat und es sich nicht von alleine verwächst, bedeutet das nicht noch nichts schlimmes, man sollte allerdings dann bei erhöhter Temperatur in Erwägung ziehen, dass sich das Baby eine Nierenbeckenentzündung zugezogen haben könnte.

Ich habe meinen FA auch gefragt wie es mit Down Syndrom aussieht, weil es angeblich ein Soft Marker dafür sein KANN aber er hat mich beruhigt und gesagt, dass es nur dann als weiteres Indiz gedeutet werden kann, wenn es in Zusammenhang mit weiteren Abweichungen wie beispielsweise einem Herzfehler oder einem schlechten NF-Ergebnis auftritt. Aber dein NFM Wert ist ja total super.

Mein FA hat dann in den späteren US-Untersuchungen immer wieder das Nierenbecken per US kontrolliert und siehe da, nach 6 Wochen hatte sich das erweiterte Becken wieder normalisiert und war genauso groß wie das "normale". Seitdem war es nie wieder auffällig.

Ich würde an deiner Stelle keine FWU machen lassen, sondern erstmal abwarten wie sich alles entwickelt und auf deinen FA vetrauen.

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Vielen Dank für euere Antworten... dann werde ich erstmal abwarten, denn ansonsten ist alles ok.

LG, Andrea

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"...aber ich habe jetzt gelesen, dass es dennoch ein Indiz für Trisomie sein kann..."

Natürlich KANN es sein, dass dein Baby ein Chromosom 21 mehr hat als andere. So wie das bei jeder Schwangeren sein KANN. Aber soll ich dir mal was sagen? Was immer an Besonderheiten bei Ungeborenen auffällt – man kann alles so auslegen, dass es ein Marker (Hinweis) auf Down-Syndrom ist.

Aber man muss auch mal bedenken, dass alles, was bei Kindern mit Down-Syndrom auftreten kann, durchaus auch bei Regelkindern vorkommt. Mit Ausnahme der Trisomie 21 ;-) Manchmal denke ich, dass viele Ärzt/innen und / oder auch man selbst oft etwas vorschnell sind. Wenn es nach den Markern gehen würde, wäre das Schwangerenforum längst ein Forum „Schwanger mit Handicap-Kind“, weil so gut wie jede hier im Verlauf der neun Monate irgendeinen Marker für Down-Syndrom gesagt bekommt:

Kopf vom Baby etwas kleiner als üblich? #schock – Vielleicht Down-Syndrom!

Kopf etwas größer als üblich? #schock – Softmarker für Trisomie 21!

Nackentransparenz ausgeprägter als sonst? #schock – Sagen wir einfach mal eben Down-Syndrom!

AFP und E3 vermindert, β-hCG erhöht? #schock – Könnte Trisomie 21 sein.

White spots im Herz? #schock – Kann sein, dass das auf Down-Syndrom hinweist!

Kurze Knochen an Oberschenkeln und Oberarmen? #schock – Besser mal Down-Syndrom bedenken!

Echodichter Darm mit Double-Bubble-Phänomen? #schock – Oh weia... eventuell Down-Syndrom!

Mehr Fruchtwasser als der Durchschnitt? #schock – Könnte auf Trisomie 21 hinweisen!

Flaches Gesichtsprofil? #schock – Auch an Down-Syndrom denken!

Mutter älter als 20 und jünger als 60? #schock – Wenn das mal nicht ein Down-Syndrom herausfordert!

Vorzeitige Wehentätigkeit? #schock – Kinder mit Trisomie 21 kommen ja so oft früher!

Baby ist vergleichsweise klein? #schock – Ziehen wir ruhig auch eine Trisomie 21 in Betracht.

Sandalenlücke? #schock – Möglicherweise Down-Syndrom!

Herzfehler? #schock – Kann ja nur Trisomie 21 sein. Vielleicht.

Stehen die Augen ein bisschen näher zusammen als üblich? #schock – Vielleicht Trisomie 21!

Stupsnase? #schock – Down-Syndrom!

Plexuszyste im Gehirn? #schock – Trisomie 21. Ok, vielleicht auch Trisomie 18. Oder Zufall.

Der 5te Finger ein bisschen gebogen? #schock – Haben wir bei Down-Syndrom schon gehabt!

Erweiterung des Nierenbeckenkelchsystems? #schock – Wenn das mal nicht auf Trisomie 21 hinweist...

Bewegt das Baby sich selten? #schock – Ach, sagen wir mal das könnte Down-Syndrom sein.

Down-Syndrom bei der Tante des Sohnes des Onkels der Oma vom Vater? #schock – Indikation für einen Test auf Trisomie 21!

Down-Syndrom kommt bei etwa einem von 500 bis 600 Babys vor. Alles, was bei Kindern mit Trisomie 21 vorkommt, kann auch bei Regelkindern vorkommen oder andere Ursachen haben als ein Zusatzchromosom 21. Das sollte man nie vergessen. Und wenn man auf Nummer „weitgehend sicher“ gehen will, muss man sich in den Bauch pieksen lassen. Und bedenken: Eine Fehlgeburt kommt dann durchschnittlich bei einer von 100 Frauen vor . Statistisch gesehen sterben 4 Kinder ohne Down-Syndrom , um eines mit Trisomie 21 vorgeburtlich zu erkennen. Und es dann mit aktuell 92%tiger Wahrscheinlichkeit auch sterben zu lassen #heul . Wahrscheinlichkeiten sind oft nichts weiter als eine echte Strafe für die Nerven... ;-)

Wenn du es wissen möchtest, lass eine Amniozentese machen (http://www.regenbogenzeiten.de/amnio.html). Falls dann tatsächlich dabei herauskommt, dass dein Kleinchen ein Baby mit Down-Syndrom ist und du es so nicht „haben“ willst, könntest du dich theoretisch bis zum Einsetzen der natürlichen Wegen für einen Abbruch der Schwangerschaft entscheiden (http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html).

Wenn das für dich jedoch nicht in Frage kommt, überleg dir, ob du die Risiken einer invasiven Untersuchung eingehen willst, nur um „es“ gegebenenfalls vor der Geburt zu wissen und dich entsprechend zu informieren. Sich über Down-Syndrom informieren kann man aber eigentlich auch einfach so ;-)

Ein Anfang dazu könnten diese Erfahrungsberichte sein. Es ist kein Weltuntergang, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, anzunehmen, großzuziehen und einfach zu lieben, weil es in erster Linie „Kind“ ist und nicht „Kind mit Down-Syndrom“. Klar würde es einige ungewohnte Lebenshürden geben #schmoll , aber auch viele ungewohnt warme Lebenssonnenstrahlen #sonne (http://www.regenbogenzeiten.de/LinksErfahrungsberichte.html)

Und sollte es Fragen zum Thema Down-Syndrom (Trisomie 21) geben, lohnt es sich bestimmt, einfach mal im Urbia-Club vorbeizuschauen und mutig zu fragen ;-) http://mein.urbia.de/club/Kinder+mit+Down+Syndrom

Liebe Grüße,
Sabine

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