Ein neues Sternchen am Himmel (ganz lang)

Hallo Ihr,

ich dachte, ich schreib mir jetzt mal alles von der Seele. Vielleicht hilft das ja die unendliche Trauer besser zu überstehen.
Am 01. Januar 2007 wurde meine kleine Tochter in der 19. SSW still geboren.
Wir hatten uns so auf unser gemeinsames Baby gefreut, da wir nicht mehr unbedingt die Jüngsten sind. Ich bin schon 42 uns mein Mann 50 und wir haben auch jeder eigene Kinder, aber der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind ist riesengroß.
Ich konnt es gar nicht glauben, dass ich endlich schwanger war und die ersten drei Monate war ich auch skeptisch, weil da ja die Fehlgeburtsrate am höchsten ist.
Laut FA war alles o.k., alle Werte waren immer normal. Das ich eine Risikoschwangere bin, war mir klar und ich wollte auch unbedingt eine Fruchterwasseruntersuchung, damit ich sicher sein konnte, dass unser Baby gesund ist.
Diese wurde dann auch in der 16. SSW gemacht, zwei Wochen vor Weihnachten und die 14 Tage warten, waren die Hölle. Mein FA hatte mir gesagt dass ich schriftlich Bescheid bekomme und falls was nicht in Ordnung wäre, würde sich schon eher jemand melden. Die 14 Tage waren um und da grade die Weihnachtsfeiertage waren, würde sich die Post sicher etwas verzögern. Ich war total zuversichtlich, da sich ja niemand gemeldet hatte.
Am 27. Dezember saß ich gemütlich mit meiner 18jährigen Tochter und meinem Mann beim Kaffeetrinken. Sie hatte mir einen süßen Strampler mitgebracht, den sie einfach kaufen musste. Wir schauten Kinderfotos aus ihrer Babyzeit an und machten Pläne für die Zukunft. Plötzlich klingelte das Telefon und mein Mann gab mir den Hörer und sagte, die Frauenklinik ist dran. Ich wusste in dem Moment, dass was nicht passte und der Oberarzt, der die Fruchtwasseruntersuchung gemacht hatte, war auch ganz geknickt, als er mir mitteilte, dass mein Baby 47 statt 46 Chromosomen hat. Was das heißt, wusste ich - Down-Syndrom!
Als ich aufgelegt hatte, brach alles aus mir raus. Ich hatte solche Heulkrämpfe, dass ich mich übergeben musste. Mein Mann und meine Tochter haben auch mitgeweint. Es war alles so schrecklich. Im nächsten Moment kam mir der Gedanke, dass die Proben vielleicht vertauscht worden sind, aber natürlich war das nicht so. Nach zwei Tagen, während denen ich nur geweint habe, sind wir in die Klinik gefahren und haben mit dem zuständigen Arzt ein langes Gespräch geführt.
Er hat auch nochmal Ultraschall gemacht, Doppler, 3D und was weiß ich alles und es waren verschiedene Sachen, wo er anscheinend sehen konnte, dass schwerwiegende Schäden da sind.
Wir haben uns für einen Abbruch entschlossen und sind Silvester ins Krankenhaus. Alle waren ganz lieb, wir hatten ein Familienzimmer, d. h. mein Mann konnte ständig bei mir sein und übernachten. Der Abruch war ein Albtraum. Nach dem ersten Zäpfchen hatte ich schnell Wehen, aber es dauerte noch 20 Stunden, bis es vorbei war. Irgendwann hatte ich den Drang auf die Toilette zu müssen, wunderte mich noch, als nur ein paar Tröpfchen kamen und plötzlich hatte ich mein Engelchen in der Hand. Ich konnte nur noch schreien, mein Mann war total hilflos und geschockt. Er ist in den Kreissaal gerannt und hat eine Hebamme geholt. Die hat dann die Nabelschnur durchgeschnitten und meinen Zwerg weggebracht. Kurz drauf kam ich in den OP und bekam noch eine Ausschabung. Ich wollte nur noch nach Hause und sechs Stunden später durfte ich das auch.
Zu Hause ging es uns am Anfang ganz gut aber seit mein Mann wieder in die Arbeit geht und keine Ablenkung mehr da ist, denke ich ständig an meine Kleine.
Manchmal kommt mir alles wie ein schlechter Traum vor und ich wünschte ich würde aufwachen und alles wäre gut.
Aber es ist Realität und wir müssen versuchen nach vorne zu schauen und nicht in ein tiefes Loch fallen. Das ist nicht so einfach, aber ich hoffe, irgendwann wird der Schmerz nicht mehr so heftig sein, dass ich ständig in Tränen ausbrechen muss.
Was mich aufrichtet, ist die Tatsache, dass mir der Arzt Mut gemacht hat, es nochmal zu versuchen, weil so eine Trisomie 21 nur eine Laune der Natur ist und sowas selten zweimal hintereinander vorkommt. Im Moment habe ich nur Angst davor, erneut schwanger zu werden, aber ich muss ja sowieso warten, bis sich alles wieder einspielt und bis dahin.....

Ich habe mir heute eine Ecke im Wohnzimmer eingerichtet, wo ich die Fußabdrücke von meinem Engelchen aufgestellt habe. Neben einer Engelsfigur steht eine Kerze, die ich nun jeden Abend anzünden werde. Ich hoffe sehr, so meine Trauer einigermaßen bewältigen zu können. Es muss ja irgendwie weitergehen.

Sorry, dass ich soviel geschrieben habe, aber vielleicht hat jemand ähnliches erlebt und kann mich einigermaßen verstehen.



In großer Trauer

Mary


Ich zünde eine#kerze an für alle Eltern von Sternenkindern


Mary mit #stern 01.01.07

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Es tut mir sehr leid, was ihr erlebt habt und dass die SS nicht so verlaufen ist, wie ihr es euch vorgestellt habt

Ansonsten ist es schwer für mich etwas zu schreiben, da ich selbst ss bin (28. SSW) und mir nicht vorstellen könnte mein Baby zu den Sternen gehen zu lassen, weil es Down-Syndrom hat.
Aber ich möchte auch niemanden verurteilen, der sich dagegen entscheidet.

Ich kann nicht genau erkennen, worin deine Trauer mehr liegt: darin, dass das Baby nicht gesund war oder machst du dir Vorwürfe wegen der Abtreibung?

Alles Gute euch und viel kraft!


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2

Liebe Mary #liebdrueck

mir kamen die Tränen als ich eben deine Geschichte las #liebdrueck es tut mir sehr sehr leid für euch #kerze und ich wünsche euch von Herzen, dass ihr das Erlebte irgendwie verarbeiten könnt und ganz bald einen gesunden kleinen Engel im Arm halten werdet.

Eine Bekannte von mir hatte genau das Gleiche wie du erlebt letztes Jahr und nun bekommt sie ein ganz gesundes Mädchen, Kopf hoch ich wünsche euch alles Gute und ganz ganz viel Kraft

LG Lisamarie

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... respekt, respekt. aber es war eure entscheidung so und du bist ja noch nicht zu alt!!!! also auf ein neues, das wird schon und euer engelchen wird ja eh immer in euren herzen sein.
übrigens habe ich auf eine fu verzichtet und habe statt dessen in der 11. ssw eine feindiagnostik machen lassen (besonderer us in einer pränatalen paraxis). trisomie 21 kann so auch ganz gut gesehen werden, gibt mehrere softmarker dazu. und nur beim vorhandensein von softmarkern wird dann dort die fu empfohlen.das als tipp für deine nächste ss, denn die invasive fu kann auch zu einer fg führen. im übrigen hatte ich keine rss, ist frau nicht automatisch mit dem alter. l.g. c mit quicklebendigem kerngesundem mädelchen, die in der kita schon auf mutti wartet.

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4

Liebe Mary,

ich umarme dich ganz herzlich und hoffe, dir so ein ganz klein bisschen trost spenden zu können!

du bist mit deiner trauer und deinem weinenden herzen nicht alleine!
ich kann dir deinen schmerz so nachfühlen!

ich wünsche dir von ganzem herzen kraft und zuversicht!
wir werden ganz bestimmt irgendwann unsere babys im arm halten können.
ich lass mir die hoffnung nicht nehmen!
bitte gib nicht auf!

es grüßt dich ganz herzlich
susi

#kerze für unsere geliebten sternenkinder

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Es tut mir so schrecklich leid für dich und deine Familie.
Ich wünsch dir für die Zukunft ganz viel Kraft und Stärke.

Eine Kerze #kerze für dein kleines Sternchen...#heul

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***

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Halli hallo, #freu




auch wir haben unsere Tochter in der 20. SSW zu den Sternen gehen lassen müssen....:-(



Die Geburt / Einleitung verlief änlich wie es bei Dir der fall war und ich bin bis heute (das war 2002) noch nicht "darüber hinweg" und ich glaube werde es auch niemals sein. #heul



Unsere Kleine hatte KEINE Lungen, war im Mutterleib zwar lebensfähig, weil sie dort ja auch keine Lungen braucht, wäre hier draussen aber sofort erstickt.



Ich hätte Leonie damals mit jeglicher Behinderung "angenommen", wenn es nur eine Rettung gegeben hätte. Leider gab es keine, denn ohne Lungen kann ja niemand existieren.



Ich wäre froh gewesen, wenn ich NUR die Diagnose Down Syndrom bekommen hätte und ich denke das wäre für mich selber gar nicht so sehr der Untergang gewesen. #kratz




Ich bin Kinderkrankenschwester und weiß also auch wovon ich spreche und weiß auch, dass Kinder mit Trisomie21 auch noch Herzfehler und dergleichen haben können....




Inzwischen haben wir 2 gesunde Kinder und selbst wenn ich diese Diagnose bekommen hätte, wäre für mich/uns zwar nicht so schön gewesen, aber auch nicht total schrecklich !!


***

Ich wünsche Dir / Euch trotzdem ganz viel Kraft und alles Gute !!!#liebdrueck





Liebe Grüße von

Silja #niko mit #stern Leonie im #herzlich und Niko 6 Monate und Benny 2,5 Jahre fest an der Hand

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