Mit zur Beerdigung der Schwiegermutter

Hallo zusammen,

ich habe eine wichtige Frage und vielleicht könnt ihr mir eure Meinung dazu sagen.

Kurz zur Hintergrundgeschichte. Vor einem halben Jahr haben sich mein neuer Partner und ich von unseren Ehepartnern getrennt, weil wir uns verliebt haben. Seit Ende Februar wohne ich im Haus meines neuen Partners, zusammen mit seinem Sohn und meiner Tochter. Die Trennung ist sauber abgelaufen und wir haben nichts doppelgleisig gemacht, sondern den Ehepartnern gleich die Karten auf den Tisch gelegt. Bitte verurteilt diese Situation nicht, weil darum geht es hier nicht. Ich wollte nur den Hintergrund kurz erklären.

Im Haus wohnte seit 10 Jahren auch die Mutter meines Partners und diese ist nun vor 2 Wochen verstorben. Jetzt steht die Beerdigung morgen an und ich weiß nicht, ob ich hingehen soll.

Die Noch-Frau meines Partners und ihre Eltern kommen auch. Was auch selbstverständlich ist, weil die Noch-Frau fast 10 Jahre zusammen mit der Mutter in einem Haus gelebt hat.

Das Problem ist, das die Noch-Frau eine sehr impulsive und verletzende Person ist. Das heißt, jede Art von Kritik oder Äußerung die nicht ihrer Vorstellung entspricht, führt zu lauten Schreien, Brüllen und Beleidigungen in einer sehr extremen Form. Darunter hat die ganze Familie gelitten, weil selbst Kleinigkeiten (zum Beispiel das man erwähnt hat, das die neuen Vorratsdosen unpraktisch sind) zu Ausrastern geführt haben.

Dadurch hat sich die Mutter auch nur noch zurück gezogen und sich kaum noch getraut, etwas zu sagen oder zu fragen. Es sind Sätze wie zum Beispiel: "Ich mach dir das Leben zur Hölle" oder "Fahr doch vor einem Baum, dass ist mir doch egal" gefallen. Seit ich hier wohne ist sie regelrecht aufgeblüht und war glücklich. Deswegen stand für alle auch fest, dass ich mit zur Beerdigung soll.

Aber jetzt habe ich Angst vor der Reaktion der Noch-Frau. Sie hat mich früher mal bei einer Weihnachtsfeier gesehen (mein neuer Partner ist mein Kollege) aber seit der Trennung noch nicht. Das heißt ihre Eltern und sie treffen das erste Mal bei der Beerdigung auf mich. Dadurch entstehen 2 Probleme:
1. weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll um einen Ausraster zu vermeiden. Selbst bei dem Blumengesteck stehe ich nicht mit meinem Partner zusammen drauf, sondern ich habe ein eigenes Blumengesteck mit meiner Tochter zusammen. Aus Angst, dass es sonst zu Ausrastern kommt.
2. werde ich wahrscheinlich im Fokus stehen, weil mich keiner dort bis jetzt gesehen hat und das will ich nicht. Schließlich ist das die Beerdigung der Mutter und das sollte im Fokus stehen.

Ich weiß nicht, ob ihr versteht, wie ich das meine. Es wird ein Spießroutenlauf, weil ich aufpassen muss, wie ich mich verhalte. Jede Bewegung (sei es zu nah am Partner oder kurz die Hand halten) könnte zu einem Ausraster oder dummen Spruch führen und das will ich vermeiden.

Würdet Ihr deswegen nicht mit zur Beerdigung gehen oder es trotzdem machen?

Ich wäre sehr dankbar für eure Meinungen!

Liebe Grüße
Melli

1

Was möchtest du denn? Und was möchte dein Partner? Nur das würde für mich zählen, alle anderen wären wir egal!

FG H. #klee

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Hallo,

mein Partner will mich gerne dabei haben, weil ich zwar nur eine kurze Zeit mit seiner Mutter hatte aber wir uns sehr gut verstanden haben und es ihr besser ging. Ich bin hin und hergerissen. Ich will ihm gerne bei stehen. Aber die Angst vor Ausrastern ist groß und das damit auch die Beerdigung überlagert werden würde.

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Dann würde ich an deiner Stelle mitgehen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Exfrau auf der Beerdigung zusammenreißen kann. Wenn nicht, ist es nicht dein Verschulden, sie ist dann diejenige, die unangenehm auffällt.

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Hallo, mich stören einige Punkte an Deinem Text. Schon in der Überschrift schreibst Du Schwiegermutter. Die Verstorbene war nicht Deine Schwiegermutter, sie war die Schwiegermutter der Noch-Ehefrau Deines Freundes. In Deinem Text kommt die Ex-Frau nicht gut weg, Du dagegen schon. Falls die Ex-Frau wirklich so böse ist, wie in dem o.g. Text dargestellt, dann verstehe ich nicht, warum sich Dein Freund nicht schon früher von ihr getrennt hat. Wegen Dir konnte er sich trennen, wegen ihrem Fehlverhalten nicht? Wenn mein Partner zu mir sagen würde, ich solle gegen einen Baum fahren, dann würde ich mich sofort trennen und nicht warten bis jemand anderes kommt. Mir klingt das ein bisschen zu sehr nach Märchen, gute und böse Fee.

Eine Trennung wegen einem anderen Menschen ist für die Zurückgebliebenen, auch wenn die Trennung sauber abgelaufen ist, eine sehr große emotionale Belastung. Ich würde mich an Deiner Stelle hier komplett zurücknehmen und die Beerdigung der eigentlichen Schwiegertochter und auch Mutter des Enkelkindes überlassen. Ich würde mich absolut im Hintergrund halten.
LG Leah

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Manche brauchen erst die Sicherheit des anderen, oder bis man aufwacht, aber darum geht es hier ja nicht. Sondern ob sie mit soll oder nicht und ich wüsste es auch nicht, für den Partner ja die angst das sie Theater macht ist dennoch hoch.

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Danke für deine Meinung. Leider ist sie vom Verhalten wirklich so schlimm. Selbst der Sohn hatte wegen dem Verhalten seelisch gelitten und ihm geht es mit dem Abstand zur Mutter besser. Mein Partner hatte sich nur nicht trennen können, weil er es sich finanziell nicht hätte leisten können. Mein Gehalt geht alleine für ihren Unterhalt drauf.

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Hallo,

wenn ich sowas höre, wie „Reaktion der Ex und befürchtete Ausraster“, werde ich ehrlich gesagt immer erstmal misstrauisch.

Mein Ex-Mann hatte mir bei unserem damaligen Kennenlernen auch von seiner „teuflischen Ex“ erzählt, meine rosarote Brille hat meine Alarmglocken wohl ausgeschaltet.
Heute bin ich die „durchgeknallte Ex“.

Aber zu deiner eigentlichen Frage. Ich würde mich ganz im Hintergrund halten, du weißt nicht, was da wirklich emotional bei seiner Ex los ist und jemanden noch zusätzlich evtl. demütigen in einer sowieso schon belastenden Situation, ich würde es lassen.

Vielleicht bin ich da auch emotional zu sehr eingenommen. Ich hatte die Situation vor kurzem, dass ich als Ex-Frau nicht zur Beerdigung meiner Schwiegermutter gegangen bin, obwohl ich bis zum Schluss ein sehr enges Verhältnis zu ihr hatte.
Ich wollte mich selbst nicht der Gefühlsachterbahn aussetzen, meinen Ex-Mann mit neuer Lebensgefährtin (by the way meine ehemalige Freundin und Trauzeugin) dort zu sehen.
Auch mir eilt der „Durchdreh-Ruf“ voraus...

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Danke für deine Meinung. Aber ich habe einige schlimme Ausraster selber mit erlebt obwohl es keinen Grund gab. Es reicht schon eine andere Meinung zu haben. Egal wie man diese äußert.

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Hallo, die Geschichte wird immer verworrener. Im Eingangspost hast Du geschrieben, dass Du die Ex Frau nur mal auf einer Weihnachtsfeier gesehen hast, seit der Trennung gar nicht mehr. Trotzdem hast Du mehrere Aussetzer mitbekommen. Ich denke nicht, dass die Ex auf der Weihnachtsfeier ausgerastet ist. Und Dein Freund konnte sich nur trennen, weil Du ihn jetzt finanziell unterstützt? Niemals würde ich mein Geld für die Ex hergeben, ich würde Miete und Lebenshaltungskosten teilen, der Rest bleibt mein Geld. Ich denke, dass Dein Freund Dir da einige Geschichten erzählt hat, bei denen er das Opfer ist und die Ex die Böse.
Nochmal zur Beerdigung. Lass der Ex den Vortritt, es war ihre Schwiegermutter, halte Dich diskret im Hintergrund. So würde ich es machen.
LG Leah

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