Weinen beim Wiedersehen nach Übernachtung

Liebe Frau Dr. Retz!

Ich habe mich schon öfters an Sie gewandt, wegen meines großen Sohnes (2J5Monate) und wegen der Situation mit den Omas.

Durch ihre Fragen konnte ich schon viele Dinge ganz gut reflektieren und es fällt mir immer leichter die Situation anzunehmen und das Positive zu sehen.

Dieses Wochenende hat mein Sohn wieder einmal bei meiner Schwiegermama übernachtet.
Beim Abschied von uns verhielt er sich diesmal etwas verhalten. Lief immer wieder zu mir um mir ein Bussi zu geben und fragte, ob ich auch bei der Oma schlafe. Habe ihm dann den ganzen Ablauf erklärt und erzählt, dass sein Papa und ich und sein Baby Bruder auf einer Hochzeit sind.

Heute beim Abholen hat er dann wider sehr geweint und wollte nur zur Oma.

Kann es sein, dass er so seinen Trennungsschmerz von uns zeigt?
Oder kann das ein Zeichen von Überfordern sein(die Oma hat immer sehr viel Programm für ihn)?
Oder kann es ein Zeichen eines unsicher-ambivalenten Bindungsstils sein? (Mir ist klar, dass dies online schwierig bis gar nicht zu beurteilen ist)
Eine Einschätzung ihrer Seite würde mich freuen,weil ich merke, dass mich das "Warum?" doch sehr beschäftigt.

Meine Hauptfrage ist aber eigentlich, ob Sie Tipps für uns haben, wie wir die Abholsituation für unseren Sohn angenehmer gestalten könnten.

Herzlichen Dank im Voraus und liebe Grüße!

1

Noch ein Nachtrag:

Wenn die Oma zu Besuch ist, sagt mein Sohn dann teilweise "Mama weg". Diese Ablehnung tut natürlich sehr weh.
Wenn wir alleine zu Hause sind, will er nur bei mir sein, und der Papa soll weg. Es ist einfach schon sehr zermürbend für uns.
Die Eifersucht auf seinen kleinen Bruder ist gerade auch recht stark.
Und auch, wenn ich weiß, dass ich die Mama bin, kommt immer wieder das Gefühl, dass er eigentlich lieber bei der Oma sein würde. Und das tut weh. Außerdem frage ich mich die ganze Zeit, ob es das gibt, dass sich ein Kind die Oma (die er 1xpro Woche sieht) in der Bindungshierachie als Nr. 1 erwählt. Und sollte das so sein, ist das doch sicher nicht sonderlich förderlich, oder?
Und wie schaffe ich es, wieder die "Nr. 1" zu werden?

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

2

Hallo,

wie Sie selbst schreiben, ist die Situation zermürbend und belastend für Sie. Mein Eindruck ist, dass Sie um das Thema "kreisen" und keine Ruhe finden.
Warum müssen Sie unbedingt die Nummer eins sein, damit es Ihnen gut geht?

Den Umgang mit den Omas und die Begleitung dieser Situationen - das sind ja im Grund alltägliche Situationen, wie z.B., dass ein Kind Aufregung beim Bringen und auch Abholen zeigt.

Vielleicht wäre es hilfreich für Sie, wenn Sie sich einmal im Rahmen einer direkten, persönlichen Beratung mit jemanden austauschen. Das kann eine einmalige Beratung sein oder auch ein längerer Prozess. Die Online-Beratung hier in diesem Forum kann Impulse geben, aber in der Beschreibung des Forum werden hier auch die Grenzen formuliert: Bitte beachten Sie, dass eine Beratung in diesem Rahmen keine persönliche Beratung bei tiefergehenden Problematiken ersetzen kann.

Alles Gute und herzliche Grüße,

Eliane Retz

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Ich habe Anfang der Woche bereits Kontakt zu einer Familienberatung aufgenommen. Allerdings sind zur Zeit aufgrund der langen Warteliste nur telefonische Beratungen möglich. Diese war bisher aber auch ganz hilfreich.

Ich denke, dass es ganz natürlich ist, dass man als Mama verletzt ist, wenn das Kind einen ablehnt.
Und mich beschäftigt dieses Tjema so sehr, weil ich Angst habe, dass falls diese Konstellation nicht "normal/natürlich" ist, ich meinem Kind damit schade, da mir bewusst ist, wie wichtig das Thema Bindung für die weitere Entwicklung der Kinder ist. Und deshalb ist es mir wichtig, alles "richtig" zu machen, weil ich natürlich nur das Beste für meine Kinder will.

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