Drohende Kinderlosigkeit mit 37

Seit 10 Jahren bin ich in einer Partnerschaft, seit 4 Jahren machen wir nichts, um eine Schwangerschaft zu verhindern, seit 2 Jahren versuchen ich aktiv schwanger zu werden.

Nun geht mir langsam die Energie aus und ich suche auf diesem Weg nach Leidensgenossen zum Austausch, gegenseitigem Aufbau, Hoffnung machen. Ich habe einfach das Gefühl, vollkommen alleine zu sein, da nun alle in meiner Umgebung (die nicht freiwillig kinderlos sind) bereits Kinder haben oder schwanger sind.

Oder zum Austausch über eine mögliche kinderlose Lebensrealität? Deswegen suche ich nach Menschen, die nicht den Wunsch nach Kind 2/3/4/... hegen. Ich weiß, dass Eier Schmerz genau so schmerzhaft ist wie meiner, aber der Austausch über drohende Kinderlosigkeit ist halt nicht möglich.

Ich suche keinen medizinischen Austausch. Finde das schwierig, online einen Rat zu geben, wenn man nicht die ganze Situation kennt und kennen kann. Leider habe ich diesbezüglich sehr schlechte Erfahrungen gesammelt, oft in Richtung Anklage (du bist selber schuld daran nicht schwanger zu werden, denn du machst kein Yoga / bist nicht vegan / gibst nicht deinen Beruf auf / lässt keine laut Ärzten unnötigen Eingriffe machen / .... )

Gerne aber auch Einbeziehung anderer Alternativen, wie zum Beispiel Adoption.

Vielleicht fühlt sich jemand hier ja angesprochen, würde mich über Antworten freuen.

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Liebe s0505,
Deine Situation tut mir sehr leid und sie erinnert mich sehr an meine vor ein paar Jahren.
Ich hab mich mit mit 37 Jahren (rückblickend haben wir viel zu lange gewartet) in einer kinderwunschklinik vorgestellt. Dort wird erst mal nur diagnostik gemacht und geschaut woran es liegen könnte, die Kosten trägt die Krankenkasse. Danach kann man sich für oder gegen eine Behandlung entscheiden.
Wir haben gekämpft und ich bin inzwischen Mama. Das war auf alle Fälle jede Belastung und Einschränkung die mit so einer Behandlung einhergeht wert.
Ich möchte dich nicht zu irgendetwas drängen, nur meine Geschichte mit dir teilen.

Alles Gute für dich/ euch!

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Hi. Ich bin auch seid 10 Jahren mit meinem Partner zusammen aber werde bald 40. dann gebe ich den Wunsch nach leiblichen Kindern auf.
Eine icsi mit fg erlebt gerade aber es werden noch zwei kryos gemacht und dann ist Ende.
Wurden ewig von Ärzten falsch behandelt daher viel Zeit verloren.
Wir sind für Adoption zu alt aber könnten uns evtl for ein Pflegekind erwärmen.
Es gibt in meinem Umfeld niemand ohne Kinder. Die meisten Kids sind 4-14 Jahre alt.
Ein paar da sind die ok der schon selber erwachsen und dann ist es ja wie kinderlose Freunde. Jemand ohne Kind aber suche ich vergebens.
Ich wünsche mir sehr extrem ein Kind aber inzwischen nicht mehr um jeden Preis.
Ich versuche mir zur Zeit die Vorteile ohne Kind selber immer zu verschönern. Das klappt aber nur zeitweise. Freundinnen die auch Mütter sind verstehen meine Gefühle da leider nicht.

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Ich bin mit fast 37 frisch gebackene Mutter eines zauberhaften Sohnes aus einer Eizellspende 💙

Ich habe fast 6 Jahre versucht, schwanger zu werden, hatte 3 FG, ziemlich alles an Diagnostik, was möglich ist und über 20 erfolglose eigene Behandlungen.

Aufgeben und die Kinderlosigkeit zu akzeptieren war für mich nie eine Option.

Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn auch die Eizellspende erfolglos gewesen wäre. Soweit wollte ich nie denken.

Bei mir lag es an der schlechten Eizellqualität, aufgrund von Endometriose.

Es tut mir leid, dass dein Umfeld solche unqualifizierten Kommentare abgibt.

Bist du in einer Kiwu-Klinik in Behandlung?

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Bin in Betreuung, aber bisher funktioniert wohl alles außer die Einnistung. Und da auch bei einer icsi nichts einbetoniert ist, wird weiter empfohlen es natürlich zu probieren. Also Follikelsonographie, Zyklusbeobachtung und Progesteron... So viel zu natürlich.

Aber wie gesagt, ich bin nicht auf der Suche nach fachlicher Beratung. Sondern einfach nach Menschen, die sich dieses emotionale auf und ab irgendwie durchstehen.

Schön, dass es bei dir geklappt hat. Glücklicherweise klappt es ja bei den meisten, aber es gibt die 6 Prozent an Paaren die unfreiwillig kinderlos bleiben.

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Ohne Eizellspende im Ausland würde ich wohl auch dazu gehören.

Für mich bzw. uns als Paar war es sehr entlastend, einen Plan B zu haben. Wie genau Plan B aussieht, kann individuell sehr unterschiedlich sein.

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Hi!

Ich glaube, dass es mir gerade ähnlich geht wie dir. Zwar hab ich noch ein bisschen Hoffnung, aber ehrlich gesagt ist sie jetzt, mit der 3. Fehlgeburt in Folge, am Schwinden.

Ich empfinde es als total belastend, dass alle meine Freundinnen Kinder haben. Ich habe einfach gar kein Beispiel in meinem Alter (35) wie ein Leben ohne Kinder aussieht.
Derzeit beschäftigt mich diese mögliche kinderlose Realität sehr. Ich hab halt eigentlich richtig Lust gehabt mich auf ein Leben mit Kindern einzulassen... und jetzt greife ich gerade auf Dinge zurück, die ich früher viel gemacht habe. Ich reise, ich plane ein weiteres Sabatical... das mache ich zwar, aber ehrlich gesagt bin ich da gerade nicht so Feuer und Flamme und merke, dass es irgendwie ein Trostpflaster ist.

Wenn ich mich im Internet umschaue, was Frauen die ungewollt kinderlos sind so machen, sind sie meistens Coaches für Frauen, die keine Kinder bekommen haben ;)

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Kann total mit dir mitfühlen. Vor allem wenn es keinen Grund gibt. Hat man keine guten Eizellen holt man sich im Ausland eine Eizelle. Hat man kein gutes Sperma, bestellt man online Sperma. Aber wenn man trotz guter Vorraussetzung nicht schwanger wird oder bleibt helfen die meisten Methoden halt nichts.

Ich überlege auch, ob es eine kinderlose Alternative geben könnte. Vielleicht hast du ja Mal Lust auf direkteren Austausch?

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"Kein Grund" bedeutet letztendlich doch einen Grund. Man kann ihn nur nicht diagnostizieren, da eben noch nicht alle Vorgänge bei dem doch recht komplexen immunologischen Gefüge einer SS bekannt sind. Bei uns wurde auch nichts gefunden und dennoch haben wir mit medizinischer Hilfe einen Weg gefunden.

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Hallo s0505,

für den Austausch bin ich vermutlich die Falsche, da ich nun mit 35 über IVF Schwanger wurde. Aber ich habe mich vorher sehr lange mit dem Gedanken beschäftigt kein Kind zu bekommen und erst als das OK für mich war, bin ich wirklich in die Behandlung gegangen.
Heißt: Ich habe mir erst ausführlich Gedanken gemacht, wie ein Leben ohne Kind wäre. Zum Glück gibt es in meiner Verwandtschaft kinderlose Paare und im Freundeskreis sogar nur kinderlose Paare. Dadurch konnte ich viele Gespräche führen mit Menschen, die ohne Kind glücklich wurden und wie sie das gemacht haben. Manche sind ungewollt Kinderlos andere gewollt.

Die tolle Seite daran, kein Kind zu haben:

Finanziell Freiheit
Zeitliche Freiheit
Unabhängigkeit

Du kannst mit deinem Partner morgen auswandern, ein Business starten, eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Ihr seid unabhängig von Schulferien, Kita-Plätzen, zusätzlichen Sorgen um ein weiteres Lebewesen für das ihr die absolut volle Verantwortung habt. Mach dir konkret darüber Gedanken. Schreibe dir zusammen, was du tun würdest ohne Kind, was mit Kind wesentlich schwieriger ist. Und durchlebe diese Ideen wirklich in deinem Kopf.

Mir hat das wie gesagt sehr geholfen und auch der Austausch mit älteren kinderlosen Paaren kann helfen. Wenn du keine kennst, such welche und Versuche einmal sensibel das Thema Kinder anzusprechen. Ich finde man lernt sehr viel davon, wenn man solche gelebten Leben kennen lernt und wie man trotzdem glücklich sein kann.

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PS: oder einfach Mal ein bisschen regretting Motherhood googlen. Da wird man mit vielen Schicksalen konfrontiert die teilweise trotz Wunschkind lieber nicht Mama geworden wären.

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Ich versuche schon fieberhaft einen Lebensweg ohne Kind zu ermöglichen, der mich glücklich machen könnte.

Da ich selbst ohne Familie bin und auch mein Partner keinen Familienersatz für mich bieten kann ist das sehr schwer. Ich wünsche mir so sehr eine Familie... Aber wenn's nicht geht, werde ich eine Lösung finden. Aber auch wenn ich kaum mehr Energie für den Kinderwunsch habe, kann ich meinen Lebenstraum noch nicht aufgeben.

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Was sinnvoll ist und wie weit man gehen möchte , muss jeder für sich selbst entscheiden. Zum reinen Austausch bezüglich des Gefühlschaos wirst du kaum jemand finden. Da wäre ein Therapeut der richtige Ansprechpartner. Ansonsten wird das immer in einer Erörterung der medizinischen Möglichkeiten enden.

In die Richtung wäre ich auch gegangen, wenn unser letzter festgelegter Weg nach 6 Jahren KiWu auch fehlgeschlagen wäre. Das ist er aber zum Glück nicht. Ich habe die schlimme Zeit dann nach meiner 1. erfolgreichem SS trotzdem nochmal mit einem Therapeuten aufgearbeitet und damit innerlich abgeschlossen.

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Schön, dass es für dich geklappt hat.

Und ich werde die Suche nach Möglichkeiten zum wertungsfreien Austausch nicht aufgeben.
Aber jeder hat seine eigene Meinung zur Freigabe medizinischer Informationen.

Danke für deine mutmachende Antwort.

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ja, das ist ein sehr treffender post.--Es steht natürlich jedem frei zu entscheiden wie weit er geht, wo er die Grenze zieht. Ich finde es jedoch einigermaßen schwer erträglich, sich mit jemandem über ungewollte Kinderlosigkeit auszutauschen, wenn die Grenze (zumindest die aktuelle) so niedrig angesetzt ist (d.h. nichts über GvNP hinaus). d.h. wenn die Grenze soweit unten angesetzt ist, dass man noch nicht einmal weiß, ob man mit zumindest hinreichender Wahrscheinlichkeit durch intensivere Interventionen nicht doch zum Kind kommen kann. --und dies in einem Unterforum wo die allermeisten ihre Grenze sehr weit oben angesetzt haben, sprich ganz Erhebliches auf sich nehmen, um schwanger zu werden.--Nochmals: niemand muss soviel auf sich nehmen. Aber vielleicht ist dann auch die Frage an dieser Stelle nicht nach dem Umgang mit der ungewollten Kinderlosigkeit, sondern danach, wie existentiell wichtig mir der Wunsch eben ist...

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Wir (w 35 und m38) sind auch noch ungewollt kinderlos.
Haben es letztes Jahr in Angriff genommen und sind jetzt nach inzwischen 13 ÜZ schon ziemlich deprimiert.
Nicht einen positiven Test, keinen Abgang, keine chemische Schwangerschaft- null. Kein Anzeichen, dass es irgendwie klappen könnte

Wir waren in der Klinik und uns wurde gesagt, wir seine beide sehr gesunde Menschen und ohne Einschränkungen, wir sollen es weiter versuchen....

Wir haben uns jetzt eine Deadline von noch 5 ÜZ gesetzt, dann sehen wir mal weiter. Ständig den Zyklus beobachten und die Zeit fürs herzeln einplanen (und auch durchziehen) geht uns langsam ziemlich an die Nerven...

Liebe Grüße

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Hallo Saramia!

Ich finde es schön, dass du schreibst "noch" ungewollt kinderlos.
Denke es wird manchmal auch zu negativ bewertet, wenn beide gesund sind, und man bisher einfach Pech hatte. Klar, Diagnostik ist schon wichtig, aber jeder medizinische Eingriff und jedes Medikament hat Risiken.

Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen!

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Hallo s0505,

Ich kann dich ganz gut verstehen.. Mir geht es ähnlich, mein Freundeskreis besteht hauptsächlich aus Familien mit Kindern..
Ich bin vor 10 Tagen das zweite Mal Patentante geworden.. Was einerseits wundervoll ist, andererseits mich ins grübeln bringt, meist wenn ich den Kleinen auf dem Arm habe.. Frage ich mich, was wird sein, wenn es nicht klappt.. Ich selbst, Frage mich auch, ob es für mich eine Altersbegrenzung gibt.. Ich bin jetzt 36, mein Kinderwunsch ist sehr groß... Was ich machen werde, wenn es nicht klappt weiss ich nicht.. vielleicht nochmal an einer Karriere basteln.. alles das tun, was man mit Kindern nicht tun könnte.. keine Ahnung..

Was ich nur eigentlich sagen wollte, du bist nicht allein! Ich wünsche dir viel Kraft und du wirst deinen Weg egal wie dieser aussehen wird, finden.

LG

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Vielleicht kann ich dir etwas Hoffnung machen?

Mit 31 hab ich die Pille abgesetzt, mit 33 war ich das erste Mal schwanger, allerdings hatte ich eine FG in der 7. Woche. Mit knapp 35 dann wieder kurz Schwanger, aber wieder eine FG. Dann mit 36 eine Eileiterschwangerschaft und kurz nach meinem 38. Geburstag bin ich wieder schwanger geworden und unser Schatz ist inzwischen fast 3 Jahre alt. Vor 4 Monaten kam noch ein kleines Wunder dazu. 1 Zyklus nach einer Not-OP (wieder Eileiterschwangerschaft, ein Eileiter wurde dabei entfernt) wurde ich überraschenderweise nochmal schwanger, wir hätten im Leben nicht damit gerechnet.

Unsere Freunde waren alle auch vor uns dran und für uns war es auch schwer, immer wieder freudige Schwangerschaftsverkündungen zu bekommen. Jetzt sind wir umso glücklicher und unsere Freunde haben mit uns teilweise nochmal Nachzügler bekommen, sodass wir genug Spielgefährten haben.

Ich drücke euch die Daumen!