Trennungsangst: Bin total am Ende

Hallo zusammen,

leider in meiner Beziehunng unter arger Verlust-/Trennungsangst. Am liebsten würde ich jede freie Minute mit meinem Freund verbringen und kann nur schwer damit umgehenm wenn er mir mal nicht seine Aufmerksamkeit schenkt.

Bin nun seit über einem halben Jahr in Therapie und seit dem haben sich auch schon Verbesserungen gezeigt. Das sagt auch mein Freund.

Die letzten beiden Wochen waren super schön, haben uns eigentlich gar nicht gestritten und ich konnte endlich mal wieder entspannen. Gestern und heute kam es allerdings wieder zum Streit, weil ich ihn des öfteren gebeten hatte Dienstag statt Sonntag zu seinem Bruder zu fahren (Er ist dort immer mind. 5 Stunden), da er heute schon den ganzen Abend unterwegs ist. Da wir so oder so schon beide mies drauf waren (kleine Auseinandersetzungen) war er wieder total genervt und weist mich seit gestern immer zurück, wenn ich ein bisschen Nähe haben möchte.

Ich weiß, dass ich das eigentlich akzeptieren müsste, aber ich versuche trotzdem zwischendurch mal ihn zu umarmen oder einen Kuss auf die Wange zugeben. Das bewirkt natürlich das Gegenteil von dem was ich wollte und er ist nun noch genervter. Bin ein Mensch der körperliche Nähe braucht und bin seit gestern total am Ende. :-( Ich bin super traurig und kriege diese Angst nicht aus meinem Kopf, dass er mich verlassen wird.

Er hat mir zwar gesagt, dass er da im Moment nicht dran denkt, aber das Wort "Moment" hört sich für mich danach an, als ob er es demnächst durchaus in erwägung zieht... Ich weiß nicht was ich noch machen soll. Habe tierische Angst, dass er das nicht weiter mitmacht :-(

Kennt jemand diese Angst und hat ein paar aufmunternde Wort?

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Hey nini,

vertrau darauf, dass alles zum richtigen Zeitpunkt passiert.
Alles negative hat irgendwo immer etwas positives (zu 98%)

Und deine Angst verlassen zu werden resultiert nicht aus seinem Verhalten sondern aus deinen Erfahrungen(Scheidung?).
Dein Selbstbild stimmt nicht.
Wenn du in den Spiegel schauen kannst und dich hübsch findest dann ist diese Angst weg aber bis dahin hast du einen langen Weg. Du kannst ihn in die Therapie mit einbinden. Ihn wissen lassen wo der Ursprung liegt und ihn um Verständnis bitten. Nicht alles rational zu sehen sondern bauchgesteuert.
Und letztendlich kann er sagen was er will nach kurzer Zeit kommen deine Ängste wieder denn nicht er ist der Auslöser sondern du und darum wirst du weiter hart und innig arbeiten müssen. Aber glaube mir, es lohnt sich. Die Welt wird wieder schön....
Allerdings hat meine Therapie 2,5 Jahre gedauert.
Viel Ängste sind nicht mehr schlimm weil ich damit umgehen kann aber der Blick in den Spiegel fällt mir immer noch schwer. Mir fehlt das sog. Urvertrauen, denn ich habe es nicht lernen dürfen. Und das ist nicht nachholbar. Ich muss lernen damit umzugehen und das ist mir ganz gut gelungen. Und ich habe einen tollen Mann an meiner Seite.

Du bist jung, du wirst das schaffen. Aber es wird eine tagtägliche Arbeit sein.

viel Glück und alles liebe von mir #herzlich

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hallo nini,

ja ich kenne das nur zu gut :-( und es macht einem das leben zur hölle!! mein freund ist ein wunderbarer mann und wir lieben uns sehr... aber manchmal schaffe ich es mit meiner angst, ein totales chaos anzurichten!!!
mir geht es genauso wie dir! ich habe auch schon überlegt, eine therapie zu machen, aber irgendwie es dann doch beiseite geschoben!!! aber ich muss es machen, da mein freund auch sehr darunter leidet und es ihn verletzt, wenn ich ihm nicht vertraue...

leider kann ich dir nicht so viele aufmunternde worte geben! versuche mit ihm noch mal über die situation zu reden... es braucht zeit, bis du alle deine ängste bediegen kannst! bitte auch ihn um ein wenig geduld... denn immerhin willst du dich ja ändern!!

ich wünsche dir alles gute!!!

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Er weiß ja, dass die Therapie noch eine Weile dauern wird, das haben wir auch besprochen bevor wir zusammengezogen sind. Damals meinter er, er weiß dass es Zeit braucht bis man eine erste Veränderung merkt und dass er sehr geduldig sei.

Aber jedesmal, wenn ich mich mal wieder in meine Angst hineinsteigere und er genervt ist und sehr gereizt reagiert, zweifle ich daran, dass er das weiter mit macht. Ich könnte es sogar verstehen, er muss sich sehr eingeengt fühlen :-(

Manchmal frage ich mich, warum er das alles mitmacht...

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Mir geht es ganz genau so. Ich bin mit meinem Freund erst ein paar Wochen zusammen und schon jetzt kriegt er zu spüren wie ich drauf bin. Und ich fürchte er ist da nicht so tolerant wie Deiner.
Ich bin mir sicher daß die Ursache in meiner Kindheit liegt, denn ich hatte bisher mein ganzes Leben immer mal wieder mit Verlustängsten zu tun. Einmal hatte ich monatelang richtige Depressionen weil mein damaliger Freund zum Bund mußte oder ich habe 4 Tage durchgeheult weil er auf Klassenfahrt war.
Wie ich es überlebt habe daß der Vater meines Kindes mich verlassen hat ist mir immer noch ein Rätsel.
Aber ich muß nun auch endlich mal was dagegen tun. So kann das nicht weitergehen. Ich möchte wieder glücklich sein.

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