Wer hat es schwerer: Mann oder Hausfrau

Hallo an alle,

warum muss in einer Ehe diese Frage eigentlich diskutiert werden? Traurig oder.

Wir haben zwei Kinder 3 1/2 Jahre und 2 Monate alt. Ich bin Vollzeit Mama und Hausfrau.
Mein Mann Alleinverdiener.

Ich habe meinen Mann gebeten hin und wieder den Kleinen abends ins Bett zu bringen und vielleicht mal am Wochenende aufzustehen, damit ich mal länger schlafen kann. Und was passiert! Okay, er räumt schon mal den Tisch ab (den Küchenschrank darf ich dann wieder aufräumen), er macht draußen den Garten, ich kann nicht sagen, dass er gar nichts tut, aber irgendwie nur, wenn er auch Lust hat.

Ich wünsche mir, dass wir abends und an den Wochenende beide gleichermaßen für die Kinder zuständig sind. Er morgens genauso gut mit aufsteht oder zumindest eins der Kinder abends ins Bett bringt. Er macht das nur, wenn er auch lust dazu hat (selten der Fall).

Und dann heißt es: Du bist auch nie zufrieden. Ich gehe schließlich arbeiten. Ich kann tagsüber nicht zu Bekannten und Kaffee trinken usw.

Für ihn ist es so: Er geht arbeiten, hat viel Stress, braucht abends und an Wochenende auch mal Erholung und ich bin ja "nur" Zuhause.

Er sagt zwar, unsere "Jobs" wären gleichberechtigt, verhält sich aber ganz anders. Ich sage ja nicht, dass mein "Job" anstrengender ist, aber bestimmt auch nicht einfacher.

Ich bin so traurig und zweifele manchmal schon selber an mir.
Sehe ich das alles falsch. Hat er es als Alleinverdiender schwerer?

vontraurigbin

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Hallo!

Nein, denke nicht, dass er es schwerer hat. Allerdings wird der Job Mutter und Hausfrau leider so oft unterschätzt und nun habt ihr auch das Problem mit den Klischees...
Stimmt es denn, was er behauptet? Hast du denn oft Zeit zum Kaffee trinken zu gehen? Ich bin leider noch im SS Forum zu finden, aber ich kenne viele Junge Mütter, die fast gar nicht mehr Kaffee trinken gehen oder zu Freundinnen. Im Gegenteil zu mir sind sie rund um die Uhr mit Baby und Haushalt beschäftigt...

Ich weiss aber auch nicht, wie du ihm das klarmachen kannst. Ich würde ja zu meinem Menne sagen:" Übernimm du das mal in deinem nächsten Urlaub für ein paar Tage nur um zu sehen wie es ist..." Aber so wie es sich anhört würde dein Mann sich wohl eher beschweren, dass er nicht auch noch im Urlaub arbeiten muss :-(

Allerdings solltest du ihm klar machen, dass er das Kinder ins Bett bringen ja nicht für dich macht, sondern um den Kleinen nah zu sein und es ist sehr wichtig für Kinder, dass auch der Daddy sich mit ins Familienleben einbringt!

Ganz liebe Grüße
Melanie mit #ei 18+2

2

Ich arbeite Vollzeit (40h) , genau wie mein Mann (60h).

Hätten wir dieselbe Einstellung wie dein Mann, würde unser Kind verwahrlosen.

Dein Mann muss erkennen, dass ein Kind keine Arbeit ist, von der man sich "erholen" muss. Soll heißen, dass sich Erholung und ums Kind kümmern nicht ausschließt!

Das Argument "ich brauch Erholung, weil ich Alleinverdiener bin" ist ein dreister Schlag ins Gesicht aller Alleinerziehenden, die auch arbeiten und Doppelverdiener mit Kind.

Ich an deiner Stelle würd mal das Haus verlassen, wenn er von der Arbeit kommt (Sport machen, Freunde treffen, Eltern besuchen). Dann hat er keine Wahl mehr.

3

Hallo,

ich antworte jetzt mal aus meiner Sicht, weil ich beide Seiten kenne. Momentan bin ich Hausfrau und Mutter mit 2 Kindern (8 + 1), vor 4 Jahren war ich alleinerziehend mit einem Kind und voll berufstätig, meine Tochter ging von 7.30-16 Uhr in die Kita.

Nach ihrer Geburt war ich 3 Jahre im Erziehungsurlaub und nicht alleinerziehend. Ich für mich kann sagen, dass die Zeit, wo ich voll berufstätig war und alleinerziehend, war die Zeit, die am wenigsten stressig war. Tagsüber ist keiner zuhause, der was schmutzig macht, kommt man spät nachmittags nach Hause, unternimmt man noch was oder nimmt Termine wahr (Arzt oder Einkäufe). Dann Abendbrot, Kind geht ins Bett und Mutti hat ihren Abend für sich. Klar, wird auch noch hier und da geputzt und Wäsche gewaschen.

Ich weiß nicht, was dein Mann beruflich macht und wie belastbar er ist. Ich habe fulltime als Geschäftsleitungs- und Vorstandsassistentin gearbeitet, was mitunter anstrengend und auch mit Überstunden verbunden war, aber wenn man die Bürotür zumacht und nach Hause fährt, war zumindest bei mir aller Stress vergessen und ich freute mich auf zuhause.

Meine Meinung ist, dass viele Männer sich unter dem Deckmantel "Stress" und "Alleinverdiener" ein schönes Leben machen wollen, zu Lasten ihrer Frau. Männer kommen (meistens) in ein gepflegtes Zuhause, finden spielende Kinder vor und ein Essen auf dem Tisch. Und wenn sie dann mal was tun sollen, wird gemosert.

Wenn diesen Satz schon höre: Du gehst zu Bekannten und kannst Kaffee trinken.....da platzt mir der Kragen.

1. Kaum ein Mann macht sich tot auf seiner Arbeitsstelle und hat auch Zeit, dort Kaffee zu trinken.
2. Haben auch Männer (meistens) im Betrieb Mittags- und/oder Frühstückspause.

Also: Ich habe mir viele Gedanken zu dem Thema gemacht, bin aber zu einem Ergebnis nicht wirklich gekommen. Männer sind ja oft wie kleine Kinder, buhlen genauso viel um Anerkennung und Lob. Vielleicht wollen sie den Chef als Alleinverdiener rauskehren lassen? Ist der Macho tief in den Genen versteckt und nicht zu unterdrücken?

Wenn ich mal so an alle Familien denke, die ich kenne, muss ich feststellen, dass ÜBERALL die Frau die stärkere Partei in der Beziehung ist. Sie managt, putzt, kocht, ist Fahrerin für die Kinder, wäscht, macht den Garten - teilweise TROTZ JOB!!! Und ich muss dir rechtgeben, die Männer sind lange vor der Frau an ihre Belastungsgrenze gestoßen, sind müde, gestresst und "brauchen Zeit zum Ausspannen" oder "sind nicht nur zum Arbeiten da".

Um hier Gerüchten vorzubeugen: Nein, ich rede jetzt nicht von meiner Beziehung mit Frank, der ja hier bei Urbia auch unterwegs ist, sondern habe in meinen Kommentar aus meiner Vergangenheit und auch viele Erfahrungen aus dem Freundeskreis was reingepackt.

Ich selber habe diese Probleme größtenteils nicht. Frank kümmert sich sehr gut und auch Kommentare wie "ich bin ja nur zuhause" erspart er sich. Dennoch ist auch er am Tag nicht so lange in Action wie ich. Allerdings übernehme ich auch viele Dinge selber, in dem Bewußtsein, dass ich es gründlicher mache.

Um auf deine letzte Frage zu beantworten, behaupte ich einfach mal: NEIN.

LG Moni










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...und genau aus all diesen Gründen empfinde ich es schon als PRIVILEG, allein erziehend zu sein!

Vielen Dank für diese sehr gelungene Zusammenfassung der Situation in vielen Familien - Du hast es auf den Punkt gebracht.

In diesem Sinne,
juliafranziska

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Danke, Julia.

Du hast Recht, alleinerziehend kann auch erholsam sein und ist nicht immer mit Stress verbunden, nur weil man keinen Partner hat.

LG Moni

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Hallihallo.
Also ich finde mein Mann hat es schwerer. Hat n harten Job mit merkwürdigen arbeitszeiten.
Und ich nur zuhaus. Wenn er kommt schnappt er sich das Kind und spielt mit ihr. Am We gehe ich oft ins Fitnessstudio und er passt auf. Er versorgt sie auch abends oft. Ein Traummann. Ehrlich.
Wem s nicht so geht, hat es schwer. Ich würde sogar sagen mein Mann tut mehr als ich. Aber darüber streiten wir nie. Für ihn muß das so sein. Er will das so.
Tut mir leid für dich. Man muß sich da wohl durchsetzen können,was ja oft schwer genug ist...
Alles Gute Noppi

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lass ihn noch mal einen woche urlaub nehmen und den haushalt und die kinder machen und du fährst mal zu deinen eltern oder so, mal schaun was er nach der woche sagt und ob er es geschaft hat die wohnung sauber zu halten, bügeln....

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Meine Mutter ist einmal im Jahr für eine Woche ohne uns verreist und mein Vater hat uns zwei Gören gehütet - was glaubst Du wie hilfsbereit der hinterher immer war weil er mal merkte daß "Haushalt und Kinder" ein ganz schön anstrengender Job ist!

Es sollte selbstverständlich sein, daß beide Partner gleich viel Freizeit haben.

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:-[Hallo,

also ich gehe 39h die Woche arbeiten.
Mein Tag beginnt um 5.15 Uhr mit aufstehen und mich fertig machen. Dann den großen um 6 Uhr wecken, dem Frühstück machen und Brotzeit für die Schule herrichten. Nebenbei Frühstück für die Kleine machen und ebenfalls Brotzeit für den Kiga. Dann die Kleine wecken. So um kurz vor sieben fahren wir dann los. Erst den großen zur Schule dann die Kleine in den Kiga! Dann hetze ich wie ne Irre 25 km zur Arbeit. Dann 8 Stunden arbeiten. Abends dasselbe Spiel. Erst die Kleine aus dem Kiga holen und dann den großen von der Nachmittagsbetreuung. Dann noch einkuafen dieverse Dinge erledigen und dann heim fahren! Daheim erwartet mich eine 120 qm Wohnung die gemacht werden muss und die Wäsche. Dann den Kindern essen machen. Dann umkurz nach sieben die kleine ins Bett bringen und um acht den großen! Der hat aber schlafprobleme kann passieren das er mich um 21 Uhr immer noch ruft! Aber im Großen und ganzen ist dann gegen 20.30 Uhr meine Zeit wo ich mal runter kommen kann! Aber um halb zehn/ zehn bin ich so fertig das ich ins Bett gehe!

So und jetzt mal den tagesablauf von meinem Mann der von Montag bis Donnerstag abend auf Montage arbeitet:
Er steht um sechs auf, fährt halb sieben zu Arbeit und fängt um sieben an. Hört abends um halb sechs auf, fährt in sein Zimmer, duscht, isst was und legt sich gegen halb sieben ins Bett und guckt Fernsehen bis er einschläft!

So und jetzt sag mir wer hier die Arschkarte gezogen hat????????????????????????????????????????????????

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Hallo,

ich muss mal für alle "Alleinverdiener" ins Feuer springen. Ich, dass ist in dem Fall nicht der Papa, sondern die Mama. Ich habe zwei Kids aus erster Ehe, bei denen ich die Erziehungszeit genommen habe und jetzt aus zweiter Ehe einen Sohn für den der Papa die Erziehungszeit genommen hat bzw. gerade mitten drin ist.

Ihr die "Nurhausfrauen bzw. -männer" macht es uns auch nicht leicht. Mein Mann kommt mir mit so Sprüchen, soll ich nicht lieber den Kleinen sauber machen ??? ... Hallo, ich habe bereits zwei Kids groß gezogen. ... Komm lass mich den Kleinen schnell ins Bett bringen, wir haben da ein Ritual !! ... Ich glaub ich spinn !!! Am schönsten war die erste Zeit, als er mir für alles und jedes gute Tipps gegeben hat, mir laufend im Rücken stand ob ich auch ja alles richtig mache !! Wir hatten deswegen riesen Stress ... klar ich hätte ruhig bleiben können und denken ... ach lass den mal machen ... aber ich wollte auch meinen Part von Kinderpflege und - hege trotz Berufstätigkeit ... Mal Hand aufs Herz, seit ihr anders als mein Mann ???

Gruß Martina

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Hallo Martina,

Es wird dir jetzt vielleicht schwerfallen, mit das zu glauben, aber: Wenn mein Mann mit sich um die Kinder kümmert, den Kleinen ins Bett bringt, die Flasche gibt, die Große bettfertig macht etc. halte ich mich raus.

Ich gebe zu, manchmal fällt es mir schwer. Aber wenn ich ihm da auch noch reinreden würde - wie du es beschreibst - klar, dass er dann gar nichts mehr machen würde.

Wenn er z. B. den Kleinen ins Bett bringt und ihm dann in seinem Zimmer das Abendfläschen geht, bin ich noch nicht einmal im Raum. Ich bringe die Große ins Bett oder räume die Küche wieder auf.

Ich wünsche mir nur, dass meine Frage gar nicht gestellt werden müsste. Das es für ihn - wenn er zuhause ist - genauso selbstverständlich ist, sich zu kümmern, wie für mich und das ich genauso viel Recht auf Auszeiten habe, wie er.

vontraurigbin

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Hallo,

erst einmal vielen Dank für die vielen lieben Antworten.

Ich merke schon, ich bin nicht allein.

Wie gesagt, ich finde es so traurig, dass sich diese Frage in einer Ehe überhaupt stellt. Könnte ihr euch vorstellen, wie gerne ich meinen Mann mal für 1 - 2 Wochen mit allem alleinlassen würde! (Nur zur Zeit würde meine Große Tochter zu sehr darunter leiden)

Der Streit hier bei uns ist noch nicht zu ende, leider. Ich kann dass nicht einfach so vergessen, mein Mann hat mich zu sehr verletzt.

Kennt ihr die tolle Werbung (Vorwerk glaube ich). Hat die gute Frau nicht recht? Der Begriff "Hausfrau" ist für mich eindeutig ein "Unwort":
Familienmanagerin trifft es doch viel, viel besser!

Danke noch mal

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