Nochmal heiraten? Was hat euch zu eurer Entscheidung bewogen?

Mein Partner und ich sind seit 3 Jahren zusammen, beide Mitte Ende 40 und waren beide vorher lange verheiratet , ich 18 Jahre, er über 20.
Jetzt kam er mit der Frage, ob ich mir nicht doch nochmal vorstellen könnte zu heiraten.
Meine spontane Antwort war Nein.
Das hat ihn wohl überrascht, obwohl wir vorher schon öfter darüber gesprochen haben, dass wir das beide nicht nochmal wollen.
Anscheinend denkt er da jetzt anders, ich möchte es aber nach wie vor nicht.
Für mich hat das nichts zusätzlich Verbindliches was über die vorhandene, durch gegenseitige Liebe bedingte Verbundenheit hinausgeht.
Eine Scheidung ist kein Problem, war nur eine Formsache, die Trennung selbst, also der emotionale Teil, war das Schwierige.
Der Trauscheun hat mich keine Sekunde davon abhalten können, mich zu trennen.
Mir hat auch die Ehe mit meinem Ex keine zusätzliche Verbundenheit gebracht, ich hab damals schon hauptsächlich geheiratet weil es ihm wichtig war, mir gibt das nichts.
Mein jetziger Partner sieht darin wohl eine Vertiefung der Bindung, des Zueinander Gehörens, die ich nicht nachempfinden kann.
Meine Gefühle werden ja nicht intensiver oder meine Liebe stärker wegen einer Unterschrift beim Standesamt.
Wie seid ihr zu einer Einigung gelangt?

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Ganz einfach. Bei uns war es genauso. Ich habe keinen besonderen Sinn darin gesehen noch einmal zu heiraten. Wenn man doch keine Kinder zusammen hat, geht es genauso ohne. Ausserdem fand ich, dass meine Scheidung damals so einfach über die Bühne lief, dass ich dachte - wenn das so einfach ist. Allerdings lebe ich in Schweden, wo man nur schriftlich die Scheidung einreicht und etwa 90 Euro bezahlt und dann ist man geschieden.

Aber .... er wollte so gern. Für ihn war es einfach sonst nicht richtig. Aus rein romantischen Gründen. Und da hab ich halt gesagt, gut, wenn es ihm wichtig ist. Warum nicht? Warum willst du es nicht machen? Hat doch keine Nachteile für dich, oder? Hast du sonstige Bedenken?

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Ich persönlich finde auch nichts großes daran, zu heiraten. Muss ich nicht zwingend (war ich aber auch noch nie). Jedoch finde ich es im Alter doch irgendwie "sicherer", weil man dann natürlich Witwen-/Witwerrente bekommt, Entscheidungen für den anderen treffen darf (in seinem Willen handeln selbstverständlich), medizinische Auskünfte bekommt und das alles eben nicht auf die - in eurem Fall nicht gemeinsamen - Kinder "abgewälzt" wird. Aber in meinen Augen kann man da auch wie meine Tante mit fast 60 damals sang-und klanglos beim Standesamt ohne Gäste heiraten, mit den Kindern essen gehen und fertig. Bei denen waren eben hauptsächlich (neben der Liebe natürlich) die Gründe, dass der jeweils andere ein wenig mehr abgesichert ist usw. Vielleicht einfach auch etwas für euch, was ihr bedenken möchtet/könntet/wollt/wie auch immer.

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Danke für deine Antwort. Das sind gute Denkanstöße, die ich mir mal in Ruhe durch den Kopf gehen lasse.
Ich habe halt Kinder, die auch in der Erbschaft vorgehen sollten und nicht der neue Ehemann.
Er braucht mein Geld nicht und die Erbfolge wäre nur von Nachteil.
Man kann ja auch einen Ehevertrag machen, das wäre natürlich möglich um gegenseitige finanzielle Ansprüche auszuschließen.
Also die finanziellen Risiken einer Ehe quasi ausschließen.
Ich habe eine VorsorgeVollmacht und eine PatientenVerfügung, mein Partner ist als mein Bevollmächtigter eingesetzt, er wird also medizinische Entscheidungen in meinem Sinne.
Aber was bleibt dann noch als Sinn einer Ehe?
Ist nicht gegenseitige finanzielle Absicherung das Hauptcharakteristikum, das einer Ehe immanent ist?
Wenn das als Geund wegfällt, also die Versorgungsgemeinschaft nicht erwünscht ist, was soll das dann?

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„Was bleibt dann noch als Sinn der Ehe?“

Der einzig wahre Sinn und Grund: die Liebe!

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Ich war jetzt 8 Jahre verheiratet,lebe gerade in Scheidung und wenn die durch ist, heirate ich gleich wieder 😅 Ist mir einfach sicherer,man ist versorgt (Rentenpunkte, Witwenrente etc) und bei größerer Differenz im Einkommen dann die Steuererleichterung. Ich werde aber auch wieder eine klassische Hausfrauenehe führen. Mein (noch) Freund sieht das im übrigen genau so und will das auch.

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Das fällt bei mir ja weg, ich habe mindestens so viel verdient wie mein Ex Mann, habe eine eigene Rente, Private Vorsorge
Ein Versorgungsausgleich hat bei der Scheidung nicht statt gefunden da wir beide darauf verzichtet haben.
Es wäre nur ein hin und herschieben der Punkte gewesen mit dem gleichen Ergebnis wie ohne Versorgungsausgleich.
Witwenrente...würde voll auf meine Rente angerechnet, auch nicht lohnenswert.
Ich habe selbst genug Einkommen und werde mal eine auskömmliche Rente haben.
Mein jetziger Partner ist auch nicht gerade arm, hat ein ganz nettes Vermögen.
Aber....Ich brauche das nicht, Grund s.o.
Heiraten als finanzielle Absicherung...nee, nicht nötig.

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Wow wo findet man solche Männer? Hast du auch Haushaltsgeld über das du frei verfügen kannst von einer angemessenen Höhe? Machst du sonst irgendwas nebenbei oder bist du komplett frei von Arbeit?
Alles Gute

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Also ich finde schon, dass „mein Mann“ oder „meine Frau“ etwas anderes darstellt, als „mein Freund/ Lebensgefährte“ oder „meine Freundin/ Lebensgefährtin“.
Das hört sich nicht nur anders an, das fühlt sich für mich auch anders an: Fester, verbundener.
Wenn man dann noch den gleichen Namen trägt, sieht man schon am Klingelschild: die beiden gehören zusammen, das ist fest, ernst, sie sind Mann und Frau.
Ich finde, das „Ja - Wort“ etwas sehr bedeutsames: man bekennt sich vor versammelter Verwandtschaft und allen Freunden zueinander und sagt Ja! zueinander. Außerdem auch vor Gott- dieser Segen ist mir persönlich auch sehr wichtig.
Ich hatte den starken Wunsch, meinen Traumpartner zu meinem Ehemann zu machen, in guten wie in schlechten Zeiten zu ihm zu stehen und dieses Versprechen zu halten.

Und um es in den Worten meines Mannes zu sagen, er sagte:
„Wenn man jemanden von Herzen liebt, dann ist heiraten für mich die logische Konsequenz.“

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Der gleiche Nachname käme sowieso nicht in Frage, ich will nicht anders heißen als meine Kinder und er auch nicht anders als seine Kinder.
Ich hatte auch in der ersten Ehe meinen Nachnamen behalten, mein Ex Mann auch..so haben es fast alle gemacht in meinem Freundeskreis.
Die Kinder haben auch meinen Namen.
Kirche bedeutet mir nichts, ich bin überzeugter Atheist, niemals hätte ich mir vorstellen können in einem weißen Kleid am Altar zu stehen.
Ein gläubiger Mann wäre übrigens auch ein absolutes Nogo.
Da wäre ich mir verkleidet und absolut unmöglich vorgekommen.
Für mich hat das,was du beschreibst überhaupt keine Bedeutung und ich kann das auch nicht nachvollziehen.
Mir ist es völlig egal wie meinen Partner bezeichnen kann, mein Mann, mein Lebensgefährte, mein Freund, da gibt es für mich keinen Unterschied in der Wertigkeit.
Ich habe mich null anders gefühlt nach der Heirat, es war weder verbindlicher noch hat es Auswirkungen auf meine Verbindung zum Mann gehabt.

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Wenn Du das so siehst, würde ich an deiner Stelle auch nicht heiraten.
Keinesfalls sollte man heiraten, um dem anderen einen Gefallen zu tun, aber das ist Die sicherlich klar.

Du wirkst sehr überzeugt. Warum hast Du diesen Thread erstellt?

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Ich kann dich total gut verstehen.
Ich bin zwar verheiratet, aber Liebe, Verbundenheit und sowas waren nicht die Gründe. Die Gründe waren die 2 Kinder und das Finanzielle. Man hätte nicht heiraten müssen, aber die anderen Wege waren uns zuviel. So ging alles mit einem Termin und war in ein paar Minuten erledigt.
Sollte es irgendwann zur Trennung kommen, heirate ich bestimmt nicht mehr. Sehe ich einfach keinen Grund dazu.
Ich bin keine Romantikerin und lieben kann ich auch ohne Trauschein.
Wenn du nicht willst, dann lass es.
Außerdem hast du gute Argumente es nicht zu tun. Ich hoffe dein Partner versteht das.

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Doch, würde ich machen wegen der Rente. Warum als Frau darauf verzichten? Die Männer sterben ja oft zuerst und was man hat, hat man.

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