Unter 30 und geschieden...

Mein Mann hat mir gestern eröffnet, dass er sich trennen möchte. Wir sind seit über 10 Jahren ein Paar, 3 davon verheiratet, haben Haus und Kind. Es war absehbar, da wir uns aufgrund einer psychischen Erkrankung immer weiter voneinander entfernt haben. Und nun sitze ich da: Nicht einmal 30 Jahre alt und stehe vor den Scherben meiner Ehe. Sollte mein Mann seinen Entschluss nicht mehr überdenken werde ich ausziehen müssen. Alleine mit unserem Sohn (vermutlich im Wechsel) in einer Wohnung weit weg von meiner Familie und meinen Freunden und meinem Kind nicht den Vater und die liebenden Großeltern väterlicherseits zu nehmen. Ich habe Angst vor dem Stigma, das ich von nun an mit mir herum tragen werde... Noch keine 30 und schon geschieden... Angst, dass ich alleine bleiben werde, weil niemand in meinem Alter mit jemandem zusammen sein will, der so eine Altlasten mit sich herum schleppt... Angst, dass das die Liebe meines Lebens war und ich nie wieder jemanden lieben werde... Kann mir jemand von euch Mut machen? Ich habe so Angst vor diesem endgültigen Schlussstrich, auch, wenn es für uns beide wahrscheinlich das Beste wäre...

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Ich war auch noch unter 30, genauer gesagt 27, als ich nach 5 Jahren Ehe geschieden wurde. Unser gemeinsamer Sohn war damals 4.
Ich kann deine Gedanken verstehen, hatte ich teilweise auch.
Ist aber nicht so! Mach dich selbst nicht so klein. Und vor allem: Denk lieber drüber nach, wie du den Alltag in Zukunft am besten regelst, wie es beruflich und finanziell weiter geht (ich weiß jetzt nicht in wie fern das bei euch feststeht, bei mir war das damals ein großes Problem), als über irgendwelche selbst auferlegten "Stigmata" nach zu denken.

Nun bin ich 33 Jahre alt und bekomme die Eheprobleme meiner Freundinnen mit, die ein oder andere Ehe ist auch schon gescheitert. Ich werde als erstes bei Fragen rund um das Thema angerufen... Was ich damit sagen will ist, dass die Zeit einiges ändert.
Einen neuen Mann lernst du auch ganz bestimmt noch kennen. Aber das ist nun wirklich nicht das Wichtigste und passiert von ganz alleine. Am Besten aber zu einem Zeitpunkt, wenn du selbst mit dir im Reinen bist.

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Wechsel die Perspektive. Das Stigma gibst du dir selbst, zieh dir den Schuh nicht an.
Du bist jung, flexibel und machst noch viele Erfahrungen.
Übernimm Verantwortung für dich, komme in deine Kraft.
Alles Gute für dich

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Wo wohnst du bitte, dass jemand dir so ein Stigma geben könnte? Mach dich mal von diesen negativen Gedanken und den Altlasten frei und sieh es positiv, dir steht die Welt wieder offen.

Ich persönlich sehe auch keinerlei Unterschied zwischen einer Scheidung und einer ganz banalen Trennung, nur die Sache mit dem Haus ist jetzt dumm gelaufen. Aber auch eine Last weniger, wenn du mich fragst. An einem Haus hängen zu viel Verantwortung und horrende Kosten.

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Ich lebe in einem winzigen Dorf mit 20 Häusern. Hier ist eine Scheidung noch ein Skandal...

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Ach Unsinn, hier bei uns gibts auch so kleine Dörfer mit Geschiedenen oder anderweitig Getrennten, da kräht kein Hahn nach. Skandale gibts auch nicht, weder bei Affären, noch bei Krankheiten wie Krebs, auch nicht bei Jobverlust o.ä., man steht sich eher gegenseitig bei als zu verurteilen.

Ich wäre an deiner Stelle sehr froh aus einer so verurteilenden Gemeinde rauszukommen und ein neues Leben beginnen zu können.

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Alles halb so wild. Es geht weiter. #klee

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Ich war damals zwar schon über 30 - 32 um genau zu sein. Wegen dem Status "geschieden" hat mich noch nie jemand schief angeschaut. Ich war mit meinem Ex-Mann zusammen seit dem ich 15 Jahre war.

Mach dich von diesem Gedanken frei. Schau nach vorn, überlege dir, wie dein Leben zukünftig aussehen soll.
- Setze dir eigene Ziele
- Organisiere die eine Wohnung - richtei sie ganz nach deinem Geschmack ein.
- Bau dir ein Netzwerk auf.
- Sprich viel und ruhig mit deinem Ex-Mann wie ihr miteinander zukünftig umgehen wollt, um eine möglchst entspannte Trennung zu realisieren. Auch wenn es schwer versuche bei diesen Gesprächen in erster Linie an dein Kind zu denken. Schau was für dein Kind das Beste ist. Lasst es nicht zwischen die Stühle rutschen. Versucht kein Porzellan zu zerschlagen.
- Regel deine Finanzen.
- Denke in Kinderfreien Zeiten einfach nur an dich und was du dir gutes tun kannst.
....

Der neue Partner findet sich von ganz allein und er wird dich auch mit deinen Altlasten nehmen.

Mein Partner liebt meine Altlasten sehr #verliebt und sie lieben ihn. Sie sind super Freunde. Das selbe gilt für die neue Partnerin vom Papa. Da ich mit meinem Ex eine wirklich "gute" Trennung hinbekommen habe, geniessen meine Kinder heute ihren Papa, ihre Mama, ihren Bonuspapa und ihre Bonusmama.

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Was ist denn weit weg von deiner Familie?
Warum hast du keine sozialen Kontakte an deinem jetzigen Wohnort?
Du zerfließt ja regelrecht in Selbstmitleid.
Du weißt schon, dass du mit 30 längst nicht zum alten Eisen gehörst.
Es klingt ja fast so als wäre dein Leben bis jetzt nur auf Mann und Kind ausgerichtet gewesen. Nun fällt der Mann weg und für dich bricht deine kleine Welt zusammen,obwohl du weißt, dass ihr keine gemeinsame Zukunft habt.
Von Jammern wirds nicht besser.
Es wird höchste Zeit aktiv zu werden.
Du bist für dein Leben verantwortlich. Du kannst es ausfüllen mit was auch immer. Aber mach was.
Nur so kommst du aus deinem Loch raus.
Um glücklich zu sein braucht man keinen Partner. Du musst mit dir selbst im Reinen sein.
Arbeite an dir und denk erstmal nicht daran wo du den nächsten Mann her bekommst.
Der kommt von alleine, wenn du gefestigt bist und dies auch ausstrahlst.

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60 Kilometer sind es bzw zu meinem Vater und Bruder etwa 80km. Für mich ist das weit. Für andere vielleicht nicht. Kontakte hab ich hier nur noch zu Kollegen, aber da die alle um die 60 sind ist da keine Freundschaft dabei. Den Rest an Freunden den wir hier gemeinsam hatten hat mein Mann erfolgreich vergrault über die letzten 2 Jahre... Mein Leben hat sich natürlich um Mann und Kind gedreht. Ich hab auch noch meinen Beruf, aber da ich in einer kirchlichen Einrichtung arbeite werde ich mir nach einer Scheidung vermutlich etwas anderes suchen müssen. Für mich ist das nicht einfach. Dass ich an mir arbeiten und mit mir ins Reine kommen muss... da hast du bestimmt recht.

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Aloha,

ich war getrennt (noch nicht geschieden) mit 29 und grade 1-jährigem Sohn #winke
Meine Mutter (die wirklich toll ist, aber manchmal auch hart sein kann) meinte zu mir, dass ich nie wieder einen Mann abbekommen würde. Ok, das war ehrlich gesagt nach meiner Trennung auch nicht mein Ziel, sondern einfach nur allein mit meinem Sohn zu leben.

Jetzt, 11 Jahre später, bin ich seit über zehn Jahren mit einem wundervollen Mann zusammen, den ich unglaublich liebe und der meinen Sohn liebt - und dieser ihn. Und mit dem ich auch seit über sechs Jahren zusammen lebe.

Ich bin damals auch aus dem Haus meines Ex ausgezogen, allerdings konnte ich "zurück" in die Nähe meiner Familie ziehen. Ich weiß nicht, wie es damals gesetzlich war, aber ich habe meinem Ex-Mann gesagt, dass ich dorthin ziehe und es gab auch keine Diskussion darüber. Ich habe ihn nicht mehr geliebt und ich habe mich durch diesen Schritt frei und vor allem befreit gefühlt.

Mit einer Trennung ist zwar etwas zu Ende, aber es beginnt auch etwas Neues. Ich selbst war unglaublich froh, dass ich mich getrennt hatte, und mein Leben ging danach einfach nur steil bergauf.

Alles Gute Dir!

Ae

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PS: Natürlich habe ich meinen Sohn damals mitgenommen und er lebt seitdem bei mir bzw. wir leben jetzt seit sechs Jahren zu dritt!

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Dein künftiges Leben wird genauso deprimierend aussehen, wie Du es beschreibst......wenn Du es zulässt und so leben willst.
Also gut - ein bisschen Selbstmitleid und vorübergehend in Tränen ertrinken sei Dir gestattet - aber dann komm gefälligst aus dem Loch wieder raus und fang zu leben an.
Ich wurde 1977 geschieden, da war ich 23 (!!) Jahre alt, hatte 2 kleine Kinder und 20.000 DM Schulden an der Backe, für die ich nichts konnte. Unterstützung gleich null von irgendjemand.
Augen zu und durch.
Drei Jahre später lernte ich meinen zweiten Mann kennen, was Besseres konnte mir garnicht passieren, er nahm mich mitsamt den Kindern mit Handkuss - und wir hatten 35 tolle, verrückte und schöne Jahre. Vor ihm lernte ich übrigens noch mehr Männer kennen, die mich sofort geheiratet hätten - aber da wollte ich noch keine feste Beziehung sondern erst mal alleine leben mit den Kindern. Hatte eine tolle Tagesmutter, ging arbeiten und genoss das Leben. Und solche Fälle kenne ich einige.
Stigma - um Himmelswillen - glaubst Du, bei der Scheidung wächst Dir eine riesige behaarte Warze aus der Stirn?#schwitz Ich kann Dir zusichern - ganz sicher nicht.
Du hast ein Kind und keine fünf. Bring es gut unter, geh arbeiten, verdiene gutes Geld und fange an zu leben. Das geht prima auch ohne Mann. Und wenn Du Optimismus ausstrahlst, kriegst Du auch wieder einen Partner - so einfach kann es sein.
Pessimistische Trantüten haben es allerdings schwerer, das geb ich zu.
Ich habe drei Nichten, die in zweiter Ehe leben, mit und ohne Kinder - nirgendwo waren sie ein Problem. Mach Du Dein Kind nicht zum Problem, dann ist es auch keines.
Alles Gute. Man ist nicht nur verheiratet ein toller Mensch!
LG Moni

PS: Bin seit fast 6 Jahren verwitwet und hätte auch schon wieder die eine oder andere Beziehung eingehen können - aber nö - will ich garnicht mehr. Mir geht es gut alleine und Kompromisse für die Familie machte ich lebenslang.

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Hello :)
Erst mal: Kopf hoch, alles halb so wild!

Ich war das erste mal mit 19 verheiratet, das zweite mal mit 24.
Eine ziemlich lange Geschichte in kurz: ich war mal Gläubige Muslimin und da ist das alles nicht so einfach...

Vor ein paar Jahren habe ich mich vom Islam, Religion und Glauben getrennt und führe ein glückliches Leben.

Ich hatte auch Angst wie die Reaktion der Außenwelt sein würde. Als ich meinen Partner kennenlernte war meine Geschichte für ihn kein Problem.

Wir leben glücklich, haben Kinder, lieben uns, sind Atheisten und NICHT verheiratet (mal schauen wie lange noch 😜😏🤫)

Die besten Wünsche! Und noch eins: ich würde zu Freunden und Familie ziehen! Das mit dem Kind kann man auch anders regeln, denk an dich, dein Kind hat auch nichts von einer unglücklichen Mutter! Ich weiß ja nicht von wessen Seite die psychische Erkrankung ausging, aber sollte sie deinerseits sein, dann ist soziale Isolation erst recht nicht gesund für dich.

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