Ehekrise

Hallo zusammen, ich habe hier noch nie gepostet. Bin an einem Punkt, da muss ich mich ausweinen. Meine Ehe ist irgendwie am Ende. Eigentlich haben wir alles. In 2018 ist unser sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen. Wir wurden Eltern. Vorher hatte es immer mal gekriselt. Wo passiert das nicht? Mein Mann wird dann sehr ausfällig, wenn es Streit gibt. Ich bin das Sternchenfeuer und er die Rakete. Er kann sich auch nicht einfangen, wird sehr beleidigend, ist aggressiv und mittlerweile droht er mir sogar. Er hat sich null unter Kontrolle. Selbst mit Kind auf dem Arm nimmt er Worte in den Mund, die möchte ich nicht aufschreiben. Ich kann ihn 1000mal bitten ruhig zu bleiben, vor allem wegen unserem Kind. Er hört nicht auf und macht weiter. Beschimpft mich. Beleidigt mich. Alles vor unserem Kind. Sie ist noch klein, aber was soll das in Zukunft werden?
Ich habe Angst, ich weiss nicht was ich machen soll. Wenn er sich wieder eingekriegt hat und "normal" ist, ist für ihn die Welt i.O. Als ob nichts passiert wäre.
Am WE ist die Situation vollends eskaliert, sodass ich die Polizei rief. Wir hatten Besuch, mein Mann wurde sehr aggressiv und ich hatte einfach nur Angst, er würde unserem Besuch oder mir etwas antun.

Mein Mann und ich haben heute lange gesprochen. Eigentlich möchte ich zum Anwalt. Ich sehe keine Besserung. Ich möchte nicht, dass unser Kind in so einer Atmosphäre aufwächst. Mein Mann meint, er ist genervt. Wegen Corona hat er keine Arbeit. Er kann nicht zum Sport. Er kann nicht mit seinen Kumpels nen Kaffee trinken.
Ja aber das ist doch kein Grund, seinen Frust an mir auszulassen?

Ich möchte die Trennung, habe aber Angst. Und unsicher bin ich auch. Unser Kind liebt meinen Mann. Aber wir alle zusammen, ich habe Zweifel, daß das gut geht. Wie viele Ausraster muss ich noch einstecken? Ich bin verzweifelt.

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Ich würde die Ehe für gescheitert erklären, meiner Meinung nach hilft da auch keine Paartherapie mehr. Regelmäßige verbale Ausfälle sind schon schlimm genug, aber Drohungen gehen gar nicht. Erfahrungsgemäß ist der Schritt zur körperlichen Gewalt dann auch nicht mehr allzu groß und so weit würde ich es an deiner Stelle keinesfalls kommen lassen. Seine Funktion als Eltern kann man auch ausüben, wenn man kein Paar (mehr) ist und du wirst ja wohl nicht wollen, dass euer Kind mit dem Glauben, solch ein Verhalten sei "normal", aufwächst bzw. im schlimmsten Fall dann auch etwas "abbekommt".

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Ich danke Dir ganz doll für Deine Antwort!

Mein Verstand sieht es auch so. Mein Bauchgefühl ist momentan 50:50. Er möchte eine letzte Chance. Wenn ich an unser Kind denke, mag ich es ihm nicht verwehren. Wenn ich an mich denke, ist die Entscheidungzu 90% nein, auch wenn es mir schwerfällt. Jetzt kommt der berühmte Satz: es war ja nicht alles schlecht. Aber das muss ich versuchen auszublenden.

Danke nochmal! LG, hannab

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Was muss denn noch erst passieren? Du hattest so große Angst, dass du die Polizei gerufen hast! Trenn dich und sei froh, rechtzeitig die Reißleine gezogen zu haben. Solche Menschen ändern sich nicht einfach so.

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Hallo

Wieviele Ausraster du noch einstecken mußt liegt an dir.

Schmeiß ihn raus.

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Ja, du hast recht. Danke für Deinen Beitrag!

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Hallo, wie fängt der Streit denn normalerweise an?

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>> Mein Mann meint, er ist genervt. Wegen Corona hat er keine Arbeit. Er kann nicht zum Sport. Er kann nicht mit seinen Kumpels nen Kaffee trinken. <<

Das derzeitige Schicksal von Millionen Menschen und trotzdem drehen nicht alle durch. Das ist KEINE Entschuldigung für sein Verhalten.

Das Kind ebenso wenig. Euer Kind kann den Vater auch nach einer Trennung weiter lieben - ich an deiner Stelle könnte es definitiv nicht.

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Danke für Deine Antwort! Du hast recht. Wenn ich mir vorstelle, ich würde auf diesen Post antworten, bin ich auch für eine endgültige Trennung.

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Also erstmal würde ich ihm ja vorschlagen eine anti aggressionstherapie zu machen. Die kann er auch während der Trennung machen, für sich, damit er seine Gefühle besser im Griff hat. Und wenn er das gemacht hat und sich gebessert hat, dann kann man immer noch schauen, ob man sich scheiden lässt oder nicht. Wäre das eine Alternative die dir weniger Angst macht? Man muss ja eh ein trennungsjahr durch haben, bevor man geschieden wird. 🤷‍♀️

Und wenn es erstmal nur eine Trennung auf Zeit ist, dann könnt ihr beide für euch rausfinden, was ihr eigentlich wollt.

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Ein Trennungsjahr lehnt er leider ab. Ich habe das vorgeschlagen. Wir brauchen räumliche Trennung, eine Paartherapie und er einen Psychologen.
Leider will er das Trennungsjahr nicht als Chance begreifen, sondern als endgültiges Aus.

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Ja gut, dann ist das so. Aber ohne Trennung gibt es auch keine Scheidung 🤷‍♀️

Wenn er das alles ablehnt, würde es für mich keine Option geben die ehe aufrecht zu erhalten. Denn dann wird sich ja nichts ändern 🤷‍♀️

War er denn vor der Geburt eurer Tochter auch schon so?

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》Ich möchte die Trennung, habe aber Angst.《

Du schaffst das!!!

Es ist normal, dass du Angst hast vor der Zukunft. Aber du wirst sehen, wenn du die Trennung hinter dich gebracht hast, wirst du soviel friedlicher und glücklicher leben können. Dann bist du frei!

Stell dir mal vor, du bleibst bei ihm, und dein Kind ist diesen ständigen Aggresivität ausgesetzt...schütze dein Kind.
Außerdem hat dein Mann, so wie du die Situation beschreibst, längst Grenzen überschritten. Warte nicht ab, bis er auch noch körperlich aggressiv wird.

Alles ist besser als das!

Hole dir Hilfe und Unterstützung von Familie und Freunden. Ich wünsche dir viel Kraft!❣

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Danke für Deine Antwort!

Ja. Die Entscheidung kann mir keiner abnehmen und den Weg muss ich allein gehen. Ich nehme deine Worte voll Motivation in meinen Rucksack. Ich habe mir eine Woche Bedenkzeit bei meinem Mann erbeten ( Anwalt und Trennungsjahr).

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Wenn du Angst hast dich von ihm zu trennen, weil du befürchtest er könnte dir das Leben schwer machen, dann solltest du dich erst recht trennen. Du hast außerdem Angst vor ihm in der Beziehung und das zu Recht so wie er sich benimmt. Es ist doch nicht erst seit Corona so, oder?

Er hatte wahrscheinlich schon Chancen ohne Ende. Er hat sich nicht gebessert. Nun bist du schon soweit, dass du aus Angst die Polizei rufst. Auf was wartest du noch?
Er zeigt nach seinen Wutausbrüchen nicht mal Reue, obwohl das sein Verhalten auch nicht rechtfertigen würde. Du und euer Kind sollten die wichtigsten Menschen in seinem Leben sein. Er reißt sich nicht mal vor dem Kind zusammen. Du weißt selbst wo das hin führt.
Euer Kind wird ihn auch weiter sehen können, allerdings würde ich mich mit dem Jugendamt in Verbindung setzen und auf begleiteten Umgang bestehen.
Von daher ist es gar nicht schlecht, dass er mittlerweile bei denen bekannt ist durch deinen Anruf.
Du hast alles richtig gemacht und jetzt sei stark für dein Kind.

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Danke für Deine Worte. Das gibt mir Kraft!

Und du hast vollkommen recht, teile deine Meinung 100 %ig.

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Komische Streitkultur.
Also ich würde 1. Die Regel einführen, dass er raus muss, sobald er wütend wird. Joggen, spazieren, was auch immer. Er muss mit sich klarkommen. 2. Würde ich ein Verhalten wie du es beschreibst, nach dem Streit, garnicht dulden. Dinge müssen beendet werden, sonst werden die Themen immer wieder Feuer geben.
3. Wenn er Unglücklich ist, muss er sich sein Glück suchen. Er kann Sport im Garten, draußen oder eben online machen. Er kann telefonieren und sich mit einem Kumpel auf dem Spielplatz (mit kind) treffen. Mach ich nicht anders.
4. Wenn es sich nicht bessert würde ich es beenden. Aber ich drohe damit nicht. Nach punkt 2. Kann eine solche konsequent entstehen und ich mach Schluss. Ständig zu sagen "so geht es nicht weiter" bringt niemanden weiter.

Alles Gute für Euch

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Danke für Deine Rückmeldung!

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Dein Mann beschimpft dich, das ist respektlos und eine Ehe, in der der gegenseitige Respekt fehlt, hat keine Grundlage.
Das ist auch mit der aktuellen Situation nicht zu entschuldigen. Sie mag eine Erklärung für ein dünnes Nervenkostüm sein, aber wie man mit anderen Menschen umgeht, das ist eine Charaktersache.

Selbst wenn du für dich selbst in Kauf nimmst, dass sich womöglich nichts bessert, willst du dieses Risiko auch für dein Kind in Kauf nehmen, das über kurz oder lang ebenfalls Opfer seiner Launen werden könnte? Verbale Ausfälle sind wirklich nicht zu unterschätzen.

Natürlich liebt euer Kind beide Eltern, das ist auch gut so und sollte so bleiben. Auch in dieser Hinsicht wäre eine Trennung besser. Sie muss ja nicht endgültig sein, wäre kurzfristig gesehen aber sicher die bessere Lösung. Du musst da nicht alleine durch, wenn du dich nicht stark genug fühlst. Auch das ist in Ordnung und zeigt nur, wie schwer du dir die Entscheidung machst und sie keinesfalls leichtfertig triffst. Es gibt Beratungsstellen, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen, sofern du das möchtest.

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Ich danke Dir für Deine Antwort. Sie stärkt mich, auch in meiner Meinung.

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