Ich kann mich nicht von meinem Nachnamen trennen

Hallo zusammen,

mein Partner und ich wollen nach vielen Jahren Beziehung heiraten, weil es sich für uns finanziell sehr stark lohnt. Im Frühsommer erwarten wir unser erstes Baby.

Mein Partner hat einen sehr seltenen, langen Nachnamen mit einer schönen Bedeutung und hohem Wiedererkennungswert. Er muss allerdings immer sowas sagen wie "Wanderman aber mit einem n".
Er hat mehrere wissenschaftliche Bücher unter seinem Nachnamen veröffentlicht.
Zu seiner Familie mit gleichem Nachnamen gibt es, abgesehen von seinen Eltern, eigentlich keinen Bezug. Er ist der einzige Sohn, daher könnte nur er den Nachnamen noch weitergeben. Es gibt aber entfernte Verwandte mit gleichem Namen zu denen kein Kontakt besteht, die sehr zahlreich Kinder haben.

Mein Nachname ist viel kürzer, leicht zu schreiben und klingt sehr flüssig und schön. Er ist mit einer langen Familiengeschichte inkl. Wappen verbunden, die mir sehr wichtig ist und viel zu meiner Identität beiträgt.
Meine Familie ist zwar sehr groß, aber in der letzten Generation gab es nur Frauen, die bisher alle den Nachnamen ihres Mannes angenommen haben, sodass meine Schwester und ich die einzigen sind, die diesen Nachnamen nun "vererben" können.

Nun wollen wir also beide unseren Nachnamen behalten, was ja auch bei einer Hochzeit ginge. Nur wie heißt dann das Kind, denn darum geht es ja eigentlich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Kind anders heißt als ich, möchte aber gleichzeitig meinen Nachnamen nicht ablegen.
Außerdem weiß ich, dass zumindest statistisch die Wahrscheinlichkeit für eine Scheidung groß ist. Ich will dann weder meinen Nachnamen wieder ändern müssen, noch, dass mein Kind wie der Vater heißt und mögliche weitere Kinder mit einem anderen Mann dann anders heißen. Und ja, ich finde über sowas sollte man sich vor der Hochzeit Gedanken machen. ;)

Wie habt ihr so einen Konflikt gelöst und wie würdet ihr entscheiden?

Wie würdet ihr euch entscheiden

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Ich habe meinen Nachnamen behalten -denn er gehört zu mir. Basta.

Die Kinder hatten wir schon vor unserer Hochzeit und habe auch deshalb meinen Nachnamen. Wir hätten danach alles ändern müssen.

...und außerdem wollte ich auf keinen Fall den Nachnamen seiner Mutter tragen...aber das nur so am Rande. 😁

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Genau, wenn es nur sein Name gewesen wäre....aber der der Schwiegis: NEVER

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Wir haben damals eine Münze geworfen. Ich habe gewonnen. Deshalb heißen die Kinder wie ich. Mein Exmann hat dann erst bei seiner erneuten Heirat (ja so lange ist das alles schon her ;-)) seinen ursprünglichen Namen wieder angenommen.

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Ich hatte ähnliche Schwierigkeiten, und habe dann mit meinem Bruder beratschlagt, damit er sicher den Namen weitergibt. Und dann hab ich einen Doppelnamen genommen, unsere Tochter heißt wie mein Mann. Unf ich nutze in Prinzip nur den Namen meines Mannes außer für Familienangelegenheiten aus meiner Ursprünglichen Familie. Es ist erstaunlich wie schnell man sich an einen Namen gewöhnt und mittlerweile hört sich der ursprüngliche Name garnicht mehr an wie "mein" Name ☺

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Kommt Doppelnamen für euch in Frage? Kind heißt dann wie der Papa, Du hast einen Doppelnamen zum Beispiel?

Sehe ich häufig als Lösung bei Familie, wo die Frau einen geschichtsträchtigen oder sonst relevanten (zB bei Familienunternehmen) Namen tragen.

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Kurzer Nachtrag: Wenn die Kinder Deinen Nachnamen erhalten, wären sie wahrscheinlich nicht wappenfähig, da die alten Wappen nur über die väterliche Linie weitergegeben werden können, oder?

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Bei uns war es ähnlich, nur unsere Nachnamen sind bedeutungslos.

Auch wir standen vor der Frage wie die Kinder heißen.
Mir wurde ins Ohr gelegt "eine Familie, ein Name".
Das hat mich nicht mehr los gelassen und so habe ich mich "gebeugt" und den Namen meines Mannes angenommen.

Und weißt du was? Es ist gar nicht schlimm, denn es ist nur ein Name. Weiter nichts.
Ich hätte nicht gedacht, dass es mir hinterher sowas von egal ist.

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So egal ist es überhaupt nicht mehr, wenn man am Telefon immer verstanden wird und jeder den Namen problemlos aussprechen kann, aber nach der Eheschließung plötzlich einen ausländisch anmutenden Nachnamen hat, wo jeder strauchelt, man jeden Buchstaben einzeln diktieren muss und aufgrund dessen man sogar beruflich unfassbare Nachteile hat.

Mein Mann hatte immer arge Probleme einen Job zu finden mit seinem polnischen (ganz einfach, überhaupt nicht schwer auszusprechen oder zu schreiben, aber über die erste Silbe kam keiner hinaus und er sieht dazu auch noch nicht so typisch deutsch aus) Nachnamen, aber mit meinem Namen ging es ratzfatz.

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Mit ausländischen Namen mag es leider so sein, aber das traf bei uns nicht zu.

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"Er ist mit einer langen Familiengeschichte inkl. Wappen verbunden, die mir sehr wichtig ist und viel zu meiner Identität beiträgt."

Ich kenne das so gar nicht. Das mit dem Wappen ist meiner Meinung nach eine künstliche Sache. Ein neues Familien-Wappen könnt ihr euch gemeinsam online basteln. Auf jeden Fall wäre mir ein 'glücklicher Kompromiss' für meine neue, zukünftige(!) Familie wichtiger als alles Vergangene oder Bestehende. So bin aber ich, eher unemotional bei Ursprungsfamilie & Co.

Generell guckst du sehr auf den Status von Nachnamen. Ich würde den Fokus auf das Gemeinsame setzen, denn der Plan ist ja schon, dass ihr eine Familiengemeinschaft bildet und als solche wahrgenommen werden sollt.

Da du sehr zufrieden mit deinem Nachnamen bist, würde ich ihn bei der Heirat beibehalten. Ich habe meinen damals abgelegt aus pragmatischen Gründen (der jetzige ist superkurz, da entfällt das mühselige Buchstabieren des Mädchennamens). Beim gemeinsamen Kind tendiere ich persönlich eher zum Nachnamen vom Vater, aber verstehe auch, dass du es anders handhaben möchtest. Da hilft wohl wirklich ein gutes Gespräch mit deinem Partner.

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Naja, ich werde aber kein Mensch ohne Vergangenheit, nur weil wir eine neue Familie gründen.
Mir ist meine Ursprungsfamilie sehr wichtig und ich möchte auch, dass meine Kinder die selbe Verbundenheit und das Zugehörigkeitsgefühl erleben können. Wir halten zusammen und das seit Generationen. Ich finde, darauf kann man stolz sein und das kann kein selbstgebasteltes Wappen ersetzen. :)

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Gefühle werden aber nicht mittels eines Namens vererbt.

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Also es ist so, wenn ihr heiratet müsst ihr einen Familiennamen bestimmen. Alle Kinder die während eurer Ehe geboren werden, werden dann diesen Namen annehmen.

Was spricht denn dagegen, dass derjenige, dessen Name nicht als Familienname angenommen wird, einen Doppelnamen nimmt?

Ich verstehe sowohl deine als auch seine Seite, allein wegen der Tatsache, dass er unter seinem Namen schon Bücher veröffentlicht hat, finde ich es schon wichtig, das er seinen behält (das ist ja auch Auswirkungen auf seine Karriere), dass heißt nicht, daß es der Familienname sein muss, aber irgendwie müsst ihr euch einigen.

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Unsere Nachnamen wären zusammen unheimlich lang und es klingt sehr holprig. Daher ist es für mich keine Option.

Er könnte sich seinen alten Nachnamen als Autorennamen sogar im Ausweis eintragen lassen trotz neuem Nachnamen. Da er aber ohnehin nicht mehr in der Wissenschaft arbeitet und auch nicht mehr dorthin zurück möchte, ist es für seine Karriere nicht sonderlich wichtig. In sämtlichen Karriereportalen und auf dem Lebenslauf gibt man den Geburtsnamen ja ohnehin mit an.

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Oh, hast du deinen Namen hier gerade geändert. Bin gerade verwirrt gewesen.

Also ich habe den Namen meines Mannes angenommen, ich muss sagen, es ist unheimlich schwer für mich, mich an den neuen namen zu gewöhnen. Wir haben das aber so entschieden, weil ich noch 2 Brüder habe und einer davon schon Kinder haben die seinen Nachnamen tragen.

Um Zahlen zu nennen. Zu unserer Hochzeit haben wir nur die engsten Verwandten eingeladen. Ich kam auf <50 er nicht mal auf 15.
Deswegen habe ich seinen Namen angenommen. Meine Familie, elterlicher seits stirbt durch mich nicht aus. Seine schon, da er der einzige Mann ist der jungen Generation.

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Mein Mann und ich haben geheiratet und beide den Nachnamen behalten. Unser Sohn hat meinen Nachnamen. Wir haben da auch nicht lange diskutiert, es war für meinen Mann völlig in Ordnung, dass unser Kind meinen Nachnamen bekommt.

Statistisch ist es ja immer noch so, dass im Falle einer Trennung das Kind eher bei der Mutter lebt, da würde ich es blöd finden, wenn mein Kind einen anderen Nachnamen hätte als ich (ich gehe natürlich nicht davon aus, dass mein Mann und ich uns trennen und wenn, würden wir wahrscheinlich im Wechselmodell leben).
Außerdem gehen ja häufig auch eher Frauen mit den Kindern zum Arzt, erledigen Dinge beim Amt, melden das Kind irgendwo an, etc. Da würde ich es auch blöd finden, immer sagen zu müssen "ich heiße Schmitz mit Nachnamen, mein Kind aber Meier".

Wir haben übrigens eine ganz ähnliche Ausgangslage: Mein Mann ist der einzige männliche Nachkomme seiner Familie und Einzelkind, ich habe eine Schwester. Unser Familienname hat eine sehr lange Geschichte und lässt sich gut zurückverfolgen. Außerdem haben meine Schwester und ich auch den Mädchennamen meiner Mutter, darum ist es bei uns irgendwie Tradition 😅

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Aus der Sicht einer Lehrkraft und Mutter einer Tochter mit anderem Nachnamen: Es ist völlig irrelevant, ob der Nachname gleich ist. Das wird von niemandem kommentiert und es wird auch nicht davon ausgegangen, dass die Kinder automatisch den Nachnamen der Mutter tragen. :-)

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Sehe ich genauso. Deutschland ist diesbezüglich sehr rückschrittlich.

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Wir haben gewürfelt, weil wir uns auch nicht entscheiden konnten. Es gab immer Vor- und Nachteile für jeden Namen. Wir haben dann gesagt, dass egal welcher Name es wird, es werden keine Vorwürfe gemacht und gegenseitig unterstützt. Also wurde erst ein Zettel gezogen, welcher Name es bei gerade bzw. ungeraden Zahlen wird und dann wurde gewürfelt.
Wir wollten auch keinen Doppelnamen, da ich schon einen Doppelvornamen habe und die Kinder ja dann doch auch nur einen Namen tragen werden.

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