Was will ich?!

Hallo!

Ich bin 26 und in einer beziehung mit einem Mann (38) den ich seit 5 Jahren sehr liebe und der sich eine Zukunft mit mir wünscht, sogar schon einen Heiratsantrag plant. Ich bin wirklich glücklich mit ihm solange ich nicht an unsere Zukunft denke. Da sehe ich nämlich schwarz.... Sofern ich wirklich einmal Kinder will... Derzeit weiß ich es noch nicht sicher aber...

Ich denke in letzter Zeit öfter an Kinder, finde den Gedanken immer schöner mal selbst welche zu haben. Mein Freund wünscht sich selbst Kinder, möchte aber noch warten. Unser großes Problem ist, dass wir uns das "Kinder haben/bekommen" ganz anders vorstellen und hier trotz vieler vieler Gespräche keinen Kompromiss finden werden.

Ich möchte Kinder nur dann, wenn die Betreuung die ersten 2 Jahre daheim stattfindet, für mich persönlich ist es einfach wichtig ein Kind nicht so früh ab zu geben. Danach wenn beide höchstens 60 Stunden zusammen arbeiten. Alles andere artet wie ich in unserem Umfeld immer wieder sehe in Stress aus.

Mein Freund möchte Kinder wenn ich mitten im Karriere machen bin, gleich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehe, am besten Vollzeit und das baby 10 Stunden am Tag in der Krippe ist. In Elternzeit will er gehen, für Maximal 3 Monate.

Inzwischen lenkt er schon ein und meint es stimmt nicht mehr dass er es so sieht aber ich glaube ihm da ehrlich gesagt kein Wort. Ich traue ihm fast zu mich zu verlassen wenn keine Karriere mehr mache sondern lieber bei den kindern wäre...

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Aus eigener Erfahrung: Am Ende kommt eh alles anders als geplant.

Ich bin jetzt schwanger und habe gerade meine Elternzeit beantragt. Und zwar ganz anders als ich eigentlich immer geplant hatte. Ich wollte auch immer möglichst bald wieder arbeiten, auf keinen Fall nur Hausfrau und Mutti sein. Nunja, meine Elternzeit wird incl. Mutterschutz ca. 2 Jahre lang sein.. Und ich freu mich drauf.

Meinungen können sich durchaus mal ändern. Ich würd sowas überhaupt nicht vorher planen. Und schon gar nicht noch bevor klar ist dass man überhaupt Kinder bekommen möchte zum Streitthema machen. Das sind alles Details.

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Ich bin sonst sehr oft deiner Meinung, hier allerdings nicht.

Ich finde die Ratschläge á la "Zerbrecht euch nicht jetzt den Kopf darüber, es kommt eh alles anders als geplant" in diesem Fall echt fahrlässig.

Die beiden sind 5 Jahre zusammen, grundsätzlich wollen beide mal Kinder, eine Hochzeit ist bereits in Sichtweite. JETZT ist der richtige Zeitpunkt seine Claims bezüglich Kinderplanung abzustecken.

Dass in der Praxis dann vieles anders kommt als geplant ist unbestritten. Aber zumindest theoretisch sollte man auf einer Linie sein, sonst wird man doch seines Lebens nicht mehr froh! Gerade so existentielle Fragen - Wie stehen wir Fremdbetreuung gegenüber? Wer nimmt wie lange Elternzeit und wer geht nachher (vorerst) Teilzeit arbeiten? Wie sieht bei uns ein gleichberechtigtes Familienleben aus? Welche Priorität haben Beruf (oder sogar "Karriere"?) und Familie? Wie wird in der Familie über Finanzen entschieden? Welche Rolle soll Religion und/oder Glaube in unserer Familie spielen? etc...

Jedes 2.Thema hier würde es nicht geben, hätten sich die Eltern das mal vernünftig VOR der Zeugung und noch besser vor der Eheschließung ausgemacht!

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Hm ja, ich sehe deine Argumentation ein. Das stimmt schon. Grundsätzlich sollte man einer Meinung sein. Auch insbesondere was Wertvorstellungen wie Religion, Karriere, etc. angeht. Ich gehe manchmal fälschlicherweise davon aus, dass man mit jemandem zusammmen ist, wo derartige Dinge generell passen. Und da würde ich mir jetzt um die Länge der Elternzeit weniger Gedanken machen noch bevor überhaupt ein Kind konkret in Planung ist.

Aber wie gesagt, vor deiner Argumentation - ich stimme zu :)

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Kann er dir einen plausiblen Grund für seine Einstellung nennen? Wenn er nicht zurückstecken und sich nicht um's Kind kümmern will - ok. Aber warum will er dir das aufzwingen?
Warum will er überhaupt Kinder, wenn keiner von euch beiden unter der Woche davon was hat? Nur um es abends ins Bett zu bringen und für die WE? Dann bietet euch lieber als Babysitter an. Viele freuen sich drüber, abends jemanden zu haben u. an den WE.

An deiner Stelle wäre ich auch skeptisch. Es gibt sicher auch genügend Erzeuger, die anfangs total begeistert vom Thema Kind sind und letztlich doch nichts mit der Betreuung zu tun haben wollen oder dann alles andere liegen lassen, weil Frau in Elternzeit ist und Zeit hat, sich um alle häuslichen u. familiären Belange zu kümmern.

Wenn einer zu Anfang schon so tickt, solltest du dir überlegen, ob du dein Ding trotzdem durchziehen willst. Auch auf die Gefahr hin, allein erziehend zu sein oder wegen Kinderbetreuung u. Erziehung häufiger unterschiedliche Ansichten zu haben.
Euch trennt ja altersmäßig zudem fast eine Generation. Vielleicht nimmt er dich auch nicht ganz ernst.

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Puh, schwierig. Es ist ja blöd sich zu trennen wegen etwas, was (noch) gar nicht passiert ist. Aber wenn die Vorstellungen bei so grundsätzlichen Dingen so weit auseinander gehen, dann ist es zumindest sinnvoll, genau in sich zu gehen bevor man solche großen Schritte wie Hochzeit und Kinderplanung geht.

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Ich bleib an dem Punkt hängen, wo du schreibst "er will, dass ich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehe" - Häää?

Wie kommt er auf so Ideen? Verdienst du extrem viel besser als er?
Hat er jemals einen 8 Wochen alten Menschen live gesehen?
Hat er selbst ein pathologisches Verhältnis zu seiner Mutter, das er im Vorraus das von dir zu eurem Kind so einschränken will?

Wie kann er sich anmaßen, das zu verlangen? Du bist die Mutter. Ein Jahr Elternzeit sollte mit Vorplanung für jeden finanziell zu stemmen sein.

Gruselig irgendwie, wenn der Mann solche Vorstellungen hat. Ich würde klipp und klar klären, was da dahinter steckt und genaue Absprachen treffwn oder es gleich sein lassen mit dem Eltern werden.
Eltern sein hat eh viel Konfliktpotential.

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Verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, was das soll? Ich dachte, wenn Männer den Frauen eine Sichtweise aufdrücken wollen, ist es die, möglichst lange zu Hause zu bleiben, weil das erstens der traditionellen Rollenverteilung entspricht und sie das vielleicht aus ihrer eigenen Kindheit so kennen. Dass du nicht nur sofort wieder arbeiten sondern auch Karriere machen sollst, verstehe ich nicht. Braucht ihr das Geld bzw hat er Angst einen gewissen Lebensstandard nicht halten zu können? Eine andere Erklärung fällt mir für so vehemente Forderungen, dass sogar die Beziehung auf dem Spiel steht, nicht ein.

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Die meisten Männer die ich kenne, legen großen Wert darauf, dass ihre Partnerin sich grundsätzlich auch selbst erhalten kann, also finanziell eigenständig ist. Also ich persönlich(!) kenne keinen Mann u40, der eine dauerhafte(!) Hausfrau möchte! Wenn nun der Partner der TE ein ausgesprochenes Negativbeispiel im Freundeskreis hat bzw. sich einer seiner Freunde regelmäßig bei ihm wegen sowas ausheult, kann ich seine Sorge schon nachvollziehen...

Das ist nun nur eine Mutmaßung meinerseits. @TE, hat dein Partner Angst, dass die gesamte finanzielle Last auf unbestimmte Zeit an ihm hängen bleibt?

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Wieso ist ihm das denn so wichtig? Schlechte Erfahrungen aus früheren Beziehungen oder in seiner Kindheit?

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Sobald du dein Baby in den Armen hälst, wirst du wissen, dass du auf keinen Fall nach dem Mutterschutz wieder arbeiten willst...die Zeit ist so kostbar und einzigartig...das sollte man nicht missen, wenn man nicht unbedingt muss...ich möchte jetzt keine pathologischen Probleme unterstellen...(obwohl es nahe liegt) manchmal können Männer sich einfach nicht vorstellen, wie es ist die Verantwortung für so ein kleines Wesen zu haben (Frauen auch nicht...aber unser Instinkt ist besser 😂😂😂) mein Mann wollte auf gar keinen Fall Kinder...ich habe mich darüber hinweg gesetzt, ihn darüber informiert, dass wir nicht mehr verhüten und bin schwanger geworden...heute sagt er, dass das die beste Entscheidung war, die jemals für ihn getroffen wurde...er liebt den kleine mehr als alles andere...
Ansichten können sich also ändern...Man(n) will ja schließlich das beste für sein Baby...wenn er dich allerdings unter Druck setzt und du berechtigte Angst hast, dass er sich von Dir trennt, solltest du die Wahl seines Partners noch einmal überdenken...ein Kind macht die Beziehung weiß Gott nicht einfacher...

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Das kann ich SO nicht unterschreiben...! Ich habe 4 Kinder & war bei jedem Kind froh & glücklich, zumindest für einige Stunden (10 - 25h / Woche) nach 3 - 4 Monaten wieder arbeiten gehen zu können! Und das konnte ich meist gut mit meinen Partnern organisieren.

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Ich bin auch sehr früh für einige Stunden wieder arbeiten gegangen...aber nicht nach 8 Wochen Mutterschutz...und auch weniger um meine Karriere am laufen zu halten, sondern mehr als Zeit für mich...

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Natürlich solltet ihr grundsätzlich kompromissbereit sein und dass ihr euch da so wenig vertraut und denkt dass es zum Bruch kommt und einer den anderen deswegen verlassen wird, wenn der für ein paar Jahre nicht das tut, was er will, spricht nicht unbedingt für eine Eheschließung.

Aber: Ganz ehrlich. Man KANN das vorher NICHT wissen. Auch Du nicht. Ich hab auch gedacht, ich würde das erste Jahr total genießen. Endlich Mal ein Jahr Zuhause. Aber ich bin ne kluge Frau und mir das Gehirn so matschig geworden mit nur Baby und nur Zuhause. Ich war super froh als ich dann als die Kleine 13 Monate war wieder angefangen habe beides seinen Raum zu geben. Das hat mich immer am glücklichsten gemacht. Nur Mutter sein, ist nicht das was mich ausgleicht, obwohl ich unheimlich gerne Mutter bin.

Von VZ bin ich aber auch weggekommen. Ich habe mir ne gute TZ Tätigkeit besorgt. Machbar mit Kind für die ich letzten Endes sogar ähnlich viel verdiene wie im Job davor. Und ja ich finde meinen 30 Stunden Job super und finde das gut so, dass ich noch Luft für die Familie habe.

So weit seid ihr nicht voneinander entfernt und es geht nur um die ersten Jahre. Ihr solltet beide nicht so verbindet sein.

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verbindet = verbohrt T9 :-P

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Ich kenne so ein Paar, oder vielmehr ex-Paar.

Sie (vom Land, altes Bundesgebiet) wollte mehrere Jahre, wenn nicht gleich ganz, zu Hause bleiben, er (Franzose, Akademiker) fand das unfair, faul und verantwortungslos und ihm war schon ihr Baby Jahr zu Hause zu viel.

Das Ende vom Lied war die Trennung und sie muss jetzt als Alleinerziehende voll arbeiten während er schmerzhaft auf Zeit mit seinem Sohn verzichten muss.

Ich fand ehrlich gesagt beide etwas komisch in ihren Ansichten.

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