Beziehungsgestaltung bei großem Altersunterschied?

hi,
das ein großer Altersunterschied in einer Beziehung nicht unproblematisch ist, ist ja klar. Und auch wenn ich bisher mit einer rosaroten Brille und etwas Kopflos durch die Gegend gelaufen bin, so wird bei mir langsam bewußt, die schwierig das ist. Nach einem explosiven Anfang unserer Beziehung vor ein paar Wochen, folgt wohl jetzt ein ernüchterndes Nachspiel. Ich will aber nicht, ich will den Mann den ich vor ein paar Wochen kennengelernt habe. In den ich mich verliebt habe obwohl ein Altersunterschied von 20 Jahren besteht. Wir müssten dringend darüber reden, wie wir uns eine Beziehung wünschen, was wir von unserem Partner erwarten, aber irgendwie ernte ich auf viele meiner Fragen nur ein Schweigen.
Da sitz ich nun, werde natürlich immer ärgerlicher, weil er mich so auf dem trockenen Sitzen läßt und ich nicht weiß in welche Richtung es geht. Auch im Bett ist es schwierig. Ich sagte ihm schon häufiger, das ich mir ein längeres Vorspiel wünsche, aber er greift das nicht auf. So das ich mir mittlerweile vorkomme, wie die Hausfrau, die den ganzen Tag auf den Herren wartet und dann abends den Rücken krault und die Beine breit macht. So ist es noch nicht, aber es kommt mir momentan oft so vor. Er beteiligt mich an nichts, gut er erzählt mir was er so macht oder vorhat, meldet sich auch ab, wenn er zu spät zum Essen kommt, aber sonst lehnt er jedes Hilfsangebot von mir ab. Versteht er denn nicht, das ich mit ihm was machen will, damit wir mehr gemeinsames haben. Damit ich auch abends kaputt bin und mit ihm zusammen müde ins Bett falle und dann auch mehr verständnis dafür habe, das einer schon um 19 vor sich hingähnt. Ich liebe ihn, aber ob ich glücklich bin im Moment bezweifle ich. Gestern hab ich fast den ganzen nachmittag auf ihn gewartet, ich hatte frei und das wußte er auch. Er sagt dann immer, vielleicht komm ich vorbei, oder ich komm heut nachmittag vorbei und wann taucht er auf: um 18.00 Uhr. Gut wir waren nicht konkret verabredet, er muss ja auch zwischendurch was arbeiten, aber wenn er Zeit hat um 17.00 Uhr ins Cafe zu gehen und dort abzusitzen, kann er doch auch zu mir kommen. Nein, statt dessen kommt er erst um 18Uhr und hat wohl gedacht, das er nach dem Abendessen wieder verschwinden kann. Da hatte ich gestern auch kein Bock mehr auf eine Diskussion, hat sich ja etwas angestaut in mir. Hab ihn abblitzen lassen. Naja, er wohl auch nicht vorbereitet auf so einen Empfang ist auch davongefahren. Jetzt sitz ich hier, liebe ihn, aber so weitermachen geht auch nicht. Wir müssten reden, aber jetzt sind wir beide bockig und warten ab, bis einer wohl den ersten Schritt macht.
Ist vielleicht eine blöde Frage, aber haben solche Beziehungen wo der altersunterschied so groß ist, überhaupt eine Chance?

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Ich glaube nicht, dass es wirklich an dem Altersunterschied liegt. Ihr habt eine junge Beziehung, aber noch keine gemeinsame Ebene.

Wenn ihr beide bockig seid und das reden schwierig ist, dann schreib ihm doch mal einen Brief.

Schreib ihm, was du denkst. Geh von dir aus: bei mir kommt das soundso an .. ich erlebe das so, ich habe den Eindruck .. NICHT: DU machst dies oder jenes ...

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Hallo!

Die Probleme, die du schilderst, haben NICHTS mit eurem Altersunterschied zu tun!

Wenn ihr absolut verschiedene Vorstellungen von einer Beziehung habt, wird es nicht klappen - egal ob dein Freund 20 Jahre älter oder jünger ist als du (was du nicht genau schreibst)!

LG, Tina (die mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet ist - und glücklich!)

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Hallo,
naja, Altersunterschied hin oder her. Es ist doch so, dass es darauf ankommt wie reif ein Mensch ist - egal ob Mann oder Frau.
Ich war mit Männern zusammen, die 15 Jahre älter waren als ich und sich benahme wie Buben in der Pubertät. Ein anderes mal hatte ich eine flüchtige Bekanntschaft mit einem drei Jahre jüngerem Kerl und der schien äußerst reif.
Seit 8 Monaten bin ich mit einem 10Jahre älteren Herren verheiratet - nach 7 jähriger Partnerschaft - eigentlich klappt alles ganz gut. Wir reden sehr viel und jeder "darf" seine Meinung sagen. Das ist total wichtig, denn sonst wären wir sicher nicht verheiratet. Wir gehen manchmal getrennt weg, denn seine Freunde sind nicht alle meine und ich bin oft mit meinen Eltern unterwegs, da wir verschiedene Hobbies haben.
Alles klappt wenn man gut komuniziert!

Also ran an den Mann und reden, reden, reden und nochmal reden!

Ich sende dir viel Kraft
LG Sumsi #liebe

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hi Sumsi,
ja das ist ja das Problem. Er redet nur mit anderen ständig und drei Tage, hängt viel in seinem Lieblingscafe rum und ich hab so das Gefühl ich komm so als nettes Anhängsel noch an den Schluss des Tages. Wenn er bei mir ist geht der Mund nur selten auf. Meist erzählt er was er gemacht hat, wen er getroffen hat. Aber nichts mehr von sich. Am Anfang war es so schön, er hat von sich erzählt, was in ihm vorgeht, hat unendlich viel Pläne gemacht. Wir haben bist 2 Uhr nachts geredet und gekuschelt. Und fast von heut auf morgen ist da so eine Distanz, er ist so in sich gekehrt, ständig müde. Klar liegt es auch aum Job.
Aber wovor ich Angst habe, das er mich nur als Betthäschen ansieht. Passiert ist zwischen uns nichts, so das ich mir diese Insichgekehrtheit erklären könnte.
Aber so langsam glaub ich, das es jetzt ernst wird. Man lernt den Menschen jetzt richtig kennen, wie er ist, wenn er z Bsp. schmollt und dann kommt es darauf an, kann ich ihn so ertragen, akzeptieren oder kann ich es nicht. Und so wird es weitergehen, bis man vielleicht irgendwann "ja" -sagen kann - in guten wie in schlechten Tagen.
Ich bin gerade über meinen Schatten gesprungen und zu ihm gefahren. Geredet haben wir noch nicht, aber es steht auch nichts mehr zwischen uns. Ich dachte schon, es ist was zerbrochen.
vielen vielen Dank

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Hallo, Du Ratlose! ;-)

Ich habe die Diskussion mal ein bisschen verfolgt und kann auch nur Folgendes sagen:

1. Euer Problem hat definitiv - wie schon mehrfach gesagt - nichts mit dem Altersunterschied zu tun. Der ist nur eine bequeme Ausrede.

2. Deine Folgepostings stimmen mich schon etwas nachdenklich. Du schreibst, Du kannst akzeptieren, dass er sich kein Stück für Dich ändert, dass Eure "Beziehung (?) eben "nebenher" laufen soll und jeder sein Leben weiterlebt. Sorry, aber was ist das dann für eine Beziehung? #kratz

Meine Meinung ist: Auch mit über 50 ist er ganz klar noch in der Lage, sich auf eine neue Lebenssituation einzustellen. Das heißt nicht, dass er sich charakterlich ändern oder gar eine Kehrtwendung machen kann, aber er ist ein erwachsener Mensch, der über genug Lebenserfahrung und Empathie verfügen sollte, sich auf Dich, auf EUCH einzustellen und gewisse Verhaltensweisen (nicht Charakterzüge!) zu ändern. Kann oder will er das nicht (oder auch Du), so hat Eure Beziehung keine Zukunft.#gruebel

Es kann nicht mehr als eine Affaire sein/werden/bleiben, wenn ihr beide tatsächlich einfach euer bisheriges Leben weiterlebt und "irgendwo dazwischen" ein paar Stunden mit eineiner verbringt, die noch dazu für mindestens einen von euch (in diesem Fall für Dich) nicht befriedigend verlaufen. Du sprichst von Liebe, aber ich höre eigentlich nur eine große Sehnsucht aus Deinen Zeilen heraus, wie es sein sollte, wie Du ihn Dir WÜNSCHT.

Ohne Kommunikation und ganz klare Worte, ohne ein Abgleichen eurer Ziele und Lebensentwürfe wirst zumindest Du nicht glücklich werden. Weißt Du denn, wie er sich Eure Beziehung genau vorstellt?

Such ganz schnell das Gespräch und kläre, ohne etwas schönzureden oder schönzudenken.

Ich spreche wirklich aus Erfahrung, denn mein Lebensgefährte, irgendwann demnächst auch Ehemann, ist 24 Jahre älter als ich, aber wir hatten von Beginn an große Überschneidungen unserer Interessen, sehr ähnlich Vorstellungen vom Leben, von unserer Beziehung, unserer gemeinsamen Zukunft, hatten auch ähnliche Erfahrungen in Beziehungen gemacht. Unser Zusammenleben läuft sehr harmonisch, weil wir - simpel formuliert - einfach zusammenpassen - ganz unabhängig vom Alter. Das liegt zum Einen natürlich an der passenden Basis, aber zu einem ganz, ganz großen Teil auch daran, dass wir BEIDE zusätzlich auch kontinuierlich an uns und unserer Beziehung arbeiten. Jeder von uns hat sich bestimmte Dinge ab- oder angewöhnt, um den Alltag reibungsloser zu gestalten. Das hat nichts mit verbiegen zu tun, sondern mit dem vielbeschworenen "Geben und Nehmen" - jeder gibt (oder überspitzt gesagt: "opfert") etwas, meist nur Kleinigkeiten, vielleicht auch "Marotten", aber wir beide und unsere Beziehung zueinander profitieren ganz wesentlich davon. Nur so kann es doch funktionieren, oder?

Ich wünsche Dir viel Glück, aber auch Verstand bei der Planung und Gestaltung Deiner Zukunft!

Ganz liebe Grüße #liebdrueck
Silke

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