Wer hält sich denn noch an die Kontaktbeschränkungen?

Hallo,
Ich bin aus Bayern und im 1.Lockdown durfte man hier noch nichtmal eine andere Person treffen (auch nicht drinnen), es wurde scharf kontrolliert und täglich konnte man in der Zeitung lesen wer alles eine Anzeige und 150€ Strafe bekommen hatte wegen Nichtigkeiten.
Wir haben uns zu 100% dran gehalten und unsere Kinder haben sich sogar mit den Nachbarskindern nur über den Zaun unterhalten. Ich hatte den Eindruck dass sich auch alle in unserem Umfeld daran halten.

Jetzt im zweiten Lockdown beobachte ich das Gegenteil. Eigentlich darf man sich ja nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen, aber überall höre ich dass die Familien niemanden treffen "außer manchmal Familie A, B oder C", also natürlich mehr als 1 andere Person. Oder weitere Verwandtschaft besuchen.

Auch wir haben uns seit Dezember schon drei Mal (verbotenerweise) mit anderen Müttern und Kindern am Spielplatz getroffen, wobei wir Erwachsenen natürlich beim ratschen Abstand hielten und nur die Kinder engeren Kontakt hatten.

Aber trotzdem frage ich mich, ob es überhaupt noch jemanden gibt der sich wirklich zu 100% an die Regeln hält? Oder sind in den anderen Bundesländern die Regeln wieder mal viel lockerer?

Ich bin schon etwas überrascht wenn ich hier auf urbia lese, dass sich "alle immer streng an die Regeln halten" und nur zwei mal die Woche eine andere Familie treffen???? Hallooo??? Das ist eigentlich verboten?

Ich habe den Eindruck die Regeln gehen mitlerweile total an der Realität vorbei und kaum einer hält sich an die Kontaktbeschränkungen auf dem Papier.
Anscheinend wird auch seltener kontrolliert bzw. bekommt man wegen kleineren Vergehen nicht mehr sofort eine Anzeige/Geldstrafe oder es steht nicht mehr so oft in der Zeitung....

- Wohl habe ich aber den Eindruck dass sich die meisten bemühen, Kontakte zu vermeiden, Abstand zu halten oder nicht alle gleichzeitig zu treffen. Also es ist nicht so, dass da kein Bemühen/Verständnis für Kontaktvermeidung da ist.

Wie strikt haltet ihr euch dran? Wie streng wird bei euch kontrolliert?

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Ich kann das nur so bestätigen.
Ich kenne niemanden, der sich wirklich exakt an die Vorschriften hält. Selbst die Leute, die das alles angeblich absolut richtig finden, und sich ihrer Meinung nach an alles halten, tun das in Wirklichkeit nicht (also die, die ich kenne).

Die meisten haben ihre Kontakte durchaus eingeschränkt, große Treffen fallen natürlich aus, aber ansonsten wird doch ziemlich normal weitergelebt. Ob jetzt gerade Kontakt zu einer Person, zwei oder 5 erlaubt sind, wissen viele noch nicht mal und es interessiert sie auch nicht mehr.

Wir persönlich halten das auch so. Die Kinder haben eh ihre wenigen, festen Freunde, die dürfen sie auch uneingeschränkt treffen. Wir sind praktischerweise eng mit den Eltern der Freunde unserer Kinder befreundet, und die sehen wir auch mehrmals die Woche. Da interessiert es niemand, ob jetzt gerade eine Person da ist, oder eben die ganze Familie.
Die Ausgangssperre war uns auch recht egal, ein trifftiger Grund findet sich dann schon. Schließlich ist es ziemlich egal, ob ich meine Freundin von sechs bis um neun oder von acht bis elf besuche, letzteres passt aber besser zu unseren Arbeitszeiten.

Von Anzeigen lese ich immer wieder in der Zeitung, in der Realität kenne ich aber wirklich niemanden, und wie gesagt, richtig regelhörig ist hier niemand. Wirklich große Vergehen macht hier aber auch keiner.
Ich habe immer das Gefühl, die zeitungen sind dazu angehalten verstärkt über Anzeigen und Strafen zu berichten, als Abschreckung.

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Ich habe ehrlicherweise genau den umgekehrten Eindruck.

Ich lese nur hier, dass sich xy nicht mehr an die Regeln halten und es auch offen zugeben.
Hier in meiner Umgebung halten noch sehr viele dran.
Natürlich wurden hier auch mal Partys aufgelöst, aber seitdem klar ist, dass hier regelmäßig kontrolliert wird, stand auch nichts mehr in der Zeitung etc.

Viele sagen aber auch, dass sich viele geirrt haben und viele junge Menschen aus der eigenen Familie schwer krank im KH waren und deshalb die Wichtigkeit verstanden haben. So was spricht sich in einer sehr kleinen Stadt sehr schnell rum, da hat es anscheinend bei vielen klick gemacht.

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Wir wohnen in einem Bundesland, in der die Kontaktbeschränkung für den Privaten Raum nur empfohlen/dringend geraten wird.
Ich halte mich weitgehend an die Kontaktbeschränkung mit einigen Ausnahme: ab und an gehe ich mit meinen 2 besten Freundinnen spazieren. Wir treffen uns strikt nur draußen. Kein Umarmen kein Bussi. Aber trinken auch mal einen Sekt zusammen (natürlich jeder aus seinen eigenen Glas). Wobei ich gar nicht weiß, ob das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit noch aktuell ist. Meine Kinder (Kita Kinder) bekommen keine Einschränkung von mir. Sie dürfen zu ihren Freunden nach Hause und umgekehrt dürfen sie auch Spielbesuch einladen. Bezieht sich ja eh auf die Kinder der Kita Gruppe.
Also nein, ich habe mich noch nie 100% an die Kontaktbeschränkung gehalten. Sondern an meine eigenen Regeln. Kein Innenbesuch. Kein Handshake sonstwas. Aber durchaus zu Freunden zum Mittagsgrillen in den Garten. Der Freundeskreis ist eh überschaubar geworden. Wenn die Großeltern die Enkel sehen wollen dürfen sie.

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Mein persönlicher Umkreis hält sich streng daran.

Allerdings sind sie deswegen in meinem persönlichen Umkreis, weil sie Infketionen, Ansteckungen und Gesundheit anderer schon lange vor Corona ernst genommen haben.

Zu denen, die nicht mehr zu meinem persönlichen Umkreis gehören, kann ich aktuell nichts sagen.
Wer meinem Vater Schlaganfall, brauchte sehr lange zur Toilette "das bisschen Magen-Darm" einschleppte
oder mit Scharlachkind in den Kindergarten ging "weil der blöde Kindergarten ansteckende Kinder ablehnt und das arme Kind 48 Stunden bis zur Antibiotikawirkung total den Schaden nimmt, wenn es keine Abwechslung bekommt"

der zählt aus genannten Gründen schon lange vor Corona nicht zu meinem Umfeld.


Ja, wir halten uns daran.

Mein Teeanger hält sich daran. SIe möchte wieder wieder offene Schule. Daher hält sie durch. Es gab etliche Quarantänen an der Schule und Schulen im Umkreis. Daher ist ihre Einstellung: lieber daran halten und dazu beitragen, dass es möglich wird.
Sich nicht daran halten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es länger dauert / dass wieder auf Quarantäne-zu, auf, Quarantäne zu.
Sie hält sie noch strenger daran, als sie müsste, kommt allerdings digital gut klar.

Ihre Einstellung ist auch: sie liebt einkaufen! Allerdings sieht sie sich selbst als so groß an, dass sie nicht mit muss. Dann lieber anderen Alleinerziehenden den Vorrang lassen, die ihre Kinder mitnehmen MÜSSEN.
Auch wenn es jetzt erlaubt ist, gemeinsam einkaufen zu gehen. Sie sagt klar: andere brauchen es dringender. Wenn wir das jetzt ausnutzen, wird es für die blöd, die es brauchen.

Sie verzichtet nicht komplett aufs Einkaufen. Wir haben abgesprochen, dass mal sie geht, mal ich.
Wenn bei mir Arzttermine anstehen, geht sie.
Wenn die Schule wieder öffnet, gehe wieder fast nur ich. Symptome führen bereits dazu, dass sie nicht zum Unterricht darf. Und Quarantäne für eine Klasse ist auch doof.
Auch wenn ich es vom Einkaufen ggf. mitbringen würde. Es reduziert die Wahrscheinlichkeit.


Treffen im Freien mit Abstand sind bei uns erlaubt.
Das machen wir. Nicht ständig. Nicht ständig wechselnde. Mit Menschen, die sich vgl. oben an zwischenmenschliche Regeln halten. Z.B. bei Erkältung absagen. Die informieren, wenn jemand krank geworden ist. Die selbst krank niemand wissentlich gefährden a la "dann war der andere selbst schuld, weil zu schwach"

Mit Verwandten gab es telefonische Gespräche, so dass jeder jemanden hat und keiner alleine bleibt. Wenig Wechsel, ja. Einsam, nein.

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Ich lese im Parallelurbia, wo viele schreiben, dass sie sich nicht dran halten und kein Verständnis für die Regeln haben.

Wir halten uns dran. Wobei ich zugeben muss, dass ich letzte Woche mal gegen die Regeln verstoßen habe.
Ich hab mit meinen jüngeren Kindern meine Eltern besucht (das ist erlaubt in Ba-Wü), aber dann kam noch meine Schwester, die bei meinen Eltern im Haus wohnt dazu und wir haben uns unterhalten. Korrekterweise hätte ich da gehen müssen, weil sie in zwei abgeschlossenen Wohnungen wohnen...

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Wir haben uns bisher eigentlich so ziemlich an die Vorgaben gehalten. Wir haben einen einzigen festen Kontakt: meine Schwiegermutter.
Im Januar war ich mit meiner Tochter bei meinen Eltern, was durch ihr Alter (u3) in Niedersachsen regelkonform war. Mein Mann ist aus diesem Grund nicht mitgekommen.
Allerdings treffen wir manchmal beim spazieren auf unsere Nachbarn und bleiben dann auch mal zum kurzen Schnack stehen. Theoretisch ist das ja nicht erlaubt, da 4 Erwachsene aus 2 Haushalten.
Nächste Woche hat meine Tochter Geburtstag. Da möchten wir eigentlich schon gerne, dass meine Eltern (1 Haushalt) sich gleichzeitig bei uns im Haus aufhalten. Auch das entspricht dann nicht den Vorgaben.
Allerdings frage ich mich, ob diese Beispiele wirklich riskanter sind als das, was eine Freundin häufig macht, auch diese Woche: innerhalb von 6 Tagen trifft sie 4 Menschen in ihren Wohnungen. Das ist konform, weil sie die Freunde jeweils einzeln besucht.
Ich will mein Verhalten nicht rechtfertigen, aber ich finde, dass der gesunde Menschenverstand auch trotz Vorgaben noch eingeschaltet bleiben sollte 🤷🏼‍♀️

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Du sprichst mir aus der Seele.

Man kann sich an Regeln halten oder man kann den gesunden Menschenverstand einschalten. Im Zweifel kann der gesunde Menschenverstand deutlich verantwortungsvoller sein als stures an Regeln halten.

Bisher habe ich mich an die Regeln gehalten, würde das aber vielleicht brechen, sofern es mir sinnvoll erscheint.

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Also ich habe an Weihnachten mit Partner und Kind mit meiner Mutter und meinen minderjährigen Brüdern Weihnachten verbracht. Aber ab der 1 Personen Regelung halte ich diese auch ein. Ich hatte eine Freundin im Januar bei mir und meine Mutter besuche ich nur mit meiner Tochter und ohne meinen Freund (Kinder bis 6 Jahre sind hier ausgenommen) Meine Verwandtschaft/Freunde wohnen aber auch 200 bis 400 km entfernt, also mit wöchentlichem Treffen ist hier nicht .

Also ich halte die Regelung wirklich ein und habe nur alle paar Wochen mal eine Freundin bei mir oder fahre alleine zu einer Freundin.

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Hallo.

Wir kommen aus Baden-Württemberg und hier gilt: Kontaktbeschränkung auf eine Person aus einem anderen Haushalt. Kinder bis 14 Jahre sind ausgenommen.

Damit sind zum Beispiel treffen auf dem Spielplatz mit einer anderen Mutter + Kinder erlaubt. Wir versuchen es so umzusetzen wie wir es für vernünftig halten. Mein Mann gehört zur Risikogruppe und ich bin Schwanger, insofern wollen wir uns natürlich nicht anstecken. Ich gehe daher grundsätzlich nur alleine einkaufen auch wenn gemeinsames einkaufen ja nicht verboten ist. Spielplatttreffen erlaube ich meiner Tochter (4 Jahre) ebenso geht sie seit dieser Woche wieder in den Waldkindergarten.

Allerdings haben wir mittlerweile auch meine Schwiegereltern mal wieder besucht, was nach den Regeln streng genommen verboten ist. Mein Mann dürfte mit unserer Tochter hin, aber nur ohne mich. Dann wären es nur 1 Haushalt + 1 Person. Aber wenn die beiden sich anstecken habe ich es hinterher ohnehin und umgekehrt insofern sehe ich den Sinn nicht.

Also wir haben unsere Kontakte sehr stark eingeschränkt, isolieren uns aber nicht vollständig von allem.

Liebe Grüße

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Ich kenne absolut niemanden, der sich wirklich 100% an alle Beschränkungen hält. Selbst die "sehr vorsichtigen" wollen hin und wieder mit der eigenen Familie die Eltern oder die Familie der Geschwister besuchen.

Im Herbst war's noch relativ gleich verteilt: ein paar sehr vorsichtige, viele Mittlere und ein paar die gelebt haben, als ob es kein Corona gäbe. Seither verschiebt sich alles deutlich Richtung laissez-faire. Die aktuellen Veröffentlichungen kenne ich nicht, sie sind mir egal. (wobei in Ö der harte Lockdown jetzt vorbei ist)

Bei uns straft die Polizei i. A. nicht, wenn du dich ihnen gegenüber nicht unangenehm aufführst. Zu Fasching gab es "Spaziergänge" (spontan, das hat keiner organisiert, die Leute waren einfach verkleidet auf der Straße). Die Polizei stand daneben und hat gesagt "die Leute halten Abstand, manche haben sogar Masken auf, das ist doch alles erlaubt". Recht haben sie.

Ich persönlich halte mich noch zurück mit Kontakten und halte möglichst Abstand, gehe regelmäßig testen, aber ich treffe mich 1, 2 x die Woche mit verschiedenen Haushalten (max. 3 Haushalte gleichzeitig). Ja, das kann ich verantworten. Mittlerweile ist mir meine psychische Gesundheit wichtiger als die potentielle Möglichkeit, Corona zu bekommen.

Hier hatten viele schon Corona (ca. 10% der Freunde und Kollegen), die meisten haben das gut weggesteckt, auch wenn's teils wirklich unangenehm war.

Ich würde mich sofort impfen lassen (auch AstraZeneca), wenn ich dann kein schlechtes Gewissen wg der Treffen haben muss.

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