Umgang mit moderaten Verschwörungstheoretikern in der Familie?

Hallo Ihr Lieben,

eigentlich steht meine Frage schon in der Überschrift. Ich erläutere aber den Sachverhalt ein wenig.

Meine Familie (Großeltern, Eltern, Geschwister) sind moderate Coronaleugner. Das bedeutet, sie wissen, daß es diese Krankheit gibt aber finden, schlimmer als Grippe ist sie nicht. Außerdem ist das ganze durch Big Pharma aufgebauscht, Bill Gates vorne weg und Masken braucht man nicht. Gerade sitzt mein Bruder beim Lungebarzt, um sich eine - für ihn völlig ungerechtfertigte - Maskenbefreiung abzuholen.

Nun mein Problem. Ich ärgere mich maßlos über das Verhalten meiner Familie. Alle sind Akademiker und wirklich nicht doof aber nun haben sich alle zusammengeschlossen und pushen sich gegenseitig mit irgendwelchen Videos und Webseiten hoch. Sogar auf der letzten Demo waren sie schon.

Letztendlich ist das ihr Bier. Aber nun kommt mein Problem: Ich ärgere mich, daß ich mich ärgere. Ich wünschte, mir wär das einfach egal.

Und nun meine Frage: Habt Ihr ein ähnliches Problem und falls ja, habt Ihr Strategien, um damit zurechtzukommen? Was sagt Ihr Euch, um Euch nicht zu ärgern? Habt Ihr ein Mantra? Irgendwas?

Ich danke Euch für alle Ideen!

Viele Grüße
Entralgo

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Ja, mir geht es ähnlich. Aber ich sehe es wie deine Familie und ärgere mich darüber das eigentlich intelligente Menschen, immernoch den Medien Nachreden. :/

Ich versuche dieses Thema nicht aufkommen zu lassen, gelingt das nicht, dann entziehe ich mich diesen Gesprächen. Verlasse den Raum zb. Mein innerliches Mantra lautet: -irgendwann wird es vorbei sein- Atmen atmen atmen- irgendwann wird es vorbei sein- atmen atmen atmen

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Ich arbeite als Wissenschaftlerin in einem coronabereffenden Bereich. Ich wünschte von ganzem Herzen, es wär nur von den Medien aufgebauscht. 😔🙏

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Aber Dein Mantra übernehme ich. Es wird irgendwann vorbei sein. 😊

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Leben und leben lassen 😏

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Hey Ärger dich nicht. Für den einen ist es ne Grippe für den anderen wiederum Corona.
Jeder sollte das für sich entscheiden.
Ignoriere das einfach.
Mach das so wie es für dich am besten ist und damit du dich wohlfühlst.
Auch ne Maskenbefreiiung wird ihm nicht viel bringen ,kommt ja trotzdem kaum wo rein
Die Ärztin meiner Mutter ( Lungenkrank COPD ) z.B gibt garkeine Befreiiungen raus aus dem Grund schon nicht,weil OHNE Maske bek ihr keiner rein kommt . Jnd gerade Lungenkranke sich schützen sollten.
Liebe Grüße

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Ich versuche den Kontakt bestmöglich zu meiden. Es regt mich einfach leider zu sehr auf und ärgert mich.
Meine Schwägerin ist hardcore Leugnerin und dreht sich die Theorien so wie sie sie eben braucht. Ich Schneide das Thema nicht von mir aus an, beginnt aber jemand darüber zu reden halte ich mich nicht zurück. Besagte Schwägerin weint dann oft,weil ich arme Seele und unsere Familie verloren ist 😶🤔aber ehrlich? Das sitze ich aus

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Krass! Wie schaffst Du es, dann nicht Kontra zu geben? Mußt Du Dich anstrengen? Wenn sie z.B. sagt: Das ist alles Quatsch, sagst Du dann einfach nichts? Meine Familie diskutiert es halt in der Familienwhatsappgruppe aus. Ich hab sie ja gern und möchte die Gruppe nicht verlassen. Bei meinen Schwiegereltern hätte ich weniger Probleme, da ich mit ihnen nicht so emotional verbunden bin.

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Wie gesagt, wenn sie von sich aus anfängt drüber zu reden gebe ich ihr Kontra. Ich habe sie eigentlich sehr gern, aber dieses aluhutgelaber verleidet unsere Beziehung doch ein wenig. Aus der Familienwhatsappgruppe der schwiegerfamilie bin ich ausgestiegen.

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Meine Eltern sind voll die Corona Leugner und damit hört es ja dann nicht auf. Sie wollen auch dauernd mit mir über Politik reden, sind aber so extrem rechts und konservativ, dass sie nach Amerika ziehen müssten, um den richtigen zu wählen^^
Ich rede eigentlich gern über Politik und würde auch über Corona reden aber hey, NIEMALS mit meinen Eltern, das würde ausarten bis keiner mehr mit mir redet. Deshalb ignoriere ich fast alle Aussagen dieser Art oder sage sowas wie "ihr findet das doof, weil ihr lieber reisen würdet". Meine Meinung spare ich komplett aus. Ich versuchs nicht mal. Eigentlich denke ich mir immer nur noch "Mensch, die sind alt...". Es juckt mich kaum noch. Ich kann sie doch sowieso nicht ändern, wieso sollte ich also Streit provozieren. Sie wollen ihre Meinung haben und nix anderes hören. ok!

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So ähnlich mache ich das auch. Gar nicht auf solche Diskussionen eingehen, eigene (gegensätzliche) Meinung nicht sagen.
Meist sind die Leute eh so in ihrem Redefluss dass sie gar nicht merken, dass man nur den Monolog anhört. Ab und zu ein "Aha so siehst du das also. Mhm das hast du also gelesen. Naja wenn du meinst..."

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Huhu,

ich meide das Thema wie der Teufel das Weihwasser.
Sobald das Thema angeschnitten wird, ziehe ich mich zurück und sage dazu nichts mehr, wenn jemand nur von seiner Meinung überzeugen will anstatt den echten offenen Austausch sucht.

Bei Quarks kam die Tage ein interessanter Bericht, in dem deutlich gemacht wurde, dass man niemanden von dem Gegenteil überzeugen kann, wenn der das nicht zulässt. Je mehr man mit Fakten versucht ihn vom Gegenteil zu überzeugen, desto mehr beliehst er sich auf Seiten, denen er glaubt und kommt so immer tiefer in den Sumpf.

Irgendwann kommst du dann an den inneren Punkt, an dem es dir wirklich egal ist, was die anderen reden. Irgendwo resigniert man da, denn was will man machen?
Diskutieren hat man versucht und kommt kein Stück weiter - also bleibt nur ignorieren und sie machen lassen.

Thema vermeiden, wenn einem an den Leuten sonst gelegen ist und wenn das Thema doch aufkommt, dann schweigen (redet sich schnell tot, wenn alle einer Meinung sind) oder das Thema gekonnt wechseln.

Also ärgere dich noch ein bisschen darüber, dass es dich ärgert und dann irgendwann ist es dir egal - das braucht einfach Zeit :-)

LG

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Ich danke Dir! Das mit Quarks klingt sehr interessant. Da ist bestimmt was dran. Das macht es mir tatsächlich leichter. 😊

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Der Titel lautet: "Darum verbreiten sich Verschwörungsmythen so leicht"
Über google findest du ihn, habe ich gerade ausprobiert :)

Ein Unterpunkt ist auch: "Was kann ich tun, wenn Freunde oder Verwandte Verschwörungsmythen teilen?"

Vielleicht magst du den Artikel lesen?
Ist ja genau dein Problem gerade im Moment.
Ich fand ihn für mich hilfreich und seitdem bin ich noch ein Stück gelassener, wenn die Querdenker mal wieder unterwegs sind :-)

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Kenne die Situation aus der Familie mit verschiedenen Themen. Vernünftige Gespräche sind nicht möglich und enden immer in Streit.

Mittlerweile verweigere ich das Aufkommen der Themen komplett. Sobald es in die Richtung geht: "Wir sind unterschiedlicher Meinung und kommen nicht auf einen Nenner. Lassen wir das Thema". Ohne Bewertung o.Ä. Bei Bedarf mehrmals wiederholen.

Notfalls musst du dann mal gehen, wenn trotzdem weiter geredet wird. Ist bei mir aber noch nicht vorgekommen.

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Manchmal würde ich auch gerne laut schreiend davonlaufen...

Aber allgemein bin ich ein verständisvoller Mensch, denk mir, jeder sortiert schließlich die Dinge nach seinen Erfahrungen, Erkenntnissen und Charakterzügen. Bei manchem werden tiefste Grundängste angesprochen oder es bestehen feste Glaubensgrundsätze. Egal wie ich da argumentieren würde - für den anderen passt das nicht. Nicht jetzt. Vielleicht irgendwann, aber jetzt dringen halt manche Erkenntnisse nicht zu der Person vor. Wenn die Person bereit ist, wird auch neues Wissen zugelassen.

Also fahr ich je nach Laune zwei Strategien: mich nervigen Diskussionen so gut es geht fernzuhalten oder meine Perspektive ändern. Quasi auf die Metaebene wechseln. Dann freue ich mich an der Vielfalt. Ich freue mich über die Mitteilungen der Menschen - ohne zu bewerten oder beurteilen. Ich höre zu und versuch das auch aktiv zu vermitteln. Ich erinnere mich daran, dass es MIR viel mehr Angst machen würde, wenn wir alle derselben Meinung wären. Wenn wir uns alle gleich verhalten würden. Wenn niemand mehr es wagen würde, Regeln zu verletzen. Wenn wir unser menschsein verloren hätten...

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Ein toller Beitrag! Die Welt wär bestimmt schöner, wenn mehr Menschen denken würden, wie Du. 🤗

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Ich finde ehrlich gesagt du ärgerst dich vollkommen zurecht. Ich bin froh, dass der Teil meiner Familie (Cousinen, Tanten, Onkel etc) weit weg wohnt und ich mit denen eh nichts zu tun habe. Ansonsten würde ich mit dem größten Vergnügen jeden Tag hitzige Diskussionen führen. Ich bin aber auch ein Mensch der Offensichtliche Dummheit anderer und Verbreitung von Unwahrheiten einfach nicht ertragen kann. Ich finde es bedenklich wenn der gesunde Menschenverstand weil er keine Lust hat sich damit auseinander zu setzen immer leiser tritt während solche Leute gerade online immer mehr Gehör finden. Eine sehr gefährliche Entwicklung. Und für mich fällt unter "Moderate Verschwörungstheorie" gerade noch dass es den Weihnachtsmann gibt. Alles andere ist nicht moderat, sondern gefährlich. Corona zu verharmlosen führt zu steigenden Infektionszahlen die Menschen das Leben kosten können. Darüber rege ich mich mit Vergnügen auf. Denn es so stehen zu lassen ist unverantwortlich.

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Danke für Deine Antwort! Ich diskutiere unheimlich gern, auch über Corona und habe aufgrund meiner Arbeit unheimlich vielen Daten und Fakten dazu im Kopf parat.

Aber bei meiner Familie franst so eine Diskussion aus. Es wird emotional und ich merke richtig, wie sich mein Herzschlag beschleunigt und die Wut hochkocht. Das nervt mich total, denn in meinem Job führe ich oft und völlig problemlos sehr kontroverse Gespräche mit Wissenschaftlern und Politikern. Da kann ich sehr unemotional rangehen, antworte souverän und kann meine Ansichten mit Fakten unterfüttert darlegen. Wenn ich merke, daß mir so sehr der Kamm schwillt, wie bei meiner Familie, gelingt mir das nicht mehr. 😒

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