Schülerpraktikum während der Coronazeit, wie sieht es mit Plätzen für eure Kinder aus?

Liebe Forengemeinde,

mein 16 Jahre alter Sohn (Autist) besucht eine Förderschule. Beim letzten Elternsprechtag bekam ich von der Schulleitung (Klassenlehrer war krank und wurde durch die Schulleitungvertreten) die Zettel für das Schülerpraktikum quasi in die Hand gedrückt. Der Zeitraum geht von Mitte Februar bis Mitte März nächsten Jahres. Dieses Jahr im März hatten wir Glück, wir konnten gerade das Praktikum vor dem Lockdown beenden. Es ging 3 Wochen.

Dieses Praktikum geht 4 Wochen. Auf der Förderschule sind die Praktikumsplätze eher Richtung Werkstatt für behinderte Menschen bzw. Tagesförderstätte ausgelegt. Oder es gibt jemanden der sich auf einen behinderten Jugendlichen einlässt. Das gibt es auch.
Schulleitung fragte mich, ob wir in der Richtung schon etwa hätten. Antwort nein nicht wirklich. Mein Sohn ist zwar auf der Liste einer Werkstatt für behinderte Menschen fürs Praktikum. Aber im Moment dürfen sie keine Praktikanten aufnehmen. Andere Anfragen maximal eine Woche wenn überhaupt wegen Corona. Das ist z.B eine Tagesförderstätte, wo die sagten nur wenn er nicht werkstattfähig ist, was man jetzt mit 16 Jahren überhaupt nicht beantworten kann. Und dann nur Praktikum, wenn er dort später aufgenommen wird. Auch irrelevant, da Großstadt und wir nicht in den Einzugsbereich sind. Die Schule ist zwar behilflich bei Praktikumsplätzen. Aber die sind verteilt im Umkreis von 50 bis 60 Kilometer
über zwei Landkreise verteilt von der Schule ausgesehen. Und die Schule ist von uns 35 Kilometer eine Strecke entfernt. Und wir wohnen 30 Kilometer von der Großstadt-Mitte entfernt. Fahren müssten wir selber. Richtung Großstadt kein Problem, weil das Richtung meiner Arbeit ist. Und wenn es nicht klappt mit einem Praktikumsplatz, so sagt die Schulleitung, geht das Kind zur Schule. Mal sehen, ob das Praktikum überhaupt stattfindet wegen den steigenden Fallzahlen.

Dann noch ein Beispiel von einem Arbeitskollegen von mir. Die Tochter ist 16 Jahre alt und geht aufs Gynmasium. Da soll ein Wirtschaftspraktikum stattfinden. Die Schule ist bei der Suche einer Praktikumstelle behilflich. Sie klappert Firmen ab, die Praktikanten nehmen
trotz Corona und packen diese in einen Pool, wo sich die Schüler passende Firmen rausnehmen und dort eigenständig hinwerben können. Natürlich können die sich auch selber Firmen suchen. Nur bevor man nach 50 Bewerbungen immer nur Absagen bekommt wir nehmen wegen Corona keine Praktikanten, hat man zumindestens die Möglichkeit dort bekommt man keine Absage wegen Corona.

Manchmal habe ich das Gefühl in Richtung Berufsfindung werden unsere Kinder einfach abhängt, egal ob Förderschule oder weiterführende Schule. Entweder gibt es kaum Praktikumsplätze oder keine, weil sie es nicht dürfen oder nicht wollen wegen Corona.
Über einen Lockdown möchte ich nicht nachdenken, dann ist nichts mehr mit Praktikum.

LG nachdenkliches Hinzwife

1

Ich denke das hängt stark von der Richtung des Praktikums ab, im Handwerk ist es oft leicht ( weil unattraktiv) die Bürojobs sind bschwieriger zu bekommen. Mein AG hat früher immer viele Praktikanten gehabt, seid Corona wird keiner mehr genommen da ja auch keine neuen Azubis eingestellt werden dürfen. Mein Sohn macht seid September eine Ausbildung im Heizungsbau, die freuen sich auch jetzt noch über Praktikanten, die Baumärkte bei uns nehmen auch noch Praktikanten, diese Stellen sind aber bei Gymnasiasten nicht gefragt.
Ich denke für Hauptschüler ist es oft einfacher weil sie auch handwerkliche Jobs machen wollen, hier finden halt wirklich viele ihre Ausbildungsplätze über diese Praktika. Beim AG meines Sohnes hat nur er sich beworben ( schon während des Praktikums) und hat die Lehrstelle trotz wirklich schlechtem Zeugnis bekommen.

2

Hallo
Ich kenne beide Seiten und schwierig ist es in jedem Fall. Als AG muss man erst einmal die eigenen Schäfchen (lernende wie Azubis eingeschlossen) ins Trockene bringen und das ist, wenn man nicht nur das mindeste machen will, teilweise schon eine Herausforderung.
Bei uns wurde lange hin und her überlegt. Auch weil man keine leeren Versprechungen machen will. Wir nehmen also jetzt erst mal, in keinem Bereich, Schülerpraktikanten. Azubis und duale Studenten wie immer, da wird sich dann auch voll drauf konzentriert und es gibt mittlerweile schon gefühlt Plan Z.
Schade ist es, aber ich bin auch der Meinung, dass so ein kurzes Schülerpraktikum etwas überbewertet wird. Die Schulen müssen sich halt an Umstände anpassen. Die Vorgaben sind zu normalen Zeiten schon teilweise schwierig.

LG

3

Huhu,

ich finde nicht, dass Schüler bei der Berufsfindung abgehängt werden, weil Praktika nur eingeschränkt möglich sind.

Ich erinnere mich noch mit Grauen an mein Pflichtpraktikum in der Schulzeit.
Ich ging in eine Physiotherapie und durfte den lieben langen Tag nur desinfizieren, aufräumen, Akten schieben und bei den Behandlungen ab und an zusehen.
Was davon sollte mich überzeugen, ob der Beruf zu mir passt oder nicht? Als Physiotherapeutin hätte ich Behandlungen durchgeführt statt die Zeit tot zu schlagen, wie ich es als Praktikant musste.

So ist es doch in vielen Berufen: Praktikanten sind nur äußerst billige Putz- und Räumkräfte, weil sie schlicht nicht an den Patienten / Ware etc dürfen, weil sie entweder absolut keine Ahnung haben oder es zu gefährlich ist etc.


Einen Beruf sucht man sich meistens doch anders. Man beliest sich, spricht mit Leuten, die ihn ausüben. Man kann sich im Jobcenter beraten lassen, das Netz ist voll mit Infos / Erfahrungsberichten usw.

Ein Praktikum ist so ein winziger Einblick, dass der letztendlich gar nichts aussagt.
Entweder der Mensch war vorher schon Feuer und Flamme für den Job oder eben nicht. Das ein Praktikum da wirklich entscheidend an der Einstellung etwas ändert, da habe ich massive Zweifel :-)

LG

4

Hallo,

wir haben gerade das Problem,dass mein Sohn sich zur Zeit für sein Sozialpraktikum für nächstes Jahr Mai bewerben soll...
Eigentlich nicht so schwierig etwas zu finden...durch Corona aber natürlich fast unmöglich und auch verständlich.
Er hat in verschiedenen Senioren Einrichtungen und Krankenhäusern nachgefragt und natürlich sagen sie zur Zeit überall nein oder sie wissen nicht ob es nächstes Jahr möglich sein wird.
Die Schule sagt sie sollen sich trotzdem bewerben.....

Mal schauen....

5

Mein Sohn soll sich auch ein Praktikum suchen, für Jan.2021.

Haha, wo denn?

Die Aussichten sind ja durch Corona sehr mies. Und ich weiß noch wie frustig ich es fand nur Absagen zu bekommen. Ich frage mich, ob das so sein muß.

Angeblich wird im Bildungsministerium nach einer Lösung gesucht. - Noch mal: Haha !!!

6

Hallo,

mein Sohn ist 14 J. und muss nächstes Jahr im März sein 3-wöchiges Schulpraktikum absolvieren.

Es gab schon seit Wochen unter den Eltern ein riesen Bohei, das ja keine Plätze zu finden sind.
Tja, mein Sohn hat bei 2 Firmen angerufen und konnte seine Bewerbung einschicken. Von BEIDEN Betrieben kam am Ende eine Zusage. Er konnte es sich also aussuchen !

Mag daran liegen das er sich im handwerklichen Bereich etwas gesucht hat und die anderen nur angesagte Büroberufe. Keine Ahnung. Ist mir aber auch herzlich egal, er hat seinen Platz und behält ihn hoffentlich auch.
Unser Landkreis ist zum Glück weit entfernt von Inzidenzwerten von 35 oder sogar 50. Das darf gerne so bleiben.

LG
Tanja

7

Das liegt wirklich am Handwerk 😇, niemand will sich die Hände schmutzig machen und wirklich arbeiten, mein Sohn hatte insgesamt in seiner Schulzeit 8 Praktika, es war nie schwer was zu finden da im Handwerk immer händeringend gesucht wird, aber kaum einer da hin will. Genauso läuft es dann bei der Lehrstellensuche, im Handwerk geht das problemlos nur da will ja keiner hin🤷.

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