Erfahrungsberichte über die Wochenbettdepression

Hallo. Ich besuche die psychiatrische Krankenpflegeschule und bräuchte für meine Diplomarbeit Erfahrungsbericht. Danke

1.) Durch welche Symptome zeigte sich die PPD bei Ihnen?
2.) Würden Sie in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt von ihrem Arzt/ Hebamme über PPD informiert?
3.) Was hätten Sie von Ihren Angehörigen, Ihren Ärzten und evtl. dem Pflegepersonal in der schwierigen Phase der PPD gebraucht?
4.) Welche Therapie hat Ihnen geholfen?
5.) Glauben Sie, dass Aufklärung über das mögliche Auftreten einer PPD während der Schwangerschaft das Krankheitsbild lindern kann?
6.) Welche Ratschläge würden Sie schwangeren Frauen mitteilen, um einer schweren PPD vorzugeugen?

Hallo,

ich versuche mal zu antworten

1.) Durch welche Symptome zeigte sich die PPD bei Ihnen?

Schlaflosigkeit, keinen Hunger, extrem viele Gedanken über den Tod, Herzrasen, extremer Durst, hoher Blutdruck, konnte mein Kind nicht als mein eigenes ansehen - war fremd

2.) Würden Sie in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt von ihrem Arzt/ Hebamme über PPD informiert?

NEIN

3.) Was hätten Sie von Ihren Angehörigen, Ihren Ärzten und evtl. dem Pflegepersonal in der schwierigen Phase der PPD gebraucht?

Habe alles bekommen.
Mein Mann war meine Haushaltshilfe, Mutter und Schwiegermutter nahmen uns unsere Tochter ab, Frauenarzt hat uns /mein Mann und mich unterstützt hatte auch psychologische Betreuung

4.) Welche Therapie hat Ihnen geholfen?

Antidepressiva

5.) Glauben Sie, dass Aufklärung über das mögliche Auftreten einer PPD während der Schwangerschaft das Krankheitsbild lindern kann?

NEIN

6.) Welche Ratschläge würden Sie schwangeren Frauen mitteilen, um einer schweren PPD vorzugeugen?

Ich denke, dass es keine Ratschläge gibt zur Vorbeugung. Ich würde es mir wünschen, dass beim FA und beim Geburtsvorbereitungskurs dieses Thema angesprochen wird (Symptome usw.)


Viele Grüße
laus

Hallo,

werde mich mal dazugesellen.

1.) Durch welche Symptome zeigte sich die PPD bei Ihnen?

Schlaflosigkeit, Alpträume, Appetitlosigkeit, starker Gewichtsverlust, Zwangsgedanken, Ablehnung meiner Tochter, das Gefühl sie nicht lieben zu können, Heulanfälle, Isolation, Gereiztheit, Perfektionismus

2.) Würden Sie in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt von ihrem Arzt/ Hebamme über PPD informiert?

NEIN, leider nicht!

3.) Was hätten Sie von Ihren Angehörigen, Ihren Ärzten und evtl. dem Pflegepersonal in der schwierigen Phase der PPD gebraucht?

Angehörige wissen es nicht, Angst davor es ihnen zu sagen, Angst vor Unverständnis. Unterstützung wäre dringend notwendig. Kindsvater versucht zu helfen, beste Freundin steht mir zur Seite. Hilfe ist im Moment allerdings zuwenig da. Therapiesitzungen liegen zeitlich oft zu weit auseinander.

4.) Welche Therapie hat Ihnen geholfen?

Bekomme erst Antidepressiva verschrieben, letztes Medikament hab ich nicht vertragen. Ansonsten Gesprächstherapie, ist aber ein langer und mühsamer Weg mit bisher vielen Rückschlägen.

5.) Glauben Sie, dass Aufklärung über das mögliche Auftreten einer PPD während der Schwangerschaft das Krankheitsbild lindern kann?

Nein, nur kann eventuell schneller geholfen/behandelt werden, weil die Betroffenen eher merken,was los ist oder es erahnen.

6.) Welche Ratschläge würden Sie schwangeren Frauen mitteilen, um einer schweren PPD vorzugeugen?

Vorbeugen kann man denke ich nicht, nur die Gefühle ansprechen, bei der Frauenärztin, bei der Nachsorgehebamme etc.
Aufklärung im GVK wäre notwendig,aber leider ist die PPD noch ein viel zu großes Tabuthema!

LG

Anne

P.S. kannst mich gerne über meine VK anschreiben, wenn du noch mehr wissen willst

Gute Seite zu diesem Thema:

http://www.schatten-und-licht.de

LG

Gabi

1.) Durch welche Symptome zeigte sich die PPD bei Ihnen?

extreme Müdigkeit, konnte keine positiven Gefühle für meine Tochter aufbringen, im Gegenteil, hab sie zum Teil schon fast gehasst. Es gab Tage und vor allem Nächte, da hat nicht viel gefehlt, dass ich ihr was angetan hätte
Gleichzeitig hab ich mir schwere Vorwürfe deswegen gemacht.
Fühlte mich furchtbar hilflos und unfähig, wollte alles alleine und perfekt machen. und war ständig aggressiv und gereizt und sehr nah am Wasser gebaut.

Hab schon das Heulen angefangen, wenn mich jemand gefragt hat ob er mir helfen soll, oder die Kleine sich im Bettchen bewegt hat - weil ich wusste: gleich geht das Geschrei wieder los
- ich zuck da jetzt immer noch zusammen

2.) Würden Sie in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt von ihrem Arzt/ Hebamme über PPD informiert?

Ja, konnte mir aber keine Vorstellung machen, wie es sich wirklich anfühlt!

3.) Was hätten Sie von Ihren Angehörigen, Ihren Ärzten und evtl. dem Pflegepersonal in der schwierigen Phase der PPD gebraucht?

Hilfe hab ich eigentlich generell abgelehnt, weil ich es eben in meinem Perfektionismus alles alleine schaffen wollte
Mir hat es am meisten geholfen, das meine Verwandten mir Mut gemacht haben, dass ich es schaffen kann und das Wissen, dass das Geschrei das mich am meisten zur Raserei getrieben hat, keine böswillige Schikane ist, ich nur rausfinden muss, was die Kleine von mir will.
Das mir das meine Verwandtschaft und die Hebamme immer wieder vor Augen geführt haben (ohne mir das Gefühl zu geben, ich wäre zu blöd dazu) war mir die grösste Hilfe

4.) Welche Therapie hat Ihnen geholfen?

Da ich ja jede Hilfe (auch therapeutische) abgelehnt hatte, war meine einzige Therapie das autogene Training, dass ich schon vor meiner SS gelernt hatte, als ich schonmal fast in eine Depression rutschte.
Autogenes Training und Ablenkung, und immer wieder Gespräche mit der Hebi, die mir gesagt hat, dass mit der Maus alles ok ist, und ich das alles richtig mache.


5.) Glauben Sie, dass Aufklärung über das mögliche Auftreten einer PPD während der Schwangerschaft das Krankheitsbild lindern kann?
Nein, die aufklärung alleine nicht, wichtiger wäre eher eine art anleitung zur Sofortmassnahme.
und dass schon das Krankenhauspersonal vielleicht in den ersten Tagen den Müttern gleich mehr anleitung zur Babyplege gibt, anstatt einem das Kind frühs zum waschen entführen, und dann erwarten, dass man es plötzlich alleine kann, wenn man noch nie zuvor mit einem Baby zu tun hatte.
das verstärkt nur die unsicherheit und angst.

6.) Welche Ratschläge würden Sie schwangeren Frauen mitteilen, um einer schweren PPD vorzugeugen?

schwer zu sagen, weil es vermutlich jeder anders empfindet, und erlebt.
Ich kann Leuten, wie mir (schon immer Angst vor Neuem, unsicher, zu schüchtern und/oder zu stolz um um Hilfe zu bitten usw) nur raten: springt über Euren Schatten und fragt das Krankenhauspersonal und Hebammen Löcher in den Bauch.
Egal ob es darum geht, wie man mit einem Säugling umgeht, oder ob man überhaupt irgendwas braucht und seien es aufmunternde Worte.
Fragt und bettelt um Hilfe - ich habs nicht gemacht, und werde es vermutlich weiterhin so weit möglich vermeiden, aber es hilft einem ungemein, wenn man es tut.
Und der Tip meine Hebi, wenn man am Geschrei verzweifelt:

Guck erst, ob das Kind hunger hat, wenn nicht, ob die Windel nass ist oder ob der Bauch weh tut.
Wenn nicht will das Kind vielleicht nur Nähe oder es ist zu Warm oder zu kalt.

wenn alles nix hilft:
Kind in die Wiege legen, raus gehen und kopf frei bekommen,
bevor man was tut, was einem vielleicht leid tut.
mir hilft es z.b. Kopfhörer mit meiner lieblingsmusik aufzusetzten, wenn ich das fläschchen für die Kleine fertig mache und sie dabei das ganze Haus zusammen plärrt, weil es nicht schnell genug geht.
Mag zwar für den ein oder anderen herzlos klingen, aber beruhigen hilft da ja nix, weil sie will ja was zum essen, und dazu brauch ich nunmal zwei Hände und nen halbwegs klaren Kopf.


Hallo!

Ich habe auch eine Wochenbettdepression erlitten vor 2 Jahren - hier meine Antworten:



1.) Durch welche Symptome zeigte sich die PPD bei Ihnen?

Angst und Panikattacken, Zwangsgedanken gegen mein Kind, Albträume, Appetittverlust, Gewichtsabnahme, ständiges Weinen, starke Antriebslosigkeit, Wunsch nicht mehr zu leben


2.) Würden Sie in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt von ihrem Arzt/ Hebamme über PPD informiert?

NEIN - leider nicht!!!

3.) Was hätten Sie von Ihren Angehörigen, Ihren Ärzten und evtl. dem Pflegepersonal in der schwierigen Phase der PPD gebraucht?

Gott sei Dank bekam ich so tolle Hilfe, dass es mir heute wieder sehr gut geht!

4.) Welche Therapie hat Ihnen geholfen?

Psychotherpie, Antidepressiva, Bachblüten, TCM, Web-Seite: www.schatten-und-licht.de

5.) Glauben Sie, dass Aufklärung über das mögliche Auftreten einer PPD während der Schwangerschaft das Krankheitsbild lindern kann?

JA, ganz sicher. Wenn man weiß, was evtl. sein kann, entsteht sicher nicht so extreme Angst, dass man verrückt wird, weil man ja über Symptome aufgeklärt wäre. Sicher würden sich dann auch viel mehr Frauen viel früher zu einem Arzt trauen.

6.) Welche Ratschläge würden Sie schwangeren Frauen
mitteilen, um einer schweren PPD vorzugeugen?

Nach der Geburt sich viel Ruhe gönnen und um Unterstützung von Familienangehörigen bitten, um sich auch ausruhen zu können. "Sich selber" nicht vergessen und Freiräume (wenn auch kleine) schaffen. Sich Infos holen über die PPD und bei ersten Anzeichen gleich zum Arzt gehen.

Soweit meine Antworten. Hebi Gabi hat es eh schon erwähnt:

www.schatten-und-licht.de

Eine super tolle Seite mit vielen Infos und einem Forum, wo sich betroffene Frauen in geschütztem Rahmena austauschen können!!!

Liebe Grüße von
Marika

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